Übersicht Österreich

Mit dem Auto unterwegs in Österreich

Führerschein und Kraftfahrzeug

Führerschein

Der deutsche Führerschein ist ausreichend.

Fahrzeugpapiere

Die Zulassungsbescheinigung Teil I (bzw. Fahrzeugschein) ist mitzuführen.

Als Nachweis für eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung reicht das deutsche Autokennzeichen. Dennoch wird die Mitnahme der Grünen Versicherungskarte empfohlen, da Mithilfe der Karte die Schadensabwicklung erleichtert wird.

Weitere Bestimmungen

Das Nationalitätskennzeichen muss am Fahrzeug angebracht oder im Euro-Kennzeichen enthalten sein.

Lkw-Fahrverbote

Die nachfolgende Übersicht enthält nur die Lkw-Fahrverbote an Wochenenden und Feiertagen sowie Sonderregelungen während der Hauptreisezeit. Darüber hinaus kann es für einzelne Straßen weitere Fahrverbote geben, insbesondere für den überregionalen Lkw-Verkehr. Ziel dieser Einschränkungen ist es i.d.R., die Belastung der Anwohner mit Lärm und Abgasen zu verringern, die Sicherheit des Verkehrs zu erhöhen oder gegebenenfalls Mautausweichrouten zu sperren. Detaillierte Informationen zu den entsprechenden Regelungen liegen dem ADAC nicht vor.

1. Allgemeines Fahrverbot:

Betroffene Fahrzeuge Lkw ohne Anhänger und Sattel-Kfz über 7,5 t zul. Gesamtgewicht sowie Lkw mit Anhänger, wenn das zul. Gesamtgewicht des LKW oder des Anhängers mehr als 3,5 t beträgt.
Gebiet Gesamtes Straßennetz
Zeit Samstags von 15.00 bis 24.00 Uhr,
Sonn- und feiertags von 0.00 bis 22.00 Uhr.
Feiertage mit Fahrverbot 1. Januar, 6. Januar (Dreikönigstag), Ostermontag, 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam, 15. August (Mariä Himmelfahrt), 26. Oktober (Nationalfeiertag), 1. November (Allerheiligen), 8. Dezember (Mariä Empfängnis), 25. u. 26. Dezember
Bemerkungen Ausnahmegenehmigungen können bei den jeweiligen Bezirkshauptmannschaften beantragt werden.

2. Erweitertes Ferienfahrverbot (Fahrverbotskalender)

Während der Hauptreisezeit im Sommer gelten an Samstagen auf ausgewählten Strecken zusätzliche Fahrverbote.

Betroffene Fahrzeuge Lkw über 7,5 t zul. Gesamtgewicht sowie Lkw mit Anhänger, wenn die Summe der zul. Gesamtgewichte beider Fahrzeuge mehr als 7,5 t beträgt.

Regelung für 2019:

Nach dem Ende der unten aufgeführten erweiterten Fahrverbote (jeweils samstags um 15.00 Uhr) schließt unmittelbar das reguläre Wochenendfahrverbot an (s.o.).

Straße Abschnitt Zeit
Inntalautobahn
(A 12)
Staatsgrenze bei Kufstein bis AS Zams Alle Samstage vom 6. Juli bis 31. August von 10.00 bis 15.00 Uhr
wenn das Fahrtziel in Italien bzw. Deutschland liegt oder über Italien bzw. Deutschland erreicht werden soll.
Brennerautobahn
(A 13)
AS Innsbruck-Süd bis Staatsgrenze am Brenner Alle Samstage vom 6. Juli bis 31. August von 10.00 bis 15.00 Uhr
wenn das Fahrtziel in Italien bzw. Deutschland liegt oder über Italien bzw. Deutschland erreicht werden soll.
Ostautobahn
(A 4)
AS Schwechat bis Staatsgrenze Nickelsdorf Alle Samstage vom 29. Juni bis 31. August von 8.00 bis 15.00 Uhr (in beiden Fahrtrichtungen)
Loferer Bundesstraße
(B 178) * *
Lofer bis Wörgl Alle Samstage vom 6. Juli bis 31. August von 8.00 bis 15.00 Uhr
Ennstal-Bundesstraße
(B 320) * *
ab Straßenkilometer 4,5 Alle Samstage vom 6. Juli bis 31. August von 8.00 bis 15.00 Uhr
Seefelder Bundesstraße
(B 177) * *
gesamter Verlauf Alle Samstage vom 6. Juli bis 31. August von 8.00 bis 15.00 Uhr
Fernpass-Bundestraße
(B 179) * *
Nassereith bis Bieberwier Alle Samstage vom 6. Juli bis 31. August von 8.00 bis 15.00 Uhr
Achensee-Bundesstraße
(B 181) * *
gesamter Verlauf Alle Samstage vom 6. Juli bis 31. August von 8.00 bis 15.00 Uhr
* Bundesstraßen sind außerhalb der allgemeinen Fahrverbotszeiten häufig nur für den Ziel- und Quellverkehr zugelassen. Es gilt die Beschilderung vor Ort.

3. Nachtfahrverbot

In ganz Österreich gilt darüberhinaus zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr auf allen Straßen ein ganzjähriges Nachtfahrverbot für Lkw über 7,5 t zul. Gesamtgewicht sowie Lkw mit Anhänger, bei denen das zul. Gesamtgewichte eines der beiden Fahrzeuge mehr als 7,5 t beträgt. Auf der Inntalautobahn A 12 beginnt das Fahrverbot im Abschnitt zwischen Kufstein und Zirl vom 1. November bis 30. April eines jeden Jahres bereits um 20.00 Uhr.
Vom Nachtfahrverbot ausgenommen sind lärmarme Lkw (mit Bestätigung des LKW-Herstellers, Überprüfung alle 2 Jahre erforderlich), auf denen eine sog. "L- Tafel“ neben dem vorderen Kennzeichen angebracht ist.

Wichtige Verkehrsbestimmungen

Promillegrenze

Sie beträgt 0,5.

Für Probeführerschein-Besitzer gilt 0,1 Promille.

Vorfahrtsregelungen

Vorfahrtsberechtigte verlieren durch Anhalten die Vorfahrt.

Bei fehlender Ausweichmöglichkeit auf Bergstraßen muss dasjenige Fahrzeug zurücksetzen, dem dies wegen der örtlichen Verhältnisse leichter möglich ist.

Überholen

Überholverbot innerhalb 80 m vor/nach Bahnübergängen.

Schulbusse und Busse

An Schulbussen darf nicht vorbeigefahren werden, wenn die Warnblinkanlage und die gelb-roten Warnleuchten eingeschaltet sind.

Halten und Parken

Halte- und Parkverbot bei einer gelben durchgehenden Linie am Fahrbahnrand oder auf dem Randstein; Parkverbot bei einer unterbrochenen gelben Linie. Legale Parkplätze bei einer weißer Markierung.

Bei erlaubten Ein- und Ausfahrten einer Kurzparkzone müssen die Schilder "Kurzparkzone Anfang" und "Kurzparkzone Ende" aufgestellt sein (blaue Bodenmarkierungen sind nur zusätzliche Orientierungshilfen). Innerhalb einer Kurzparkzone können weitere Verbote wie z.B. Halteverbote sein.

Die Parkscheine sind beim ÖAMTC, in Trafiken (Tabakläden), bei Vorverkaufsstellen, Fahrscheinautomaten (U-Bahn-Stationen), in Bahnhöfen sowie einigen Banken, Sparkassen und Tankstellen erhältlich. Parkscheine können auch per Handy gelöst werden.

Weitergehende Informationen unter

* Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalt der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.

Parkerleichterungen für Schwerbehinderte

Der blaue EU-Schwerbehindertenparkausweis wird derzeit in den Ländern der Conférence Européenne des Ministres des Transports (CEMT) und assoziierten Staaten anerkannt. Alle Länder der EU sind zugleich CEMT-Länder. Der orange Schwerbehindertenparkausweis gilt nicht im Ausland. Die Parkerleichterungen für Menschen mit Behinderung sind in den einzelnen Ländern unterschiedlich geregelt. Vor einem Auslandsaufenthalt muss daher immer überprüft werden, welche Bestimmungen in dem jeweiligen Zielland gelten.

Eine weltweite Übersicht kann im Internet unter folgender Adresse abgerufen werden:

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Kindersitze

Kinder bis 14 Jahre und kleiner als 1,35 Meter benötigen eine dem Gewicht und der Größe des Kindes entsprechenden Kindersitz. Wird das Kind auf dem Beifahrersitz in einem rückwärtsgerichteten Kindersitz befördert, muss der Airbag deaktiviert werden.

Warnwestenpflicht

Fahrer von mehrspurigen Kfz müssen eine Warnweste tragen, wenn sie ihr Fahrzeug aufgrund einer Panne oder eines Unfalls verlassen. Dies gilt außerorts und auf Autobahnen, auch bei schlechter Sicht, Dämmerung oder Dunkelheit.

Weitere Mitführpflichten

Die Mitnahme eines Ersatzglühlampensets wird empfohlen. Ausgenommen sind Fahrzeuge, die mit Xenon-, LED- oder Neon-Scheinwerfern ausgerüstet sind.

Kennzeichnung von überstehender Ladung

Sofern die Ladung bis zu 1 m hinausragt, ist ein rotes Tuch als Kennzeichnung ausreichend. Bei einem Hinausragen um mehr als 1 m über den vordersten oder hintersten Punkt des Kfz (bei Kfz mit Anhängern: des letzten Anhängers) ist die Kennzeichnung des äußersten Punktes durch eine 25 cm x 40 cm große, weiße Tafel mit einem roten, 5 cm breiten Rand vorzunehmen. Der rote Rand muss rückstrahlend sein.

Die hinten an der Beladung angebrachte Tafel muss annähernd lotrecht und senkrecht zur Längsmittelebene des Fahrzeugs eingestellt sein und darf nicht mehr als 90 cm über der Fahrbahn liegen.

Eine Anbringung dieser Tafel ist nicht erforderlich, wenn reflektierende Warnmarkierungen angebracht sind.

Bei Dämmerung, Dunkelheit, Nebel oder schlechten Witterungsverhältnissen müssen je eine Leuchte und ein Rückstrahler an den äußersten Punkten der Ladung angebracht sein. Eine nach vorne angebrachte Leuchte muss weißes, die nach hinten angebrachte Leuchte rotes Licht ausstrahlen.

Das hintere Ende der Ladung ist, wenn sie das Fahrzeug mehr als 1 m überragt, bei Dunkelheit mit einer weißen Tafel mit rotem Rand aus rückstrahlendem Material zu versehen.

Winterausrüstung

Fahrzeuge bis 3,5 t zGG

Es gibt keine generelle Winterreifen-Ausrüstungspflicht in den Wintermonaten. Kfz bis 3,5 t müssen aber bei tatsächlich winterlichen Straßenverhältnissen, also bei Schnee, Matsch, auf schneebedeckten oder vereisten Fahrbahnen mit Winterreifen oder Schneeketten ausgerüstet sein. Diese Verpflichtung gilt vom 1. November bis 15. April des Folgejahres.

Bei Durchfahrverboten mit dem Zusatz "Ausgenommen Fahrzeuge mit Winterausrüstung" darf nur weitergefahren werden, wenn entweder Schneeketten oder Winterreifen aufgezogen sind.

Die Winterreifen müssen im Bedarfsfall an allen Rädern angebracht sein; anstelle von Winterreifen können auch Schneeketten an den Antriebsrädern verwendet werden, wenn die Straße (fast) durchgängig mit Schnee oder Eis bedeckt ist. Reifen, die für die Verwendung als Schnee-, Matsch- und Eisreifen bestimmt sind, müssen mindestens eine Profiltiefe von 5 mm bei Diagonalbauart oder mindestens 4 mm bei Reifen bei Radialbauart aufweisen. Sogenannte „Ganzjahresreifen“ oder „Allwetterreifen“ kommen als Winterreifen in Betracht, sofern sie eine „M + S“ Kennzeichnung aufweisen. Anhänger fallen nicht unter diese Winterreifenpflicht.

Fahrzeuge über 3,5 t zGG

Lkw über 3,5 t zGG müssen im Zeitraum vom 1. November bis 15. April des Folgejahres zumindest an den Rädern einer Antriebsachse mit Winterreifen ausgerüstet sein.

Zur Vermeidung von Problemen empfiehlt es sich, Wohnmobile über 3,5 t, die als "Sonderfahrzeug Wohnmobil" zugelassen sind, ebenfalls mit M+S Reifen auszurüsten.

Schneeketten

Schneekettenpflicht besteht grundsätzlich dort, wo man auf ein rundes Schild mit blauem Grund und Schneeketten-Symbol trifft.

Schneeketten müssen auf alle Räder der angetriebenen Achsen montiert werden. Bei Allradfahrzeugen müssen auf mindestens zwei Antriebsräder (gemäß Empfehlung des Fahrzeug-Herstellers) Ketten aufgezogen werden.

Lkw über 3,5 t zGG müssen im Zeitraum vom 1. November bis 15. April des Folgejahres geeignete Schneeketten für mindestens zwei Antriebsräder mitführen.

Geldbuße bei Zuwiderhandlung

Verstöße gegen die Bestimmungen der Benutzung von Winterreifen und Schneeketten können mit Geldbußen geahndet werden. Die Festlegung der konkreten Buße erfolgt nach den Umständen des Einzelfalls. In relativ harmlosen und ungefährlichen Fällen kann auch eine sogenannte Organstrafverfügung verhängt werden, wenn das angesichts der konkret gegebenen Situation und Verhältnisse gerechtfertigt werden kann.

Besondere Regelungen für Motorräder und andere Krafträder

Einspurige Krafträder müssen einen kleinen Verbandskasten bzw. Verbandsbeutel mitführen. Das Mitführen einer Warnweste ist zu empfehlen.

Bußgelder - Besonderheiten

Geringfügige Verkehrszuwiderhandlungen können an Ort und Stelle mit einem sog. Organmandat (Verwarnungsgeld) geahndet werden. Schwerwiegendere Verstöße wie z. B. Alkoholdelikte werden angezeigt. Rechtskräftige Strafverfügungen (Bußgeldbescheide) können auch in Deutschland vollstreckt werden.

Besondere Verkehrszeichen

Beschilderung Tempolimit 100 km/h mit dem Zusatz IG-L

Die Abkürzung IG-L steht für Immissionsschutzgesetz-Luft. Die Befreiung vom „Luft-100er“ gilt für E-Fahrzeuge, die in Österreich zugelassen sind und über ein Nummernschild mit grüner Schrift verfügen. Sie dürfen auf bestimmten Abschnitten (derzeit A 12 und A 13) weiter 130 km/h fahren.

Richtiges Verhalten bei Unfall und Panne

Bei Personenschäden ist in jedem Fall die Polizei zu rufen.

Wenn die Polizei zu einem Verkehrsunfall mit Sachschaden gerufen wird, wo der Daten-Austausch unter den Beteiligten möglich gewesen wäre, muss eine "Blaulichtsteuer" (Unfallmeldegebühr, ca. 36.- Euro) bezahlt werden.

Bei einem Unfall mit Sachschäden ist die Verwendung des »Europäischen Unfallberichts« zu empfehlen (in den ADAC Geschäftsstellen mehrsprachig erhältlich).

Alle Angaben ohne Gewähr.