Sehenswürdigkeiten in Nürnberg: Die besten Tipps

Touristenmagnet: Der Weihnachtsmarkt rund um die Frauenkirche
Touristenmagnet: Der Weihnachtsmarkt rund um die Frauenkirche© imago images/Future Image

Fachwerk, Dürer, Bratwurst und Spielzeug: Nürnberg hat viel mehr als den Christkindlesmarkt zu bieten. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten für Ihren Städtetrip.

  • Nürnberg kulinarisch: Rostbratwurst und Lebkuchen

  • Erinnerungskultur: Das Erbe der Nazis

  • Nürnberg mit Kindern: Spielzeug und Züge

Albrecht Dürer, Lebkuchen und der berühmteste Weihnachtsmarkt der Welt – davon hat wohl jeder schon gehört. Doch die fränkische Metropole an der Pegnitz wartet mit vielen weiteren spannenden Sehenswürdigkeiten auf. Das sind die besten Tipps für den Nürnberg-Aufenthalt.

Karte: Nürnberg auf einen Blick

Christkindlesmarkt: Touristenmagnet

Weihnachtliche Stimmung auf dem weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkt © Shutterstock/ecstk22

Er ist nicht nur einer der ältesten, sondern wohl auch der berühmteste Weihnachtsmarkt der Welt: der Nürnberger Christkindlesmarkt*. Auf diesen Satz freut sich jeden November wohl ganz Nürnberg: "Ihr Herrn und Frau'n, die ihr einst Kinder wart, seid es heut' wieder!" Das sind die traditionellen Worte des Nürnberger Christkinds zur Eröffnung des Spektakels, für das fast 200 Holzhäuschen mit rot-weiß gestreiften Stoffdächern aufgebaut werden.

Angeboten werden Christbaumschmuck, Rauschgoldengel, Krippen und Nussknacker, natürlich Glühwein, original Nürnberger Lebkuchen sowie Nürnberger Rostbratwürste. Am Hans-Sachs-Platz ist eine Weihnachtsstadt für Kinder aufgebaut, wo diese unter anderem Wunschzettel an das Christkind schreiben können. Weitere Attraktionen sind der Markt der 13 Partnerstädte und der Lichterzug der Nürnberger Kinder.

Kaiserburg: Wahrzeichen von Nürnberg

Wahrzeichen der Stadt Nürnberg: Die Kaiserburg © Shutterstock/Scirocco340

Sie thront weithin sichtbar über der Stadt und ist das Wahrzeichen von Nürnberg: die Kaiserburg. Zwischen 1050 und 1571 hielten hier alle römisch-deutschen Kaiser zeitweise Hof. Abgesehen davon, dass die Burg einen der spektakulärsten Ausblicke auf Nürnberg bietet, gibt es auf der Anlage jede Menge Sehenswertes, etwa die romanische Doppelkapelle mit einem spätgotischen Kruzifix von Veit Stoß. Im Kaiserburgmuseum kann man die baugeschichtliche Entwicklung des mächtigen Gemäuers verfolgen. Hochinteressant ist auch das Museum mit mittelalterlichen Waffen.

Tipp: In den ehemaligen Stallungen befindet sich eine Jugendherberge – mit 93 Zimmern eine der größten und modernsten in Deutschland. Besonders begehrt sind die Turmzimmer.

Burggärten: Romantische Ausblicke

Treppen und Steintore finden sich im verwunschenen Burggarten an der Kaiserburg © imago images/Westend61

Der Burggarten der Kaiserburg stammt aus dem 19. Jahrhundert. Hier kann man dem Gesang von Buchfink und Zilpzalp lauschen – mehr als 25 Vogelarten haben auf der Burg ein Zuhause gefunden. Nicht verpassen sollte man auch den Bürgermeistergarten entlang der Burgmauer. Er ist mit seinen Toren, Bänken und Treppen herrlich verwunschen. Von dort blickt man auch auf das Albrecht-Dürer-Haus.

Albrecht-Dürer-Haus: Beim Erfinder des Selfies

Stube im Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg © imago images/imagebroker

Er zeichnete den "Feldhasen" und die "Betenden Hände": Albrecht Dürer war der herausragende Künstler der deutschen Renaissance. Von 1509 bis zu seinem Tod 1528 lebte und arbeitete er in Nürnberg – in seinem Haus am Fuße der Kaiserburg. Heute beherbergt es das Albrecht-Dürer-Museum. Das vierstöckige Gebäude ist das einzige noch erhaltene Künstlerhaus aus dem 15. Jahrhundert in Nordeuropa.

Mit dem Audioguide geht es durch die Mal- und Druckwerkstatt, durch die Wohnstuben und die Küche. Unterhaltsam sind auch die Führungen durch eine Schauspielerin als Dürers Ehefrau Agnes. Albrecht Dürer war ein in Malerei, Grafik, Kupferstich und Holzschnitt europaweit gefeierter Meister. Zudem gehört er zu den ersten Künstlern, die Selbstporträts schufen. Deshalb wird der Nürnberger gern auch als ein "Erfinder des Selfies" tituliert.

Weißgerbergasse: Schönstes Fachwerk

Historische Handwerkerhäuser in der Weißgerbergasse in Nürnberg © iStock.com/Juergen Sack

Das größte noch bestehende Gebäudeensemble alter Fachwerkhäuser in Nürnberg befindet sich in der Weißgerbergasse. Die Nürnberger Altstadt war durch die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört worden. In der Weißgerbergasse hatten die mittelalterlichen Gebäude das Bombardement wunderbarerweise überstanden. Heute zeugen 20 bunt verzierte und liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser von der einstigen Pracht. Bars und Cafés, eine Eismanufaktur, kleine Läden und Handwerksbetriebe machen den Besuch umso schöner.

Hauptmarkt: Der Ring der Wünsche

Wochenmarkt auf dem Nürnberger Hauptmarkt © imago images/Wolfgang Maria Weber

Der Hauptmarkt ist das Herz der Nürnberger Altstadt. Jeden Werktag ist Wochenmarkt mit frischem Obst und Gemüse. Bis auf die Weihnachtszeit – dann findet auf der weitläufigen, 5000 Quadratmeter großen Fläche der Christkindlesmarkt statt. Sehenswert ist der 1396 erbaute Schöne Brunnen, der an eine gotische Kirchturmspitze erinnert. Mehr als eine Kuriosität ist der goldene Ring am Brunnen. Es heißt, wer einmal daran dreht, bekommt drei Wünsche erfüllt. Wer dreimal dreht, kann sich angeblich über viele Kinder freuen.

Die Einheimischen schwören übrigens auf einen zweiten Ring, der schwarz ist – sein goldenes Pendant sei etwas für Touristinnen und Touristen, heißt es.

Frauenkirche: Gotisches Meisterwerk

Das "Männleinlaufen" an der Frauenkirche in der Nürnberger Altstadt © iStock.com/hohl

Auf der Ostseite des Hauptmarktes ragt die Frauenkirche in den Himmel. Jeden Mittag Punkt 12 Uhr recken sich zahllose Köpfe, um das vierminütige Spektakel des Männleinlaufens in 20 Metern Höhe auf der astronomischen Kunstuhr am Westgiebel zu beobachten. Dort drehen die Figuren von sieben Kurfürsten drei Runden um Kaiser Karl IV. – flankiert von Fanfaren- und Flötenbläsern. Karl IV. hatte die Frauenkirche 1355 als kaiserliche Hofkapelle gestiftet.

Auch im Innern ist das gotische Gotteshaus sehenswert. So gilt der Tucheraltar als das bedeutendste Werk der Tafelmalerei aus der Zeit vor Albrecht Dürer. Bedeutende Kunstwerke sind auch die drei ältesten Glasmalereien auf dem Kaiserfenster.

Tipp: In Nürnberg stehen noch zwei weitere imposante gotische Kirchen. St. Sebald birgt den Schrein des Stadtpatrons Sebald, geschaffen vom Nürnberger Bildhauer Peter Vischer. Auch die Lorenzkirche ist voller Kunstwerke aus Spätmittelalter und Renaissance, darunter prächtige Altäre aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

Nürnberger Lebkuchen: Exportschlager

Lebkuchen haben im Frankenland Tradition © imago images/Alexander Pohl

Die original Nürnberger Oblatenlebkuchen schmecken nicht nur zur Weihnachtszeit. In Nürnberg wird der kulinarische Exportschlager deshalb ganzjährig angeboten. Die Rezeptur aus dem Mittelalter ist bis heute geheim. Dass Nüsse, Honig und Gewürze wie Zimt, Nelken und Kardamom verwendet werden, schmeckt man allerdings heraus. Bereits im 12. Jahrhundert übernahmen Zünfte die Herstellung. Die exotischen Gewürze gelangten aus dem Orient über Venedig in die Handelsstadt Nürnberg. Der Genuss war selbst in der Fastenzeit erlaubt – Lebkuchen galten tatsächlich als Arzneimittel.

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Weinstadel: Romantisches Fotomotiv

Markanter Fachwerkbau in der Nürnberger Altstadt: Der Weinstadel © Shutterstock/Sina Ettmer Photography

Was wäre die Nürnberger Altstadt ohne das fotogene Ensemble aus Weinstadel, Henkersteg und Henkerturm? Der gotische Weinstadel ist mit 48 Metern Länge eines der größten Fachwerkhäuser Deutschlands. Als Weinlager wurde das Gebäude erst ab 1571 genutzt. Zuvor wurden in dem zwischen 1446 und 1448 außerhalb der Stadtmauer erbauten Haus während der Karwochen Leprakranke mit Nahrung versorgt. Im frühen 16. Jahrhundert quartierte die Stadt dann arme Familien und Handwerker ein. Heute ist der Weinstadel ein Studentenwohnheim, das sogar eine eigene Mensa besitzt.

Maxbrücke: Baukunst von 1457

Die Nürnberger Maxbrücke überquert die Pegnitz © stock.adobe.com/schulzfoto

Den besten Blick auf Weinstadel, Henkersteg und Kettensteg bietet die Maxbrücke. Sie überspannt die Pegnitz zwischen Maxplatz und Unschlittplatz. Gebaut hat sie Jakob Grimm aus Rothenburg ob der Tauber im Jahr 1457. Damit ist die Maxbrücke mit ihren drei Bögen die älteste Steinbrücke von Nürnberg. Früher hieß sie Steinerne Brücke, da die anderen Brücken zumeist aus Holz errichtet waren. Erst 1810 wurde sie zu Ehren des bayerischen Königs Maximilian I. Joseph in Maxbrücke umbenannt.

Handwerkerhof: Zeitreise ins Mittelalter

Der Handwerkerhof ist eine beliebte Sehenswürdigkeit in Nürnberg © Stadt Nürnberg/Christine Dierenbach

Auf dem Gelände des ehemaligen Waffenhofs beim Frauentor nahe dem Hauptbahnhof entstand 1971 eine der beliebtesten Nürnberger Sehenswürdigkeiten: Der Handwerkerhof präsentiert sich mit seinen Fachwerkhäuschen als eigene kleine Stadt aus längst vergangenen Zeiten. In den Läden zeigen Handwerksmeisterinnen und -meister ihre Kunst. Da wird getöpfert, Leder verarbeitet, ein Zinnpokal verziert, Glas geschliffen und bemalt. Echte Nürnberger Bratwürstchen gibt es auch – selbstverständlich über dem Feuer gebraten. Dazu schmeckt auf einer der rustikalen Bänke ein Nürnberger Rotbier.

Reichsparteitagsgelände: Das Erbe der Nazis

Relikt nationalsozialistischer Herrschaftsarchitektur: das Nürnberger Reichsparteitagsgelände © Shutterstock/Peter Stein

Von 1933 bis 1938 hielten die Nationalsozialisten in Nürnberg ihre Reichsparteitage ab. Dafür wurden auf dem 24,5 Quadratkilometer großen Reichsparteitagsgelände gigantische Bauten wie die unvollendete Kongresshalle in Angriff genommen. Das U-förmige Gebäude ist das größte Relikt nationalsozialistischer Herrschaftsarchitektur und steht unter Denkmalschutz. Auf dem Areal, wo einst Hunderttausende Adolf Hitler zujubelten, kann man sich ein Bild von der Kulissenarchitektur und den Propagandaschauen der Nazis machen.

Ein sehenswertes Dokumentationszentrum, das teils noch bis Ende 2024 ausgebaut wird, erinnert an die Rolle Nürnbergs während der NS-Zeit. Heute wird das Gelände unter anderem für das Festival "Rock im Park" genutzt.

Memorium Nürnberger Prozesse: Ort der Weltgeschichte

Im Schwurgerichtssaal des Nürnberger Justizpalastes fanden die Nürnberger Prozesse statt © Shutterstock/chrisdorney

Am 20. November 1945 begann im Schwurgerichtssaal 600 des Nürnberger Justizpalastes der Prozess gegen 21 Hauptverantwortliche des NS-Regimes. Nürnberg war als Stadt der Reichsparteitage bewusst für das Gerichtsverfahren vor dem Internationalen Militärgerichtshof ausgewählt worden. Das Memorium Nürnberger Prozesse informiert am Originalschauplatz über das damalige Verfahren. Historische Ton- und Filmdokumente vermitteln Eindrücke vom Prozessgeschehen. Zu sehen sind auch Teile der Anklagebank.

Museen in Nürnberg

Neues Museum: Spektakuläres Design

Das Neue Museum in Nürnberg © dpa/imageBROKER

Eine faszinierende Sammlung von Kunst und Design aus dem 20. und 21. Jahrhundert zeigt das Neue Museum. Allein schon der markante Bau mit der geschwungenen, 100 Meter langen Glasfassade ist ein Hingucker – im Kontrast zum Fachwerkidyll der umliegenden Altstadt. Auf mehr als 3000 Quadratmetern Sammlungs- und Ausstellungsfläche finden sich 1500 Kunstwerke aus Malerei, Skulptur, Fotografie, Videokunst und Design ab den 1950er-Jahren bis zur Gegenwart.

Germanisches Nationalmuseum

Historischer Globus im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg © ddp/Timm Schamberger

Deutsche Kulturgeschichte von der Frühzeit bis heute – im Germanischen Nationalmuseum gibt es so viel Interessantes zu sehen, dass man dort einen ganzen Tag verbringen kann. Ob ein Kartäuserkloster aus dem Mittelalter, der älteste Globus der Welt, der geheimnisvolle Goldkegel von Ezelsdorf-Buch aus der Bronzezeit oder die Skulpturen von Veit Stoß – dieses Museum ist voller Höhepunkte. Bemerkenswert ist auch die Sammlung europäischer Grafiken mit mehr 350.000 Blättern. Zudem sind Gemälde von Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Carl Spitzweg oder auch Ludwig Kirchner ausgestellt.

Bratwurstmuseum: Köstliches Kulturgut

Blick in die Ausstellung des Bratwurstmuseums in Nürnberg © dpa/Daniel Karmann

In diesem etwas anderen Museum wird der Bratwurst gehuldigt. Die ansprechend aufgemachte Ausstellung gewährt Einblicke in die 700 Jahre alte handwerkliche Tradition einer der wichtigsten kulinarischen Spezialitäten Nürnbergs. Schließlich sind die köstlichen Nürnberger Rostbratwürste, die nur zwischen 7 und 9 Zentimeter lang sein dürfen, weit über die Grenzen Deutschlands beliebt.

Tipp: Im Museumsshop des Bratwurstmuseums findet man viele Geschenkideen und Souvenirs rund um die Wurst.

Nürnberg mit Kindern

Spielzeugmuseum: Für Groß und Klein

Historische Puppenstube im Spielzeugmuseum in Nürnberg © dpa/Rainer Hackenberg

Seit über 600 Jahren ist Nürnberg die Stadt des Spielzeugs. Im Mittelalter wurden Puppen hergestellt, später folgten Spielsachen aus Holz, Zinnfiguren und Blechspielzeug. Firmen wie Schuko, Trix und Fleischmann machten Nürnberg, auch Standort der Internationalen Spielwarenmesse, endgültig zur Spielzeughochburg. Kein Wunder also, dass sich eines der bedeutendsten Spielzeugmuseen der Welt in Nürnberg befindet.

Die Geschichte des Spielzeugs als menschliche Kulturgeschichte: Kostbare Puppenstuben aus Uromas Jugend sind im Spielzeugmuseum ebenso zu bewundern wie Blechautomobile aus den 50er-Jahren, Barbie-Puppen, Lego-Steine und Playmobil-Figuren. Dazu Zauberlaternen, Guckkästen, Dioramen – ein Fantasieausflug ins Märchenreich ist jederzeit möglich. Spektakulär ist auch das "Schattenreich" im Kellergewölbe: ein Escape-Game, bei dem Cleverness und Teamgeist gefragt sind.

DB-Museum: Legenden der Schiene

Ikonen der Eisenbahngeschichte: ICE und Adler im Nürnberger DB-Museum © DB Museum/Uwe Niklas

Ob die älteste noch in Deutschland erhaltene Dampflok oder der prunkvolle Hofzug Ludwigs II. – Legenden der Eisenbahngeschichte gibt es im Nürnberger DB-Museum zu bestaunen. Ausgestellt sind mehr als 150 historische Eisenbahnfahrzeuge. Auch Kinder und Jugendliche haben in diesem Haus jede Menge Spaß, etwa beim Lokführer-Fahrsimulator oder der Modelleisenbahn, auf der mehr als 30 Züge unterwegs sind.

Text: Hans Schloemer

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