Rabatte auf Neuwagen: So viel können Sie sparen!
Von Jochen Wieler

Wer nach einem Neuwagen sucht, sollte sich nicht vom Listenpreis abschrecken lassen. Oft sind noch erhebliche Nachlässe drin, wie der ADAC herausgefunden hat. Wo die Rabatte am größten sind und welche Marken knausern.
14 Modelle im Rabatt-Check
Große Unterschiede bei verschiedenen Fahrzeugmodellen
BYD mit großem Rabatt, bei Dacia gilt der Listenpreis
Testkäufe: Wie viel Rabatt gibt es?
Wie viel Rabatt ist beim Neuwagenkauf aktuell drin? Der ADAC ist dieser Frage im Rahmen eines Mystery-Tests nachgegangen. Zwischen Ende Januar und Mitte Februar 2026 haben verdeckte Tester deutschlandweit in unterschiedlichen Regionen Angebote für 14 verschiedene Modelle eingeholt – 7 Elektroautos und 7 Verbrenner. Insgesamt wurden 112 Kaufszenarien von den Mystery-Shoppern durchgeführt.
Das Ergebnis zeigt, dass es fast überall Rabatte gibt – aber ihre Höhe schwankt stark. Und: Nicht bei jedem Modell sind die Verkäufer verhandlungsbereit.
Wie ganz normale Kunden sollten sich die Tester für ein vorher definiertes Modell, aber auch für übliche, ebenfalls vom ADAC vordefinierte Zusatzausstattungen entscheiden oder eine höherwertige Ausstattungsvariante wählen. Abhängig von Marke und Fahrzeugmodell können das beträchtliche Summen sein. Zum Grundpreis addierten sich nämlich so Extras im Wert zwischen 650 Euro (MG ZS Hybrid+) und 13.173 Euro (Mercedes C-Klasse).
Die staatliche E-Auto-Kaufprämie sollte bei den Verhandlungen außen vor bleiben, schließlich ging es ja darum, wie spendabel die Hersteller bzw. die Händler sind.
BYD Atto 2 mit 25 Prozent Nachlass

Dennoch nutzen manche Hersteller die staatliche Förderung, um mit günstigen Preisen zu werben. BYD machte das beispielsweise sehr offensiv: Bereits im Online-Konfigurator wurde der maximal mögliche Förderbetrag direkt vom Listenpreis abgezogen und stattdessen gleich der geminderte Preis ausgewiesen. Das ist trügerisch, schließlich ist der Zuschuss vom Staat unter anderem vom Einkommen anhängig und von der Anzahl der Kinder. Es kann also sein, dass ein potenzieller Interessent gar nichts oder deutlich weniger als angezeigt von Vater Staat bekommt.
Unabhängig davon war BYD die großzügigste Marke im Rahmen der ADAC Studie. Stolze 25 Prozent Rabatt waren beim Wunschmodell der Testkäufer, dem elektrischen BYD Atto 2, drin. Und das ganz ohne zähe Verhandlungen mit dem Verkäufer: Der Rabatt wurde vom Hersteller vorgegeben und direkt abgezogen. 27.970 Euro statt 37.490 Euro Listenpreis sind ein Wort.
Ergebnis der 112 Testkäufe: So viel Rabatt gibt es
| Modell | Listenpreis inkl. Sonderausstattungen in Euro | Ø Gesamtrabatt in Euro¹ | Angebotspreis in Euro | Ø Gesamtrabatt in Prozent vom Listenpreis¹ |
|---|---|---|---|---|
Verbrenner | ||||
Dacia Duster Hybrid 140 | 23.780 | 16 | 23.764 | 0,1 |
Mercedes C 220d T-Modell | 71.471 | 5003 | 66.468 | 7,0 |
MG ZS Hybrid+ | 26.640 | 3530 | 23.110 | 13,3 |
Peugeot 3008 Hybrid 145 | 45.756 | 8413 | 37.343 | 18,4 |
Renault Clio TCe 115 | 22.350 | 768 | 21.582 | 3,4 |
Toyota Corolla Touring Sports 1.8 Hybrid | 40.427 | 3652 | 36.775 | 9,0 |
VW Golf Variant 2.0 TDI | 45.325 | 5325 | 40.000 | 11,8 |
Elektroautos | ||||
BYD Atto 2² | 37.490 | 9520 | 27.970 | 25,4 |
Fiat Grande Panda Elektro | 29.740 | 1864 | 27.876 | 6,3 |
Hyundai Inster (42 kWh) | 29.800 | 2729 | 27.071 | 9,2 |
Leapmotor T03 | 18.900 | 243 | 18.657 | 1,3 |
Škoda Elroq 85 | 49.550 | 6966 | 42.584 | 14,1 |
BMW iX1 | 62.420 | 11.739 | 50.681 | 18,8 |
Opel Corsa-e | 33.545 | 2980 | 30.566 | 8,9 |
Mercedes ohne Spielraum vor Ort, BMW großzügig

Und es gab noch einen zweiten Hersteller, bei dem ein Rabatt "direkt ab Werk" abgezogen wurde. Mercedes gewährte herstellerseitig 7 Prozent, aber auch keinen Cent mehr. Grund: Bei Mercedes handelt es sich um ein sogenanntes Agenturmodell, bei dem der Händler nur Vermittler ist und keinen Einfluss auf die Preisgestaltung hat. Das hat den Vorteil, dass man sich endlose Preis-Verhandlungen sparen kann – und auch den Weg zu einem anderen Mercedes-Händler: Im Test hatte kein einziges Autohaus einen Zusatzrabatt gewährt.
Im Online-Konfigurator gestaltet sich die Gewährung des Rabatts aber ziemlich intransparent und erscheint dem Käufer so, als würde einfach irgendwas vom Listenpreis abgezogen. Was dahintersteckt, wird nicht näher erläutert.
Sehr überrascht waren die ADAC Experten, dass BMW im Test die Marke mit dem zweithöchsten prozentualen Rabatt war. Beim BMW iX1 waren etwa durch bloßes Nachfragen beim Verkäufer nach einem Nachlass im Schnitt 18,8 Prozent möglich. Für den elektrischen iX1 ließen sich mit dem Angebotspreis von 50.681 Euro satte 11.739 Euro im Vergleich zum Listenpreis (62.420 Euro) sparen.
Elektro vs. Verbrenner: Nur geringer Unterschied

Liegt das möglicherweise daran, dass E-Autos grundsätzlich stärker rabattiert werden? Nicht wirklich. Insgesamt waren bei den sieben Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor 9 Prozent Rabatt im Schnitt möglich, bei den sieben E-Autos 12 Prozent. Der Unterschied ist also eher gering und ganz klar vom jeweiligen Modell und vom Hersteller abhängig und nicht unbedingt vom Antrieb.
Sowohl Dacia als auch Leapmotor waren nicht freigebig und gewährten gar keinen bzw. nur einen geringen Rabatt. Bei der chinesischen Marke Leapmotor gab es einmal 5 Prozent Nachlass, ansonsten nur wenig oder nichts und einmal einen Kaffee (!) im Autohaus. Im Schnitt waren es hier nur 1,3 Prozent Rabatt.
Die Händler von Dacia und Leapmotor argumentierten mit einem ohnehin schon sehr günstigen Preis – was schließlich auch nicht ganz verkehrt ist –, die Fiat-Partner im Falle des elektrischen Grande Panda mit einer für den Händler niedrigen Marge. Ergo: Mäßige 6,3 Prozent bei Fiat.

Peugeot erwies sich im Falle des 3008 Hybrid als recht großzügig (18,4 Prozent), Landsmann Renault als das glatte Gegenteil. Nur 3,4 Prozent konnten die Tester im Schnitt beim neuen Clio mit Verbrennungsmotor heraushandeln. Ein Argument der Händler: Der Clio sei gerade erst auf den Markt gekommen, da gebe es noch keine hohen Rabatte.
Dass es sich manchmal auch lohnen kann, verschiedene Händler anzusteuern, beweisen Toyota und Peugeot. Zwischen den einzelnen Angeboten der Händler lagen 21,4 (Toyota) und 15,7 Prozentpunkte (Peugeot) Unterschied. Hier haben die Händler offenbar am meisten Spielraum.
Fazit
Kurz zusammengefasst gibt es folgende Erkenntnisse:
Insgesamt liegt das Rabattniveau bei Elektromodellen etwas höher als bei Verbrennern.
Bei BYD und Mercedes werden die in der Konfiguration vom Hersteller vorgesehenen Rabatte von den Händlern vor Ort bestätigt, sind anschließend jedoch kaum noch verhandelbar.
Bei den übrigen Modellen werden, mit wenigen Ausnahmen, im ersten Schritt moderate bis gute Rabatte gewährt. Im weiteren Verlauf sind noch vereinzelt zusätzliche Nachlässe möglich.
Die niedrigsten bzw. gar keine Rabatte finden sich bei den günstigeren Modellen. Zubehör- oder Serviceleistungen werden teilweise als kleine Ersatzvorteile angeboten.
ADAC Tipps
Es lohnt sich, die Angebote mehrerer Händler zu vergleichen.
Beim Verhandeln nicht gleich aufgeben, bei einer zweiten Nachfrage nach Rabatt ist oft noch was drin.
Hersteller-Sonderaktionen können attraktiv sein, da man nicht selbst feilschen muss. Der erzielte Rabatt ist aber auch oft bei Fahrzeugen ohne Sonderaktion zu haben.
Nach Lagerfahrzeugen fragen, sie werden oft noch günstiger angeboten.
Studie: ADAC Marktforschung; fachliche Beratung: Maximilian Bauer, ADAC Technik Zentrum