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10 Urlaubstipps für die niederländische Küste

Aufgang zum Meer an der Küste in den Niederlanden
Der Strand für einen langen Spaziergang ist nie weit entfernt. ∙ © Shutterstock/Olha Rohulya

Natur pur mit weiten Stränden, Dünen und Wasserlabyrinthen, Orte mit nostalgischem Flair wie Haarlem, Alkmaar oder Kinderdijk, Rad fahren, wandern und Wassersport treiben – Urlaub an der niederländischen Küste.

Mit dem Rad entlang der Küste

Die Niederlande sind das Mekka für Fahrradfahrer, und der Sommer ist die ideale Zeit, um auf der LF-Kustroute die Schönheit der Küste zu entdecken. 610 Kilometer sind es von Cadzand-Bad (Provinz Zeeland) an der belgischen bis nach Nieuweschans (Provinz Groningen) an der deutschen Grenze.

Die Inseln und Halbinseln Zeelands, viel Wasser rechts und links zeichnen die erste Etappe aus. Anschließend sorgen historische Städte und Strandbäder wie Scheveningen, Zandvoort und Egmont aan Zee für viel Abwechslung.

An der nördlichsten Spitze Nordhollands liegt Den Helder, dessen historisches Hafengebiet sich zu einer lebendigen Ausgehmeile entwickelt hat. Mit dem Bus werden Radfahrer über den Afsluitdijk gebracht, um dann an der wenig touristischen Küste entlang bis zum Ziel in Nieuweschans zu radeln. Die gesamte Strecke ist mit den LF Kustroute-Schildern markiert.

Info:
Aktuelle Informationen zur Küstenroute*
Fahrradfreundliche Unterkünfte*
Zum Fahrradtourismus in den Niederlanden*

Die Deltawerke, das achte Weltwunder

Das Oosterschelde-Sperrwerk gilt als achtes Weltwunder. Das 9 Kilometer lange Sperrwerk ist Teil der aus 13 Bauwerken bestehenden Deltawerke*, dem größten Sturmflutwehr der Welt. Anlass zu dessen Bau war die Flutkatastrophe im Jahr 1953, bei der im Flussdelta von Westerschelde, Oosterschelde und Haringvliet 1836 Menschen ums Leben kamen.

Besucher können das 1986 fertiggestellte Oosterschelde-Sperrwerk von innen besichtigen, denn die während des Baus genutzte Arbeitsinsel Neeltje Jans wurde zum Informationszentrum Deltapark Neeltje Jans*. Delta Experience, eine 4-D-Animation, macht die Gewalt des Wassers erfahrbar. Außerdem gibt es hier Wasserspiele, Seehunde, Seelöwen und ein Aquarium.

Das Wasserreich des Nationaal Park De Biesbosch

Wem nach Wander- oder Bootstouren durch die Natur ist, dem sei dieser Nationalpark südöstlich von Dordrecht am Ende des Hollands Diep empfohlen, das einst eine offene Bucht der Nordsee war. In den Sümpfen und an den von Weiden und Schilf gesäumten Ufern der geschützten Flusslandschaft De Biesbosch* leben zahlreiche Wasservogelarten, darunter Eisvögel und Seeadler, sowie Biber, die hier über hundert Burgen gebaut haben.

Rundwanderwege beginnen sowohl am Biesboschcentrum Dordrecht* also auch am Biesbosch MuseumEiland*, das mitten im Park liegt und über Geschichte und Zukunft der Naturlandschaft informiert.

Von hier starten Touren mit Plattbooten. Besonders schön ist es, lautlos mit dem Kanu oder einem der elektrisch angetriebenen „Flüsterboote“ durch das Labyrinth von Flüssen und Bächen zu gleiten.

Im Hafen von Rotterdam

Rotterdam trumpft mit dem größten Seehafen Europas auf. Gigantische Umschlagplätze für Container ziehen sich über 42 Kilometer bis zur Mündung der Nieuwe Maas in die Nordsee. An alte Zeiten erinnert der Delfshaven: Hier sammelten sich 1620 die englischen Pilgrim Fathers, die in Holland im Exil gewesen waren, um in die Neue Welt auszuwandern.

Informationen über die maritime Geschichte der Stadt und einen Blick auf ihre moderne Skyline erhält, wer eine Hafenrundfahrt macht. Die Spido Boote* befahren nicht nur den Fluss Maas, sondern auch interessante Stellen des Hafengeländes.

Eine kombinierte Stadt- und Hafentour bietet der quietschgelbe Amphibienbus von Splashtours*. Fuhr er gerade noch durch die Straßen von Rotterdam, so landet er kurz darauf mit einem „Splash“ in der Maas und setzt dort als seetüchtiges „Schiff“ die Rundfahrt fort.

Kinderdijk – Holland wie aus dem Bilderbuch

Wer Station in Rotterdam macht, sollte sich die 19 Poldermühlen im 15 Kilometer entfernten Kinderdijk* nicht entgehen lassen. Der Wasserbus* der Linie 202 bringt Urlauber und ihre Fahrräder in einer Stunde von der Haltestelle nahe der Erasmusbrug dorthin.

Kein Bild verkörpert die Vorstellung von den Niederlanden so sehr wie die hier aufgereihten Mühlen aus dem 18. Jh., die zum UNESCO-Welterbe gehören. Seit dem 16. Jh. arbeiteten Windmühlen unermüdlich daran, die Felder des Landes trocken zu pumpen, Korn zu mahlen und Sägewerke anzutreiben. Wie das funktioniert, erfährt man im Besucherzentrum Wisboomgemaal. Wie ein Müller mit seiner Familie wohnte und was seine Aufgaben waren, erlebt man bei der Besichtigung der Museumsmühlen Nederwaard und Blokweer.

Madurodam – die Niederlande en miniature

Den Haag ist Regierungssitz, königliche Residenz und Hauptstadt der Provinz Zuid-Holland. Noble Stadtpalais und Hochhaus-Skyline, Chinatown und Hofkwartier machen Lust auf einen Stadtbummel.

Das ganze Land zu Fuß erkunden Familien in Madurodam*. Im Miniaturpark von Den Haag sind die Highlights der Niederlande im Maßstab 1:25 versammelt. Klein-Amsterdam ist zu bewundern, Schiffe fahren auf Kanälen, Windmühlenflügel drehen sich, Züge rattern über Schienen, Flugzeuge rollen auf dem Amsterdamer Schiphol Airport in Position.

Außerdem gibt es interaktive Attraktionen, Filme, Mitmachstationen und Spielplätze. Über 5500 Miniaturbäume und 55.000 die ganze Saison über blühende Pflanzen verschönern den Park.

Per Straßenbahn nach Scheveningen

Scheveningen* ist von Den Haag aus ganz schnell per Straßenbahn zu erreichen. Mit seinem 3 Kilometer langen Strand und den Dünen ist es der beliebteste Badeort Hollands. Hier findet jeder seinen Platz – ob er schwimmen, surfen oder Beachvolleyball spielen, spazieren gehen oder in Ruhe entspannen möchte. Die blaue Flagge garantiert saubere und sichere Strände.

Der fast 400 Meter lange Pier lockt mit Essen und Trinken, Aussichtsplattform, Zipline, Bungeespringen und Riesenrad. Man kann sogar in Suiten übernachten. Das SeaLife Scheveningen* gibt Einblicke in die Unterwasserwelt der Nordsee. Das in die Dünen eingefügte Museum Beelden aan Zee* präsentiert moderne und zeitgenössische Skulpturen.

Die Frans-Hals-Stadt Haarlem

In die Zeit des Malers Frans Hals (1582-1666) zurückversetzt fühlt sich, wer durch das historische Zentrum von Haarlem und über den Grote Markt schlendert. Eleganten Grachtenhäuser reicher Kaufleute, Gassen und Brücken bezaubern mit ihrem nostalgischen Flair.

Der auf Porträts spezialisierte Maler verstand es meisterhaft, Charakter und Stimmung der Menschen zu erfassen. Seine großformatigen Schützenstücke und Regentenporträts bilden den Kern des Frans Hals Museums – Hof*. Es ist in dem Altmännerstift untergebracht, in dem Frans Hals seine letzten Jahre verbrachte. Zu sehen sind Werke wie das ›Festmahl der Offiziere der Schützengilde St. Georg‹ von 1616 und ›Die Vorsteher des St. Elisabeth-Krankenhauses in Haarlem‹ (um 1641). Eindrucksvolle Gemälde von Künstlern der Haarlemer Schule vervollständigen die Sammlung.

Alkmaar: Alles Käse!

Ein Besuch in den Niederlanden und gar in Alkmaar ist nicht rund, wenn nicht auch Käse probiert oder gekauft wird. Käse, das „gelbe Gold des Landes“, schmeckte schon dem römischen Kaiser Julius Cäsar.

Das Käsemuseum* in der zweiten und dritten Etage der Käsewaage am Waagplein von Alkmaar informiert über die beiden beliebtesten holländischen Sorten Edamer und Gouda, über die Geschichte, die traditionelle und industrielle Käseherstellung und den Handel. In dem Museum sind auch historische Werkzeuge ausgestellt.

Schon 1593 wurde der erste Käsemarkt* abgehalten. Von April bis Oktober kann man den weiß gekleideten Käseträgern jeden Freitagvormittag von 10 bis 13 Uhr beim Transportieren der gestapelten Käselaiber zusehen. Bedingt durch Corona wird der Markt erst wieder 2021 stattfinden.

Texel, größte Westfriesische Insel

Die Waddeneilanden, die Westfriesischen Inseln, locken mit Sandstränden, Dünen, Kiefernwäldchen, Rad- und Wanderwegen. Texels* Attraktion Nummer eins ist der 30 Kilometer lange Sandstrand. Der Ort De Koog, der als einziger am Nordseestrand liegt, hat sich zum Wassersportzentrum und Hotspot für Surfer und Wellenreiter entwickelt.

Zu den Naturreservaten der Insel zählt der Nationaal Park Duinen van Texel*, der sich über die gesamte Westküste der Insel erstreckt. Er lässt sich auf Wander- und Radwegen durchstreifen. Mehr über den Nationalpark, die Nordsee und das Wattenmeer erfährt man bei einem Besuch im Naturmuseum Ecomare*, dem ein Meeresaquarium und eine Seehundstation angeschlossen sind.

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Cornelia Schubert
Fach-Autorin
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