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ADAC Umfrage: Pendeln oft alternativlos

Junger Geschäftsmann am Steuer
© iStock.com/martin-dm

Eine ADAC Umfrage zeigt, dass knapp die Hälfte der Auto-Pendler von der höheren Pendlerpauschale profitieren wird.

Pendler mit dem Auto nehmen häufig auch längere Fahrten auf sich, um die Distanz zwischen Wohnort und Arbeitsstätte zu überwinden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ADAC unter Auto-Pendlern. Gefragt wurde nach Dimension und Akzeptanz des Pendelns sowie nach Ursachen für und Alternativen zum Pkw-Pendeln.

Fast die Hälfte der befragten Berufspendler überwindet demnach Strecken von 20 Kilometern oder mehr. Dieser Teil der Pendler könnte von der höheren Pendlerpauschale profitieren, mit der die Bundesregierung den im Klimapaket vereinbarten Anstieg der Kraftstoffpreise teilweise kompensieren will. Im Umkehrschluss muss jedoch über die Hälfte der Auto-Pendler ohne den finanziellen Ausgleich auskommen.

Dem Wohnort emotional verbunden

Auffällig ist, dass der überwiegende Teil der Pkw-Pendler keine Möglichkeit oder Veranlassung sieht, die Trennung von Wohn- und Arbeitsort aufzulösen. 60 Prozent der Befragten geben an, dass sie keinen gleichwertigen Arbeitsplatz finden würden, der dem Wohnort näher liegt. 54 Prozent fühlen sich ihrem Wohnort emotional verbunden und nehmen das Pendeln dafür in Kauf.

Schnelligkeit, Flexibilität und Komfort der Autofahrt werden überwiegend als Vorteil gegenüber anderen Verkehrsmitteln genannt. Als nachteilig werden wie Stau, rote Wellen und aggressive Verkehrsteilnehmer sowie Umweltbedenken empfunden. Dabei führt allerdings nur knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) Nachteile für das Klima als kritischen Gesichtspunkt der Auto-Nutzung an – gegenüber 57 Prozent, die sich über den Verkehr ärgern.

Hauptgrund für die Wahl des Autos ist ein fehlendes ÖPNV-Angebot – für eine Mehrheit der Pendler gibt es nicht genug Bus- und Bahnverbindungen. Auch perspektivisch wird offenbar nicht davon ausgegangen, dass mittelfristig ein ÖPNV Angebot bestehen wird: Auto-Pendler können sich am ehesten vorstellen, eine Mitfahrgemeinschaft zu bilden.

Gegen höhere Kraftstoffpreise

Eine Verteuerung der Kraftstoffpreise, wie sie das Klimapaket vorsieht, wird für die überwiegende Mehrheit der Befragten Auto-Pendler (70 Prozent) als nicht akzeptabel empfunden.

JahrPreis CO2/TonnePreisanstieg/Liter BenzinPreisanstieg/Liter Diesel

2021

25 Euro

ca. 7 Cent

ca. 8 Cent

2022

30 Euro

ca. 8,4 Cent

ca. 9,5 Cent

2023

35 Euro

ca. 9,8 Cent

ca. 11 Cent

2024

45 Euro

ca. 12,6 Cent

ca. 14 Cent

2025

55 Euro

ca. 15 Cent

ca. 17 Cent

Vor diesem Hintergrund warnt der ADAC davor, bedeutende Teile der Bevölkerung beim Klimaschutz zu überfordern. Dies sollte bei der noch anstehenden Neugestaltung der Kraftfahrzeugsteuer beachtet werden. ADAC Vizepräsident für Verkehr Gerhard Hillebrand: „Pendeln mit dem eigenen Pkw entspricht der Lebenswirklichkeit vieler Menschen in Deutschland. Oft besteht auch keine echte Alternative.“

Aus Sicht des ADAC wird Pendeln mit dem Auto auch langfristig notwendig bleiben, zumal es in vielen ländlichen Regionen kein ausreichendes ÖPNV-Angebot geben kann und wird. Hillebrand dazu: „Wir brauchen für echte Fortschritte beim Klimaschutz mehr grüne Auto-Mobilität. Gerade in der Fläche müssen wir die Antriebswende voranbringen, um bezahlbare und saubere Mobilität für jeden zu gewährleisten.“

So wurde die Umfrage durchgeführt

Befragt wurden Auto-Pendler in Deutschland zwischen dem 22. und 28. November 2019. Als Auto-Pendler galten Personen ab 18 Jahren, deren Arbeits- oder Ausbildungsplatz außerhalb ihrer Wohngemeinde liegt. Auch Personen, die innerhalb einer Großstadt mehr als 20 km vom Wohnort zur Arbeit fahren müssen, wurden einbezogen. Außerdem mussten sie in der Regel an (fast) jedem Arbeitstag selbst als Fahrer mit dem Pkw dorthin pendeln. Insgesamt wurden 998 Personen mit der CAWI-Methode (Computer-Aided-Web-Interviewing) befragt.