Heute gibt es mehr Auswahl an bezahlbaren Elektroautos als vor ein paar Jahren. Zudem sinken die Preise. Doch wie sieht es mit den Gesamtkosten aus? Der ADAC hat berechnet, welche Antriebsart am günstigsten kommt: Elektroautos, Plug‑in-Hybride oder Verbrenner.
Gesamtkosten entscheidend, nicht der Kaufpreis
Wertverlust ist bei jeder Antriebsart der größte Kostentreiber
Diesel oder Benziner? Diese ideologische Frage teilte jahrelang die Stammtische in zwei Lager. Doch inzwischen ist alles etwas komplizierter, denn jetzt reden auch noch die Fans der Elektrofahrzeuge und Plug‑in-Hybride mit. Doch rechnen sich Elektroautos auch? Gerade in Zeiten enorm gestiegener Spritpreise stellt sich diese Frage.
Die Spezialisten des ADAC haben im Oktober 2026 nachgerechnet, ob sich der Umstieg auf ein Elektroauto oder einen Plug‑in-Hybrid wirtschaftlich lohnt. Ein einheitliches Bild ergibt sich hier nicht: Nimmt man alle Kosten eines Autos zusammen, vom Kaufpreis über sämtliche Betriebs- und Wartungsaufwände bis zum Wertverlust, liegen je nach Modell mal Benziner oder Diesel vorn, sehr oft gewinnt aber auch die rein elektrische Version den Kostenvergleich.
Das zeigt die aktuelle Vollkostenberechnung, bei der E-Autos ihrem in Ausstattung und Motorleistung vergleichbaren Verbrennermodell gegenübergestellt wurden.
Strom- und Spritpreise: So wirken sie sich aus
Die Spritpreise sind infolge des Irankrieges gestiegen und liegen aktuell sehr hoch - trotz des von der Bundesregierung beschlossenen, aktuellen Tankrabatts. Ende 2026 soll dieser wieder auslaufen. Da der Kostenvergleich eine mittelfristige Perspektive einnimmt, hat der ADAC nicht mit den Preisspitzen kalkuliert, sondern die Durchschnittpreise der letzten drei Monate für Benzin (2,23 Euro je Liter Super) und Diesel (2,31 Euro je Liter) angesetzt.
Anders als bei Verbrennern, bei denen der ADAC die Kostenberechnungen mit den durchschnittlichen Spritpreisen der letzten drei Monate durchführen kann, sind die Stromkosten bei Elektroautos stark von individuellen Gegebenheiten abhängig.
Wer zum Beispiel fast ausschließlich zu Hause lädt, eine eigene PV-Anlage hat sowie gegebenenfalls einen dynamischen Hausstromtarif nutzt, fährt mit einem E-Auto erheblich günstiger als jemand, der nicht privat laden kann und auf die öffentliche Ladeinfrastruktur mit höheren Tarifen angewiesen ist.
Der ADAC hat deshalb vier verschiedene Kostenberechnungen auf Basis unterschiedlicher Strompreise durchgeführt und Benziner, Diesel, Plug‑in-Hybride und Elektroversionen miteinander verglichen.
Zugrunde liegen Stromkosten von 18 Cent/kWh für das Laden über die eigene PV-Anlage, 35 Cent für den Fall, dass das Fahrzeug zu Hause mit "normalem" Hausstromtarif geladen wird, sowie von 45 Cent für das Szenario, dass hauptsächlich zu Hause, aber hin und wieder öffentlich geladen wird. Und 60 Cent je kWh nimmt der ADAC für den Fall an, dass das E-Auto ausschließlich öffentlich Strom zapft.
Vergleich: E-Auto vs. Verbrenner
Unter diesen Links finden Sie die kompletten Kostenaufstellungenals PDF (Stand Oktober 2026):
Werden bei einem Modell nicht alle Antriebsvarianten angeboten, haben die ADAC Kostenexperten vergleichbare Fahrzeugmodelle einer anderen Marke ausgewählt.
Das Ergebnis: Wer mit den niedrigsten Strompreisen von 18 Ct/kWh kalkuliert, fährt in puncto Gesamtkosten mit einem Elektroauto in den meisten Fällen besser als mit einem Verbrenner. Beim anderen Extrem, also einem Strompreis von 60 Ct/kWh, stehen E-Autos kostenseitig im Vergleich zu ihren Pendants mit Verbrennungsmotor ebenfalls oft gut da, aber es ist nicht die Regel.
Rechner für die E-Auto-Förderung
Wichtig zu wissen: Die aktuelle E-Auto-Förderung wurde in den Berechnungen nicht berücksichtigt, da die Förderprämie sehr individuell ausfällt. Mit diesem Rechner finden Sie unkompliziert heraus, wie hoch der Zuschuss vom Staat für ein Elektroauto oder einen Plug‑in-Hybrid ist.
E-Auto-Förderrechner 2026
Ausgewählte E-Autos im Kostenvergleich
Mit den Listenpreisen von Oktober 2026 berechnet, hier drei Beispiele aus den obigen PDFs, wie sich die Kosten von Benzinern, Dieseln und Elektroautos in der Gesamtrechnung unterscheiden.
Modell
Kraftstoff
Grundpreis in Euro
Cent pro km
BMW i5/5er
BMW i5 eDrive40 (250 kW)
Strom
70.900
99,4 / 101,9 / 103,4 / 105,5*
BMW 520i Steptronic (153 kW)
SuperPlus
60.000
101,5
BMW 520d Steptronic (145 kW)
Diesel
62.300
106,7
Cupra Born/Leon
Cupra Born (79 kWh)
Strom
45.990
65,0 / 67,4 / 69,0 / 71,0*
Cupra Leon 1.5 TSI
Super
37.790
66,7
Cupra Leon 2.0 TDI DSG
Diesel
43.090
72,1
Opel Astra
Opel Astra Electric Start
Strom
36.490
53,2 / 55,7 / 57,2 / 59,3*
Opel Astra 1.2 DI Turbo Hybrid 48 V Start
Super
31.890
60,8
Opel Astra 1.5 Diesel Start Automatik
Diesel
33.490
65,6
* bei einem Strompreis in Höhe von 18 / 35 / 45 / 60 Ct/kWh; 2,23 Euro für Benzin, 2,32 für SuperPlus und 2,31 Euro für Diesel (Durchschnitt der letzten drei Monate)
Aktuelle Listenpreise inkl. 19% MwSt.; Kostenberechnung bei 5 Jahren Haltedauer und 15.000 km/Jahr
Die Beispiele zeigen, dass BMW 5er und Cupra Born nur bei einem Strompreis von 18 Ct/kWh elektrisch günstiger fahren als die Verbrenner-Alternativen. Der Opel Astra wiederum liegt als Elektroauto in der Gesamtkostenrechnung immer vorn. Benziner und Diesel können auch bei einem angenommenen Strompreis von hohen 60 Cent je Kilowattstunde nicht mit dem E-Astra mithalten.
PDF Format
Die Grundlagen der ADAC Autokostenberechnung im Detail
Wo sich beim Elektroauto im Vergleich zum Benziner oder Diesel noch eindeutige Aussagen treffen lassen, ist das bei Plug‑in-Hybriden etwas anders. Ob ein Plug‑in-Hybrid wirklich von Vorteil ist und welche Verbräuche sich in der Praxis ergeben, hängt nämlich stark vom Nutzungsprofil ab – weit mehr als bei den klassischen Antriebskonzepten. Die angegebenen Werte können daher nur ein grober Anhaltspunkt sein.