Barrierefreier Tourismus in Deutschland

28.8.2019

Menschen mit Behinderungen, Senioren und Familien mit kleinen Kindern müssen bei der Planung einer Reise wissen, ob die Gegebenheiten am Zielort ihren Bedürfnissen entsprechen und für sie komfortabel sind. Das Projekt „Reisen für alle“ liefert verlässliche Informationen darüber.

Barrierefreier Tourismus
Verlässliche Informationen bei der Planung helfen, den eigenen Traumurlaub zu verwirklichen.

Barrierefreie Angebote finden mit "Reisen für Alle"

Wo gibt es Wanderwege, die mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar sind? In welchen Hotels sind Blindenhunde willkommen? Und welche Museen bieten Führungen für gehörlose Menschen an? Um derartige Fragen zu beantworten, wurde das Projekt „Reisen für Alle“* ins Leben gerufen, eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Initiative des Deutschen Seminars für Tourismus (DSFT) Berlin e.V.

Unterschiedlichste touristische Angebote (wie z. B. Hotels, Campingplätze, Gastronomiebetriebe, Geschäfte, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungsorte, …) werden nach umfangreichen, deutschlandweit einheitlichen Kriterien erfasst, bewertet und zertifiziert. Die Ergebnisse sind in einer Datenbank abrufbar, unterteilt nach Kategorie, Bundesland und Reiseregion. So können Reisende das touristische Angebot im Vorfeld auf persönliche Nutz- und Erlebbarkeit prüfen.

Aktuelles

Toursimus für alle in NRW
Das Dortmunder "U"

Reisen für Alle in NRW

In Nordrhein-Westfalen sind jetzt die ersten beiden Kommunen durch das bundesweite Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ mit einer Ortszertifizierung ausgezeichnet worden. 
Dortmund und Vreden sind jeweils als „Tourismusort für Alle“ zertifiziert worden sind. Dortmund ist damit deutschlandweit die erste Stadt über 500.000 Einwohner, die auf Barrierefreiheit geprüft worden ist. Für die Auszeichnung nach dem Kennzeichnungssystems „Reisen für Alle“ haben beide Orte sogenannte Angebotsbündel mit zertifizierten Anbietern aus unterschiedlichen Bereichen der touristischen Servicekette entwickelt. So erhält der Gast bei Bedarf passende Infos zu allen Abschnitten einer Reise, von der Anreise über die Unterkunft bis hin zu Führungen und Sehenswürdigkeiten. 
Alle Infos hier nachlesen.

Kind bestaunt Fische im Aquarium
Faszination im Zoo Rostock für Groß und Klein.

Rostock

Sandspiele und Zooerlebnisse Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock verbindet die kulturellen Angebote einer Großstadt mit der Erholung am Meer. Das dazugehörige Seebad Warnemünde an der Ostsee trägt seit vielen Jahren das Familienurlaub-Qualitätssiegel des Bundeslandes MecklenburgVorpommern. Noch im Herbst lassen sich am feinen Sandstrand Burgen bauen und Muscheln sammeln. Barrierefreie Strandaufgänge mit befahrbaren Wegen bis zum Wasser und zu den Strandkörben ermöglichen es, den Kinderwagen oder Rollstuhl bis ans Meer zu schieben. Highlights im Herbst sind das Taschenlampenkonzert am 2. Oktober im warnemünder Kurhausgarten, Piratenfahrten auf dem Kutter mit Schatzsuche, Alpaka-Wanderungen und Kremserfahrten in die Rostocker Heide. In der Hanse- und Universitätsstadt selbst lockt der barrierefreie Zoo mit einem Streifzug durch die Tierwelt der Erde und durch lebendige Museen. Im Darwineum ist eine interaktive Ausstellung zur Evolution zu sehen. Mittendrin tauchen Besucher in der Tropenhalle in den Lebensraum der Gorillas und Orang-Utans ein. Im Polarium erfahren sie Wissenswertes zur Unterwasserwelt und zu den Eisbären. Durch die Sichtscheiben können die Tiere beim Schwimmen und Tauchen beobachtet werden. Am 15. September ist großes Zoo-Fest, am 28. September Zoo-Nacht mit Feuershow, Extra-Fütterungen und Kinderprogramm. Am 26. Oktober ziehen Kinder mit Lampions durch die Anlage. Für Naturkinder gibt es den barrierearmen Entdeckerpfad „Biologische Vielfalt“ in der Rostocker Heide. An verschiedenen Spielstationen erfahren Kinder auf dem rund drei Kilometer langen Weg mehr über Plumpsfrüchte, Spülsäume und Waldmedizin. Schiet Wetter? In Karls Erlebnis-Dorf gibt es immer wieder Neues zu entdecken.

Informationspflicht der Reisevermittler und Reiseveranstalter

Seit dem 1.7.2018 müssen die vorvertraglichen Informationen der Reisevermittler und Reiseveranstalter ausdrücklich Hinweise enthalten, ob die jeweilige Reise auch für Reisende mit eingeschränkter Mobilität geeignet ist. Daher muss jede Reiseausschreibung (z. B. in Prospekt oder Katalog) darüber informieren, ob die Reise z. B. für Rollstuhlfahrer, Gehörlose oder Blinde geeignet ist.

Falls der Veranstalter pauschal darauf hinweist, dass eine Reise für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet ist und Sie sich dennoch für diese konkrete Reise interessieren, sollten Sie schriftlich beim Veranstalter nachfragen, ob sie vielleicht doch für Sie geeignet ist. Denn letztendlich kommt es immer auf die konkrete Beeinträchtigung des Reisenden an. Sollte der Reiseveranstalter bestätigen, dass eine Reise für Ihre konkrete Beeinträchtigung geeignet ist, sollten Sie diese Zusage schriftlich im Reisevertrag festhalten.

Mehr zum Pauschalreiserecht lesen Sie hier

 

* Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.

 

Foto: iStock.com/Andrey Moisseyev, Hannes Woidich/Dortmund, Zoo Rostock/Kristin Falkenberg