Griechenland: Blockaden durch Bauern an Autobahnen und Grenzen
Von Katharina Dümmer

Wer mit dem Auto nach Griechenland fährt, muss weite Umwege einplanen. Wütende Bauern blockieren seit rund einem Monat wichtige Verkehrsknotenpunkte des Landes. Die Blockaden von Autobahnen und Grenzen dürften länger dauern.
Blockadeaktionen sollen 2026 ausgeweitet werden
Autobahn Athen – Thessaloniki besonders betroffen
Flughäfen, Häfen und Grenzen Ziel der Protestaktionen
Hintergrund der Aktionen der Landwirte ist ein eskalierender Protest gegen die verzögerte Auszahlung von EU-Subventionen im Zusammenhang mit Ermittlungen zu einem Korruptionsskandal. Auto- und Lkw-Fahrende, zu deren Lasten der Konflikt ausgetragen wird, sitzen mancherorts stundenlang wegen Straßenblockaden fest. In mehreren Regionen gab es in den vergangenen Tagen Zusammenstöße mit der Polizei. Inzwischen haben sich auch Lkw-Fahrende den Protesten angeschlossen.
Griechenland: Blockaden auf Autobahnen
Besonders betroffen von den Protesten sind die wichtigen Autobahnen A1 (E75) zwischen Athen und Thessaloniki bei Larissa und Egnatia Odos (A2) von Igoumenitsa bis zur türkischen Grenze. Aber auch in anderen Landesteilen und auf den Inseln kommt es zu Straßenblockaden. Betroffen sind immer wieder auch die Grenzübergänge nach Bulgarien, Nordmazedonien, in die Türkei und nach Albanien. Damit sind auch Reisende involviert, die den Balkantransit nutzen. Sie müssen teils große Umwege in Kauf nehmen, um die blockierten Knotenpunkte zu umgehen.
Ziel der Landwirte sind immer wieder auch Hafenzufahrten. Mitte Dezember wurde etwa der Hafen von Volos nahe Athen blockiert. Entlang der wichtigsten Zufahrtsstraßen zum Hafen von Patras (wichtiger Hafen für Reisende nach Italien) verhinderte die Polizei, dass die Bauern in die Hafenzone gelangen. Fährreisende von und nach Italien dürfen sich in nächster Zeit nicht in Sicherheit wiegen.
Die Sperrungen führen vor allem im internationalen Lastwagenverkehr zu erheblichen Verzögerungen. Die Polizei versucht zwar den Verkehr umzuleiten, jedoch ist dies nicht überall möglich.
Und das ist angekündigt:
Seit Montagmittag, 5. Januar, wird eine Autobahnbrücke bei Nikaia zwischen Athen und Thessaloniki blockiert. Wann die Straße wieder freigegeben wird, wurde nicht bekannt gegeben.
Am Dienstag, 6. Januar, soll die Mautstelle Makrychori auf der Autobahn Athen – Thessaloniki für zwei Stunden, von 11 bis 13 Uhr, blockiert werden.
Am Donnerstag, 8. Januar, und Freitag, 9. Januar, sollen die Blockaden landesweit ausgeweitet werden.
Die Bäuerinnen und Bauern kündigten an, ihre Protestaktionen auszuweiten, falls die Regierung auf ihre Forderungen nicht eingeht. Vertretende der Protestbewegung sprechen von einem "Kampf um die Existenz der Höfe".
Auswärtiges Amt: Protestlage sehr dynamisch
Auch wenn die Protestaktionen an manchen Stellen aufgelöst wurden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die selben Streckenabschnitte erneut besetzt werden. Nach Informationen des Auswärtigen Amtes ist die Protestlage äußerst dynamisch und kann sehr kurzfristig lokal zu erheblichen Beeinträchtigungen und Sperrungen führen. Eine Vorhersage der betroffenen Blockadepunkte ist daher nicht möglich.
Auch interessant: Hohe Strafen für Verkehrssünder.
Mit Material von dpa.