Autokauf: Überführung kostet extra

8.11.2019

Wer einen Neuwagen kauft, muss für den Transport zum Händler und die Übergabeinspektion extra bezahlen. Verbraucherschützer fordern nun Endpreise.

Verkaufsgespräch im Autohaus
Überführungskosten für Neuwagen bleiben oft am Käufer hängen.

Überführungskosten oft willkürlich

Eine ADAC Untersuchung ergab, dass die Überführungskosten eines Neuwagens oft viel zu hoch und sehr willkürlich sind. So kostet zum Beispiel die Überführung eines Neuwagens von Sindelfingen ins 800 Kilometer entfernte Kiel 560 Euro, während für die 20 Kilometer von Sindelfingen bis Stuttgart 650 Euro fällig werden.

Käufer müssen bei der Neuwagenbestellung mit hohen Überführungskosten rechnen: Für einen Opel Insignia beispielsweise knapp 600 Euro, für einen BMW 118d oder einen A 3 knapp 900 Euro, und für einen Porsche 911 Turbo sind oft mehr als 1000 Euro fällig.

Selbst wenn Käufer ihr Auto beim Hersteller abholen, müssen sie zahlen. Bei VW liegen die Kosten zwischen 100 und 400 Euro, bei BMW sind es rund 515 Euro, bei Porsche zwischen 400 bis 800 Euro. Nur bei Mercedes ist die Werksabholung kostenlos; bei Ford und Opel gibt es sie gar nicht.

Verbraucher müssen sich auf einen Endpreis ohne Nebenkosten verlassen können. Außerdem widersprechen derartige Nebenkosten für den Transport zum Händler oder für die Übergabeinspektion nach Ansicht des ADAC der Rechtslage. Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb und die Preisangabenverordnung schreiben vor, dass alle anfallenden Kosten in den Endpreis eingerechnet sein müssen.

Der ADAC empfiehlt, Überführungskosten vor der Unterschrift des Kaufvertrages zu verhandeln, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Wenn man bei Vertragsabschluss die pauschal festgesetzten Überführungskosten akzeptiert, muss man diese auch bezahlen.

Bestellung und Lieferung eines Neuwagens: Was man wissen muss

Tipps beim Fahrzeugkauf

Foto: iStock.com/Nastasic

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de