Der beste Einbruchschutz für Türen

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Von André Gieße

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Einbrecher an einer Terrassentür
Jeder zweite Einbruch in Deutschland passiert über die Terrassentür© Shutterstock/Brian A Jackson

Leicht erreichbare Eingänge Ihres Zuhauses sollten gegen Einbruch gesichert sein. Ein fachgerecht ausgeführter Einbruchschutz für Türen erschwert Tätern das Eindringen und schreckt ab.

  • Empfehlungen und Förderung für Einbruchschutz für Türen

  • Nachrüstmöglichkeiten und technische Sicherheitslösungen

  • Außerdem: Verhaltenstipps für mehr Sicherheit zu Hause

Aufhebeln, aufwuchten, aufbohren: Einbrecher nutzen viele Möglichkeiten, um trotz verschlossener Türen ins Haus oder in die Wohnung zu gelangen. Die fachgerechte Sicherung leicht erreichbarer Türen erschwert es den Tätern. Welche Widerstandsklassen empfehlenswert sind, wie sich vorhandene Türen nachrüsten lassen und wofür es staatliche Förderung gibt, erfahren Sie hier.

Widerstandsklassen für Türen

Für Türen gibt es ebenso wie für Fenster bestimmte DIN-Normen und Widerstandsklassen, die Fachleute als wirksamen Einbruchschutz für Privathaushalte empfehlen. Egal, ob Neu- oder Umbau: Ratsam sind Türen, deren Einbruchhemmung nach DIN EN 1627 geprüft oder zertifiziert ist. Das bedeutet: In der Gesamtkonstruktion der Tür mit Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag gibt es bei fachgerechtem Einbau keine Schwachpunkte.

Empfehlungen bei Neu- oder Umbau

Die DIN-Norm EN 1627 unterscheidet zwischen sieben einbruchhemmenden Widerstandsklassen, abgekürzt mit RC für die englische Übersetzung "Resistance Class". Geprüft wird dabei vereinfacht gesagt, wie viele Minuten eine Tür oder ein Fenster einem Einbruchversuch mit unterschiedlichen Werkzeugen standhält. Üblich bei Türen im Privatbereich sind die Klassen RC 1 bis 3. Die Klassen RC 4 bis 6 dagegen werden von der Polizei vor allem für den gewerblichen Bereich empfohlen.

Wer sein Zuhause neu oder umbaut, sollte vor dem Kauf und Einbau der Türen wissen.

  • Widerstandsklasse RC2: Die Polizei empfiehlt mindestens geprüfte und zertifizierte Türen nach DIN EN 1627 mindestens in der Widerstandsklasse RC 2 als soliden Einbruchschutz. Hier müssen die Bauteile einem Gelegenheitstäter mit einfachen Werkzeugen (z.B. Schraubendreher, Zange und Keil) mindestens drei Minuten lang standhalten.

  • Widerstandsklasse RC3: Mehr Sicherheit gibt eine Tür der Widerstandsklasse RC 3. Hier müssen die Bauteile einem Einbrecher, der mit einem zusätzlichen Schraubendreher und einer Brechstange ausgestattet ist, mindestens fünf Minuten standhalten. Bei einer Verglasung ist zudem ein widerstandsfähiges Sicherheitsglas erforderlich.

Schwachstellen: Terrassentür und Balkontür

Alle Eingänge an Haus oder Wohnung, die man problemlos erreichen kann, sollten mit einem mechanischem Einbruchschutz gesichert werden – vor allem im Erdgeschoss, Souterrain und Keller. Laut Kriminalstatistik brechen nur etwa 12 bis 15 Prozent aller Täter in Einfamilienhäuser über die Haustür ein. Knapp 50 Prozent dringen über die oft schlechter gesicherte Terrassentür ein.

Auch Balkontüren im Obergeschoss bergen Risiken. Vor allem, wenn sie für geschickte Kletterer gut zu erreichen sind. Ebenso sollten alle Nebeneingangstüren mechanisch abgesichert sein: ob es die Tür vom Garten ins Haus ist, die Kellertür oder die Tür, die Garage und Wohnung verbindet.

Einbruchschutz für Türen nachrüsten

Einbruchschutz lässt sich auch nachrüsten. Ob das sinnvoll ist, können Laien kaum beurteilen. Eine (kriminal-)polizeiliche Beratungsstelle in der Nähe oder ein Fachbetrieb können es meist besser einschätzen. Eine sicherheitstechnische Nachrüstung kann sich auszahlen: Laut Kriminalstatistik scheitert etwa jeder zweite Einbruch – unter anderem an gut gesicherten Türen und Fenstern.

Close Up von Hand und Terrassentür
Wer Einbruchschutz nachrüstet, sollte auf einen fachgerechten Einbau der Komponenten achten© Shutterstock/Aleksandr Finch

Orientierung gibt die DIN-Norm 18104. Sie legt bestimmte Anforderungen und Prüfverfahren für aufschraubbare und im Falz eines Beschlags eingelassene Nachrüstprodukte für Türen und Fenster fest. Zum Beispiel Zusatzsicherungen und Zusatzschlösser, die auf die Türen montiert werden. Bei der Anschaffung sollte man auf eine Zertifizierung nach der DIN-Norm 18104 achten. Qualifizierte Fachleute sollten prüfen, welche Lösung im Einzelfall infrage kommt.

Einbruchhemmende Türsicherungen

Wer sich zur Nachrüstung von Außentüren für Haus oder Wohnung entscheidet, sollte darauf achten, dass die Komponenten fachgerecht aufeinander abgestimmt sind und eingebaut werden. Nur dann ist der maximale Einbruchschutz für die entsprechende Widerstandsklasse gegeben.

Insbesondere empfiehlt die Polizei folgende Möglichkeiten der Nachrüstung:

  • Nachrüstsätze geprüft/zertifiziert nach DIN 18104 Teil 2

  • Zusatzschlösser, Querriegelschlösser, Mehrfachverriegelungen mit Sperrbügel sowie Bandseitensicherungen und Bänder geprüft/zertifiziert nach DIN 18104 Teil 1

  • Zylinderschlösser (Einsteckschlösser) als Mehrfachverriegelungen geprüft/zertifiziert nach DIN 18251 ab der Klasse 3 oder als Einfachverriegelungen nach DIN 18251 in den Klassen 4 und 5

  • Profilzylinder geprüft/zertifiziert nach DIN 18252 in der Zylinderklasse 1 und in der Zylinderklasse 2 mit Bohrschutz

  • Schutzbeschläge geprüft/zertifiziert nach DIN 18257 in der Widerstandsklasse ES 1, ES 2 oder ES 3 mit Zylinderabdeckung als Ziehschutz

Sicherheitsschloss für Haustür oder Wohnungstür

Ein einbruchhemmendes Schloss allein macht eine Haustür oder Wohnungstür noch nicht sicher. Empfehlenswert sind geprüfte Einsteckschlösser der Klassen 4 oder 5 beziehungsweise Mehrfachverriegelungen ab Klasse 3 nach DIN 18251. Eine Mehrfachverriegelung mit Hakenriegeln kann das Aufhebeln auf der Schlossseite zusätzlich erschweren.

Ebenso wichtig sind ein gegen Aufbohren geschützter Profilzylinder, ein stabiler Schutzbeschlag mit Ziehschutz und fest im Mauerwerk verankerte Schließteile. Auch Türblatt und Rahmen müssen ausreichend stabil sein. Ein Fachbetrieb sollte daher prüfen, welche Komponenten sich für die vorhandene Tür eignen und fachgerecht nachrüsten lassen.

Technische Sicherheitslösungen

Ein Türspion trägt dazu bei, dass man sich zu Hause sicherer fühlt. Um zu sehen, wer da klingelt oder ums Haus schleicht, sollte er einen 180-Grad-Blickwinkel bieten. Wer einer unbekannten Person die Tür öffnet, sollte das am besten nur mit einem vorgelegten Sperrbügel tun. Mit einer Türsprechanlage – am besten in Kombination mit einer Videokamera – können Sie die Mitglieder Ihres Haushaltes vor ungewollten Begegnungen schützen. Sie gibt es auch mit smarten Features.

Dank Digitalisierung können Sie mit magnetischen Tür- und Fensterkontakten zudem erfassen, ob jemand während Ihrer Abwesenheit Türen oder Fenster öffnet. Die vernetzten Smart-Home-Helfer senden in diesem Fall eine Nachricht auf das Smartphone der Bewohner. So kann auch aus dem Urlaub die Polizei alarmiert werden. Manche Geräte lassen sich mit einer Innensirene koppeln.

Förderung zum Einbruchschutz für Türen

KfW-Kredit

Für Maßnahmen zum Einbruchschutz in bestehenden Wohngebäuden bietet die KfW den Förderkredit "Altersgerecht Umbauen" (Kredit Nr. 159) an. Der vergünstigte KfW-Förderkredit beträgt bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Der Zinssatz ist variabel und sollte unmittelbar vor der Antragstellung bei der KfW geprüft werden. Der Antrag läuft vor Beginn der Arbeiten über einen Finanzierungspartner, beispielsweise eine Bank oder Sparkasse.

Gefördert werden unter anderem

  • einbruchhemmende Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren

  • Nachrüstsysteme für Türen, z. B. Tür­zusatz­schlösser, Quer­riegel­schlösser, Kasten­riegelschlösser

  • einbruch­hemmende Gitter, Klapp- und Rollläden sowie Licht­schacht­abdeckungen

  • Einbruch- und Überfall­meldeanlagen

  • Gefahren­warnanlagen sowie Sicherheits­technik in Smart­home-Anwen­dungen

BAFA-Zuschuss

Eine neue Außentür kann außerdem als Einzelmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (Zuschussförderung BEG EM) bezuschusst werden, wenn der Austausch Teil einer energetischen Sanierung ist und die technischen Förderbedingungen erfüllt.

Zuständig ist bei Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle das Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Erforderlich ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten. Eine reine Verbesserung des Einbruchschutzes reicht für diese BAFA-Förderung nicht aus.

Förderberatung

Eine (kriminal-)polizeiliche Beratungsstelle kann Sie beraten, ob und wo es Geld für Ihren geplanten Einbruchschutz gibt. Wichtig: Erst einen Förderantrag im Online-Portal von KfW beziehungsweise BAFA stellen und Zusage abwarten, bevor man mit der Maßnahme beginnt.

Verhaltenstipps zum Einbruchschutz

Einbrecher wittern ihre Chance dann, wenn niemand zu Hause ist – und das ist meistens tagsüber. Selbst, wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung nur kurz verlassen: Lieber auf Nummer sicher gehen.

  • Bei Türen mit Glasfüllung den Schlüssel nicht innen im Schloss stecken lassen. Täter könnten die Scheibe einschlagen und den Schlüssel erreichen.

  • Grundsätzlich alle Fenster, Balkon- und Terrassentüren schließen, bevor man geht.

  • Schlüssel nie von innen im Schloss stecken lassen – das Glas in der Terrassen- oder Balkontür kann schnell zerschlagen werden, schon haben die Täter den Schlüssel.

  • Den Haustürschlüssel nie unter der Fußmatte oder an anderen Stellen außerhalb des Hauses hinterlegen – die Polizei weiß aus Erfahrung: Einbrecher kennen alle Verstecke.