Das Weltkulturerbe von Bamberg: Die Top-Sehenswürdigkeiten

Luftbild von Bamberg mit Regnitz altem Rathaus Klein Venedig und Kloster Miachaelsberg
Bamberg lockt mit historischen Sehenswürdigkeiten, malerischer Natur und fränkischen Genüssen© Shutterstock/uslatar

Die Altstadt von Bamberg, seit 1993 Unesco-Weltkulturerbe, gehört zu den besterhaltenen Stadtkernen Deutschlands und versetzt Gäste beim Spaziergang durch die Gassen ins Mittelalter.

  • Kirchen und historische Bauten in der Altstadt

  • Sehenswerte Museen für jeden Geschmack

  • Auf dem Brauereienweg das Umland erkunden

Das von der Regnitz umflossene Bamberg gehört zu den schönsten Städten Süddeutschlands und diente schon mehrfach als Kulisse für historische Filme und Serien. Erbaut auf sieben Hügeln, galt Bamberg einst als fränkisches Rom. Das Stadtbild wird bis heute vom imposanten Bamberger Dom gekrönt. Es lohnt sich, mehrere Tage zu verweilen, um die Sehenswürdigkeiten ganz in Ruhe zu erkunden. Wer eine Pause braucht, kann sich in einem der vielen gemütlichen Gasthäuser bei Bamberger Bier und regionalen Spezialitäten wie fränkischer Bratwurst oder Fisch aus dem Bamberger Land stärken.

Karte zu Top-Sehenswürdigkeiten

Die Bamberger Bergstadt

1. Der Kaiserdom von Bamberg

Blick auf den Bamberger Dom mit Fürstenportal
Der Bamberger Dom gehört zu den Kaiserdomen und prägt mit seinen vier Türmen das Bild der Altstadt© imago images/Zoonar

Der romanische Dom mit seinen vier Türmen gilt als eines der Wahrzeichen von Bamberg und dominiert bereits seit Jahrhunderten das Stadtbild. Der spätere Kaiser Heinrich II. legte den Grundstein für den ersten Dom im Jahr 1004. Dieser brannte jedoch ab und wurde im 13. Jahrhundert neu errichtet. Eine wichtige Sehenswürdigkeit innerhalb des Kaiserdoms ist das Standbild des Bamberger Reiters, das um 1230 entstand und dessen historische Identität bis heute ungeklärt ist.

Nur wenige Schritte entfernt von der Statue liegt das Kaisergrab, das zwischen 1499 und 1513 unter der Leitung des Bildhauers Tilman Riemenschneider entstand. In dem Hochgrab aus Marmor fanden Heinrich II. und seine Gattin Kunigunde ihre letzte Ruhestätte.

2. Die Neue Residenz

Die Fassade der neuen Residenz in Bamberg
Die Prunkräume der Neuen Residenz in Bamberg sind eine Besichtigung wert© Shutterstock/ Dmitry Naumov

Am Domplatz befindet sich auch die Neue Residenz der Bamberger Fürstbischöfe, deren prächtige Ausstattung noch heute von der einstigen Macht der Kirche zeugt. Rund 40 Prunkräume können besichtigt werden. Der gepflegte Rosengarten bietet einen herrlichen Blick über die Stadt und lädt zu einer Erholungspause ein.

3. Das Kloster Michaelsberg

Die dritte der großen Bamberger Sehenswürdigkeiten auf dem Michelsberg ist die Klosteranlage Michaelsberg, die im Jahr 1015 als Benediktinerkloster gegründet wurde und dem Bamberger Bischof unterstand. In der Klosterkirche lohnt sich unbedingt der Blick zur Decke, denn das Gewölbe ist mit Kräutern, Blumen und Tieren bemalt. Diese symbolisieren den biblischen Paradiesgarten.

Wichtig: Aufgrund von umfassenden Sanierungsarbeiten ist die Klosterkirche voraussichtlich erst ab 2026 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Entlang der Regnitz

4. Das Alte Rathaus

Blick auf das alte Rathaus in Bamber das in der Regnitz steht
Das Alte Rathaus ist ein Wahrzeichen der Stadt Bamberg© Shutterstock/Sina Ettmer Photography

Am linken Arm der Regnitz entstand das weltliche Bamberg. Noch heute kann man hier viele historische Bauwerke entdecken, zum Beispiel das viel fotografierte Alte Rathaus. Es prägt das Bild der Altstadt und ist eine der wichtigsten Bamberger Sehenswürdigkeiten. Das Alte Rathaus thront auf einer winzigen künstlichen Insel im Fluss und ist nicht nur aufgrund der kunstvoll bemalten Fassade ein Blickfang: Im Inneren warten Prunkräume wie der Rokokosaal und die Sammlung Ludwig mit Porzellan und Straßburger Fayencen.

5. Klein-Venedig

Ansicht der Häuser von Kleinvenedig in Bamberg an der Regnitz
Die ehemalige Fischersiedlung Klein-Venedig ist bei einer Bootsfahrt besonders zu bewundern© Shutterstock/manfredxy

Entlang der Regnitz sind heute noch die alten Häuser der einstigen Fischersiedlung zu sehen, die auch als Klein-Venedig bezeichnet werden. Jedes Jahr im August findet hier das traditionelle Fischerstechen im Rahmen der Sandkerwa, dem größten Volksfest von Bamberg, statt. Beim Fischerstechen treten zwei Mannschaften auf Booten gegeneinander an. Jedes Team versucht, Mitglieder der gegnerischen Mannschaft mithilfe eines Speers ins Wasser zu stoßen.

Besonders schön präsentieren sich die Häuser von Klein-Venedig vom Fluss aus betrachtet. Eine Bootsfahrt auf der Regnitz gehört daher zu den beliebtesten touristischen Unternehmungen in Bamberg.

6. Schloss Geyerswörth

Das ehemalige Stadtschloss auf einer Insel in der Regnitz wird heute vor allem als Verwaltungsgebäude genutzt und kann daher nicht von innen besichtigt werden. In direkter Nähe zu Schloss Geyerswörth befinden sich die Touristeninformation und das Welterbe-Besuchszentrum, die Tipps zu Bamberg, den Sehenswürdigkeiten und lohnenswerten Ausflügen bereithalten.

7. Das Böttingerhaus und die Villa Concordia

Die Eingangstür des Böttingerhauses in Bamberg
Auch die Innenräume des Böttingerhauses in der Bamberger Altstadt können besichtigt werden© imago images/imagebroker

Ein kurzer Spaziergang führt weiter zum Böttingerhaus, einem barocken Stadtpalais in der Judenstraße aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Innenräume werden heute als Kunstgalerie genutzt und können somit besichtigt werden. Nicht weit entfernt liegt die Villa Concordia direkt am Ufer der Regnitz, die zur gleichen Zeit wie das Böttingerhaus von dem Geheimen Hofrat und Kreisdirektorialgesandten Ignaz Tobias Böttinger in Auftrag gegeben wurde. Sie dient heute als Künstlerhaus, in dem internationale Stipendiaten Ateliers betreiben und wohnen. Hier finden regelmäßig Ausstellungen, Konzerte und Lesungen statt.

Interessante Museen in Bamberg

8. Die Alte Hofhaltung am Domplatz

In der Alten Hofhaltung ist das Bamberger Stadtmuseum untergebracht, das die Entwicklung der Stadt von ihren mittelalterlichen Anfängen als bischöfliche und kaiserliche Residenz bis heute beschreibt. Zu den Schätzen der kunst- und kulturhistorischen Sammlung gehören u.a. Bilder von Lucas Cranach, Pieter Brueghel und Otto Modersohn.

Weitere bedeutende Ausstellungsstücke sind die geheimnisvollen Bamberger Götzen – drei Sandstein-Skulpturen, die im Jahr 1858 bei Gaustadt aus der Regnitz geborgen wurden. Ihr genaues Alter ist unbekannt, jedoch werden die Figuren meist auf das 1. Jahrhundert n. Chr. datiert und als frühchristliche Darstellung dreier christlicher Missionare interpretiert.

Außerdem gibt es im Stadtmuseum auch das Gemälde "Der Apostelabschied" zu sehen. Das Werk aus dem 15. Jahrhundert wird dem Umkreis des Malers Wolfgang Katzheimer d. Ä. zugeschrieben und zeigt eine der ältesten erhaltenen Ansichten der Stadt.

9. Kirchenschätze im Diözesanmuseum

Im Kapitelhaus neben dem Dom sind im Diözesanmuseum die Kirchenschätze des Erzbistums Bamberg zu bewundern, darunter das mächtige Domkreuz, das zur Fronleichnamsprozession durch die Straßen getragen wird. Sehenswert sind auch die mittelalterlichen Kaisergewänder von Heinrich II. und Kunigunde sowie der Ornat aus dem Grab von Papst Clemens II. im Bamberger Dom.

10. Das Museum für Naturkunde

Ein Tipp für Familien mit Kindern: das Naturkundemuseum mit seinen Sammlungen zur Flora und Fauna der Region. Eine Besonderheit ist der mehr als 200 Jahre alte historische Vogelsaal. Der Raum diente Professoren und Studenten der Bamberger Universität als Lehrsaal und wurde nie modernisiert. Als einziger original erhaltener musealer Schauraum des 19. Jahrhunderts ist der Vogelsaal somit selbst ein Museum im Museum. Hier können Besucher sehen, wie Ausstellungs- und Lehrräume in früheren Jahrhunderten gestaltet wurden. Die Sammlung umfasst bunte Vogelpräparate ebenso wie Fossilien, Mineralien und historische Tier- und Pflanzenpräparate.

11. Das Feuerwehrmuseum

Ein Bamberger Geheimtipp ist das Feuerwehrmuseum im ehemaligen fürstbischöflichen Jagdzeughaus in der Siechenstraße. Es informiert über die Geschichte der Brandbekämpfung und zeigt historische Feuerlöschgerätschaften. Das älteste Ausstellungsstück ist eine Butten- oder Kastenspritze aus den Jahren um 1740, die eimerweise mit Wasser befüllt und von mindestens vier Männern gleichzeitig bedient werden musste. Neben weiteren Spritzen und Leitern gibt es auch vier Feuerwehrautos aus den 1940er-Jahren zu sehen.

Weitere Attraktionen in Bamberg

12. Die Gärtnerstadt von Bamberg

Jenseits der Altstadt an der Regnitz entstanden einst Weinberge und weitläufige Anlagen zum Anbau von Obst und Gemüse, die die Stadt mit Speisen und Trank versorgten. In einem Haus aus dem 17. Jahrhundert im Herzen der Gärtnerstadt erinnert heute das Gärtner- und Häckermuseum an das Leben der Bamberger Gärtner um 1900. Hier lässt sich nachvollziehen, wie die Menschen damals lebten und arbeiteten.

Ein Rundweg durch das Viertel entführt die Besucherinnen und Besucher durch verwinkelte Gassen und vorbei an mittelalterlichen Gebäuden in eine andere Zeit. Von der Aussichtsplattform hat man einen Blick auf die innerstädtischen Anbauflächen.

13. Fränkisches Brauereimuseum

Schild des Brauerreiwegs in Ebermannstadt in der Nähe von Bamberg
Der Brauereienweg bei Bamberg lockt mit frischem Bier, deftigen Genüssen und malerischer Landschaft© imago images/Arnulf Hettrich

Die Region Franken lässt sich in "Weinfranken" und "Bierfranken" aufteilen, abhängig davon, ob in der Region mehr Bier gebraut oder mehr Wein angebaut wird. Der Großraum Bamberg gilt dabei als Zentrum von Bierfranken und wies bis in die 1960er-Jahre die höchste Brauereiendichte der Welt auf.

Im fränkischen Brauereimuseum, das in der ehemaligen Klosterbrauerei auf dem Michelsberg eingerichtet wurde, können Interessierte die Geschichte und Bedeutung des Bierbrauens in Bamberg und Umgebung nachvollziehen. In den Räumen der ehemaligen Klosterbrauerei wurde seit 1122 Bier gebraut. Auf fünf Ebenen können Besucherinnen und Besucher historische Geräte und Maschinen zum Bierbrauen bewundern. Abgerundet wird die Sammlung durch alte Schriftstücke und Urkunden, Bierkrüge und mehr.

Tipp: Führungen mit Verkostung von Bierspezialitäten oder gleich einen Stadtrundgang zum Thema Bier buchen.

Wer den Genuss mit einer Wanderung durch die malerische oberfränkische Landschaft verbinden möchte, ist auf dem Brauereienweg richtig. Der 14 Kilometer lange Rundweg führt in vier Etappen von Brauerei zu Brauerei, sodass jede gewanderte Etappe mit einem frisch gezapften Bier gefeiert werden kann.

14. Erholung in den Bamberger Parks

Der Botanische Garten im Hainpark in Bamberg in seiner ganzen Pracht
Im Hainpark in Bamberg befindet sich auch der botanische Garten© stock.adobe.com/Dr.Dietmar Najak

Die Landesgartenschau 2012 fand auf dem ERBA-Gelände statt. Der dafür angelegte Park blieb weitgehend erhalten und wurde mit mehreren Spielplätzen ergänzt. Heute lädt der ERBA-Park Gäste und Einheimische zum Verweilen ein. Von der Inselspitze, an der sich die Regnitz in zwei Arme teilt, bietet sich ein schöner Blick auf den Bamberger Hafen.

Auf der anderen Seite der Inselstadt liegt der Stadtpark Hain, in dem schon der Schriftsteller E.T.A. Hoffmann gerne spazieren ging und in dem sich heute auch der botanische Garten mit Sinnespfad befindet. Bereits im Mittelalter lag auf dem Gebiet des heutigen Hainparks ein Auwald, der von der Bevölkerung genutzt wurde, indem man zum Beispiel die Schweine zur Fütterung in den Wald trieb.

1803 wurde ein Volksgarten nach dem Vorbild des Englischen Gartens in München angelegt, der den Menschen zur Ruhe und Entspannung dienen sollte. Mit seinen Wasserläufen, Wiesen und Waldflächen ist der Hainpark auch heute noch ein wichtiges Naherholungsgebiet in der Stadt. Seit 2001 ist der Hain außerdem als europäisches Schutzgebiet für seltene Tiere und Pflanzen ausgewiesen.

Ausflugsziele in der Umgebung

15. Die barocke Pracht von Schloss Weissenstein

Luftbild von Schloss Weißenstein im Stil des Fränkischen Barock in einem Ortsteil von Pommersfelden in Oberfranken
Das prächtige Barockschloss Weissenstein ist einen Besuch wert© imago images/imagebroker

Schloss Weissenstein in Pommersfelden gilt als Glanzstück des fränkischen Barock. Die prächtige Dreiflügelanlage ist eines der am besten erhaltenen Barockschlösser Deutschlands. Im Inneren beeindrucken unter anderem Deckenfresken im Treppenhaus und im Marmorsaal. Die prachtvollen Innenräume und Kunstsammlungen des Grafen von Schönborn können von April bis Oktober im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Tipp: Der Besuch lässt sich prima als Teil einer Fahrradtour durch das Bamberger Land planen.

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16. Der Steigerwald

Der Baumwipfelpfad im Oberfränkischen Ebrach im Gegenlicht
Auf dem Baumwipfelpfad im Steigerwald kann man Natur hautnah erleben© imago images/Westend61

Westlich von Bamberg erstreckt sich der Steigerwald mit lohnenswerten Attraktionen. Geschichtsbegeisterte besuchen die Klosteranlage Ebrach und die mittelalterliche Burg Lisberg, Naturinteressierte erleben den Wald auf dem Baumwipfelpfad aus einer neuen Perspektive. Ein Hit für Kinder ist das Freizeit-Land Geiselwind, ein Freizeitpark mit zahlreichen Fahrgeschäften und einer Zoo-Anlage.

17. Die Fränkische Schweiz

Vor den Toren Bambergs lädt die Fränkische Schweiz zu sportlichen Aktivitäten ein: Wanderungen auf den Spuren des Bamberger Dichters E.T.A. Hoffmann zum Beispiel, zum sagenumwobenen Veitenstein oder auf dem Brauereienweg sind nur einige Optionen. Spaß für die ganze Familie bieten eine Paddeltour auf dem Kanuwanderweg Obermain oder andere Wassersportangebote auf den Flüssen wie Stand-up-Paddling.

Häufig gestellte Fragen zu Bamberg

Fazit: Bamberg für Genießer

Allen, die an Geschichte und historischer Architektur interessiert sind, bietet Bamberg Sehenswürdigkeiten in Hülle und Fülle. Doch auch Feinschmeckerinnen und Feinschmecker kommen in der Stadt im Herzen der fränkischen Genussregion voll auf ihre Kosten. Es lohnt sich, eine Weile zu bleiben.