Norwegen: Innerorts soll grundsätzlich Tempo 30 gelten

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Von Sabrina Doschek

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Ein Tempo 30ig Schild in Bergen, in Norwegen
Im Norden läuft’s langsamer: Ab jetzt soll in Norwegens Städten und Dörfern Tempo 30 gelten© iStock.com/olaser

Norwegen tritt auf die Bremse: In Städten und Dörfern soll ab jetzt grundsätzlich Tempo 30 gelten, künftig haben Radfahrende und Fußgänger Vorrang. Was es damit auf sich hat.

  • Tempo 30 wird in Norwegen innerorts Standard

  • Höhere Limits mit Begründung möglich

  • Ziel: Höhere Verkehrssicherheit

In Norwegen soll ab jetzt grundsätzlich Tempo 30 gelten – zumindest für Ortsdurchfahrten. Laut der norwegischen Verkehrsbehörde Statens vegvesen solle man sich künftig "an den Bedürfnissen von Fußgängern und Radfahrenden orientieren".

So regelt Norwegen Tempo 30

Wenn eine Straße in Norwegen bewertet wird, soll ab jetzt eine Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde der Ausgangspunkt sein. Das heißt, die norwegischen Kommunen müssen nun begründen, wenn sie innerorts Geschwindigkeiten höher als 30 km/h erlauben wollen.

Voraussetzungen für Tempo 40, 50 oder sogar mehr sind zum Beispiel getrennte Radwege oder ein Nachweis, dass die Verkehrssicherheit nicht leidet.

In Norwegens Hauptstadt Oslo ist das nicht neu: In vielen Bezirken gilt bereits Tempo 30 und das Stadtzentrum ist nahezu autofrei. Generell hat Norwegen sehr sichere Straßen und ist seit Jahren das Land mit den wenigsten Verkehrstoten.

Tempo 30: Das gilt in Deutschland

2024 wurde das deutsche Straßenverkehrsgesetz reformiert: Städte und Gemeinden können seitdem einfacher Tempo-30-Zonen, Anwohnerparkbereiche, Busspuren, Radwege und Fußgängerflächen einrichten. Tempo-30-Strecken dürfen zudem verbunden werden, wenn sie weniger als 500 Meter voneinander entfernt sind – mit dem Ziel eines besseren Verkehrsflusses. Die Verkehrssicherheit soll jedoch weiterhin besondere Priorität bei Entscheidungen haben.