Motorradtouren im Harz: GPS-Daten, Routen-Infos und Hotels
Von Magdalena Kosch

Egal ob man die Herausforderung auf kurvigen Straßen sucht, die Landschaft genießen möchte oder sich für die reiche Geschichte der Region interessiert: Der Harz bietet jede Menge Highlights, motorradfreundliche Unterkünfte und Gaststätten für einen spontanen Einkehrschwung.
Drei ADAC Touren-Tipps widmen sich der beliebten Motorradregion. Auf rund 2000 Quadratkilometern lockt der Harz mit mystisch anmutenden Gebirgslandschaften mit wie von Geisterhand zusammengesetzten Felsformationen, tiefen Tälern und Wäldern. Farbenfrohe Bergwiesen, Stauseen und Wasserfälle sorgen für reichlich Abwechslung im Programm.
Auf vielfältigen und anspruchsvollen Strecken in einer abwechslungsreichen Naturlandschaft durchqueren die Motorradrouten das Mittelgebirge über Berg und Tal, passieren historische Sehenswürdigkeiten und führen zu besonders schönen Aussichtspunkten, an denen man immer wieder auf Gleichgesinnte treffen kann.
Ein Highlight für viele Motorradfahrer und -fahrerinnen ist die Fahrt auf der Harzhochstraße, die atemberaubende Ausblicke auf die umliegende Landschaft bietet. Auch die Fahrt zum Kyffhäuser-Denkmal oder zum Brocken, dem höchsten Gipfel des Harzes, ist ein unvergessliches Erlebnis.
Neben den Kurvenerlebnissen bietet der Harz viele Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen die Unesco-Weltkulturerbe-Städte Goslar und Quedlinburg, sowie die beeindruckenden Rübeländer Tropfsteinhöhlen und die zahlreichen Burgen und Schlösser der Region.
Motorradtour und Hotels im Westharz
Die gut ausgebauten Bergstraßen im Westharz führen durch dichte Wälder, vorbei an klaren Bergseen und durch schmucke Städte, in denen jahrhundertealte Fachwerkhäuser das Ortsbild prägen – ideal für eine perfekte Tagestour im Motorradsattel.
Motorradtour im Westharz mit GPS-Daten
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Tourbeschreibung
Ausgangsort der Motorradroute ist das westliche Tor zum Harz, die idyllische Fachwerkstatt Osterode mit motorradfreundlichen Unterkünften zwischen der Sösetalsperre, dem Südharzer Karstgebirge und dem sonnigen Lerbachtal. Hier lohnt sich ein Besuch des Kornmarkts, um den sich besonders eindrucksvolle Fachwerkhäuser aus vier Jahrhunderten gruppieren. In der Fußgängerzone im historischen Stadtkern kann man herrlich flanieren oder in einem Café einkehren.
Von dort aus führt die Route auf kurviger Strecke nordwestlich über Westerhof nach Willershausen und macht anschließend wieder einen Schlenker nach Osten zur Bergstadt Bad Grund. Hier führt die Tour am Iberg vorbei, wo sich ein Besuch der Iberger Tropfsteinhöhle lohnt. Im Höhlenerlebniszentrum können durch Metallablagerungen in Farbe getauchte, faszinierende Stalagmiten und Stalaktiten bewundert werden.
Knapp zwei Kilometer von der Tropfsteinhöhle entfernt, direkt an der B242, ragt der markante Kalksteinfels Hübichenstein, einst ein Korallenriff, in die Höhe. An dessen Spitze thront eine bronzene Adlerskulptur, die zu Ehren Kaiser Wilhelms I. errichtet wurde. Weiter geht es entlang der Markau nach Seesen, wo der Blinker rechts Richtung Lautenthal gesetzt wird – eine angenehme Waldpartie im Innerstetal mit einigen schön zu fahrenden Kurven folgt.


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Von Lautenthal bis Kreuzeck bewegt sich die Tour auf einer spannenden Kurvenstrecke. An der Einmündung auf die B241 bei Kreuzeck wird links abgebogen und der Bundesstraße 14 Kilometer bis Goslar und um die Altstadt herum gefolgt – eine weitere Traumetappe mit vielen tollen Kurven.
In Goslar im Oberharz sollte man unbedingt einen längeren Boxenstopp einlegen und einen entspannten Bummel auf dem Marktplatz einplanen. Die vor mehr als 1000 Jahren gegründete Stadt besticht durch ihr einmaliges Stadtbild mit prachtvollen Fachwerkfassaden. Die historische Altstadt Goslars zählt zu den schönsten Deutschlands und erhielt zusammen mit dem Rammelsberger Bergwerk und dem Kaiserpalast den Rang eines Unesco-Weltkulturerbes.
Im Mittelalter trugen die hier geförderten Silbervorkommen wesentlich zum Aufstieg Goslars bei. Heute kann das stillgelegte Bergwerk mit dem besonders eindrucksvollen Roeder-Stollen und seinen imposanten Wasserrädern besichtigt werden. Die Kaiserpfalz, ein prachtvoller romanischer Bau in Goslar, war im Hochmittelalter die am häufigsten aufgesuchte Regierungsstätte der Könige und Kaiser im Norden des Alten Reiches. Das Goslarer Wahrzeichen ist bemerkenswert gut erhalten und auf jeden Fall einen Besuch wert.

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Vom entspannten Sightseeing zurück in den Motorradsattel: Das darauffolgende Okertal eignet sich hervorragend zum sportlichen Motorradfahren. Granitfelsen und der Stausee prägen das Landschaftsbild. Vorbei an der Okertalsperre, einem bekannten Biker-Treffpunkt an der Bundesstraße 498 zwischen Altenau und Goslar, führt die Route entlang des Stausees über Altenau nach Torfhaus.
Torfhaus ist ebenfalls eine beliebte Anlaufstelle für Motorradfahrer und -fahrerinnen aus ganz Deutschland. Der Kult-Motorradtreff liegt auf gut 800 Metern Höhe zwischen Bad Harzburg und Braunlage direkt an der B4 und bietet eine atemberaubende Naturlandschaft mit Blick auf den höchsten Harzberg, den Brocken. Der große Parkplatz links gegenüber der Einmündung auf die B4 lädt auf eine Pause mit ausgedehnten Benzingesprächen ein.
Nach Torfhaus folgt die Tour zunächst der gut ausgebauten Bundesstraße, zweigt dann kurz nach Oderbrück Richtung Sonnenberg auf eine aussichtsreiche Strecke ab und führt am Rehberg vorbei ins idyllisch zwischen Wiesen und Wäldern liegende Sankt Andreasberg, mitten im Nationalpark Harz. In der einstigen Silberstadt zieren noch heute die schmucken Wohnhäuser der Bergleute den Ortskern. Wer in Sankt Andreasberg das Fortbewegungsmittel ändern möchte, kann auf die 550 Meter lange Sommerrodelbahn umsteigen.
Die Fahrt von Sankt Andreasberg nach Herzberg am Harz bietet dank zahlreicher Kurven ein weiteres motorradfahrerisches Highlight, bis schließlich die Kreisstraße 427 nach Osterode am Harz zurückführt.

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Streckenlänge: ca. 147 km
Fahrtzeit: ca. drei Stunden
Mit dem Motorrad: Muntere Links-Rechts-Kombinationen durch den westlichen Harz versprechen dank gut ausgebauter Straßen puren Fahrspaß auf zwei Rädern. Anfänger und Anfängerinnen sowie erfahrene Tourenfahrer und -fahrerinnen kommen hier voll auf ihre Kosten.
Tipps: Eine unvergessliche Motorradtour lebt von kurvenreichen Straßen und beeindruckenden Landschaften, aber auch von genussvollen Pausen und entspannten Übernachtungen in motorradfreundlichen Hotels in der Region.
Highlights der Tour: Viele Straßenkilometer feinstes Gebirge mit Kult-Biker-Treffs und zahlreichen Sehenswürdigkeiten, insbesondere in der historischen Altstadt Goslar, machen den westlichen Harz zu einer idealen Destination für Motorradfahrer und -fahrerinnen.
Motorradfahren im Harz: Durch die Mitte
Eine Motorradtour im Harz bringt jede Menge rasante Auf- und Abfahrten mit sich – schnell wird klar, warum die Region als Motorradparadies im Herzen Deutschlands gilt. Diese Route führt direkt ins Zentrum des Mittelgebirges und sorgt dank der zu bewältigenden 4000 Meter Höhenunterschiede dafür, dass es an motorradgerechten Bergstraßen nicht mangelt.
Auf zumeist gut ausgebauten Straßen kommt für Tourer und Sportler reichlich Fahrspaß in feurigen Kurven auf, während die großartige Landschaft des Harzes allerlei Uriges und viel Geheimnisvolles bietet: alte Dampfrösser, den sagenumwobenen Brocken und den Hexentanzplatz bei Thale.
Motorradtour im Harz mit GPS-Daten
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Begleiter für Freizeit & Urlaub: Diese Tour in ADAC Trips (Mobile) und ADAC Maps (Desktop) planen
Tourbeschreibung
Als Ausgangsort der Motorradtour im Herzen des Harz bietet sich die Stadt Braunlage mit ihren motorradfreundlichen Unterkünften an. Von dort führt die Route zunächst auf der B27 und ab der Ortschaft Elend auf einer kurvenreichen und schmalen Straße zu Füßen des Brocken nach Drei Annen Hohne.
Von Drei Annen Hohne aus bietet sich eine Fahrt zum Brocken (oder auch "Blocksberg" genannt) mit seiner markanten, oft nebelumhüllten und sagenumwobenen Kuppe an. Der mit 1141 Metern höchste Berg im Harz lässt sich zwar nicht mit dem Motorrad bezwingen, jedoch kann man das Gefährt wechseln und den Gipfel mehrmals täglich ab Drei Annen Hohne mit einer urigen, 700 PS-starken Dampfeisenbahn in rund 50 Minuten erklimmen.
Mit der Schmalspurbahn oben angekommen zeigt sich das atemberaubende Panorama des umliegenden Nationalparks, die klare Bergluft am Brocken lädt zum Verweilen und Entspannen ein. Im Brockenhaus widmet sich ein Teil der Ausstellung dem Hexenkult. Jedes Jahr zum 30. April finden im ganzen Harz Walpurgisfeiern statt, wobei besondere Zentren Schierke am Brocken und der Hexentanzplatz Thale sind.
Vom Brocken aus führt die Motorrad-Rundtour an den Nordrand des Harzes nach Wernigerode, einst vom Heimatdichter Hermann Löns als "bunte Stadt am Harz" getauft. Ein Urteil, das sich mit Blick auf die farbenfrohen Fachwerkhäuser des Städtchens bestätigt. Das hoch über der Stadt thronende Schloss – ein Paradebeispiel historischer Architektur – und die malerische Altstadt mit charmanten, kopfsteingepflasterten Gassen laden zum Flanieren ein. Inmitten von prächtigen Patrizierhäusern dominiert das mit Erkern und Türmen verspielt gestaltete Renaissance-Rathaus am Marktplatz.

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Nach einem Boxenstopp in Wernigerode geht es süd-östlich über Elbingerode nach Rübeland, wo die beeindruckenden Rübeländer Tropfsteinhöhlen tief im Herzen der Harzer Berge besucht werden können.
Wenige Kilometer weiter folgt ein weiteres touristisches Highlight: die Rappbodetalsperre, deren Überquerung atemberaubende Ausblicke bietet. Trittfeste und Schwindelfreie können das Rappbodetal unkompliziert in Motorradmontur auf der Titan RT, einer knapp 459 Meter langen Fußgänger-Hängebrücke, die parallel zur Staumauer verläuft, überqueren. Tickets für die Hängebrücke können vor Ort gelöst werden.
Für einen extra Adrenalinkick sorgt eine 120 Meter über dem Abgrund der Rappbodetalsperre verlaufende Zipline, eine der größten Doppelseilrutschen Europas. Um die Megazipline erleben zu können, muss vorher ein Termin gebucht werden. Wer es ruhiger mag, kann etwas Zeit unterhalb der Talsperre auf dem Wasser verbringen.
An der Staumauer Wendefurth vorbei geht es weiter über Hüttenrode Richtung Norden, bis auf kurviger Strecke die Stadt Blankenburg und schließlich Thale erreicht wird. Ein Thale-Reisetipp, der in keinem Reiseführer fehlt, ist der Hexentanzplatz: ein 450 Meter hohes Felsplateau, auf dem schon die Germanen ihren Göttern huldigten. Hier sollen sich der Sage nach einst die Geliebten des Teufels in der Walpurgisnacht zum Besenritt auf den Brocken getroffen haben. Hinauf führt eine Kabinenseilbahn, oben wartet ein wunderbarer Blick über das Bodetal.
Wer sich die Seilbahnfahrt oder eine Wanderung zum Hexentanzplatz sparen möchte, kann mit dem Motorrad einen kurzen Abstecher zur Rosstrappe unternehmen, ein dem Hexentanzplatz direkt gegenüberliegender Granitfelsen. In rund 15 Minuten Fußmarsch gelangt man vom Parkplatz an der Rosstrappe (in der GPX-Datei als Zwischenziel hinterlegt) bis zum Aussichtspunkt. Von hier kann man einen sehr guten Blick auf den sagenumwobenen Hexentanzplatz erhaschen und die Aussicht ins wilde, tief eingeschnittene Bodetal genießen.
Nach dem Hexentanz folgt ein wahrer Kurventanz auf teilweise engen Straßen durch eine landschaftliche Szenerie, die für den Nordharz einmalig ist und den Alpen entliehen scheint. Unter den mächtigen Granitfelswänden rauscht der Fluss Bode durch eine canyonähnliche Schlucht. Die Motorradtour folgt der Bode und erreicht Treseburg. Anschließend werden die Städte Allrode, Stiege und Stolberg im Thyratal passiert. In Stolberg angekommen ist das Schloss sowie die historische Innenstadt, welche mit kleinen Cafés und Restaurants zum Verweilen einlädt, sehenswert.
Über Buchholz führt die Motorradroute nun ins Zentrum von Nordhausen, wo sich ein Besuch der Traditionsbrennerei lohnt. Das 1996 eröffnete Museum informiert über die 150 Jahre alte Geschichte der Kornbranntweinbrennerei. Eine Verköstigung verlegt man besser auf den Feierabend und nimmt sich eine Spirituosen-Spezialität für das Tourenende mit, da nach Nordhausen eine muntere, landschaftlich reizvolle Kurvenstrecke über Netzkater, Rotacker und Trautenstein noch mal volle Konzentration erfordert.
In Hohegeiß wird der Blinker links nach Zorge gesetzt. Die kurvige L600 führt schließlich entlang des Sprakelbachs zurück nach Braunlage, wo die ereignisreiche Motorradtour durch die Mitte des Harzes ein Ende findet.

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