Hurrikan Polo erreicht Mexiko: Starkregen und Überschwemmungen
Von Sabrina Doschek

Hurrikan "Polo" hat Mexiko erreicht. Schon vor dem Landgang forderte der Sturm Todesopfer und Vermisste, und richtete schwere Verwüstungen an. Zudem gewinnt vor der Küste ein weiterer Tropensturm an Stärke. Die Behörden warnen.
Hurrikan Polo trifft zweimal in Mexiko auf Land
Vor weiterem Tropensturm "Rachel" wird gewarnt
Wetterphänomen El Niño: Ungewöhnliche Hurrikansaison
Hurrikan Polo ist gleich zweimal hintereinander in Mexiko auf Land getroffen. Mit Windgeschwindigkeiten von rund 175 km/h traf der Hurrikan der Kategorie 2 zunächst auf die mexikanische Halbinsel Baja California. Der Sturm erreichte gegen Mitternacht des 28. September nahe Las Barrancas das Festland. Strommasten und Bäume stürzten um, Straßen wurden überflutet.
Am Dienstagmorgen, 29. September, traf der Tropensturm auf den Bundesstaat Sonora. Die gute Nachricht: Polo verlor an Kraft und wurde nunmehr zum Wirbelsturm der Kategorie 1. In der Nähe der Stadt Guaymas fegte er aber noch immer mit Windgeschwindigkeiten von 120 km/h über das Land. Auch hier kam es zu heftigen Regenfällen und Stromausfall.
Hurrikan Polo forderte auch Todesopfer
Polo entstand am Montag, 21. September, und wuchs innerhalb eines Tages auf die höchste Hurrikan-Kategorie 5, wie das US-Hurrikanzentrum (NHC) in Miami mitteilte. Die mexikanischen Behörden warnten vor lebensgefährlichen Sturmwinden, Sturzfluten und starken Regenfällen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutz zu suchen und den Anweisungen des Zivilschutzes zu folgen.
Bereits vor dem Landfall des Hurrikans kamen im Bundesstaat Jalisco nach heftigen Regenfällen und Erdrutschen mindestens zwei Menschen ums Leben. Drei weitere Personen werden vermisst.
Wetterberichte und aktuelle Sturmwarnungen finden Sie hier: National Hurricane Center
Mexiko: Weiterer Sturm bahnt sich an
Zudem bildete sich vor der südmexikanischen Pazifikküste der Tropensturm "Rachel". Nach Angaben des NHC soll er weiter an Stärke gewinnen, am Mittwoch (30. September) Hurrikanstärke erreichen und über das Meer entlang der Küste ziehen.
Eine Tropensturmwarnung gilt aktuell für die Küste Südwestmexikos von Punta San Telmo bis Playa Perula und von Playa Perula bis Cabo Corrientes.
El Niño: Kalifornien verhängt Notstand
Die Hurrikansaison endet im Pazifik und Atlantik jeweils am 30. November. Während im Pazifik bereits mehrere starke Stürme entstanden sind, blieb die Saison im Atlantik bislang ungewöhnlich ruhig. Nach Einschätzung der US-Klimabehörde NOAA hängt dies mit dem derzeit besonders ausgeprägten Klimaphänomen El Niño zusammen. Aufgrund der erwarteten El-Niño-Auswirkungen reagiert auch die USA: Der US-Bundesstaat Kalifornien hatte am Montag, 21. September, den Notstand verhängt.
Hurrikan wegen Wetterphänomen El Niño
El Niño entsteht, wenn die Wassertemperaturen im östlichen und zentralen Pazifik entlang des Äquators über längere Zeit deutlich über dem Durchschnitt liegen. Das Phänomen beeinflusst die Hurrikanaktivität weltweit: Während sich im Atlantik aufgrund starker Windscherungen bislang kaum Stürme entwickeln konnten, sorgt El Niño in diesem Jahr im Pazifik für besonders günstige Bedingungen und für eine ungewöhnliche Hurrikansaison: Es haben sich bereits neun Hurrikane gebildet, drei davon in der höchsten Kategorie 5.
Mit Material von dpa.