Mehr Sicherheit am Haus: Einbruchschutz für Fenster

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Von Redaktion

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Am Fenster wird ein Einbruchschutz installiert
Eine Sicherung für Fenster lässt sich auch nachrüsten© Shutterstock/Marlon Boenisch

Neben Terrassentüren sind Fenster die Haupteinstiegsquelle bei Einbrüchen. Das Wichtigste über mechanische Sicherung und Einbruchschutz am Fenster.

  • Empfohlene Widerstandsklassen für neue Fenster

  • Welche Möglichkeiten zum Nachrüsten es gibt

  • Sicherheitsverglasung – sinnvoll oder nicht?

Über 100.000 Einbrüche haben die Versicherer in Deutschland im Jahr 2025 registriert. Laut dem Polizeiportal K-Einbruch tragen Sicherungsmaßnahmen an Häusern und Wohnungen dazu bei, dass fast die Hälfte der Einbruchversuche scheitert. Je länger Einbrecher zum Beispiel brauchen, ein Fenster aufzuhebeln, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie dabei gestört werden und aufgeben.

Mechanische Sicherung

Fenster sind neben Terrassen-, Balkon-, Keller- oder Haustüren die größten Schwachstellen an Haus und Wohnung, die Sie vor einem Einbruch schützen sollten. Sind die Fenster fachgerecht mechanisch gesichert, haben Einbrecher und Gelegenheitstäter deutlich weniger Chancen. Fachgerecht heißt: nach DIN-Normen geprüft und vom Profi montiert. Wichtig für die mechanische Sicherheit ist das korrekte Zusammenspiel von Tür- oder Fensterblatt, Zarge, Schloss und Beschlag.

Einbruchhemmende Fenstergriffe

Erfahrungsgemäß werden Fenster häufig aufgehebelt. Damit das nicht passiert, gibt es spezielle einbruchhemmende Sicherheitsbeschläge und Zusatzsicherungen. Auch Fenstergriffe, die sich mit einem Schlüssel abschließen lassen, schützen vor einem Einbruch. Zuverlässig wirksam sind sie aber nur in Kombination mit einbruchhemmenden Fensterbeschlägen.

Wichtig ist, dass Sie sich vorab sorgfältig informieren. Gute und unabhängige Adressen hierfür sind die polizeilichen Beratungsstellen der einzelnen Bundesländer: Sie informieren über die aktuell empfohlenen Sicherheitsstandards und führen Listen von anerkannten Fachfirmen für mechanische Sicherungseinrichtungen.

Widerstandsklassen für Fenster

Es gibt DIN-Normen und Widerstandsklassen, die Fachleute für den wirksamen Einbruchschutz am Fenster empfehlen. Bei Neu- und Umbau sind das Fenster, die nach DIN EN 1627 geprüft oder zertifiziert sind. Das bedeutet: Alle Elemente dieser Fenster sind als Gesamtkonstruktion von Rahmen, Beschlag und Verglasung auf ihre Einbruchhemmung getestet.

Die DIN EN 1627 unterscheidet sieben verschiedene Widerstandsklassen (Resistance Class, RC) zur Einbruchhemmung. Definiert ist jeweils, mit welchem Aufwand und in welcher Zeit ein Einbruch am Fenster gelingt. Es gibt Abstufungen nach den verbauten einbruchhemmenden Komponenten. Je höher die Widerstandsklasse, umso länger muss sie einem Einbruchversuch standhalten.

Standard für den Privatbereich sind die Widerstandsklassen 1 bis 3.

  • Widerstandsklasse RC 1 N (Normalverglasung): Sie bietet einen begrenzten Grundschutz und kann für erhöht eingebaute, nicht direkt erreichbare Fenster infrage kommen. An die Verglasung werden keine besonderen einbruchhemmenden Anforderungen gestellt.

  • Widerstandsklasse RC 2 und RC 2 N (Normalverglasung): Der Fensterrahmen muss ungeübten Tätern mit leichtem Werkzeug (ohne Brecheisen) maximal drei Minuten standhalten. Diese Einstiegsklasse wird von Polizei und Versicherungen oft als Mindestschutz empfohlen. Es gibt sie auch mit widerstandsfähigerer Sicherheitsverglasung und verstärkten Rahmenprofilen.

  • Widerstandsklasse RC 3: Die Fenster müssen einem Einbruchversuch mit einfachen Werkzeugen und einem zusätzlichen Hebelwerkzeug wie einer Brechstange für mindestens fünf Minuten widerstehen.

Die Widerstandsklassen RC 4 bis RC 6 dagegen werden von der Polizei vor allem für den gewerblichen Bereich empfohlen. Hier müssen die Fenster einem Einbruchversuch mithilfe von Schlagaxt und Elektrowerkzeugen 10 bis 20 Minuten standhalten.

Für private Haushalte gilt: Einbruchhemmend sind geprüfte und zertifizierte Fenster nach DIN EN 1627 ab Widerstandsklasse 2. Solche Fenster sind mit Pilzkopfzapfenbeschlägen, einbruchhemmender Verglasung und meist einem abschließbaren Fenstergriff ausgestattet. Wer ein besonders hohes Sicherheitsbedürfnis hat, entscheidet sich möglicherweise auch für Fenster der Widerstandsklasse 3 – hier hat die Verglasung der Fenster einen noch höheren Widerstandswert.

Was kosten einbruchhemmende Fenster 2026?

Je höher die Widerstandsklasse, umso höher der Preis. Ein neues Fenster der geprüften Widerstandsklasse RC2 kostet inklusive Einbruchschutz-Komponenten und fachgerechter Montage je nach Rahmengröße, Material und Verglasung im Jahr 2026 rund 600 bis 1800 Euro. Am günstigsten sind Rahmen aus Kunststoff, gefolgt von Holz (bis 1500 Euro) und Aluminium (bis 1800 Euro).

Wer bestehende Fenster durch einen Fachbetrieb auf das Niveau der Widerstandsklasse RC2 (mit verdeckten Pilzkopfzapfenbeschlägen und einem abschließbaren Fenstergriff) nachrüsten lässt, muss mit Gesamtkosten von rund 300 bis 600 Euro pro Fenster rechnen. Neue Fenster der anspruchsvolleren Widerstandsklasse RC3 kosten mit Einbau meist zwischen 1000 und 1800 Euro.

Mögliche Nachrüstsysteme für Fenster

Ein Einbrecher leuchtet mit einer Taschenlampe durch ein Fenster
Je länger ein Einbruchversuch dauert, umso höher die Chance, dass er abgebrochen wird© Shutterstock/Andrey_Popov

Nachrüstsysteme fallen unter die DIN 18104. Wer also eine Fenstersicherung mit entsprechenden Teilen nachjustieren will, statt ein neues Fenster einzubauen, sollte darauf achten, dass diese DIN-Norm erfüllt ist. Dazu gehören zum Beispiel:

  • aufschraubbare Zusatzsicherungen,

  • Fensterstangenschlösser,

  • Bandseitensicherungen,

  • verdeckt liegende Nachrüstbeschläge,

  • geprüfte einbruchhemmende Drehkippbeschläge,

  • gesicherte Gitter für häufig gekippte Fenster,

  • Abhebesicherungen für Kellerlichtschachtroste.

Die Polizei rät, Fenster mit einbruchhemmenden Pilzköpfen um- beziehungsweise nachzurüsten. Der Sicherheitsbeschlag ist für fast alle Fenster, Materialien und Größen erhältlich und senkt das Einbruchrisiko mithilfe der ausgeklügelten Mechanik deutlich.

Dank ihrer Form krallen sich Pilzkopfzapfen beim Schließen des Fensters in das Schließstück, genauer gesagt in das Sicherheitsschließblech am Fenster. Und dort sitzen sie fest verankert – das blitzschnelle Aushebeln des Fensters mit einem einfachen Werkzeug funktioniert nicht mehr.

Fenster mit Sicherheitsglas: Oft ein Extra

Kriminalstatistiken zeigen, dass Wohnungs- und Hauseinbrüche nicht so oft mit Glasbruch einhergehen – der Lärm von zerbrechendem Glas würde zu viel Aufmerksamkeit erregen. Wer allerdings in seiner Wohnung oder seinem Haus besonders wertvolle Dinge aufbewahrt oder ein hohes Sicherheitsbedürfnis hat, kann Fensterglas durch Sicherheitsglas austauschen lassen oder mit einer einbruchhemmenden Sicherheitsfolie verstärken.

Das Fachwort "Durchwurfhemmung" beschreibt dabei, ob das Glas geworfenen oder geschleuderten Objekten standhält, ohne zu zerbrechen, oder ob das Fensterglas zum Beispiel bei einem Wurf nur äußerst schwer zerbricht.

Die Entscheidung liegt im eigenen Ermessen. Erfahrungsgemäß sind es vor allem die empfohlenen Widerstandsklassen für neue Fenster sowie Nachrüstungen mit Pilzkopfzapfen, abschließbare Fenstergriffe und die fachgerechte Montage, die Wohnungen und Eigenheime am besten vor einem Einbruch schützen.

KfW und BAFA: Förderung für Fenster

Der Staat unterstützt: Wer zu Hause neue, einbruchhemmende Fenster einbauen lassen oder den Einbruchschutz der Fenster verbessern möchte, kann eine Zuschussförderung oder Förderkredite beantragen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die KfW-Bank (KfW) unterstützen unterschiedliche Maßnahmen: Gefördert werden je nach Programm der energetische Fenstertausch, Fenster als Teil einer Effizienzhaussanierung oder die mechanische Nachrüstung zum Einbruchschutz.

Einerseits gibt es die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Wenn Sie neue Fenster einbauen, die sowohl einbruchhemmend als auch energieeffizient sind, stehen dafür die Teilprogramme "BEG EM – Einzelmaßnahmenförderung" (Zuschussförderung bei BAFA) und "BEG WG – Effizienzhausförderung Wohngebäude" (Förderkredit 261 bei KfW) zur Verfügung. Für die BAFA-Zuschüsse ist die Einbindung eines zertifizierten Energieeffizienz-Experten erforderlich.

Zur Finanzierung von reinen Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz in Bestandsbauten ohne energetische Sanierung gibt es andererseits das Programm "Altersgerecht Umbauen" (Förderkredit 159 bei der KfW). Ein reiner Investitionszuschuss wird für den Einbruchschutz nicht mehr angeboten; die Förderung erfolgt hier ausschließlich über den zinsgünstigen Kredit. Den KfW-Kredit 159 gibt es zu aktuellen Marktkonditionen für:

  • den Einbau neuer, einbruchhemmender Haus- und Wohnungstüren sowie Nebeneingangstüren,

  • den Einbau einbruchhemmender Gitter und Rollläden,

  • den Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster, Balkon- und Terrassentüren (z.B. Fensterstangenschlösser, Bandseitensicherungen),

  • den Einbau von Einbruch- und Überfallmeldeanlagen, von Gefahrenwarnanlagen sowie von Sicherheitstechnik in Smart-Home-Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion.

Eine (kriminal-)polizeiliche Beratungsstelle kann Sie im Vorfeld kostenlos darüber beraten, welche mechanischen und elektronischen Sicherungen für Ihr Gebäude sinnvoll sind.

Wichtig bei der Reihenfolge: Die Förderung muss immer beantragt werden, bevor die Handwerker beauftragt werden oder die Arbeiten beginnen. Während die BAFA-Zuschüsse direkt online im BAFA-Portal beantragt werden, müssen die KfW-Kredite (Programm 159 und 261) zwingend vorab über einen Finanzierungspartner (z.B. die eigene Hausbank oder Sparkasse) abgeschlossen werden.

Verhaltenstipps der Polizei

Der beste Einbruchschutz funktioniert nur dann zuverlässig, wenn auch die Gelegenheiten zum Einbruch und Diebstahl minimiert werden. Folgende Verhaltenstipps der Polizei sind deshalb besonders wichtig.

  • Nur mal schnell zu den Nachbarn gehen oder ein paar Kleinigkeiten einkaufen um die Ecke? Auch bei einer kurzen Abwesenheit ist es wichtig, alle Fenster, Balkon- und Terrassentüren zu schließen.

  • Fachleute warnen: Gekippte Fenster sind offene Fenster – und sollen bei kurzen und längeren Abwesenheiten unbedingt richtig verschlossen werden. Nicht nur im Erdgeschoss, sofern Fenster im Obergeschoss zum Beispiel über das Garagendach erreicht werden können.

  • Geschlossene Rollläden signalisieren Einbrechern Abwesenheit – deshalb die Rollläden tagsüber besser oben lassen. Außerdem ist es sinnvoll, Roll- und Klappläden gegen mögliches Hochschieben und Aufhebeln zu sichern.

  • Die Gitterroste am Kellerfenster sollte man am besten mit speziellen Abhebesicherungen versehen.

  • Handwerker und Gartenfreunde aufgepasst: Leitern oder andere Aufstiegshilfen nicht frei zugänglich auf dem Grundstück aufbewahren – sicherer ist, sie in der Garage oder im Keller einzuschließen. So kommt niemand in Versuchung, per Leiter in den ersten Stock zu steigen oder über das Garagendach ins Haus zu klettern.