Streik im Nahverkehr: Alle Infos zur zweiten Streikwelle

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Von Lorenzo Walcher, Regina Ammel

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Die leere U-Bahnstation Hauptbahnhof in München während eines Streiks
Wegen des Verdi-Streiks wird es unter anderem in München zu massiven Ausfällen kommen© dpa/Felix Hörhager

In fast allen Bundesländern laufen Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi. Jetzt kommt es wieder zu Warnstreiks im Nahverkehr. Den Anfang machen Bayern und Hamburg – aber auch in anderen Teilen Deutschlands wird es Ausfälle geben.

  • Zweiter Streiktag in Bayern und Hamburg am Mittwoch (11. Februar)

  • Keine Warnstreiks in Niedersachsen möglich

  • Züge der Deutschen Bahn fahren weiterhin planmäßig

Am 2. Februar kam der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in großen Teilen Deutschlands wegen eines ganztägigen Warnstreiks zum Stillstand. Busse, Straßen- und U-Bahnen blieben bei vielen kommunalen Betrieben infolge des Arbeitskampfes in den Depots stehen. In Bayern und Teilen Hamburgs gehen die Warnstreiks diese Woche in die zweite Runde. Alle Infos.

Streiks in Bayern und Teilen Hamburgs

Nach dem ersten Warnstreik müssen Fahrgäste in Bayern und in Teilen Hamburgs am Mittwoch, 11. Februar, mit weiteren erheblichen Einschränkungen bei Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen rechnen.

Ab Mittwochmorgen wird in München, Nürnberg und Hamburg die Arbeit niedergelegt. In Hamburg sind die Busse der Verkehrsbetriebe VHH betroffen, in München Verkehrsmittel der MVG und in Nürnberg der VAG. In Bayreuth und in Passau streiken die Busbetriebe. Ab Donnerstagmorgen sollen die Fahrpläne wieder wie gewohnt befahren werden können.

Auch der zweite Warnstreik beschränkt sich im Verkehr nur auf den ÖPNV – S-Bahnen, Regional- und Fernzüge der Deutschen Bahn fahren wie gewohnt.

FC Bayern München: Kein Fußball wegen Streik?

Fußballfans aufgepasst: Wer das Pokal-Spiel zwischen dem FC Bayern München und RB Leipzig besuchen möchte, muss am Mittwochabend mit einer deutlich längeren Anreise rechnen. Zwar konnten der Club und die MVG einen Sonderbetrieb einrichten, dennoch bleibt die Anfahrt für die rund 75.000 Fans erschwert. Eine zwischenzeitlich diskutierte Absage des Spiels steht jedoch nicht mehr zur Debatte.

Streiks auch in Hessen angekündigt

Noch ist nicht bekannt, wann und wo in Hessen gestreikt wird. Klar ist aber: Auch in Hessen wird es wieder zu Ausfällen kommen. Laut einer Verdi-Sprecherin soll auch hier der ÖPNV zum Stillstand kommen und das noch in dieser Woche. Welche Regionen betroffen sind oder ob gar das ganze Bundesland bestreikt werden soll, will die Gewerkschaft noch nicht preisgeben.

Keine Streiks in Niedersachsen

Aber auch in allen anderen Bundesländern laufen die Verhandlungen noch. Das bedeutet, dass es auch weiterhin zu Streiks kommen kann. Nur in Niedersachsen können sich Pendlerinnen und Pendler entspannen – hier gilt noch eine Friedenspflicht, die Arbeitsniederlegungen ausschließt.

Forderungen: Warum gestreikt wird

Die Gewerkschaft Verdi will für die bundesweit knapp 100.000 Beschäftigten im Nahverkehr insbesondere bessere Arbeitsbedingungen aushandeln – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.

In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird der Gewerkschaft zufolge zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Mit dem Ausstand will Verdi im Tarifkonflikt um den kommunalen Nahverkehr den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

ÖPNV-Streik: Das sind Ihre Alternativen

Die Züge der Deutschen Bahn fahren auch bei einem kommenden Streik uneingeschränkt. Die S-Bahnen in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Nürnberg, Rhein-Main sowie der Regional- und Fernverkehr sind nicht von einem weiteren Streik betroffen.

Sollte es wieder zu Ausfällen kommen, müssen Autofahrerinnen und Autofahrer mehr Zeit einplanen und unter Umständen ihre Route anpassen. Bei einem Streik sind ADAC Autovermietung, Fahrrad oder E-Scooter Alternativen zum Nahverkehr.

Für alle, die aufs eigene Auto ausweichen, ist es ratsam, sich vorher über die aktuelle Verkehrssituation zu informieren, da es insbesondere im Berufsverkehr zu Staus und Störungen kommen kann. Alle Infos zur Situation auf Autobahnen und Bundesstraßen sind bei der ADAC Verkehrsinfo erhältlich.

Mit Material von dpa.

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