Test Mazda MX-5 Roadster (2025): Wenig Platz, viel Fahrspaß

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Von Redaktion

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Seitenansicht eines fahrenden Mazda MX-5
Klassiker Mazda MX-5: Einer der wenigen erschwinglichen Roadster© Mazda

Der Mazda MX-5 bietet Roadster-Feeling vom Feinsten. Wer ein paar Nachteile akzeptiert, kann mit dem kleinen Japaner sehr glücklich werden. Test, Daten, Bilder, Preis.

  • Fahrspaß durch einzigartiges Kurvenverhalten

  • 132-PS-Version als MX-5 RF im ADAC Test

  • Preis ab 33.190 Euro

PDF Format
Hier können Sie den ausführlichen Test zum Mazda MX-5 RF 1.5 SKYACTIV-G 132 Homura als PDF herunterladen

Groß war der Mazda MX-5 noch nie. Doch geparkt neben einem heutigen SUV sieht der japanische Roadster geradezu winzig aus. Ein Eindruck, der sich beim Einsteigen fortsetzt: Tief fällt man ins Gestühl, Tür und Mittelkonsole schließen einen eng ein. Und von oben drückt das Dach. Also schnell auf mit dem Verdeck, was immer noch ausschließlich manuell, aber blitzschnell funktioniert: Haken auf, Stoff nach hinten werfen, einmal festdrücken und los geht's. So simpel, so einzigartig: Der MX-5 ist einer der wenigen verbliebenen Roadster überhaupt. Und dabei immer noch erschwinglich geblieben. So schneidet er im ADAC Test ab.

Vier Generationen Mazda MX-5

Die Geschichte des MX-5 datiert auf das Jahr 1990. Damals belebte der MX-5 das Segment der klassischen Roadster neu, das in den 1960er- bis 1980er-Jahren von englischen Modellen geprägt wurde. Darüber hinaus war der Japaner aber auch Vorbote eines neuen Cabrio-Trends, der das Oben-ohne-Fahren wieder in die Mitte der Gesellschaft brachte. In seinem Schlepptau erschien 1997 zum Beispiel der BMW Z3, später folgten der Honda S2000 und viele Modelle mehr der Philosophie des MX-5.

Cabrio mit 115 Liter Kofferraum

So treu wie der MX-5 seinem Konzept immer geblieben ist, ein bisschen Moderne ist natürlich trotzdem eingezogen. Mazda setzt auf ein 8,8 Zoll großes Touch-Display, das aber nur im Stand mit dem Finger bedient werden kann. Während der Fahrt geschieht das mit einem griffigen Dreh-Drück-Steller. Der allerdings ist zu weit hinten positioniert und erzwingt eine unbequeme Armhaltung. Es erfordert Gewöhnung, ehe man zielsicher durch die zahlreichen Menüs navigiert. Das klassische Kombiinstrument wurde für das aktuelle Modelljahr verbessert, es gibt jetzt zwei USB-C-Anschlüsse, Apple CarPlay und Android Auto können jetzt auch kabellos genutzt werden.

Ein sonderlich praktisches Fahrzeug ist der MX-5 nach wie vor nicht, dessen muss man sich beim Kauf bewusst sein. Der Platz für Gepäck ist wie für die Insassen begrenzt. Der Kofferraum ist klein und zerklüftet und fasst gerade mal 115 Liter nach ADAC Messung. Das Be- und Entladen ist aufgrund der 82 Zentimeter hohen Ladekante schwierig. Auch Kleinkram ist nicht so ohne Weiteres unterzubringen. Ablagen sind im Innenraum sparsam verteilt.

Und ja, auch allzu groß sollten die beiden Insassen nicht sein. Ab 1,85 Meter Körpergröße wird es im Zweisitzer richtig eng. Die geringe Innenbreite des schmal geschnittenen Roadsters sorgt dafür, dass sich die Insassen ziemlich nahe kommen.

Quirliger Roadster, drehfreudiger Motor

Cockpit des Mazda MX-5
Enge Höhle: Für große Personen eignet sich der MX-5 nicht© Mazda

Allerdings: So schön an der frischen Luft wie im MX-5 sitzt man in kaum einem anderen Cabrio. Und so knapp über der Straße auch nicht. Beides zusammen macht einen Gutteil der ungebrochenen Faszination des kleinen Japaners aus. Allein der zwar nicht besonders durchzugsstarke, aber umso drehfreudigere Saugmotor sorgt für Fahrfreude. Auf einen Turbo verzichtet Mazda beim Benziner im Gegensatz zur Konkurrenz.

Die Verbindung von Fahrer und Fahrzeug ist im Mazda MX-5 stark wie in kaum einem anderen Auto. Wer fleißig im wunderbar mechanisch-knackigen Handschaltgetriebe durch die sechs Vorwärtsgänge klickt und dem 132-PS- Motor Drehzahlen abverlangt, kann in 8,6 Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Das Aggregat muss sich bei nur 1,1 Tonnen Leergewicht prinzipiell wenig mühen.

Ganz so souverän wie der Ende 2024 eingestellte größere Motor mit 184 PS macht es der Antrieb allerdings nicht. Besonders in den oberen Gängen wünscht man sich mehr Durchzug, so dass man oft nicht umhin kommt, einen oder manchmal gleich zwei Gänge herunterzuschalten.

Das kleinere Aggregat nimmt dem Zweisitzer merklich von seinem sportlichen Punch, ändert aber nichts Prinzipielles am Oben-ohne-Fahrspaß. Zwar sind die Fahrleistungen und insbesondere die Höchstgeschwindigkeit von 203 km/h objektiv nicht besser als bei einer durchschnittlich motorisierten Mittelklasse-Limousine, aber der Fahrspaßfaktor im kleinen Mazda ist durch die ungefilterte Darbietung um ein Vielfaches höher.

Das agile Handling ist ein Traum

Frontansicht eines fahrenden Mazda MX-5
Auf kurvigen Passstraßen fühlt sich der MX-5 in seinem Element. Und der Fahrer dann auch © Mazda

Flankiert wird der drehzahlhungrige Motor von einem sehr verbindlichen Fahrwerk. Der MX-5 Homura kann durch sein Sportfahrwerk zwar nur beschränkten Federungskomfort bieten, belohnt aber dafür mit einer fast schon unverschämten Agilität. Der ADAC Ausweichtest fordert den Zweisitzer kaum, mit wenigen und gut dosierten ESP-Eingriffen zirkelt der Mazda durch den Parcours. Durch den neuen Track Mode lockert Mazda die Zügel bei sehr engagiertem Kurvenfahren ein bisschen. Diese Zwischenstufe für das ESP lässt dem Fahrer oder der Fahrerin mehr Spielraum als die Standard-Einstellung, greift im Notfall aber immer noch ein. Der perfekte Fahrspaßmodus für Geübte!

In die Liga der Sportwagenklasse schafft es der Mazda mit seiner überschaubaren Leistung und seinen Fahrleistungen natürlich nicht. Das zeigt sich dann auch am Preis. Im Vergleich mit ähnlich spaßigen Cabrios ist er aber fast ein Schnäppchen. Seit das Schwestermodell Fiat 124 Spider und der Audi TT Roadster vom Markt genommen wurden, muss man schon mehr als eine Preisklasse höher ins Regal greifen, um ein vergleichbares Modell zu bekommen. Allgemein ist das Cabrio-Angebot nach einer Boom-Zeit um die Jahrtausendwende stark geschrumpft. Nur bei den hochpreisigen Luxussportlern à la Ferrari & Co ist das Angebot reichhaltig.

Änderungen im Modelljahr 2024/25

Heckansicht eines fahrenden Mazda MX-5
Sommer, Sonne, MX-5: Auto fahren für Genießer© Mazda

Fürs Modelljahr 2024/25 wurden unter anderem Scheinwerfer und Heckleuchten modifiziert. Angeboten wird der MX-5 in den Ausstattungslinien Prime-Line, Exclusive-Line, Kazari (mit Nappaleder) und Homura. Letztere wurde vom ADAC getestet und zeichnet sich durch geschmiedete Felgen, ein Sportfahrwerk, Recaro-Sportsitze und Brembo-Bremsen mit roten Bremssätteln aus. Letztere können aber nicht so recht überzeugen und bringen den MX-5 erst nach 37,0 Metern zum Stehen. Das geht heute ein paar Meter besser.

Fazit: MX-5 – eine Ausnahmeerscheinung

Heckansicht eines fahrenden Mazda MX-5
Der Mazda MX-5 RF mit klappbarem Hardtop© Mazda

In der Zeit von SUVs, Turbo- und Elektromotoren ist der MX-5 eine Ausnahmeerscheinung: Weder besonders praktisch noch komfortabel oder mit irgendeiner Form von Nutzwert ausgestattet, feiert der Roadster das Fahren als reine Freude. Wer dem etwas abgewinnen kann, findet nirgends mehr Spaß fürs Geld.

Kurios ist auch die getestete RF-Version. Sie hat anstelle des Stoffverdecks ein klappbares Hardtop. Das macht den MX-5 zwar noch winterfester und die Dämmung ist ein bisschen besser als mit einem Stoffdach, doch die veränderte Optik des MX-5 muss man mögen. Puristen greifen eher zum Klassiker mit Stoffverdeck.

Mazda MX-5: Technische Daten, Preis

ADAC Messwerte

ADAC Testurteil

Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

Text: Holger Holzer/SP-X, Wolfgang Rudschies

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