Waldbrände in Frankreich und Co.: Was das für den Urlaub bedeutet

Flammen am Ferienziel: Schwere Waldbrände in Südfrankreich
Flammen am Ferienziel: Schwere Waldbrände in Südfrankreich© dpa/ASSOCIATED PRESS

Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland: Hitze und Waldbrände machen derzeit vielen beliebten Urlaubsländern zu schaffen. So ist die aktuelle Lage, und diese Stornomöglichkeiten haben Reisende.

  • Update: Waldbrände an französischer Atlantikküste wieder aufgeflammt

  • Auch in Deutschland führt Trockenheit zu mehreren Waldbränden

  • ADAC Juristen: Diese Rechte haben Reisende

Rekordhitze und lang anhaltende Trockenheit führen in diesem Sommer in vielen Teilen Europas zu schweren Waldbränden. Vor allem in Regionen in Griechenland, Frankreich, Italien und Spanien, doch auch in Deutschland breiteten sich bereits Feuer aus. So ist die Lage in den betroffenen Urlaubsländern.

Frankreich: Waldbrände an der Atlantikküste

Die heftigen Waldbrände an der französischen Atlantikküste südlich von Bordeaux sind nach rund zwei Wochen wieder aufgeflammt. 6000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, 6000 Hektar Fläche sind von den Flammen zerstört worden, teilten die Behörden in Bordeaux mit. Die Richtung spanische Grenze führende Autobahn A63 ist in beide Richtungen zwischen Bordeaux und Bayonne bis voraussichtlich 14. August gesperrt (Stand: 11. August.).

Auch in anderen Teilen des Landes kämpfen Einsatzkräfte immer wieder gegen Waldbrände. Heftige Winde und anhaltende Trockenheit hatten die Feuer erneut angefacht.

Hier finden Sie einen aktuellen Überblick über die Waldbrandgefahr in Frankreich* und hier eine Übersicht über die einzelnen Brände*. Aktuelle Verkehrsinformationen bieten die französischen Verkehrsbehörden*.

Italien: Weiterhin erhöhte Waldbrand-Gefahr

Schon seit Wochen kämpfen Feuerwehrleute landesweit immer wieder gegen Wald- und Buschbrände. Auf den Ferieninseln Sizilien und Sardinien herrscht örtlich eine erhöhte, mitunter auch die höchste Waldbrand-Warnstufe. 

Aktuelle Verkehrsinformationen zu möglichen Straßensperren finden Sie bei den italienischen Verkehrsbehörden Tuttocittà* bzw. Autostrade*.

Wegen der extremen Dürre gilt in den Regionen Piemont, Lombardei, Venetien, Friaul-Julisch Venetien und Emilia-Romagna der Notstand. Urlauber und Urlauberinnen sollten sich frühzeitig informieren, welche weiteren Verhaltensregeln dann in den Kommunen und Städten gelten.

Waldbrand-Situation in Spanien und Portugal

In Spanien entspannt sich die Lage, es gibt nur noch wenige, kleinere Feuer und derzeit besteht auch nur die niedrigste Hitze-Warnstufe. Aktuelle Verkehrsinformationen zu möglichen Straßensperren finden Sie bei den spanischen Verkehrsbehörden*.

Waldbrände in Portugal bedrohen einen Naturpark und mehrere Ortschaften östlich von Coimbra. Mindestens 3000 Hektar Vegetation wurden bislang von den Flammen zerstört.

Griechenland: Feuer auf der Insel Thasos

Auch in Griechenland wurden bei anhaltender Hitze mehrere Feuer entfacht. Auf der Ferieninsel Thasos (nördliche Ägäis) kämpft die Feuerwehr gegen einen neuen Brand in dicht bewaldetem Gebiet. Ein Dorf musste evakuiert werden. Im Nordosten des Landes war auch der Nationalpark Dadia betroffen. Für ganz Mittelgriechenland besteht ein extrem hohes Waldbrand-Risiko.

Deutschland: Waldbrand-Lage in Sachsen verbessert

Beim Waldbrand in der Sächsischen Schweiz hat sich die Lage weiter verbessert. Touristinnen und Touristen sollten die hintere Sächsische Schweiz jedoch weiterhin meiden. Das Feuer hatte vom Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen. Hinweis für Autofahrende: Die B172 Pirna–Schmilka ist zwischen Bad Schandau und Grenzübergang Schmilka bis auf Weiteres gesperrt (Stand: 10. August).

Die Feuer beim großen Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg sind gelöscht.

Alles zur aktuellen Situation auf den Straßen finden Sie unter ADAC Verkehrsinfo

Ferienziel in Flammen: Diese Rechte haben Reisende

Pauschalurlauberinnen und -urlauber können kostenlos stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen. Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss die gebuchte Reise auch konkret oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von diesen Bränden bzw. den Folgen, wie Rauch in der Luft, betroffen sein. Reisende können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise zeitnah bevorsteht und es in eine Region gehen soll, die unmittelbar von den Waldbränden betroffen ist.

Anders sieht es aus, wenn die Reise nicht in Kürze beginnt. Schließlich lässt sich nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht sein könnten. Somit lässt sich auch nicht Wochen oder Monate vor Reisebeginn abschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Ein kostenloses Storno wäre dann also nicht möglich. Brennt es irgendwo anders im Land, ist dies ebenfalls kein Grund, kostenfrei zurückzutreten. Es empfiehlt sich bei nicht unmittelbar bevorstehenden Reisen, die Entwicklung der Lage im Einzelfall vor Ort weiter zu beobachten.

Extreme Hitze oder Angst vor Waldbrand kein Stornogrund

Extreme Hitze allein genügt übrigens nicht, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.

Feuer treten während des Urlaubs auf – was tun?

Treten im Pauschalurlaub die Probleme erst während der Reise auf, kann man den Vertrag unter gewissen Voraussetzungen kündigen und die Heimreise antreten. Hierzu muss aber belegt werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Muss der Reiseveranstalter aufgrund der vorzeitigen Kündigung des Reisenden Reiseleistungen nicht mehr erbringen, kann er hierfür auch keine Kosten verlangen. Außerdem muss er die Rückreise des Reisenden sicherstellen, wenn diese Teil des Reisevertrags ist. Mögliche Mehrkosten sind vom Reiseveranstalter zu tragen.

Ist die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, eine Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen zu bezahlen. Wer seine Reise fortführt, kann den Reisepreis gegenüber dem Reiseveranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, weil z.B. vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.

Waldbrände: Das gilt für Individualreisende

Nach deutschem Recht müssen auch Individualreisende die bereits gebuchten Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Das kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft jedoch zugänglich, ohne dass der Reisende sich in Gefahr begibt, ist dieser auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn ein kostenfreies Rücktrittsrecht vertraglich vereinbart wurde.

Mit Material von dpa

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Katja Fastrich
Katja Fastrich
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