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Renault Scénic (2009-2016)

Renault Scénic (2009-2016)

Französischer Van-Klassiker

Der Renault Scénic wurde von 2009 bis 2016 in der dritten Generation als Version mit kurzem Radstand oder als Langversion (Grand Scénic) angeboten. Der Scénic bietet im Innenraum viel Platz und sorgt mit seinem großen Kofferraum für eine gute Reisetauglichkeit, der Grand Scénic hat zwei zusätzliche Sitze in der dritten Reihe. Hervorzuheben ist das sichere Fahrwerk, das auch im Komfortbereich punkten kann. Die Bedienung gestaltet sich recht einfach und die für damals futuristisch anmutenden Anzeigen lassen sich gut ablesen. Die Verarbeitungsqualität ist im Allgemeinen gut. Die Mängelliste in der ADAC-Pannenstatistik zeugt aber nicht von hoher Zuverlässigkeit.

Stärken und Schwächen

Stärken Schwächen
viel Platz und großer Kofferraum, sichere Fahreigenschaften, hohe passive Sicherheit, umfangreiche Serienausstattung schwache Heizung, hinten zu niedrige Kopfstützen, hohe Pannenanfälligkeit

Download des Tests im Detail

Modellgeschichte: Renault Scénic (2009-2016)

6/2009
Modelleinführung der dritten Generation des Scénic und Grand Scénic sowie neue Motoren: 1.6 16V 110 (81 kW/110 PS), TCe 130 (96 kW/130 PS), 2.0 16V 140 (103 kW/140 PS), dCi 110 FAP (78 kW/106 PS), dCi 130 FAP (96 kW/130 PS), dCi 150 FAP (110 kW/150 PS) und dCi 160 FAP (118 kW/160 PS); TCe 130 und alle Dieselmotoren erfüllen Schadstoffklasse Euro 5; ESP, Fahrer-, Beifahrer-, Seiten- und Kopfairbags vorne und hinten serienmäßig

10/2010
alle Motorvarianten erfüllen Schadstoffklasse Euro 5

5/2010
Motorvariante dCi 110 FAP (81 kW/110 PS) mit Doppelkupplungsgetriebe "EDC" erhältlich

5/2011
neue Motorvariante: Energy dCi 130 (96 kW /130 PS) mit Start&Stop

2/2012
leichte Modellpflege und neue Motoren: 1.6 16V 110 (81 kW/110 PS), TCe 115 (85 kW/115 PS), TCe 130 (96 kW/130 PS), 2.0 16V (103 kW/140 PS), dCi 110 FAP (81 kW/110 PS), dCi 130 (96 kW/130 PS), dCi 150 (110 kW/150 PS) und dCi 160 FAP (118 kW/160 PS); Spurhalteassistent verfügbar

3/2013
leichte Modellpflege und modifizierte TCe-Motoren mit Start-/Stopp-Automatik sowie Einführung Scénic Xmod (SUV-Look)

4/2015
1.6 16V, 2.0 16V, dCi 150, dCi 160 und Karosserievariante Xmod eingestellt

9/2016
Modellreihe eingestellt

Pannen und Mängel: Renault Scénic (2009-2016)

Allgemein In der ADAC Pannenstatistik kommt der Renault Scénic auf durchwachsene Werte. Einige Baujahre verursachen durchschnittlich viele Pannen, die übrigen Baujahre bleiben dagegen häufiger stehen als andere Autos. Der TÜV-Report bestätigt das Bild. Bei der HU sind vor allem defekte Achsfedern, Dämpfer und ausgeschlagene Lenkgelenke häufig der Grund keine neue Plakette zu bekommen. Außerdem erweisen sich die Bremsscheiben als vergleichsweise verschleißanfällig.
Häufige Pannenursachen Anlasser (2009-2010), Auspuffrohr/-topf (2011), Einspritzdüse/Injektor (2010-2014), Feststellbremse mechanisch (2010, 2012), Motor allgemein (2009), Starterbatterie (2015-2016), Zündkerze (2009-2011)
Rückrufe 12/2009: Die Schweißnaht am Übergang zwischen Pedalplatte und Pedalhebel kann einen Riss aufweisen. Dann würde sich die Platte beim Bremsvorgang bewegen oder sogar ganz lösen und es kommt zum Abrutschen des Fahrerfußes vom Bremspedal. Die Händler kontrollieren die Bremspedalschweißnaht und tauschen ggf. das Bremspedal aus. Die Aktion ist kostenlos und dauert etwa eine Stunde. Dauer in der Werkstatt: etwa 30 Minuten. Betroffene Fzg. in Deutschland: 3.630 (auch andere Modelle).
1/2012: Betroffene Varianten: mit EDC-Automatikgetriebe. Ein Verlust der gewählten Schaltstufe kann einen Verlust der Traktion bei Geschwindigkeiten unter 20 km/h zur Folge haben. Als Hinweis erscheinen die Warnleuchten "Abgassystem prüfen" bzw. "Überprüfung des Getriebes" im Bordcomputer. Die Händler überprüfen die Softwareversion des Getriebesteuergerätes und führen ggf. ein Softwareupdate durch. Betroffene Fzg. in Deutschland: 1.032 (auch andere Modelle).
10/2012: Aufgrund unzureichenden Unterdrucks im Einlasskrümmer kann die Bremskraftunterstützung ausfallen (hartes Bremspedal). Dann kann das Fahrzeug nur noch mit erheblich höherem Pedaldruck gebremst werden. Dies tritt laut Hersteller unter bestimmten Bedingungen (zunehmender geografischer Höhe, Bergabfahrt oder Motor in Leerlauf mit eingeschalteten Verbrauchern) auf. Die Händler programmieren das Einspritz-Steuergerät neu und konfigurieren die Zentralelektronik neu. Die Aktion läuft seit Oktober 2012, dauert etwa eine Stunde und ist für die Kunden kostenlos. Dauer in der Werkstatt: etwa 60 Minuten. Betroffene Fzg. in Deutschland: 741 (auch andere Modelle).
6/2016: Der Bruch des Rotors der Unterdruckpumpe am Fuße des Mitnehmers (Antrieb) führt zum schlagartigen Stillstand der Unterdruckpumpe und damit zum Ausfall der Unterdruckversorgung für den Bremskraftverstärker. Ursache ist laut Hersteller ein Riss im Pumpenrotor während des Herstellungsprozesses, aus dem sich dann den Bauteilbruch verursacht und dann mit einem Ausfall der Bremskraftunterstützung (hartes Bremspedal) oder Verlust der Motorleistung, was auch mit Aufleuchten der Warnlampe "Service" bzw. "Einspritzanlage" im Kombiinstrument einhergeht. Die Händler prüfen und tauschen die Unterdruckpumpen ggf. aus. Dauer in der Werkstatt: bis zu 12 Stunden (Tausch). Betroffene Fzg. in Deutschland: 332 (auch andere Modelle).
11/2016: Der folgende Arbeitsschritt wurde bei Nacharbeiten versehentlich nicht durchgeführt: Anziehen der hinteren Schrauben der Vordersitzgleitschienen. Im Falle eines Aufpralls und/oder eines starken Bremsvorgangs besteht die Möglichkeit, dass der linke und/oder rechte Vordersitz, aufgrund eines unzureichenden Halts oder eines Bruchs der Gleitschienenbefestigung, nach vorne kippt. Als vorbeugende Maßnahme erfolgt eine Konformitätsprüfung des Anzugsdrehmoments der Gleitschienen der Vordersitze (vier Schrauben pro Sitzbefestigung) und falls erforderlich, eine Wiederherstellung der Konformität (Austausch 2 x 4 Schrauben der beiden Vordersitze). Die Aktion läuft seit dem September 2016 und ist für die Kunden kostenlos. Dauer in der Werkstatt: Kontrolle = 0,3 Std, Kontrolle u. Austausch der Schrauben = 0,5 Std.. Betroffene Fzg. in Deutschland: 845 (auch andere Modelle).
5/2018: Betroffene Varianten: Anhängerzugvorrichtung mit den T-Nr. 8201666414, 8201666412, 8201666411, 8201666409. Der Fehler äußert sich in der Beschädigung des LED-Moduls, mit dem die Signalanlage des Anhängers gesteuert wird. Mehrere Überspannungsquellen sind möglich: Möglicherweise besteht eine schlechte Verbindung zwischen dem AHZ-Kabelstrang und der Steckvorrichtung, und/oder das LED-Modul des AHZ-Kabelstrangs ist möglicherweise unzureichend ausgelegt und kann zeitweise auftretenden Spannungsspitzen nicht widerstehen. Aufgrund dieses Fehlers ist es möglich, dass die Signalanlage des Anhängers teilweise oder vollständig ausfällt. Der Hersteller ruft betroffene Fahrzeuge in die Werkstatt zur Kontrolle und Austausch des LED-Moduls. Die Aktion läuft seit April 2018 und ist für die Kunden kostenlos. Dauer in der Werkstatt: 0,6 Stunden. Betroffene Fzg. in Deutschland: 101.