Autositze reinigen: So werden die Sitzpolster wieder sauber

Mit ein paar Tricks und den richtigen Hilfsmitteln verschwinden Schmutz und Flecken
Mit ein paar Tricks und den richtigen Hilfsmitteln verschwinden Schmutz und Flecken© ADAC/Rasmus Kaessmann

Wer Wert auf einen gepflegten Fahrzeuginnenraum legt, kommt ums Reinigen der Autositze nicht herum. Mit ein bisschen Zeit und den richtigen Kniffen kann man beste Ergebnisse erzielen. So funktioniert's.

  • Fahrzeug in regelmäßigen Abständen reinigen

  • Nasssauger gegen hartnäckigen Schmutz

  • Ledersitze brauchen Extrapflege

Eine regelmäßige Autoreinigung ist grundsätzlich zu empfehlen. Damit das Fahrzeug nicht nur von außen, sondern auch von innen glänzt, ist eine gründliche Innenraumreinigung unumgänglich. Denn wie eine Studie aus Großbritannien zeigt, tummeln sich im Fahrzeuginneren mehr Bakterienstämme, als auf gewöhnlichen Toiletten. Wie aber gelingt die Innenreinigung am besten? Insbesondere bei den Autositzen scheiden sich die Geister: Klappt's mit Hausmitteln wie Rasierschaum, oder sollte man doch lieber zum Markenreiniger greifen? Der ADAC erklärt, wie Sie die Sitze wieder richtig sauber bekommen, und was es bei Ledersitzen zu beachten gibt.

Ausmisten und Aussaugen

Entfernt oberflächlichen Schmutz: Ein Staubsauger mit Bürstenaufsatz © Shutterstock/SpeedKingz

Zunächst sollte der Innenraum des Fahrzeugs ausgemistet und ausgesaugt werden. So hat man genug Platz für die Sitzreinigung, und der grobe Schmutz verschwindet schon mal. Vorsicht bei Kunststoffen und Leder: Die harte Staubsaugerdüse kann auf weicheren Materialien unschöne Kratzer und Spuren hinterlassen. Für die Sitzpolster sollte daher eine Bürste als Staubsaugeraufsatz verwendet werden.

Mit Schaum und Nasssauger

Dann geht es auch schon ans Eingemachte. Für leichten Schmutz wie Flecken oder aber auch Gerüche reichen Markenreiniger, ein Eimer Wasser und ein Mikrofasertuch vollkommen aus. Empfehlenswert sind hier spezielle Polsterschaumprodukte. Verschmutzte Stellen leicht anfeuchten. Anschließend den Sitz an den entsprechenden Stellen mit Schaum einreiben und diesen einwirken lassen. Im Anschluss den Schmutz mit einem sauberen und feuchten Mikrofasertuch aufwischen.

Sitzt der Schmutz tiefer und ist hartnäckiger, bietet sich eine intensive Autositzreinigung mit dem Nasssauger an.

Gegen hartnäckigen Schmutz hilft ein Nasssauger © ADAC/Rasmus Kaessman

Hier wird das Reinigungsmittel in einen am Sauger angebrachten separaten Behälter in einem vorgegebenen Mischverhältnis mit Wasser gefüllt. Nasssauger funktionieren vom Prinzip her ähnlich wie herkömmliche Staubsauger, besitzen jedoch einen kleineren Aufsatz. Vor diesem befindet sich eine kleine Düse, die die Wasser-Reinigungsmittel-Mischung auf das Gewebe der Sitzpolster aufträgt. Anschließend wird sie vom Sauger aufgesaugt und in einem Extrabehälter aufgefangen. Leert man diesen, stellt man fest: In den Autositzen kann sich jede Menge Schmutz festsetzen.

Achtung: Da sich bei einer solchen Polsterreinigung dennoch viel Wasser in den Sitzen absetzt, sollte man eine Reinigung mit dem Nasssauger auf jeden Fall an warmen Tagen, am besten im Sommer, durchführen. Die Sitze müssen über einen längeren Zeitraum trocknen. Möglichst an einem Ort, an welchem man sein Fahrzeug in der Sonne mit offenen Fenstern oder Türen stehen lassen kann.

Ledersitze mit besonderer Vorsicht behandeln

Leder ist chic, und damit es auch langfristig gut aussieht, sollte man es besonders pflegen. Während der Reinigung werden dem Leder Öle und Fette entzogen, die für seine Robustheit und Haltbarkeit wichtig sind. Ledersitze sollten daher im Anschluss an die Reinigung mit speziellen Lederpflegeprodukten bearbeitet werden.

Vor allem im Sommer sind Ledersitze besonders beansprucht, da man mehr schwitzt und Hitze und UV-Strahlung das Material strapazieren. Hersteller machen das Leder oft atmungsaktiver, indem sie es "löchriger" gestalten. Beim Einsatz von Reinigungs- und Pflegepasten sollte man daher aufpassen, dass man die Löcher nicht "zuspachtelt". Hier bietet sich stattdessen ein Reinigungs- bzw. Pflegeschaum an.

Daneben benötigt man für die Ledersitz-Reinigung einen Staubsauger (wichtig: mit Bürstenaufsatz), frische Mikrofasertücher, einen Eimer lauwarmes Wasser, einen Lederreiniger sowie eine Schuhbürste mit weichen Borsten.

Sitze mit Rasierschaum reinigen?

Von Haushaltsmitteln wie Rasierschaum ist grundsätzlich abzuraten. Die Gefahr, dass man die Sitze damit verunstaltet, ist größer als der Nutzen. Speziell bei Ledersitzen, die besonders vorsichtig gereinigt werden müssen, sind Haushaltsmittel nicht zu empfehlen. Unschöne Flecken als Rückstände möchte schließlich keiner auf seinen schicken Sitzen haben.

ADAC Tipp: Im Anschluss auch die Scheiben putzen

Ganz zum Schluss bietet es sich an, die Scheiben von innen zu putzen. Während der Reinigung des Innenraums kann immer wieder Reinigungsmittel an die Scheiben gelangen und Schlieren hinterlassen.

Also rasch zu Küchen- oder sauberen Mikrofasertüchern greifen und mit dem haushaltsüblichen Scheibenreinigungsmittel polieren. Die Scheiben sollten am Ende schlierenfrei und sauber sein, denn sie beschlagen schneller, wenn sie verdreckt sind. So haben Sie wieder den vollen Durchblick – und etwas für die Verkehrssicherheit getan.

Aktuelle Studie: So viele Bakterien tummeln sich im Fahrzeuginneren

Alexander Schnaars
Alexander Schnaars
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