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Renault Kadjar (2015-2022)

Renault Kadjar (2015-2022)

unterschätzter Quashqai

Der Renault Kadjar wurde von 2015 bis 2022 hergestellt. Der Franzose nutzt die technische Basis des Nissan Quasqhai, weshalb er grundsätzlich ähnliche Qualitäten hat. Punkten kann der in Spanien gebaute Franzose mit einem großzügig bemessenen Innen- und Kofferraum sowie einem ordentlichen Fahrkomfort. Die Sitze zeigen sich vorn körpergerecht konturiert und sorgen für guten Halt. Negativ fallen der fehlende Einklemmschutz an den elektrischen Fensterhebern sowie die mäßige Rundumsicht auf. Der letzte Punkt ist bei modischen SUV allerdings nicht ungewöhnlich. Die Verarbeitung von Karosserie und Innenraum liegt auf etwa durchschnittlichem Niveau. Als erfreulich erweist sich das intuitive Bedienkonzept. Ebenfalls erfreulich - der Kadjar ist überdurchschnittlich standfest. Bei den Hauptuntersuchungen kommen mehr Autos mängelfrei durch als im Durchschnitt. Ein ähnliches Bild ergibt sich aus der ADAC Pannenstatistik. Jüngere Modelle schneiden dabei eher besser ab als ältere.

Stärken und Schwächen

Stärken Schwächen
gutes Platzangebot, geräumiger Kofferraum, bequemer Ein- und Ausstieg, gute Bremsleistung typische Renault-Tugenden (z.B. Ablagen und Variabilität) kommen zu kurz, schlechte Sicht nach hinten, hoher Kraftaufwand beim Rangieren, großer Wendekreis, kein Fensterhebereinklemmschutz

Download des Tests im Detail

Modellgeschichte: Renault Kadjar (2015-2022)

5/2015
Einführung des fünftürigen SUV in der unteren Mittelklasse mit drei Motorvarianten und Frontantrieb: 1.2 ENERGY TCe 130 (96 kW/130 PS), 1.4 ENERGY dCi 110 (81 kW/110 PS) und 1.5 ENERGY dCi 130 (96 kW/130 PS, optional mit Allradantrieb); alle Motoren erfüllen Schadstoffklasse Euro 6b (NEFZ), Notbremsassistent, Kollisionswarner, Verkehrsschilderkennung, Spurhalte- und Spurwechselassistent sowie Fernlichtassistent in höheren Ausstattungsvarianten verfügbar

11/2016
neue zusätzliche Motorvariante: 1.6 ENERGY TCe 165 (120 kW/163 PS)

8/2018
modifiziertes Motorenangebot: 1.3 TCe 140 GPF (103 kW/140 PS), 1.3 TCe 160 GPF (117 kW/160 PS) und 1.5 BLUE dCi 115 (85 kW/115 PS), Ottomotoren erfüllen Schadstoffklasse Euro 6d-TEMP (WLTP) und Dieselmotor erfüllt Schadstoffklasse Euro 6d-TEMP-EVAP (WLTP)

1/2019
leichte Modellpflege und Facelift; Motorenangebot unverändert

3/2019
neue zusätzliche Motorvariante: 1.8 BLUE DCi 150 (110 kW/150 PS), optional mit Allrandantrieb; Motor erfüllt Schadstoffklase Euro 6d-TEMP-EVAP (WLTP)

9/2019
alle Motoren erfüllen Schadstoffklasse Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC (WLTP)

10/2020
Dieselmotor 1.8 BLUE DCi 150 (110 kW/150 PS) eingestellt

9/2020
Modifzierte Motoren: 1.3 TCe 160 GPF (117 kW/160 PS) jetzt mit 116 kW/158 PS, alle Ottomotoren erfüllen Schadstoffklasse Euro 6d-ISC-FCM (WLTP)

10/2021
Dieselmotor 1.5 BLUE dCi 115 (85 kW/115 PS) erfüllt Schadstoffklasse Euro 6d-ISC-FCM (WLTP)

9/2022
Baureihe eingestellt, Nachfolgemodell Renault Austral (ab 09/2022)

Pannen und Mängel: Renault Kadjar (2015-2022)

Allgemein Im TÜV-Report kommt der Renault auf erstaunlich gute Werte. Die Anzahl der mängelfreien Exemplare bei der HU liegt in allen Baujahren über dem Durchschnitt. Auffällig sind dabei nur schnell alternde Bremsscheiben. In der ADAC Pannenstatistik schneiden jüngere Modelle durchweg besser ab als ältere Modelle. Häufigste Pannenursache war in allen Jahren die Starterbatterie.
Häufige Pannenursachen Starterbatterie (2015-2017)
Rückrufe 6/2016: Der Bruch des Rotors der Unterdruckpumpe am Fuße des Mitnehmers (Antrieb) führt zum schlagartigen Stillstand der Unterdruckpumpe und damit zum Ausfall der Unterdruckversorgung für den Bremskraftverstärker. Ursache ist laut Hersteller ein Riss im Pumpenrotor während des Herstellungsprozesses, aus dem sich dann den Bauteilbruch verursacht und dann mit einem Ausfall der Bremskraftunterstützung (hartes Bremspedal) oder Verlust der Motorleistung, was auch mit Aufleuchten der Warnlampe "Service" bzw. "Einspritzanlage" im Kombiinstrument einhergeht. Die Händler prüfen und tauschen die Unterdruckpumpen ggf. aus. Dauer in der Werkstatt: bis zu 12 Stunden (Tausch). Betroffene Fzg. in Deutschland: 332 (auch andere Modelle).
5/2017: Betroffene Varianten: nur 1.5 dCi 110 hp. Der Grund für die Aktion ist eine fehlerhafte Kalibrierung in der Motorsteuerung. Dieser Kalibrierungsfehler des Einspritzsteuergeräts bewirkt eine Unterschätzung der aus dem Kraftstoff stammenden Schwefelmenge, die in der NOx-Falle eingelagert ist. Infolgedessen wird die Entschwefelungsphase (Entfernung des in der NOx-Falle eingelagerten Schwefels nicht mehr rechtzeitig) ausgelöst. Aufgrund der möglichen Sättigung der NOx-Falle mit Schwefel, der die Einlagerungsstellen für die Stickoxide besetzt, kann diese Situation auf lange Sicht zu einer verringerten Wirksamkeit der NOx-Nachbehandlung führen. Als Abhilfe wird die NOx-Falle getauscht und es erfolgt eine Neuprogrammierung des Einspritzsteuergeräts. Die Aktion läuft seit Mai 2017 und ist für die Kunden kostenlos. Dauer in der Werkstatt: Bis 6,8 Std.. Betroffene Fzg. in Deutschland: 1.100 (auch andere Modelle).
6/2017: Es besteht die Gefahr des Nichtauslösens eines oder mehrerer Windowbags bei einem Seitenaufprall. Dadurch erhöht sich das Verletzungsrisiko bei einem Unfall. Als Abhilfe erfolgt die Kontrolle der Seriennummer der Airbags und falls erforderlich, ein Austausch. Die Aktion läuft seit Mai 2017 und ist für die Kunden kostenlos. Dauer in der Werkstatt: Kontrolle: 1,9 bis 2,3 Stunden; Austausch: bis 3,6 Stunden. Betroffene Fzg. in Deutschland: 4.447 (auch andere Modelle).
4/2019: Betroffene Varianten: Motor K9K und R9M. Die Steuerung des Motorkühlerlüfters könne mit einem fehlerhaften Keramikkondensator ausgestattet sein. Ein Kurzschluss im Steuergerät könnte zum Ausfall des Kühlerlüfters und somit zu einem Anstieg der Kühlmitteltemperatur des Motors führen. Im Extremfall führt dies zu einem Verlust des Motordrehmoments und zum Abstellen des Kompressors der Klimaanlage. Abhilfe: In der Werkstatt wird der Kühlerlüfter ausgetauscht. Dauer in der Werkstatt: 3,1 - 5,3 Std.
4/2019: Betroffene Varianten: 1.5 dCi (K9K und R9N) – Euro 6d Temp – manuelles Schaltgetriebe. Nicht-konforme Kondensatoren könnten möglicherweise durch mechanische Beanspruchung auf der Platine zur Rissbildung neigen und überhitzen. Die Folge ist eine Störung der Motor-Kühlerventilatoreinheit. Abhilfe: Austausch der Kühlerventilatoren Dauer in der Werkstatt: 3,1 - 5,3 Std. Betroffene Fzg. in Deutschland: 358 (auch andere Modelle).