Tempolimit auf Autobahnen?

22.1.19

Die Einführung eines allgemeinen Tempolimits auf Autobahnen wird in Deutschland immer wieder diskutiert. Ein Blick auf die Fakten zeigt aus unserer Sicht, dass ein generelles Tempolimit weder dem Klimaschutz dient noch die Verkehrssicherheit verbessert.

Tempolimit auf Autobahnen, rechts Schild mit Vorgabe 130, links schnelles Auto

Führt ein Tempolimit zu weniger Unfällen?

Autobahnen sind bei Weitem die sichersten Straßen in Deutschland. Im Jahr 2017 wurden hier etwa ein Drittel aller Kraftfahrzeugkilometer gefahren. Der Anteil der Verkehrstoten ist im Vergleich dazu mit rund 12 Prozent unterdurchschnittlich. Die Zahl der auf Autobahnen Getöteten pro 1 Milliarde Fahrzeugkilometer liegt in Deutschland bei aktuell 1,6. Ein Zusammenhang zwischen generellem Tempolimit und dem Sicherheitsniveau auf Autobahnen ist auch im internationalen Vergleich nicht feststellbar: Länder mit genereller Geschwindigkeitsbeschränkung, wie Österreich, Belgien oder die USA, schneiden nicht besser ab als Deutschland.

Auch beim innerdeutschen Vergleich ereignen sich auf Abschnitten ohne Tempolimit nicht mehr Unfälle als auf Strecken mit Tempolimits von 120 oder 130 km/h. Eine höhere Unfallschwere (Getötete je 1000 Unfälle mit Personenschaden) lässt sich zudem ebenso wenig feststellen. Die eigentliche Schwachstelle in Sachen Verkehrssicherheit sind nach wie vor die Landstraßen, wo knapp 60 Prozent aller Verkehrstoten registriert werden, bei nur etwa 40 Prozent der Kfz-Fahrleistungen.

Gibt es Auswirkungen auf den Verkehrsfluss?

 Derzeit sind bereits rund 30 Prozent des deutschen Autobahnnetzes dauerhaft oder zeitweise geschwindigkeitsbeschränkt, hinzukommen Baustellenbereiche. Die Fahrgeschwindigkeit auf knapp 10 Prozent des Autobahnnetzes kann mittels Streckenbeeinflussungsanlagen beschränkt werden. Diese ermöglichen eine flexible, situationsgerechte Geschwindigkeitsregelung in Abhängigkeit vom jeweiligen Verkehrsaufkommen und den Witterungsbedingungen.

Trägt ein Tempolimit zum Klimaschutz bei?

Im Hinblick auf die Reduzierung der CO2-Emissionen sollte die Wirkung eines allgemeinen Tempolimits nicht überschätzt werden. Unter Zugrundelegung des Handbuchs für Emissionsfaktoren (HBEFA) ergibt sich bei einem Tempolimit von 130 km/h für die Pkw-Flotte des Jahres 2019 ein CO2-Einsparpotenzial in der Größenordnung von bis zu 2 Millionen Tonnen pro Jahr. Dies sind knapp 2 Prozent der CO2-Emissionen des Pkw-Verkehrs.

Wie sieht es beim Stichwort "Downsizing" aus

Die Annahme, dass ein Tempolimit den Kauf von Autos mit kleineren Motoren und damit weniger Spritverbrauch bewirkt, hat sich als falsch erwiesen. Das zeigt ein Vergleich der Motorenleistung des Pkw-Bestandes in Deutschland, Österreich (Tempolimit 130) und der Schweiz (Tempolimit 120).