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BMW F 900 XR: Der neue Allrounder im Fahrbericht

BMW F900 XR fahrend auf einer Straße
Stark und sparsam: Die F 900 XR hat einen neuen Zweizylinder-Reihenmotor ∙ © BMW

BMW überrascht in der Zweizylinder-Mittelklasse mit einem komfortablen, leicht handhabbaren Allrounder. Die neue F 900 XR bietet mit einem kräftig antretenden Motor Sportlichkeit und macht auch Tourenliebhabern Spaß. Erste Infos, Daten, Preis.

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  • Neuer, effektiver und sparsamer Zweizylinder

  • Sehr einfaches Handling

BMW hat das bei der sportlichen S 1000 XR erfolgreiche Kompakt-Konzept in die Mittelklasse übertragen. Herausgekommen ist die F 900 XR. Angetrieben wird die Maschine von einem neuen Zweizylinder-Reihenmotor, der aus dem Triebwerk der F 850 GS hervorgegangen ist. Der Hubraum wurde auf 895 Kubikzentimeter vergrößert, das bringt ein Plus an Leistung (77 kW/105 PS statt 70 kW/95 PS) und Drehmoment. Damit ist der Motor an der Obergrenze der Mittelklasse angekommen.

Das neue Triebwerk nimmt sanft und gut kontrollierbar Gas an, vibriert kaum und dreht bei Bedarf stürmisch hoch. Den BMW-Entwicklern ist also ein ausgezeichnet laufender, mit einem Realverbrauch von knapp fünf Litern zugleich sparsamer Motor gelungen. Dank der gewählten Zündabstände klingt der Twin so, als handle es sich um einen V2-Motor – ein feiner Sound!

BMW F 900 XR: Einfaches Handling, hoher Komfort

Mit einem fahrfertigen Gewicht von knapp 220 Kilogramm ist die F 900 XR leicht genug, um sich auch von weniger erfahrenen Piloten problemlos handhaben zu lassen. Für Fahrkomfort sorgt das breite Angebot an niedrigeren und höheren Sitzbänken. Die mögliche Sitzhöhe reicht von 77,5 bis 87 Zentimetern – diese große Bandbreite ist selbst für die in puncto Ergonomie traditionell besonders aufmerksamen Bayern neu.

Auf den jüngsten technischen Stand hat BMW die Lichttechnologie der ab 11.400 Euro erhältlichen Maschine gebracht: LED-Beleuchtung rundum ist Serie, Tagfahrlicht jedoch nur gegen Zuzahlung erhältlich. Der Windschutz ist dank des sehr einfach einhändig verstellbaren Windschilds sehr gut.

Einlenken in Kurven und das Durchwedeln kurvenreicher Gebirgsstrecken fällt mit der neuen BMW F 900 XR leicht. Hilfreich sind dabei die vorteilhafte Gewichtsverteilung, die günstige Sitzposition mit aufrechtem Oberkörper und die gut gewählte Lenkerbreite.

Selbst schlecht einsehbare Kurven mit überraschendem Verlauf können dank der Positionierung des Fahrers ohne besonderen Nervenaufwand pariert werden – ein bisschen mehr Druck am Lenker genügt in der Regel, um die BMW auf den gewünschten Kurs zu bringen. Das vermittelt ein Gefühl von Souveränität und Sicherheit.

Exzellente Bremsen, problemlose Schaltung

In Sachen Bremsen agiert die F 900 XR auf gewohnt hohem BMW-Niveau: Mit großformatigen radialen Doppelscheibenbremsen vorne ist das Motorrad bestens für sicheres Verzögern ausgerüstet, die Transparenz der Bremsanlage überzeugt genauso wie das Regelverhalten des ABS. Die Regelintervalle sind kurz und frei von Ruppigkeit.

Die Kupplung ist sehr leichtgängig und präzise zu bedienen. Einen klaren Schritt nach vorne hat BMW bei der Abstimmung des optionalen Schaltassistenten gemacht: Gangwechsel ohne Ziehen des Kupplungshebels verlaufen auch bei wenig Gas geschmeidig. Das Wechseln der Gänge funktioniert bei der BMW F 900 XR damit angenehm reibungslos, egal ob mit und ohne Quickshifter.

TFT-Farbdisplay ist serienmäßig

Das aktuelle Farb-TFT dient als zentrale Informationsquelle im Cockpit. Die Anzeige ist übersichtlich, das Fahrtempo jederzeit leicht ablesbar. Am Anfang ist eine gewisse Konzentration vonnöten, um den Anzeigemodus während der Fahrt zu wechseln. Das links am Lenkerteil positionierte Drehrad zur Einstellung ist aber mit einiger Übung gut handhabbar.

Lange Strecken lassen sich mit der F 900 XR zwar komfortabel zurücklegen, der relativ kleine 15,5 Liter-Tank macht jedoch recht häufige Zwischenstopps nötig. Trotz des mäßigen Benzinverbrauchs – je nach Fahrweise zwischen 4,2 und knapp über fünf Liter – fordert die Warnleuchte nach etwa 250 Kilometern zum Nachtanken auf.

Im Gegensatz zur großen Schwester, der 165 PS starken BMW S 1000 XR, überzeugt die neue F 900 XR durch mehr Ausgewogenheit. Sie macht aktives Fahren genauso möglich wie komfortorientiertes Gleiten, bietet ein zielgenaues, präzises Fahrwerk und zugleich gute Optionen für Touren. Denn BMW wäre nicht BMW, wenn es im Programm für Extras nicht reichlich Gepäck-Ausstattungsmöglichkeiten gäbe.

Technische Daten BMW F 900 XR

HerstellerangabenBMW F 900 XR

Motor

Flüssigkeitsgekühlter Parallel-Zweizylinder-Viertaktmotor, 895 ccm Hubraum, 4 Ventile pro Zylinder, DOHC, 77 kW/105 PS, 92 Nm bei 6500 U/min, Einspritzung, 6 Gänge, Kette

Fahrwerk

Stahlbrückenrahmen in Schalenbauweise, Motor mittragend, 4,3 cm Upside-down-Telegabel vorne, 17 cm Federweg, Aluminium-Zweiarmschwinge hinten, Gasdruck-Zentralfederbein, Vorspannung und Zugstufendämpfung einstellbar, 17,2 cm Federweg, Leichtmetallgussräder, Reifen vorne 120/70 ZR 17, hinten 180/55 ZR 17. 32 cm Doppelscheibenbremse vorne, 26,5 cm Einscheibenbremse hinten

Maße und Gewichte

Radstand 1,52 m, Sitzhöhe 82,5 cm, Gewicht fahrfertig 219 kg, Tankinhalt 15,5 l

Fahrleistungen, Verbrauch

0 – 100 km/h 3,6 s, Vmax: über 200 km/h, Normverbrauch 4,2 l/100 km

Preis

ab 11.400 Euro (zzgl. Nebenkosten)

Text: Ulf Böhringer/SP-X

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