Camping: So schlägt sich der Hymer Sydney im ADAC Test

Der Hymer Sydney beim Ausweichtest
Ohne Probleme im ADAC Ausweichtest: Der Hymer Sydney ∙ © ADAC/Uwe Rattay

Der kompakte Camper hat viel Platz für Familien, aber ist mit einer Breite von 2,05 Metern nur bedingt alltagstauglich . ADAC Testergebnis, Fotos, technische Daten, Preise.

  • Fünf Sitze sind gegen Aufpreis möglich

  • Viel Raum auch bei geöffnetem Aufstelldach

  • Schwächen bei der Verarbeitung

Das Besondere des Hymer Sydney zeigt sich, wenn man die breite Schiebetür aufmacht: Fünf Sitzplätze und Platz genug für eine fünfköpfige Familie. Ein Pluspunkt im ADAC Test, auch wenn fünf statt drei Sitze Aufpreis kosten. Der Club testet regelmäßig Camper aus der Bus- und Kastenwagenklasse wie den Hymer Sydney – immer nach identischen Kriterien, damit alle Testkandidaten miteinander vergleichbar sind.

Schwächen bei der Verarbeitung

Basis des Hymer Sydney ist der Fiat Ducato, das mit Abstand beliebteste Grundfahrzeug für Campingausbauten. Im Vergleich zu den teureren Konkurrenten von VW und Mercedes stellten die ADAC Tester beim Sydney Defizite bei der Verarbeitung fest. Ob Spaltmaße, Präzision der Blechkantungen, Lackauftrag oder offenliegende Anschlüsse der Heckscheibenheizung direkt am Schlafbereich: "Die Qualität ist beim genauen Hinsehen nicht so gut wie bei manchen Wettbewerbern", sagt der für den Test verantwortliche Projektleiter Christoph Pauly, "oft fehlt der letzte Schliff."

Die Breite ist gewöhnungsbedürftig

Mit knapp unter fünf Metern Länge ist der Hymer Sydney gleichauf mit dem VW California und ein Stückchen kürzer als der Marco Polo von Mercedes-Benz. Gut für die Liegefläche der Betten, aber schwierig im Alltag ist allerdings die Breite: 2,05 Meter ohne und 2,51 Meter mit ausgeklappten Außenspiegeln machen den Camper auch für routinierte Autofahrerinnen und Autofahrer zu einer Herausforderung. Damit ist der Hymer Sydney nur bedingt alltagstauglich. "Für die Innenstadt gibt es praktischere Autos", sagt Pauly, "und mit dieser gewöhnungsbedürftigen Breite ist der Camper auch nicht für jede Garage geeignet – ganz abgesehen von der Höhe."

Wohnen und Schlafen im Hymer Sydney

Die Rückbank lässt sich längs verschieben und ist variabel bei der Lehnenneigung. Das ist angenehm, wenn man in der Dinette den Klapptisch nutzen will. Den Sitzkomfort erhöht auch das Tischbein, das den Tisch diagonal abstützt und nicht im Fußraum steht. Schwäche: Wenn der Tisch voll ist, neigt er sich deutlich nach unten.

Uneingeschränkt begeistert waren die Tester vom Platzangebot im Aufstelldach. Die bequeme Matratze ist gut zwei Meter lang und üppige 1,40 Meter breit. "Ein schönes Kinderzimmer", sagt Campingexperte und Mitglied des Testteams Martin Zöllner, "mit viel Platz zum Schlafen und auch zum Spielen."

Positiv überrascht war das Testteam auch vom Platzangebot unten bei aufgestelltem Dach. Zöllner: "Der Innenraum ist dann überraschend hoch, da muss niemand den Kopf einziehen." Das gilt, wenn das Bett hochgeklappt ist. Die Kopffreiheit kommt durch den zweigeteilten Schlafboden zustande, der sich hochgeklappt besser unter das Hubdach einfügt als starre Lösungen wie zum Beispiel im VW California.

Auch im zugeklappten Zustand überzeugt das Hubdach des Hymer Sydney. "Es bleiben fünf bis acht Zentimeter Platz für Bettzeug und Schlafsäcke, die man einfach im Dach liegen lassen kann", so Zöllner.

Und auch unten schläft es sich bequem: Ein Querbett mit einer Länge von 1,92 Meter ist ein klarer Pluspunkt.

Fazit: Camper für Familien

Mit einem Basispreis von 49.790 Euro (Testfahrzeug: rund 58.000 Euro) ist der Hymer Sydney eine günstigere Alternative zu den Konkurrenten von VW und Mercedes-Benz. Dafür muss der Kunde Abstriche bei der Verarbeitungsqualität des Ducato in Kauf nehmen. Auch bei der serienmäßigen Ausstattung würden sich die Tester mehr wünschen. Assistenzsysteme wie Parksensoren und eine Rückfahrkamera kosten extra, und nicht mal ein einfaches Standardradio ist in der Basisversion enthalten. Pauly: "Diese Aufpreispolitik ärgert uns aber nicht nur beim Hymer Sydney, sondern auch bei den anderen Campern, die wir getestet haben."

Pluspunkte sammelt der Hymer Sydney beim Raumangebot. "Ein Querbett im Heck ohne nachträgliche Verbreiterungsmaßnahmen bietet nur der Ducato, und auch bei geöffnetem Aufstelldach ist das Raumgefühl sehr angenehm", sagt Pauly. "Das macht den Hymer Sydney zu einem guten Camper für bis zu fünfköpfige Familien."

Sydney Hymer Testbericht
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Christof Henn
Redakteur
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