Sehenswürdigkeiten in Straßburg: Die besten Tipps

Blick auf die Paulskirche, eine der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten in Straßburg
Blick auf die Paulskirche, eine der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten in Straßburg© Shutterstcok/Leonid Andronov

Straßburger Münster, Petite France, Europaviertel: In Straßburg treffen Fachwerkhäuser und Weinstuben auf futuristische Architektur. Die besten Tipps für Ihren Städtetrip.

  • Liebfrauenmünster: Kathedrale der Superlative

  • Deutsches Erbe: Des Kaisers Neustadt

  • Straßburg mit Kindern

Elsässische Gemütlichkeit und französisches Savoir-vivre: Straßburg bietet alles, was man sich von einer Städtereise wünschen kann. Die "Hauptstadt Europas" punktet mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und ist Sitz vieler europäischer Organisationen.

Frankreich-Urlaub: Einreise, Inzidenz und Corona-Regeln

Karte: Straßburg auf einen Blick

Straßburger Münster: Straßburgs Wahrzeichen

Top-Sehenswürdigkeit: Das Straßburger Münster gehört zu den wichtigsten Sakralbauten der europäischen Architekturgeschichte © Philippe de Rexel OTSR

Das Liebfrauenmünster zählt zu den bedeutendsten Kathedralen der Welt. Der Nordturm wurde bereits Ende des 11. Jahrhunderts errichtet. Mit seinen 142 Metern ist er einer der höchsten Kirchtürme überhaupt. Man sollte sich Zeit nehmen, um die prächtigen Statuen und die vielen biblischen Szenen auf der Fassade aus rosafarbenem Sandstein zu bewundern.

Auch im Innern birgt das Münster Schätze, etwa die Schwalbennestorgel und die Kirchenfenster, teils noch original Glaskunst aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Die Astronomische Uhr von 1547 gilt als Meisterwerk des Uhrenbaus der Renaissance mit verblüffenden technischen Feinheiten. Der ewige Kalender bildet die Bewegungen der Planeten nach.

Von der Turmplattform in 66 Metern Höhe kann man bis weit ins Elsass, in die Vogesen und zum Schwarzwald schauen. 330 Stufen sind auf den Südturm zu erklimmen. Wer unter Höhenangst leidet, sollte die Plattform aber besser meiden.

Tipp: Täglich um 12.30 Uhr erwachen die Figuren der Astronomischen Uhr zum Leben. Dann ziehen die zwölf Apostel grüßend an Jesus vorbei.

Grande-Île: Altstadt und Welterbe

Das Liebfrauenmünster ragt hoch über die Grande-Île, dem historischen Zentrum von Straßburg. Die Insel ist umschlossen von der Ill sowie dem Canal du Faux-Rempart und gehört zum Unesco-Welterbe. Die alten Gassen bieten sich für einen Bummel an, zu entdecken gibt es jede Menge Renaissance-Bauten, schmucke Patrizierhäuser und mittelalterliche Kirchen. Auf der Plâce Kléber wird in der Adventszeit ein riesiger Weihnachtsbaum aufgestellt. Drumherum stehen im Dezember die Buden des Straßburger Weihnachtsmarkts.

Tipp: Das Maison Kammerzell* ist nicht nur ein Fachwerkjuwel, es beherbergt auch ein fantastisches Restaurant mit Elsässer Küche.

Gutenbergplatz: Idylle mit Karussell

Das historische Karussell ist Anziehungs- und Treffpunkt am Gutenbergplatz © Shutterstock/smpoly

Mit seinen Cafés und Restaurants ist der Gutenbergplatz ideal fürs gemütliche Verweilen. Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks, hat von 1439 bis 1444 in Straßburg gelebt. Die Gutenberg-Statue steht in der Mitte des Platzes. Zu besichtigen gibt es außerdem das ehemalige Rathaus von Straßburg, in dem heute die Handelskammer untergebracht ist. Es zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Petite France: Romantische Gassen

Gassen im ehemaligen Gerberviertel La Petite France © Cedric Schell OTSR

Ein zauberhaftes Viertel mit engen Gassen, das wie aus der Zeit gefallen wirkt: Der Stadtteil Petite France mit seinen bunten Fachwerkhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert ist perfekt für einen romantischen Spaziergang. Einst war es das Viertel der Gerber, die Tierhäute und Felle präparierten. Das am Ufer der Ill gelegene Gerberhaus Maison des Tanneurs von 1572 zeugt noch von dieser Zeit. Heute beherbergt es ein elsässisches Restaurant.

Tourmail – alle wichtigen Infos kurz vor Reisebeginn

Wie ist das Wetter an den ersten Urlaubstagen? Gibt es wichtige Nachrichten für Ihr Reiseziel?

Lassen Sie sich kurz vor der Abreise ganz aktuell per E-Mail informieren: TourMail – ein kostenloser Service, exklusiv für ADAC Mitglieder.

Ponts Couverts: Malerisches Fotomotiv

In den Türmen der Ponts Couverts waren einst Gefängnisse und Befestigungen untergebracht © Shutterstock/Borisb17

Die gedeckten Brücken waren im 13. Jahrhundert als Schutzwall erbaut worden. Ziel war es, den westlichen Zugang zum Stadtzentrum besser verteidigen zu können. Der Name Ponts Couverts spielt auf die einst überdachten hölzernen Galerien an. 1856 wurde die Konstruktion durch Steinbrücken ersetzt. Die malerische Szenerie am Rande von La Petite France ist ein beliebtes Fotomotiv.

Barrage Vauban: Bollwerk und Aussichtspunkt

Die Panoramaterrasse auf der Barrage Vauban ist einer der schönsten Aussichtspunkte von Straßburg © Shutterstock/Leonid Andronov

Auch die eindrucksvolle Schleusenbrücke war Teil der Verteidigungsanlagen von Straßburg und diente als Bollwerk gegen potenzielle Feinde. Mit den Schleusen konnte das Wasser angestaut und nötigenfalls geflutet werden. Die Brücke erstreckt sich in 13 Bögen über den Fluss Ill. Errichtet wurde sie Ende des 17. Jahrhunderts nach den Entwürfen von General Vauban, einem herausragenden Militärarchitekten der Barockzeit.

Tipp: Die Panoramaterrasse* auf der Barrage Vauban sollte man sich nicht entgehen lassen.

Thomaskirche: Wo Mozart Orgel spielte

Die Thomaskirche ist berühmt für ihre historischen Orgel © Shutterstock/Sorokopud

Die mehr als 800 Jahre alte lutherische Thomaskirche zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten von Straßburg. Ein Highlight ist die Orgel von Andreas Silbermann aus dem 17. Jahrhundert. Schon Mozart hat auf diesem Schmuckstück gespielt. Eine weitere Sehenswürdigkeit im Innern der Kirche ist das Grabmal des französischen Feldherrn Marschall Moritz von Sachsen.

Neustadt: Deutsche Imperialarchitektur

Neustadt: Das "deutsche Viertel" von Straßburg © Shutterstock/olrat

Wilhelminische, zum Unesco-Welterbe zählende Monumentalarchitektur in Frankreich – das ist schon ziemlich verblüffend. Als das Elsass zwischen 1871 und 1918 zum deutschen Kaiserreich von Wilhelm II. gehörte, gestalteten deutsche Architekten die Neustadt im Straßburger Norden. Das Herz des "deutschen Viertels" war der Kaiserplatz mit dem Kaiserpalast. Heute spricht man vom Place de la République mit dem Rheinpalast.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Nationalbibliothek und die Universität Straßburg sowie die zahlreichen repräsentativen Bürgerpaläste und Villen. Während die meisten deutschen Städte im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, ist die Neustadt noch ein bestens erhaltenes Beispiel deutscher Architektur aus der Kaiserzeit.

Paulskirche: Spektakuläre Lage

Die Paulskirche an der südlichen Spitze der nördlichen Ill-Insel gehört zu den wichtigsten Straßburg-Sehenswürdigkeiten © iStock.com/nicholas moulds

Eines der meistfotografierten Bauwerke in Straßburg ist die zwischen 1892 und 1897 errichtete Paulskirche, die spektakulär auf einer Insel in der Ill liegt. Der Sakralbau wurde von Louis Muller im neugotischen Stil als Garnisonskirche errichtet. Kurios: Die protestantische Paulskirche mit ihren beiden 76 Meter hohen Türmen besitzt insgesamt 19 Eingänge. Beeindruckend ist auch das Rosettenfenster mit acht Metern Durchmesser.

Europaviertel: Das moderne Straßburg

Imposanter Glaspalast: Das Europäische Parlament in Straßburgs Europaviertel © iStock.com/AdrianHancu

Straßburg als europäische Hauptstadt: Im Europaviertel sind Europarat, Europaparlament und Europäische Menschenrechtskommission zu Hause. Die moderne Architektur steht im starken Gegensatz zur Straßburger Altstadt und zur wilhelminischen Neustadt. So tagt das Europäische Parlament in einem futuristisch anmutenden halbrunden Glaspalast. Im Besucherbereich des Parlaments kann man im Panorama-Kinosaal eine Sitzung im Plenarsaal erleben. An interaktiven Stationen werden die Aufgabenbereiche der europäischen Institutionen erklärt.

Tipp: Der zweieinhalb Kilometer lange Parcours dEurope führt zu den wichtigsten Plätzen im Europaviertel.


Weinstraße: 170 Kilometer Genuss

Eguisheim ist eines der schönsten Dörfer an der Elsässer Weinstraße © Shutterstock/canadastock

Vor den Toren Straßburgs erstreckt sich eine der schönsten Regionen Europas. Die Elsässer Weinstraße* mit ihren weitläufigen Weinbergen und hübschen Dörfern sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Örtchen wie Obernai oder Barr sind wahre Schmuckstücke. Neben Weinkellern gibt es viele urige Restaurants, die typische elsässische Spezialitäten wie Flammkuchen, Baeckeoffe, und Kougelhopf kredenzen.

Die Weinstraße erstreckt sich auf 170 Kilometern von Nord nach Süd. Sich zu verfahren ist kaum möglich: einfach den Zeichen mit der goldene Traube mit Weinglas und der Aufschrift "Route des Vins d’Alsace" folgen.

Tipp: Im Sommer und Herbst lohnt sich ein Abstecher auf die Weinstraße besonders. Dann finden vielerorts Weinfeste statt.

Musée d’Art Moderne et Contemporain: Spannende Kunst

Hier lässt sich viel Zeit verbringen: Musée d’Art Moderne et Contemporain © dpa/imageBROKER

Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, kurz MAMCS, befindet sich in einem imposanten Glasgebäude am Ufer der Ill. Alle wichtigen Kunstrichtungen seit 1870 sind vertreten, ob Impressionismus, Jugendstil oder Surrealismus. Von Gustave Doré über Max Ernst, Victor Brauner und Wassily Kandinsky bis zu Paul Klee reicht die Liste der modernen Klassiker. Auch der zeitgenössischen Kunst wird im MAMCS viel Raum gegeben.

Tipp: Von der Caféterrasse des Museums kann man den Ausblick auf die Ill und das Stadtviertel La Petite France genießen.

Weitere Museen in Straßburg

Palais Rohan: Architektonisches Meisterwerk

Das barocke Palais Rohan in Straßburg beherbergt drei Museen © iStock.com/Leonid Andronov

Im wunderschönen Rohan-Palast befinden sich gleich drei Museen. Das architektonische Meisterwerk aus dem 18. Jahrhundert, im Stil der Pariser Prachthäuser gebaut, diente einst als Sitz des Fürstbischofs von Straßburg. Das Kunstgewerbemuseum im Erdgeschoss des Palais Rohan zeigt Exponate aus dem 18. Jahrhundert, darunter kostbares Porzellan. Ein weiteres Highlight sind die mechanischen Spielzeuge aus der Privatsammlung des bekannten Illustrators Tomi Ungerer (1931 – 2019), einem gebürtigen Elsässer.

Das Archäologische Museum stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert und ist damit die älteste Kunstsammlung der Stadt. Wer etwas über die Geschichte des Elsass, aber auch Straßburgs erfahren möchte, ist am richtigen Platz. Für Fans großer Meister wie Raffael, Botticelli, Rubens und Goya empfiehlt sich das Museum für Bildende Kunst im ersten Stock des Palais.

Elsässisches Museum: Sehenswerte Bauernstube

So lebten die Elsässer vor 250 Jahren: Ein Geschichtsabenteuer für die ganze Familie bietet das Elsässische Museum am Quai St-Nicolas. Über drei original elsässische Fachwerkhäuser erstreckt sich die Ausstellung. Alte Trachten, Möbel, Küchenutensilien, aber auch Spielzeug gewähren Einblicke in elsässische Traditionen. Besonders sehenswert ist die elsässische Bauernstube von 1810.

Tipp: Die wunderschönen Hinterglasmalereien in der oberen Etage mit ihren zumeist religiösen Motiven sollte man sich unbedingt anschauen.

Straßburg mit Kindern

Mini-Zug: Sightseeing mal anders

Eine kindgerechte Art, Straßburg zu erkunden, ist die Fahrt mit dem Mini-Zug © SAAT OTSR

Für die Kleinen ist es ein tolles Abenteuer, Erwachsene schonen beim Sightseeing die Füße: Die Rede ist von einer Straßburg-Erkundung mit dem Mini-Zug*. Los geht die Rundfahrt am Münstervorplatz durch die engen Gassen der Altstadt, entlang der vielen Sehenswürdigkeiten wie dem Viertel La Petite France und den gedeckten Brücken.

Le Vaisseau: So macht Museum Spaß

Im Mitmachmuseum Le Vaisseau macht Wissenschaft Spaß © Jonathan Sarago OTSR

Wie ist das denn so als Ameise? Im Mitmachmuseum Le Vaisseau können die Kids durch einen Ameisenbau krabbeln, um am anderen Ende aus der Ameisenperspektive wieder aufzutauchen. Wissenschaft und Technik spielerisch entdecken – das ist das Konzept des Mitmachmuseums an der Rue Philippe Dollinger. Ob Staudämme bauen oder einen Kran führen: An den insgesamt 130 Stationen für verschiedene Altersgruppen wird es nicht langweilig.

Planetarium: Zeitreise durchs Universum

Das Straßburger Planetarium wurde 1881 erbaut © dpa/imageBROKER

Dem Himmel ganz nah: Die Vorführungen im Planetarium* neben dem Botanischen Garten zeigen den Sternenhimmel in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Im Straßburger Planetarium ist man außerdem stolz auf das drittgrößte astronomische Fernrohr Frankreichs – mit sieben Metern Fokallänge.

Geheimtipps für Straßburg

Orangerie-Park: Picknick mit Störchen

Der Orangerie-Park aus dem 17. Jahrhundert ist der größte Park in Straßburg © Shutterstock/LENS-68

Ein Bootsverleih, ein Zoo mit freiem Eintritt, eine Oldtimer-Bahn und viele Spielplätze: Der Orangerie-Park ist eine ganz besondere Grünanlage. Man kann dort auch sehr gut picknicken und die Störche beobachten, die sich im Park heimisch fühlen.

Quartier Krutenau: Coole Läden

Zum Ausgehen und Bummeln: Das Quartier Krutenau zählt zu den ältesten Vierteln der Stadt und ist ziemlich angesagt. In mittelalterlichen Fachwerkhäusern finden sich coole Bars und kuschelige Restaurants, Galerien und schicke Boutiquen.

Straßburg per Boot: Die andere Stadtperspektive

Einen völlig anderen Blick auf die Stadt bieten die zahlreichen Bootstouren, die an der Anlegestelle beim Palais Rohan starten. So lassen sich die wichtigsten Straßburger Sehenswürdigkeiten wie die Altstadt oder das Europaviertel ganz gemütlich vom Wasser aus erkunden.

Text: Hans Schloemer

*Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.