Deutschlands schönste Burgen und Schlösser

Luftaufnahme von Schloss Moritzburg
Schloss Moritzburg: Königliches Lustschloss unter August dem Starken ∙ © Shutterstock/GagliardiPhotography

Ob trutzige Ritterburg oder romantisches Märchenschloss, historische Bauwerke faszinieren Jung und Alt gleichermaßen. Von der Ostsee bis zu den Alpen: Das sind die 15 schönsten Burgen und Schlösser in Deutschland.

  • Alle vorgestellten Burgen und Schlösser mit Detailinfo in der ADAC Trips App

  • Führungen in Schlössern im Privatbesitz häufig nur von April bis November möglich

  • Auf der Homepage Corona-Einschränkungen nachlesen

Geschätzt 25.000 Burgen und Schlösser zeugen in Deutschland vom Glanz vergangener Zeiten. Weil die Bundesrepublik einst in zahlreiche kleine Staaten gespalten war, finden sich hier ungewöhnlich viele prachtvolle oder beeindruckende Bauwerke. Die meisten haben spannende Geschichten zu erzählen.

Wegen Corona wurden in manchen Bauwerken Führungen in Gruppen ausgesetzt, und die Besucher dürfen alleine mit Headset durch die Räume flanieren (Wartezeiten möglich wegen reduzierter Besucherzahl). Manche privaten Burgen und Schlösser öffnen generell ihre Räumlichkeiten nur in der warmen Jahreszeit.

Alle Burgen und Schlösser findet man mit Informationen zu Anfahrt, Öffnungszeiten und Eintrittspreisen in der ADAC Trips App.

Burg Hohenzollern in Baden-Württemberg

Luftaufnahme der Burg Hohenzollern
Mit traumhaftem Rundblick: die imposante Höhenburg Hohenzollern ∙ © iStock.com/scaliger

Ein Muss für Besucher der Schwäbischen Alb: Der Stammsitz des preußischen Königshauses und der Fürsten von Hohenzollern auf dem Gipfel des gleichnamigen, 855 Meter hohen Berges. Ihr heutiges Aussehen mit den spitzen Türmen verdankt die Burg Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. Er ließ die Anlage nach Jahrhunderten des Verfalls zwischen 1850 und 1867 wiederaufbauen. Sie ist heute noch in Familienbesitz.

Zu den Highlights der Hohenzollern-Burg zählen die prunkvollen Säle, wie der Grafensaal, das Markgrafenzimmer und der Blaue Salon, sowie die Waffen- und Schatzkammer. Glänzende Ritterrüstungen, die preußische Königskrone und die silberbestickte Courschleppe von Königin Luise sind hier zu sehen. Das berühmteste Ausstellungsstück stammt vom Preußenkönig Friedrich II. („Alter Fritz“): ein Waffenrock mit Schnupftabaksdose, welcher der Legende nach dem Alten Fritz in der Schlacht bei Kunersdorf im Siebenjährigen Krieg das Leben rettete. In der Kunstsammlung sind bedeutende Gemälde, kostbares Silber und Porzellan zu bestaunen.

Im Innenhof der Burg zeugt eine historische Kanone gigantischen Ausmaßes von zahllosen Belagerungen. In der Burgschänke kann man sich stärken. Der Burghof ist zudem Veranstaltungsort für William-Shakespeare-Theaterstücke und andere Events.

Nicht zuletzt ist es auch ihre einzigartige Lage, die bereits Kaiser Wilhelm II. zu dem Ausspruch animierte, dass der "Ausblick von der Burg Hohenzollern wahrlich eine Reise wert ist".

Die Burg Hohenzollern*

Schloss Neuschwanstein in Bayern

Luftaufnahme von Schloss Neuschwanstein
Sich ein Mal wie der Märchenkönig fühlen: Schloss Neuschwanstein ∙ © iStock.com/bluejayphoto

An der Spitze der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Bayerns steht das Schloss Neuschwanstein mit durchschnittlich 6000 Besuchern pro Tag. In atemberaubender Lage thront das berühmte Märchenschloss mit verspielten Türmchen und Zinnen über dem Alpsee. Der Bau wurde ab 1869 für den bayerischen König Ludwig II. als idealisierte Vorstellung einer Ritterburg aus der Zeit des Mittelalters errichtet. Der König lebte darin nur wenige Monate, er starb 1886 noch vor der Fertigstellung.

Das Innere mit reich geschmücktem Thron- und Sängersaal und vergleichsweise bescheidener Wohnung ist nur mit Führung (zeitgebundene Tickets, auch online) zu besichtigen. Besonders beeindruckend ist die Grotte zwischen Wohn- und Arbeitszimmer, eine künstlich geschaffene Tropfsteinhöhle.

Vom Ticketcenter aus erreichen Besucher das Schloss zu Fuß (ca. 40 Minuten) oder per Pferdekutsche (ca. 20 Minuten). In den Monaten Juli bis September ist der Besucherandrang im Schloss besonders groß. Die Schlösserverwaltung rät Besuchern daher, Neuschwanstein nach Möglichkeit außerhalb dieses Zeitraums zu besuchen. Tipp für Wanderer und Hobbyfotografen: Auf dem zweistündigen Rundwanderweg um den Alpsee bieten sich an mehreren Stellen Gelegenheiten, das Schloss in seiner ganzen Größe zu fotografieren.

Schloss Neuschwanstein*

Schloss Herrenchiemsee in Bayern

Schloss auf Herrenchiemsee
Hommage an König Ludwig XIV. von Frankreich: Schloss Herrenchiemsee ∙ © stock.adobe.com/Fabio Lotti

Fast so berühmt wie Neuschwanstein ist das Schloss Herrenchiemsee. König Ludwig II. von Bayern ließ 1874 nach einer Frankreich-Reise auf der Insel Herrenchiemsee ein Abbild von Schloss Versailles, dem Residenzschloss des Sonnenkönigs Ludwig XIV, errichten. Dieses Schloss sollte ein Denkmal für den französischen Sonnenkönig sein. Allerdings starb Ludwig II. noch vor der endgültigen Fertigstellung des Schlosses, woraufhin die Bauarbeiten eingestellt wurden.

Im Südflügel befindet sich heute ein Museum über das tragische Leben des Monarchen, der unter ungeklärten Umständen am 13. Juni 1886 im Starnberger See starb. Das Herzstück des Schlosses sind das Prunktreppenhaus, das Paradeschlafzimmer und der große Spiegelsaal. Mit einer Länge von 75 Metern übertrifft er sein 73 Meter langes Vorbild aus Versailles. In den königlichen Sälen finden heute die alljährlichen Festspiele internationaler Musik statt. Für Kinder werden spezielle Führungen angeboten.

Tipp: Von der Bootsanlegestelle auf Herrenchiemsee erreicht man das Schloss in einem ca. 30-minütigen Fußmarsch. Wer es bequem mag, nimmt die Pferdekutsche. Kutschenfahrten werden aber nur im Sommerhalbjahr angeboten.

Schloss Herrenchiemsee*

Schloss Charlottenburg in Berlin

Außenansicht von Schloss Charlottenburg
Sommerresidenz der Könige von Preußen: Schloss Charlottenburg ∙ © iStock.com/benedek

Mit dem Gebäudeteil Altes Schloss und dem Neuen Flügel ist Schloss Charlottenburg die größte und bedeutendste Schlossanlage der einstigen Kurfürsten Brandenburgs, preußischen Könige und deutschen Kaiser und von insgesamt sieben Generationen Hohenzollern. Benannt ist es nach Sophie Charlotte (1668–1705), der Frau von Preußens erstem König Friedrich I. Es wurde von 1695 bis 1791 in mehreren Abschnitten im Stil des Barock, Rokoko und Klassizismus erbaut. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es bis 1957 wiederaufgebaut.

Das Schloss bietet neben einer Einführung in die Dynastie der Hohenzollern originalgetreu eingerichtete Räume und Säle sowie Kunstsammlungen. Das Porzellankabinett, die Schlosskapelle und das Schlafzimmer Friedrichs I. zählen zu den Höhepunkten im Alten Schloss. Nicht mehr zu sehen ist das weltberühmte Bernsteinzimmer. Dieser Prunkraum kam 1716 als Geschenk des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. an den russischen Zaren Peter den Großen nach St. Petersburg. Seit 1944 ist es verschollen.

Zum Schloss gehört auch der Schlossgarten mit dem Belvedere (heute Ausstellungsraum für die Königliche Porzellanmanufaktur), dem Mausoleum (in dem sich unter anderem die Sarkophage von Königin Luise und Friedrich Wilhelm III. befinden) und dem Neuen Pavillon.

Schloss Charlottenburg*

Schloss Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern

Außenansicht des Schloss Schwerin
Früher herzogliche Residenz, heute Sitz des Landtags: Schloss Schwerin ∙ © stock.adobe.com/Andreas Fischer

Das „Neuschwanstein des Nordens“ liegt mitten in Schwerin auf einer künstlich angelegten Insel. Über 600 verschiedene Räume, elf Geschosse, unzählige Türme und Türmchen – und alles steht auf rund 9000 Pfählen in einem See. Jahrhunderte lang war das Schloss Sitz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge, heute dient ein Teil der Anlage als Sitz des Landtags, auf drei Etagen ist das Schlossmuseum untergebracht. Außen und innen ist das Schweriner Schloss weitestgehend original erhalten. In Gruppen oder beispielsweise am Tag der offenen Tür kann man es besuchen.

Im Innern locken die Beletage mit ihren Wohn- und Gesellschaftsräumen, der Thronsaal und weitere Säle und Kabinette. Kostbare Gemälde, Skulpturen und Kunsthandwerk aus dem 19. Jahrhundert sind dort ausgestellt. Schlosspark, Orangerie und Grotte laden zum Spaziergang ein. Das Schweriner Schloss ist von diversen, repräsentativ gestalteten Gartenanlagen umgeben – Erinnerungen an die Bundesgartenschau 2009.

Schloss Schwerin*

Schloss Marienburg in Niedersachsen

Dronenaufnahme Schloss Marienburg
Königliches Geburtstagsgeschenk: Schloss Marienburg ∙ © Stefan Knaak Photography

"Es war einmal ein König, der schenkte seiner Vermählten ein Schloss mit 160 Zimmern, 30 Meter hohen Aussichtstürmen, einer Kapelle und Stallungen." Genau so beginnt die Geschichte von Schloss Marienburg. Die historistische Schlossanlage ließ König Georg V. von Hannover im 19. Jahrhundert als Sommerresidenz und Jagdschloss auf dem Marienberg in neugotischem Stil bei Hannover erbauen. Es war ein Geschenk an seine Ehefrau, Königin Marie, zu ihrem 39. Geburtstag. Die Königin und ihre Tochter Mary bewohnten das Schloss jedoch nur zwei Jahre und folgten 1867 dem entthronten Gemahl und Vater nach der Niederlage Hannovers im Krieg gegen Preußen ins österreichische Exil. Schloss Marienburg blieb unbewohnt zurück und fiel für fast 150 Jahre in einen Dornröschenschlaf.

Heute ist das Schloss im Privatbesitz des Hauses Hannover und beherbergt ein Museum mit prunkvollen Räumen und einer prachtvollen Bibliothek. Bei der knapp einstündigen Schlossführung werden schwerpunktmäßig jene Räume gezeigt, die Königin Marie mit ihrer Tochter Mary in den Jahren 1866 bis 1867 bewohnte. Es sind nur etwa 15 der rund 100 Räume, darunter die Eingangshalle, der Rittersaal und der Salon der Königin mit Bibliothek, die Schlosskapelle und die historische Schlossküche zu besichtigen. Ein Teil der in der Führung enthaltenen Räume (Speisesaal und Räume der Prinzessinnen) darf gesehen, aber nicht betreten werden. In den früheren Pferdestallungen und der Kutschenremise befindet sich heute ein Restaurant, in dem Besucher wie im 19. Jahrhundert speisen können.

Wer schon immer von einer Märchenhochzeit geträumt hat: Auf Schloss Marienburg wird der Traum von der Prinzessinnenhochzeit wahr. Regelmäßig geben sich Paare auf dem Marienberg das Ja-Wort.

Schloss Marienburg*

Schloss Braunfels in Hessen

Luftaufnahme Schloss Braunfels
Seit dem 13. Jahrhundert in Besitz der Grafen von Solms: Schloss Braunfels ∙ © imago images/Westend61

Das Schloss Braunfels erhebt sich wie eine Ritterburg aus dem Märchen über der Altstadt des gleichnamigen Ortes im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Zinntürmchen, Wehrgänge, Bastionen und Kanonen aus Bronze zeugen von jahrhundertelangem Um- und Ausbau. Seit dem 13. Jahrhundert befindet sich die ehemals mittelalterliche Burg in Besitz der Grafen von Solms.

Zu besichtigen sind die schönsten Räume des Schlosses. Dazu gehören der Rittersaal, die Gemäldegalerie sowie das Fürstliche Familienmuseum. Ein Teil davon kann nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Das Fürstliche Familienmuseum zeigt verschiedene Exponate aus der Privatsammlung der Grafen und Fürsten zu Solms-Braunfels. Waffen, Uniformen, Duellpistolen, Fürstenbrief und Münzen sowie Kunstgegenstände können Besucher dort bewundern, auch Kleider und Schmuck der Prinzessinnen werden ausgestellt.

Kinder sollten nach dem Schlossbesuch einen Abstecher in den fürstlichen Tiergarten machen. Noch ein Tipp: Sehenswert ist auch die romantische Altstadt von Braunfels, deren Mauern und Stadttore sich wie ein Teil des Schlosses in das Gesamtbild einfügen.

Schloss Braunfels*

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Schloss Nordkirchen in Nordrhein-Westfalen

Außenansicht des Wasserschloss Nordkirchen
Das größte Wasserschloss im Münsterland: Schloss Nordkirchen ∙ © stock.adobe.com/Sina Ettmer

Schloss Nordkirchen liegt inmitten eines großzügigen Landschaftsparks und ist das größte und bedeutendste unter den westfälischen Wasserschlössern. Das barocke Ensemble aus weitläufigen Gebäuden, Wassergräben, Gärten und Parks mit Skulpturen und einer kostbaren Innenausstattung gilt als das „westfälische Versailles“.

Zu den Highlights zählen der prächtige Jupitersaal mit seinen aufwendigen Deckengemälden und die hochbarocke Schlosskapelle mit kostbaren Stuckarbeiten, Decken sowie Holzschnitzereien. Schloss und Park lassen sich am besten mit einer sachkundigen Führung entdecken. Durch Schlosskonzerte und Musikfreizeiten ist das Wasserschloss auch für sein Kulturangebot bekannt.

Schloss Nordkirchen*

Schloss Drachenburg in Nordrhein-Westfalen

Luftaufnahme des Schloss Drachenburg
Schloss Drachenburg bietet einen atemberaubenden Blick über das Rheintal ∙ © iStock.com/saiko3p

Schloss Drachenburg bei Königswinter liegt unterhalb des sagenumwobenen Drachenfelses und der gleichnamigen Burgruine im Naturpark Siebengebirge. Es wurde in Rekordzeit von 1882 bis 1884 als repräsentativer Wohnsitz für den Finanzunternehmer Stephan von Sarter gebaut, der jedoch nie in dem Schloss wohnte. Heute ist das Schloss beinahe im Originalzustand erhalten und für Touristen geöffnet. In der Dauerausstellung erfahren Besucher, warum Schloss Drachenburg eigentlich weder Burg, noch Schloss, sondern vielmehr „eine viel zu groß geratene Villa“ ist. Es beherbergt das Museum zur Geschichte des Naturschutzes und das Gründerzeitmuseum.

Das Schloss ist entweder fußläufig über den Eselsweg (mindestens eine Stunde Fußmarsch) oder über die nahegelegene Mittelstation der Drachenfelsbahn erreichbar. Die Drachenbahn ist die älteste noch betriebene Zahnradbahn in ganz Deutschland. In der Hauptsaison pendelt sie alle 30 Minuten und transportiert Gäste bis kurz unterhalb des Drachenfelsgipfels. Vom Drachenfelsplateau hat man einen herrlichen Ausblick über das Rheinland und das Siebengebirge. Ein Modell der Burg Drachenfels, wie sie früher einmal ausgesehen hat, kann man im Siebengebirgsmuseum in Königswinter besichtigen.

Schloss Drachenburg*

Burg Eltz in Rheinland-Pfalz

Außenansicht der Burg Eltz
Wurde niemals erobert oder zerstört: die wehrhafte Burg Eltz ∙ © iStock.com/sorincolac

Den meisten Deutschen, die noch die D-Mark kennen, ist sie wohl bekannt: Burg Eltz an der Mosel zierte von 1961 bis 1995 den 500-Mark-Schein. Die Ritterburg, die niemals erobert oder zerstört wurde, war ursprünglich ein Geschenk von Kaiser Friedrich I. Barbarossa an die Adelsfamilie Eltz, die der Burg ihren Namen gibt. Und dieser Familie gehört sie auch heute noch, nach über 850 Jahren und mittlerweile in der 33. Generation.

Die Innenräume der Burg Eltz können Besucher von April bis November besichtigen, darunter auch den Rittersaal mit den bemerkenswerten Rüstungen und Narrenköpfen, die die Redefreiheit symbolisieren, und die Schatzkammer. Besonders sehenswert sind die umfangreiche Waffensammlung und die wertvollen Ölgemälde (u.a. die Madonna von Lucas Cranach dem Älteren).

Wer die ursprünglich erhaltene Naturlandschaft rund um die Burg genießen möchte, sollte sich eine Wandertour auf dem Traumpfad „Eltzer Burgpanorama“ (Rundwanderweg über 13 Kilometer) nicht entgehen lassen. Einer der schönsten Eifelwege führt vorbei am sprudelnden Eltz-Bach, stillen Wäldern und herrlichen Aussichten und kann problemlos an einem Tag bewältigt werden.

Burg Eltz*

Reichsburg Cochem in Rheinland-Pfalz

Luftaufnahme der Reichsburg Cochem
Stammburg der Pfalzgrafen an der Mosel: die Reichsburg Cochem ∙ © iStock.com/Dmitry Malov

Das imposante Bauwerk ist nicht zu übersehen, es thront auf einem Bergkegel in 154 Metern Höhe. Die ursprüngliche Burg wurde wahrscheinlich um 1100 erbaut und diente damals als Zollburg. Nach ihrer Zerstörung im 17. Jahrhundert wurde sie neu aufgebaut.

Im Inneren der Anlage sind im Rahmen einer Führung unter anderem Rittersaal, Speisesaal, Jagdzimmer, Kemenate und Schlossmuseum mit vielen kunstvollen Schnitzereien, einfallsreich verzierten Keramiköfen und anderen Kunstschätzen zu besichtigen. Für Kinder ab drei Jahren gibt es Geisterführungen mit Räuberessen.

Bekannt ist die Burg auch durch die rustikalen Ritteressen an Frei- und Samstagen sowie das Mittelalterfest im Sommer. Verliebte, die sich mittelalterlich trauen lassen wollen, können in der Burgkapelle heiraten. Greifvogel-Freunde dürfen sich auf Vorführungen in der Falknerei der Burg freuen.

Reichsburg Cochem*

Schloss Moritzburg in Sachsen

Schloss Moritzburg bei Sonnenuntergang
Kulisse für den Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel": Schloss Moritzburg ∙ © imago images/lausitznews.de

Als Jagdschloss von Herzog Moritz im 16. Jahrhundert erbaut, wurde Schloss Moritzburg zum königlichen Lustschloss unter August dem Starken. Bekannt ist das von einem künstlichen See umgebene Barockschloss auch als Kulisse des Films "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Dieser wurde Anfang der 1970er Jahre hier gedreht und ist seitdem ein Weihnachtsklassiker im Fernsehen. Eine Ausstellung über Aschenputtel darf deshalb im Schloss nicht fehlen.

Zu den Highlights im Inneren zählen außerdem das berühmte Federzimmer Augusts des Starken (mit dem Paradebett aus Hunderttausenden Vogelfedern), die kostbare Porzellansammlung sowie Möbel und Gemälde. Beeindruckend sind auch die bemalten Goldledertapeten sowie die Jagdtrophäenausstellung.

Ebenfalls für Besucher zugänglich ist der bis heute nicht vollendete Schlosspark. Dieser sorgte 1996 für Schlagzeilen, als Hobbyarchäologen mehrere Kisten mit Goldschmiedearbeiten fanden, die Ende des Zweiten Weltkriegs von Ernst Heinrich von Sachsen und seinen Söhnen aus Angst vor Enteignung dort vergraben wurden.

Schloss Moritzburg*

Burg Stolpen in Sachsen

Außenansicht der Burg Stolpen
Gruselkabinett und Langzeitgefängnis von Gräfin Cosel: Burg Stolpen ∙ © iStock.com/ewg3D

Ein Besuch der mittelalterlichen Höhenburg aus den Jahren 1100 bis 1200, die heute nur noch unvollständig erhalten ist, lohnt sich für Freunde tragischer Geschichten, aber auch für Menschen, die sich gerne gruseln. Ihre Bekanntheit verdankt die auf einem Vulkankegel gelegene Burg mit ihren markanten Türmen unter anderem einer faszinierenden Gefangenen. Gräfin Cosel, die in Ungnade gefallene Mätresse von August dem Starken, lebte ab 1716 sage und schreibe 49 Jahre unfreiwillig auf der Burg. Ihre Grabstelle befindet sich in der Burgkapelle. In der Dauerausstellung im Johannisturm, ihrem letzten Wohnsitz, erfahren Besucher von ihrem tragischen Leben.

Eine weitere Dauerausstellung widmet sich den grausamen Praktiken des Mittelalters, Geständnisse und Bekenntnisse zu erpressen. Auch auf Burg Stolpen gab es eine Folterkammer. Noch heute sind dort zahlreiche Folterwerkzeuge zu sehen. Beeindruckend auch: die verwinkelten Kellergänge, das Hungerloch (Öffnung im Boden von mittelalterlichen Burgen, durch die ein Gefangener in ein unterirdisches Verlies hinabgelassen wurde) und der 82 Meter tiefe Brunnen, der der Burg eine stetige Wasserversorgung sicherte.

Burg Stolpen*

Schloss Wernigerode in Sachsen-Anhalt

Luftaufnahme der Burg Wernigerode
Filmkulisse für den Kinderbuchklassiker "Das kleine Gespenst": Schloss Wernigerode ∙ © imago images/imagebroker

Schloss Wernigerode war ursprünglich eine mittelalterliche Burg, die den Weg der deutschen Kaiser auf ihren Jagdausflügen in den Harz sichern sollte. Später und nach vielen Wiederauf- und Umbaumaßnahmen diente sie als Wohnsitz des Fürsten zu Stolberg-Wernigerode. Heute beherbergt sie ein Museum für Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts.

Das Schloss ist mitsamt den drei zugehörigen Garten- und Parkanlagen (Lustgarten, Tiergarten, Terrassengärten) in Teilen der Öffentlichkeit zugänglich. Im Innern sind 40 vielfach original ausgestattete Räume in zwei Rundgängen zu besichtigen. Höhepunkte sind Festsaal, Schlosskirche und Bergfried mit weitem Blick über den Harz.

Vielen ist das Schloss als Filmkulisse für den Kinderbuchklassiker "Das kleine Gespenst" von Otfried Preußler bekannt. Jedes Jahr im Sommer finden hier die Wernigeröder Schlossfestspiele statt, die mittlerweile auf eine über 20-jährige Tradition zurückblicken können. Man kann im Schloss auch heiraten und eine Ferienwohnung mieten. Angebot für Kinder: viele Kinderprogramme, z.B. Märchenfee, und individuelle Programme nach Wunsch, Kinderführungen, Kindergeburtstage.

Schloss Wernigerode*

Schloss Glücksburg in Schleswig-Holstein

Außenansicht von Schloss Glücksburg
Glücksburg zählt zu den bedeutendsten Renaissanceschlössern Nordeuropas ∙ © imago images/imagebroker

Majestätisch wie ein Märchenschloss ragt das Glücksburger Schloss aus dem Wasser empor. Herzog Johann d. J. zu Schleswig-Holstein-Sonderburg ließ es zwischen 1582 und 1587 auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters erbauen. Es zählt zu den bedeutendsten Renaissanceschlössern Nordeuropas, das nicht nur Stammsitz der Herzogsfamilien des Hauses Glücksburg, sondern auch zeitweilige Residenz des dänischen Königshauses war.

Seinen Namen erhielt das Gebäude nach dem Wahlspruch des Erbauers: „Gott gebe Glück mit Frieden.“ Glücksburg wird auch als „die Wiege der Königshäuser Europas“ bezeichnet. Johann der Jüngere hatte 22 Kinder, deren Nachkommen in die Königshäuser Englands, Dänemarks, Schwedens, Norwegens, Griechenlands und Russlands eingeheiratet haben.

Im Innern von Schloss Glücksburg findet man prachtvolle Schätze und Zimmer. Die Renaissance-Ausstattung der Räume ist weitgehend erhalten geblieben. Zu den Highlights zählen die Bilder von Persönlichkeiten der europäischen Königshäuser, die Porzellan- und Silbergeschirrsammlung und die Sammlung der Tapisserien und Ledertapeten. Die Besichtigung des ehemaligen Gefängnisses, der Küche und der alten Vorratsräume auf Schloss Glücksburg sind ebenfalls zu empfehlen.

Schließlich gibt es auch eine Sonderausstellung zum dänischen König, Christian IX. Der 1906 gestorbene Monarch trägt den Beinamen „Schwiegervater Europas“, da seine Kinder Spuren in verschiedenen europäischen Königshäusern hinterlassen haben. Besonders schön für kleine und große Kinder: Ein Turm des Wasserschlosses ist als Märchenturm gestaltet. Hier kann man verschiedene Märchen hautnah erleben.

Schloss Glücksburg*

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