Hohe Spritpreise: Wo besonders viele Verbrenner-Besitzer leiden

• Lesezeit: 3 Min.

Von Katharina Dümmer

Feedback

Aufnahme einer Tankstelle mit Fokus auf die Anzeigetafel der Spritpreise
Wer tanken muss, leidet unter den hohen Spritpreisen – in manchen Regionen Deutschlands ganz besonders© picture alliance / SvenSimon

Hohe Spritpreise treffen Autofahrer und Autofahrerinnen nicht überall gleich stark: Aktuelle Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zeigen, in welchen Landkreisen der Verbrenner noch klar dominiert.

  • Fahrzeugdichte bei Diesel: Niedersachsen vorne

  • Viele Benziner in der Südwestpfalz und im Main-Taunus-Kreis

  • E-Auto-Fahrer klar im Vorteil

Wer einen Diesel oder einen Benziner fährt, spürt die hohen Spritpreise. Die jetzt veröffentlichte Fahrzeug-Statistik des KBA zeigt, welche Regionen in Deutschland besonders betroffen sind. Niedersachsen landet sowohl bei den Benzinern als auch bei den Diesel-Fahrzeugen oft vorn. Das hat einen Grund.

Große regionale Unterschiede bei Verbrenner- und E‑Autos

In manchen Landkreisen gibt es pro Einwohnerin oder Einwohner mehr als doppelt so viele Autos mit Verbrennungsmotor wie in anderen. Bei Elektroautos sind die Unterschiede noch größer.

Diesel-Hochburgen vor allem in Niedersachsen

Dass vor allem der Dieselpreis gestiegen ist, trifft im Zulassungsbezirk Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen besonders viele Menschen. Denn dort gibt es mit 278 Fahrzeugen pro 1000 Einwohnenden die höchste Dieselauto-Dichte. Dahinter folgen die Zulassungsbezirke Cloppenburg (ebenfalls Niedersachsen) und Haßberge (Bayern) mit 272 bzw. 271 Dieselfahrzeugen pro 1000 Einwohnenden. Hybride mit Dieselmotor wurden dabei nicht mitgerechnet.

Die wenigsten Diesel gibt es dagegen in den Städten Berlin mit 66 pro 1000 Einwohner, gefolgt von Leipzig (83) und Halle (89). Auch Stuttgart, Potsdam und Frankfurt (Oder) bleiben unter 100.

Aktueller Spritpreis im Wochenvergleich

Benziner-Dichte in der Südwestpfalz besonders hoch

Die meisten Benziner finden sich rein nach den Zulassungszahlen in Wolfsburg mit 502 pro 1000 Einwohner. Die Heimat des VW-Konzerns ist dabei aber eine statistische Ausnahme, weil dort sehr viele Autos auf den Konzern zugelassen sind, die nicht unbedingt in der Region unterwegs sind. Das verzerrt die Statistik.

Lässt man die Stadt außer Acht, gibt es die meisten Benziner mit 465 pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner in der Südwestpfalz, gefolgt vom Main-Taunus-Kreis in Hessen (455) sowie Kronach und Coburg in Bayern mit 450 bzw. 449 pro 1000 Einwohner.

Die wenigsten Benziner gibt es in Berlin mit 212, gefolgt von Freiburg mit 223 und Heidelberg mit 228 pro 1000 Einwohner. Auch hier sind Hybride mit Benzinmotor nicht in den Zahlen berücksichtigt.

Tipps und Infos rund ums Fahrzeug. Kostenlos vom ADAC

E-Auto-Fahrer klar im Vorteil

Wer ein Elektroauto fährt, kann die Tankstellenpreise getrost ignorieren. Auch bei den reinen Stromern verzerren allerdings Autohersteller an ihren Unternehmenssitzen die Statistik. Hier liegt erneut Wolfsburg ganz vorn, gefolgt von der Audi-Heimat Ingolstadt.

Lässt man die beiden außen vor, finden sich die höchsten Elektroauto-Dichten in Wiesbaden und Euskirchen mit 62 bzw. 59 Autos pro 1.000 Einwohner.

Österreich-Modell verteuert Tanken in Deutschland

In Brandenburg und Bayern ist Sprit am teuersten

Auch bei den Spritpreisen an der Tankstelle machen sich große regionale Unterschiede bemerkbar: Die Autofahrerinnen und Autofahrer in Brandenburg und Bayern müssen derzeit deutschlandweit die höchsten Kraftstoffpreise bezahlen. Die monatliche ADAC Auswertung der Tankstellenpreise in den 16 deutschen Bundesländern zeigt, dass Super E10 in Brandenburg mit durchschnittlich 2,078 Euro am meisten kostet. Teuerstes Tank-Land für Dieselfahrer ist Bayern.

Mit Material von dpa.