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Jaguar XE: Das kann die britische Mittelklasse-Limousine

ein blauer Jaguar XE fährt auf einer Landstrasse
Der Jaguar XE ist sportlich gezeichnet ∙ © Jaguar

Der Jaguar XE ist seinem Premium-Anspruch im ersten Anlauf nicht gerecht geworden. Nach einem Facelift Mitte 2019 legen die Briten für 2021 nochmal nach - unter anderem mit einer Mild-Hybrid-Variante. Testfahrt, Motoren, Daten, Bilder, Preise.

  • Der XE ist eine Alternative zu BMW 3er, C-Klasse und Audi A4 

  • Hochwertigere Innenausstattung, aktuelle Motoren-Palette

  • Die Preise der Mittelklasse-Limousine starten bei 43.378,15 Euro

Mit dem XE haben die Briten eine maßgeschneiderte Alternative zur heimischen Mittelklasse A4, C-Klasse3er BMW – im Angebot, doch mit gerade mal 719 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2019 (BMW 3er: 43.327 Stück) rangierte der Jaguar in Deutschland unter ferner liefen. Dass Jaguar keinen Kombi anbietet ist ein Grund dafür, dass der XE nicht wirklich auf Premium-Niveau fuhr, der andere. Nach einem umfangreichem Facelift Mitte 2019 soll eine weitere Modellpflege ab Anfang 2021 für Abhilfe sorgen.

Das Facelift ist zurückhaltend ausgefallen

Neben der üblichen Facelift-Kosmetik an Front und Heck – auffällig sind insbesondere die schmaleren LED-Scheinwerfer und Rückleuchten – haben sich die Designer vor allem um den nach wie vor reichlich eng geschnittenen Innenraum gekümmert.

Die wichtigsten Maßnahmen: Hartplastik gibt es nicht mehr und Stoffsitze auch nicht. Hinzu kommen insgesamt bessere Materialien, eine neugestaltete Türtafel mit größeren Ablagefächern und vor allem Hightech-Anzeigen. Und ab Anfang 2021 sollen ein
aufgewertetes Sitz-Design und ein zweifarbiges Lenkrad mit metallischen Schaltwippen für mehr britisches Flair sorgen.

Das bisher auf Wunsch und für vertretbare 397,72 Euro Aufpreis angebotene Touch-Pro-Duo-Infotainmentsystem aus dem Elektro-SUV I-Pace erhält ebenfalls ein Update, Jaguar setzt hier - bei den Versionen SE und HSE serienmäßig, beim S optional - auf sein schon etwa aus dem neuen Defender bekanntes Pivi Pro Dual-Sim-Infotainment-System mit einer Bedienoberfläche im Stil eines Smartphones. Es besteht aus einem zentralen 10-Zoll-Touchscreen und einem darunter platzierten Display im Format 5,5 Zoll. Dazu kommen zwei multifunktionale LED-Drehregler für die Bedienung zentraler Fahrzeugfunktionen. Neu ab 2021 ist auch die serienmäßige Over-The-Air-Funktion - der XE kann drahtlos mit frischer Software versorgt werden.

Die Innenausstattung ist hochwertiger geworden

Bei den Instrumenten hinter dem ebenfalls erneuerten Lenkrad hat der Kunde nochmal die Wahl: Standard sind halb analoge, halb digitale Anzeigen, für 696 Euro extra gibt es ein volldigitales 12,3-Zoll-Instrumentenpanel.

Nochmal 894,86 Euro mehr werden für die dritte Anzeige fällig, das Head-up-Display. Und wer noch 614,12 Euro drauflegt, bekommt einen digitalen Rückspiegel, der den Blick nach hinten durch ein Kamerabild darstellt und so das Sichtfenster deutlich vergrößert. 

Der runde, aus dem Mitteltunnel ausfahrende Drehknauf ist Geschichte (sehr schade), stattdessen gibt's einen klassischen Wählhebel. Der steuert immer eine Acht-Gang-Wandlerautomatik. Der handgeschaltete Einstiegsdiesel ist mit dem 2019er-Facelift ebenso aus dem Programm geflogen wie der Basis-Benziner.

Übrig beibt in der jüngsten Ausbaustufe für das Jahr 2021 der deutlich erstarkte Zweiliter-Selbstzünder mit Mildhybrid-Technik, der jetzt 150 kW/204 PS leistet und mit nach wie vor 430 Newtonmeter reichlich Kraft zur Verfügung stellt, um den XE zügig zu bewegen. Dabei soll er, auch dank der Unterstützung durch den mit 48 Volt betriebenen Riemen-Starter-Generator, nur knapp fünf Liter Diesel auf 100 Kilometer schlucken.

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Jaguar XE: Neuer Benzin- und Diesel-Motor

Erfreulich spontan reagiert der ebenfalls zwei Liter große Benziner (ab 43.270,92 Euro), der mit unverändert 184 kW/250 PS den Einsteiger gibt. Er stellt seine maximale Kraft von 365 Newtonmetern schon bei 1300 Touren bereit, zieht schwungvoll durch und schnurrt seidenweich. Darüber rangiert das 221 kW/300 PS starke Top-Modell, für das Jaguar knapp 49.000 Euro aufruft. Beide sollen zwischen sieben und acht Liter verbrauchen.

Während Diesel-Kunden die Wahl zwischen Hinter- und Allradantrieb haben, müssen sich Benziner-Käufer nur bei der Leistung entscheiden: Der P250 fährt immer mit Hinterradantrieb vor, der 300er startet mit allen vier Rädern durch. So oder so gehört der XE zu den dynamischsten Vertretern seiner Klasse und braucht sich bei flotter Kurvenfahrt kaum hinter einem 3er BMW zu verstecken.

Wer sich für die adaptiven Dämpfer entscheidet, kann den Jaguar noch ein bisschen straffen, ansonsten beeinflusst der Dynamik-Modus nur Lenkung und Gasannahme. Die Unterschiede zum Komfort-Betrieb sind eher gering – er federt Unebenheiten sauber weg und gleitet geschmeidig dahin. Ganz so, wie sich das für einen echten Jag gehört.

Jaguar XE: Technische Daten

D200 MHEV (Modelljahr 2021)P250P300 AWD

Motor/Antrieb

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel

150 kW/204 PS

max. Drehm. 430 Nm bei 1750 - 2500 U/min

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner
184 kW/250 PS
max. Drehm. 365 Nm bei 1300 - 4500 U/min

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner

221 kW/300 PSmax. Drehm. 400 Nm bei 1500 - 4500 U/min

Fahrleistung

7,3 s auf 100 km/h

235 km/h Spitze

6,7 s auf 100 km/h 242 km/h Spitze

5,9 s auf 100 km/h 250 km/h Spitze

Verbrauch

4,8-5,4 l/100 km

CO₂-Ausstoß: 127-142 g/km

7,0 l/100 km
CO₂-Ausstoß: 160–159 g/km

7,5 - 7,3 l/100 km

CO₂-Ausstoß: 170 -167 g/km

Kofferraumvolumen

410 - 549 l

410 - 549 l

410 - 549 l

Maße

L 4,68 / B 2,08 (m. Spiegeln) / H 1,42 m

L 4,68 / B 2,08 (m. Spiegeln) / H 1,42 m

L 4,68 / B 2,08 (m. Spiegeln) / H 1,42 m

Preis

ab 43.378,15 Euro

ab 43.270,92 Euro

48.875,96 Euro

Das hat uns gefallen: Hochwertiges Interieur, individueller Auftritt, gute Fahreigenschaften.

Das hat uns nicht gefallen: Keine Sechszylinder im Angebot.

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Tests.

Text: Michael Gebhardt/SP-X