Kuriose Flughäfen: Groß, gefährlich, extravagant

Mit rund 100 Millionen Passagieren pro Jahr ist der Flughafen Peking der zweitgrößte der Welt
Mit rund 100 Millionen Passagieren pro Jahr ist der Flughafen Peking der zweitgrößte der Welt© iStock.com/ansonmiao

Flughäfen sind oft mehr als Start- und Endpunkte einer Reise. Viele sind Attraktionen, faszinieren durch ihre Größe, Lage, gefährlichen Landebahnen oder durch ihr Freizeit- und extravagantes Shopping-Angebot. Elf Beispiele für besondere Airports.

Skiathos Airport Alexandros Papadiamantis

Gefährliche Attraktion: Auf Skiathos fliegen die Maschinen sehr knapp über den Köpfen der Schaulustigen ein © imago images/chromorange

Der Flughafen auf der griechischen Ägäis-Insel Skiathos ist bekannt für seine markante Lage und daher Ziel vieler schaulustiger Flugzeugfans. Die Start- und Landebahn ist mit 1628 Metern verhältnismäßig kurz. Zwischen der Landebahn und dem Meer befindet sich lediglich ein schmaler Streifen. Flugzeuge bis Boeing-Größe fliegen nur wenige Meter über den Köpfen der Touristen ein.

Eine gefährliche Attraktion: Nicht selten werden die Schaulustigen dabei von aus den Triebwerken der Maschinen geblasener Luft umgeworfen. Medienberichten zufolge wurde im Jahr 2018 ein Junge vom Luftstrahl eines Triebwerks erfasst und zehn Meter in die Luft geschleudert. Immer wieder berichten Personen auch von Gehörschäden, die sie sich unter den landenden Maschinen zugezogen haben. Inzwischen wurden Warnschilder aufgestellt.

Angeflogen wird der nach dem Schriftsteller Alexandros Papadiamantis benannte Flughafen unter anderem von Condor ab München, Frankfurt am Main und Düsseldorf.

Website: Skiathos Airport*

Die größten Flughäfen der Welt: Frankfurt nur Rang 15

Die internationale Vereinigung der Verkehrsflughäfen (Airports Council International) erstellt jedes Jahr die Rangliste der größten Flughäfen nach Passagieraufkommen. 2019, im letzten Jahr vor der Corona-Pandemie, führte diese Liste der Flughafen von Atlanta (USA) an. In den vergangenen Jahren verzeichneten vor allem asiatische Flughäfen große Zuwächse. Deutsche Flughäfen befinden sich nicht in den Top Ten. Deutschlands größter Airport, Frankfurt am Main, landete nur auf Rang 15.

Princess Juliana International Airport, Sint Maarten (Karibik)

Flugzeuge im Tiefflug sind für Planespotter am Maho Beach ein Erlebnis © Shutterstock/EQRoy

Ähnlich eindrucksvolle Anflugszenen für Urlauber und Flugzeugfans (sogenannte Planespotter) bieten sich am Flughafen Princess Juliana im niederländischen Teil der Insel Sint Maarten in der Karibik. Die Einflugschneise führt direkt über den Maho Beach, über den die Flugzeuge in Höhen von nur zehn bis 20 Metern fliegen. Aber auch für die Passagiere an Bord ist der Landeanflug etwas Besonderes: Der Blick auf das klare, türkisfarbene Meer ist beeindruckend.

Die nahe gelegene Strandbar veröffentlicht alle Start- und Landezeiten der Jets auf einem Surfbrett © Wikipedia Commons/Peter Dost Fuerth

Der Flugplatz wurde im Zweiten Weltkrieg von US-Pioniereinheiten erbaut und diente zunächst als Militärflugplatz der Alliierten, die ihn zur Luftüberwachung der karibischen Gewässer nutzten. Er wurde 1944 von der späteren Königin Juliana während einer geheim gehaltenen Reise zu den Niederländischen Antillen offiziell für den zivilen Flugverkehr eröffnet und trägt seither ihren Namen.

Neben kleinen Sportmaschinen und Regionalflugzeugen landen und starten hier teilweise auch Großraumriesen, z.B. von KLM aus Amsterdam und Air France aus Paris. Da die Startbahn sehr kurz ist, können manche Maschinen nicht mit vollem Tank abheben und müssen daher auf dem Weg nach Europa einen Tank-Stopp einlegen.

Website: Princess Juliana Airport, Sint Maarten*

Barra Island Airport, Schottland

Hier gibt es keine Landebahnen aus Teer © ddp/Bertrand Rieger

Der Regionalflughafen Barra auf der gleichnamigen Insel an Schottlands Westküste ist klein und unscheinbar, aber dennoch legendär. Das Besondere: Hier starten und landen die Maschinen auf dem Strand. Und das ist nur bei Ebbe möglich. Zur Flutzeit steht die Landebahn unter Wasser. Bereits seit 1936 ist der Strandabschnitt offiziell als Flughafen zugelassen. Barra ist neben dem Flughafen auf Fraser Island in Australien einer von nur zwei Flughäfen auf der Welt mit Landebahnen aus Sand, die bei Flut vollständig im Meer versinken.

Barra wird regelmäßig mit kleinen Maschinen im Linienverkehr angeflogen. Rund 10.000 Passagiere werden jährlich hier abgefertigt. Neben drei Landebahnen besteht der Flughafen aus einem Café, das An- und Abflugbereich, Check-in und Wartebereich in einem ist.

Zweimal täglich verbindet Loganair Barra Island mit dem Flughafen Glasgow. Wenn ein Flugzeug im Anflug ist, warnen ein Windsack und eine Stroboskop-Lampe Spaziergänger vor dem Betreten des Strandes – beziehungsweise des Flughafengeländes.

Website: Barra Airport*

Tenzing Hillary Airport Lukla, Nepal

Der nach den Erstbesteigern des Mount Everest benannte Tenzing Hillary Airport ist eine Herausforderung für Piloten © Shutterstock/Soloviova Liudmyla

Der Flughafen Lukla in Nepal – Ausgangspunkt für viele Bergwanderer und Trekking-Touristen – zählt zu den gefährlichsten der Welt. Er liegt in knapp 3000 Metern Höhe, die Lande- und Startbahn ist nur 527 Meter lang und liegt zwischen Bergmassiv und tiefem Abgrund. Flüge sind fast nur vormittags möglich, weil häufig ab mittags starke Winde und Nebel aufkommen.

Trotz zahlreicher Unfälle – 2008 etwa starben beim Absturz einer Maschine von "Yeti Airlines" 14 Menschen, weil der Pilot die Wetterbedingungen falsch eingeschätzt hatte – wird der in den 1960er-Jahren erbaute Airport bis heute angeflogen. Der Grund: Die halbstündige Flugzeit zu Nepals Hauptstadt Kathmandu erspart Everest-Bergsteigern einen einwöchigen Fußmarsch durch unwegsames Gebirge.

Mit einer täglichen Abfertigung von über 50 Flügen ist Lukla in der Hochsaison der meistfrequentierte Inlandsflughafen in Nepal.

Website: Airport Lukla*

Gibraltar International Airport, Großbritannien

Luft- vor Bodenverkehr: Die Hauptverkehrsstraße vom spanischen Festland nach Gibraltar und die Landebahn kreuzen sich © imago images/Chromorange

Einer der kuriosesten Flughäfen der Welt befindet sich am Fuße des Gibraltar-Felsens. Im britischen Überseegebiet an der Südspitze Spaniens ist nur wenig Platz, die 1829 Meter lange Start- und Landebahn kreuzt die Winston Churchill Avenue, die einzige Straßenverbindung mit Spanien. Diese Straße wird, ähnlich einem Bahnübergang, bei jedem Start und bei jeder Landung gesperrt. Dieses System ohne Über- und Unterführung ist weltweit einmalig für einen internationalen Flughafen.

Gibraltar wird aus deutschsprachigen Ländern nicht direkt bedient: Angeflogen wird der Airport unter anderem von British Airways und Easyjet. Der Flughafen wurde nach seiner Eröffnung 1949 zunächst nur als Notfallbasis der britischen Armee benutzt. Erst seit 1987 ist der Zivilverkehr möglich.

Website: Gibraltar Airport*

Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo, Portugal

Der Flughafen von Funchal: Schwierig anzufliegen, aber ein Meisterwerk der Ingenieurskunst © Shutterstock/lusia83

Der nach dem Fußballspieler benannte Aeroporto Internacional da Madeira gilt als ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, aber zählt auch zu den gefährlichsten in Europa. Hier dürfen nur speziell geschulte Piloten landen. Zu drei Seiten erstreckt sich der Atlantik, im Westen liegt ein steiler Hang, der häufig für Scherwinde sorgt, die Flugzeugen bei der Landung einen bedrohlichen Auftrieb verleihen können. Mehrere Hundert Male pro Jahr müssen deshalb bei schlechtem Wetter Maschinen auf die Nachbarinsel Porto Santo, nach Teneriffa oder nach Marrakesch umgeleitet werden.

Der 1964 eröffnete Flughafen besaß zunächst eine nur 1600 Meter lange Start- und Landebahn, weshalb nicht alle Flugzeugtypen dort landen konnten. Seit 2000 ist die auf 2780 Meter verlängerte neue Start- und Landebahn mit einer anderen Ausrichtung in Betrieb. Die Bahnverlängerung wurde über eine Bucht mit einem aufwendigen Stützenbauwerk von 1020 Metern Länge und 180 Metern Breite für mehr als 500 Millionen Euro realisiert. Die dabei verbauten Betonpfeiler sind teilweise im Meeresgrund verankert. Das Bauwerk und die verantwortlichen Ingenieure wurden 2004 mit dem "Outstanding Structure Award" ausgezeichnet.

Der Flughafen wird von mehreren Airlines bedient, u.a. Condor, Lufthansa, Tui Fly ab Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, München.

Website: Airport Madeira*

Changi Airport, Singapur

Schon mehrfach wurde der Airport als bester Flughafen der Welt ausgezeichnet © Shutterstock/Freedomz

Der Changi Airport gehört mit über 60 Millionen Passagieren zu den größten Flughäfen Asiens und ist ein wichtiges Drehkreuz zwischen Europa und Südostasien. Viele Flieger landen hier, um für den Weiterflug nach Australien und Neuseeland aufzutanken.

Er ist auch einer der schönsten und luxuriösesten Airports mit vielen Attraktionen und Freizeitmöglichkeiten, darunter ein großes 24 Stunden geöffnetes Shopping-Center, zwei Kinos und ein Outdoor-Swimmingpool auf dem Flughafendach.

Naturliebhaber werden im Canopy Freizeitpark voll auf ihre Kosten kommen. Er enthält fünf verschiedene Themengärten, rund 2000 Bäume und 100.000 Pflanzen sowie einen Schmetterlings- und Kaktusgarten und einen 40 Meter hohen, gewaltigen Wasserfall. Für Kinder und Jugendliche gibt es Indoor-Spielplätze, die höchste Rutsche der Insel, eine Entertainment-Corner und die Family-Zone.

Erwähnenswert ist auch die kulinarische Vielfalt mit insgesamt 120 unterschiedlichen Anbietern. Ein Muss für bayerische Passagiere: Im Kaktusgarten bietet die La-Cave-Bar bayrisches Weißbier an. Rund ein Drittel der Lokale sind 24 Stunden pro Tag geöffnet.

Wichtig zu wissen: Nicht alle Attraktionen sind für Flugpassagiere kostenlos und frei zugänglich. Das betrifft unter anderem den Dachpool oder auch die Manulife Sky Nets. Der Besuch bei den Schmetterlingen, im Dschungel, im Orchideengarten sowie das Nutzen der Schlafbereiche im Flughafen sind kostenfrei.

Website: Changi Airport*

Hamad International Airport Doha, Katar

Erst 2014 eröffnet und 2021 schon als bester Flughafen der Welt ausgezeichnet © Doha Airport

Der Doha Hamad International Airport ist einer der größten Flughäfen im Nahen Osten und ein wichtiger Umsteigeflughafen zwischen Europa und Asien. Ziele im deutschsprachigen Raum sind Berlin, Frankfurt, München, Genf, Wien und Zürich. Der 2014 eröffnete Airport gilt als einer der modernsten und luxuriösesten Flughäfen überhaupt. 2021 kürte ihn die britische Unternehmensberatungsgesellschaft Skytrax zum besten Flughafen der Welt. Bei dem jährlichen Ranking geht es vor allem um Komfort, Sauberkeit und Shopping-Möglichkeiten. Wegen seiner zusätzlichen Gesundheits- und Sicherheitsstandards in der Corona-Pandemie wurde er sogar zusätzlich mit dem "Covid-19 Airport Excellence Award" geehrt.

Wer den Flughafen betritt, könnte sich fragen, ob er sich in einem Kunstmuseum oder doch in einem Flughafen befindet. Insgesamt sind 28 internationale Kunstwerke ausgestellt.

Sieben Meter hoch, 16 Tonnen schwer: Der goldene Teddybär ist das Highlight der Haupthalle © Shutterstock/EQRoy

Zu den Highlights zählt der Teddybär (Lamp Bear) in der Haupthalle: Die Bronzeskulptur des Schweizer Künstlers Urs Fischer steckt mit dem Kopf in einer Nachttischlampe und soll Reisende an ihre Kindheit erinnern.

Auch die Architektonik und die Lage des Flughafens sind besonders. Der Airport wurde auf einer künstlich erweiterten Halbinsel angelegt und besteht aus einem y-förmigen Terminal und zwei parallelen, 4850 Meter langen Start- und Landebahnen. Die überlangen Bahnen sind erforderlich, da im Sommer im Land Temperaturen von bis zu 50 °C herrschen. Höhere Umgebungstemperaturen bringen die Leistung von Flugtriebwerken an ihre Grenzen. Am Flughafen von Doha können die Flugzeuge trotzdem voll beladen zu Langstreckenflügen starten.

Er besitzt außerdem einen eigenen Hafen direkt südlich der Anlage. Damit wird berücksichtigt, dass viele Passagiere eigene Boote besitzen beziehungsweise mit Wassertaxis bequemer anreisen können. Für die Fußball-Weltmeisterschaft Ende 2022 wurde der Flughafen auf eine Kapazität von 53 Millionen Passagiere pro Jahr ausgebaut.

Website: Doha Airport*

Velana International Airport, Malediven

Ohne Sicherheitszone: Das Rollfeld des Malediven-Airports endet im Indischen Ozean © ddp/Sakis Papadopoulos

Auf der Insel Hulhulé im Nord-Malé-Atoll liegt der wichtigste Flughafen des Archipels: der Velana International Airport, umgeben von türkisblauem Wasser. Er erstreckt sich fast über die komplette Insel und verfügt über eine für große Flugzeuge nur sehr kurze Landebahn. Außerdem ist er lediglich zwei Meter über dem Meeresspiegel gebaut. Piloten dürfen sich bei Start und Landung keine Fehler erlauben, um nicht im Indischen Ozean zu landen.

Der Velana International Airport ist der einzige internationale Flughafen auf den Malediven, der direkt von Deutschland aus angeflogen wird, z.B. mit Condor oder Lufthansa ab Frankfurt. Seit 2018 verbindet ihn eine Brücke mit der Hauptstadt Malé. Zuvor konnten Passagiere die Flughafen-Insel nur mit Booten oder einem Wasserflugzeug erreichen.

Website: Velana Airport, Malediven*

Wellington Airport, Neuseeland

© Shutterstock/Robert CHG

Für Tolkien-Fans ist der Flughafen von Wellington in Neuseeland ein absolutes Muss: In den Terminals sind riesige Figuren aus den Filmtrilogien von "Der Herr der Ringe" und "Der Hobbit" installiert.

In der Eingangshalle wächst zum Beispiel ein nach Fischen greifender Gollum über den Köpfen der Flughafengäste aus der Wand. Wellington ist die Heimatstadt des "Hobbit"- und "Herr der Ringe"-Regisseurs Peter Jackson. Seine Filme wurden in Neuseeland gedreht.

Am zweitgrößten Airport des Kontinents (Auckland Airport ist der größte) werden vor allem Inlandsflüge abgefertigt. Darüber hinaus gibt es auch einige wenige internationale Verbindungen zu Flughäfen in Australien oder Singapur. Rund sechs Millionen Passagiere werden jährlich abgefertigt.

Website: Wellington Airport*

Vancouver Airport, Kanada

Eine Attraktion des Flughafens ist das 114.000-Liter-Aquarium in der Wartehalle © mauritius images/David Buzzard

Der Vancouver International Airport liegt in der kanadischen Provinz British Columbia, eingebettet in herrlicher Natur- und Bergkulisse, zwölf Kilometer von Vancouvers Innenstadt entfernt. Nach Passagierzahlen und Flugbewegungen ist er – nach dem Flughafen Toronto – der zweitgrößte in Kanada. Er ist eines der wichtigsten Drehkreuze in Nordamerika.

Der Flughafen besitzt drei Terminals, wovon eines im Süden des Flughafens liegt und von Wasserflugzeug- und Helikopter-Unternehmen benutzt wird. Holzschnitzereien und Skulpturen indigener Völker sollen ankommenden Passagieren die Kultur Kanadas und Nordamerikas näherbringen.

Im internationalen Terminal beeindruckt das "Jade Canoe", eine mit Jade ausgelegte Bronzeskulptur des Kanadiers Bill Reid © Vancouver Airport

Der Airport wurde mehrfach zum besten Flughafen Nordamerikas gekürt.

Website: Vancouver Airport*

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