Lufthansa und Cityline: 48-Stunden-Streik der Piloten bis Freitag

• Lesezeit: 4 Min.

Von Katharina Dümmer

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ein Lufthansa Flugzeug steht auf dem Flughafen Frankfurt
Streiken die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa, bleiben die Flieger am Boden© Shutterstock/travelview

Die Turbulenzen im Cockpit gehen weiter: Die Pilotengewerkschaft VC Cockpit hat die Piloten von Lufthansa und Cityline erneut zum Streik aufgerufen. Wie lange er dauert und welche Verbindungen betroffen sind.

  • Update: Mehr als die Hälfte der Flüge finden laut Lufthansa statt

  • 48-stündiger Piloten-Streik bis Freitag, 13. März, Mitternacht

  • Ausfälle vor allem in München und Frankfurt

  • Diese Rechte haben Flugreisende

Einen Monat nach dem Ende des letzten Warnstreiks ist es wieder so weit: Flüge der Lufthansa und der Regionaltochter Cityline bleiben am Boden. Die Pilotengewerkschaft Cockpit hat mehr als 5000 Beschäftigte zu einem 48-Stunden-Streik aufgerufen.

Lufthansa: 48-Stunden-Streik bis Freitag um Mitternacht

Der Streik hat am frühen Morgen des Donnerstag, 12. März, begonnen und endet am Freitag, 13. März, um Mitternacht. Gefährdet sind Starts aus Deutschland der Lufthansa-Kerngesellschaft, der Frachttochter Lufthansa Cargo und bei der Regionalgesellschaft Lufthansa Cityline, die rund 500 Piloten beschäftigt und Zubringerflüge für die Lufthansa übernimmt.

Trotz Streik: Die Hälfte der Flüge findet statt

Laut Lufthansa sollen aber jeweils mindestens die Hälfte der geplanten Flüge stattfinden. Auf der Langstrecke könnten sogar 60 Prozent der Flüge starten. Flugausfälle wird es vor allem an den Drehkreuzen München und Frankfurt geben.

Am Flughafen Hannover sollen am Donnerstag alle Lufthansa-Flüge nach Frankfurt und München ausfallen. In Bremen sind es nach ersten Informationen dreizehn Flüge von und nach Frankfurt und München. Am Airport Nürnberg dürften die meisten Flüge am Donnerstag planmäßig stattfinden. Mit Einschränkungen muss aber auch in Hamburg, Düsseldorf, Berlin und den anderen Airports gerechnet werden.

Das Unternehmen will größere Flugzeuge einsetzen, Flüge von nicht bestreikten Konzernairlines fliegen lassen und zudem freiwillige Crews einsetzen. Zuvor hatte bereits die Vereinigung Cockpit erklärt, dass der Streik diesmal kleiner ausfallen werde als bei der ersten Welle im Februar.

Die Lufthansa verurteilt den geplanten Streik ihrer Piloten als unnötige Eskalation und teilt mit, dass sie bemüht ist, die Auswirkungen für die Fluggäste so gering wie möglich zu halten. Auf ihrer Website finden Passagiere einen Ersatzflugplan für den Streikzeitraum.

Nicht betroffen: Eurowings und Discover

Nicht bestreikt werden Flüge von Discover Airlines und Eurowings. Bei Eurowings läuft zudem eine Urabstimmung über mögliche Arbeitskampfmaßnahmen noch bis zum Montag, 16. März.

Keine Streiks auf Flügen nach Nahost

Die Gewerkschaft hatte in der vergangenen Woche wegen der angespannten Situation im Luftverkehr nach Nahost von Streikmaßnahmen abgesehen. Flüge in den arabischen Raum sollen deshalb nicht bestreikt werden. Vom Piloten-Streik ausgenommen sind – sofern die Verbindungen aufgrund der Lage in Nahost bedient werden:

  • Ägypten

  • Aserbaidschan

  • Bahrain

  • Irak

  • Israel

  • Jemen

  • Jordanien

  • Katar

  • Kuwait

  • Libanon

  • Oman

  • Saudi-Arabien

  • Vereinigte Arabische Emirate (VAE)

Streik bei der Airline: Diese Rechte haben Reisende

Wer in den nächsten Tagen mit der Lufthansa oder Cityline fliegen will, sollte sich über die Website und den Flugstatus auf dem Laufenden halten. Wenn ein Flug wegen eines Streiks annulliert wird oder sich verspätet, haben Reisende Anspruch auf Unterstützungsleistungen, Verpflegung und Unterbringung. Diese Ansprüche können sie bei der Fluggesellschaft geltend machen.

Die Airline muss jedoch keine Entschädigung zahlen, wenn sie sich auf sogenannte außergewöhnliche Umstände berufen kann. Ob ein Streik einen außergewöhnlichen Umstand darstellt, muss im Einzelfall geklärt werden. Grundsätzlich können jedenfalls bei einem Streik des eigenen Personals der Airline Entschädigungsansprüche in Betracht kommen.

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Tipps für Reisende: Lufthansa bucht um

Fallen Flüge aus oder verschieben sie sich, sind Lufthansa und Lufthansa Cityline verpflichtet, die betroffenen Passagierinnen und Passagiere zu informieren. In der Regel geschieht das per E-Mail oder über die Lufthansa-App, wo auch Umbuchungsoptionen angezeigt werden.

Lufthansa verspricht Betroffenen schnelle Hilfe und bietet bei Annullierungen kostenlose Umbuchungen. Beim aktuellen Streik weist Lufthansa auf folgende Umbuchungsmöglichkeiten hin: Gäste mit Tickets von Lufthansa, Austrian, Swiss, Brussels Airlines oder Air Dolomiti, die bis einschließlich 10. März ausgestellt wurden und für von Lufthansa (einschließlich Lufthansa CityLine) durchgeführte Flüge am 12. oder 13. März gebucht sind, können kostenfrei auf einen anderen Flug der Lufthansa Group bis 23. März umbuchen.

Innerdeutsche Tickets können in Fahrkarten für die Bahn umgewandelt werden. Fällt ein Flug wegen Streik aus, gibt es zudem unter anderem folgende Alternativen für Reisende: Mietwagen, Fernbus, Auto oder Bahn.

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Mit Material von dpa.