Corona und Autofahren: Maske am Steuer?

Mann und Frau mit Mundschutzmaske im Auto blicken nach hinten zur Rücksitzbank zum Betrachter
Ratsam, aber nicht vorgeschrieben: Mundschutz im Auto, wenn man nicht allein unterwegs ist© iStock.com/shironosov

Die wichtigsten Regeln für Autofahrerinnen und Autofahrer zum Thema Mundschutz im Pkw, beim Bezahlen an der Tankstelle und zum Parken im Home Office.

  • Gesichtsmaske: Nicht vorgeschrieben, aber ratsam

  • Wann Bußgelder fällig werden können

  • Mundschutz wird Pflicht im Verbandskasten

Beschränkungen können auch im Auto gelten

Die Bundesländer haben sogenannte Krankenhausampeln eingeführt. Diese haben zwei Warnstufen: Gelb und Rot. Schaltet die Krankenhausampel eines Bundeslandes auf Gelb, können Kontaktbeschränkungen eingeführt werden, die dann auch im Auto gelten. Die Regeln können je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen. Derzeit sind keine Kontaktbeschränkungen bekannt, die sich auf Autofahrende in privaten Pkw auswirken könnten.

Keine Maskenpflicht im Auto

Zwei Frauen fahren mit Mund-Nasen-Schutz Auto
Mitfahrende: Mundschutz ist ratsam, aber nicht vorgeschrieben © iStock.com/miljko

Das Tragen eines Mundschutzes bei Fahrten mit einer haushaltsfremden Person ist dennoch ratsam, aber nicht grundsätzlich vorgeschrieben. Es reicht zwischenzeitlich das Tragen eines medizinischen Mundschutzes. Dieser sollte immer dann getragen werden, wenn der Abstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann.

Sollte die Krankenhausampel eines Bundeslandes auf die Warnstufe gelb schalten, muss vor einer Fahrt mit einer haushaltsfremden Person überprüft werden, ob eine medizinische Maske oder FFP2-Maske zu tragen ist. Die Länderverordnungen können hier unterschiedliche Regeln vorsehen.

Gesichtsmaske gehört nicht an den Rückspiegel

Viele Autofahrerinnen und Autofahrer wollen ihren Mund-Nasen-Schutz griffbereit haben und hängen ihn während der Fahrt an den Rückspiegel. Das ist allerdings kein guter Ort, da die Gesichtsmaske dort die Sicht beeinträchtigt.

Außerdem gewöhnt sich das Gehirn an das Dauerpendeln im Sichtfeld, der Fahrer kann weniger schnell auf Fußgänger oder Radfahrer reagieren. Besser ist es, die Maske mit der Innenseite nach oben in eine mitgebrachte Plastikschale zu legen, die man zu Hause ausspült.

ADAC: Gesicht muss trotz Maske erkennbar bleiben

ADAC Juristen weisen darauf hin: Wer sich mit einem Mundschutz hinter das Lenkrad eines Kraftfahrzeugs begibt, muss darauf achten, dass die ausschlaggebenden Gesichtszüge im Wesentlichen weiterhin auszumachen sind.

Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes verdeckt zwar Nasen- und Mundpartie, lässt aber die Augen noch erkennen. Dies dürfte in der Regel ausreichend sein, um die Identität feststellen zu können. Bei einem Mundschutz aus Gesundheitsgründen soll vorübergehend aus Opportunitätsgründen von einer Ahndung abgesehen werden. Das ist jedoch alles eine Einzelfallentscheidung und steht letztendlich im Ermessen des Polizeibeamten.

Wenn im Fahrzeug keine Ansteckungsgefahr droht, darf kein Mundschutz getragen werden.
Wird mit einem Mundschutz eine Ordnungswidrigkeit begangen, läuft das normale Bußgeldverfahren durch.

Kann der Fahrer nicht ermittelt werden, droht dem Halter oder der Halterin eine Fahrtenbuchauflage. Die Regelung des Gesetzes kann nicht einfach aufgehoben werden. Die Bußgeldbehörden handhaben das zurzeit jedoch großzügiger, wodurch von der einen oder anderen Ahndung abgesehen wird, insbesondere bei gewerblichen Fahrten (Taxis).

Mundschutz wird Pflicht im Verbandskasten

Das Bundesverkehrsministerium plant eine Vorschrift, wonach künftig zwei Mund-Nasen-Bedeckungen in jedem Kfz-Verbandskasten sein müssen – unabhängig von der Corona-Lage. Wann dies in Kraft tritt, ist derzeit noch unklar.

Corona-Regeln für Tankstelle, Waschanlage, Werkstatt

Auch an der Zapfsäule und im Kassenbereich sind Abstandsregeln zu beachten. An Tankstellen gilt zudem eine Maskenpflicht. Viele Tankstellenbetreiber bevorzugen die kontaktlose Karten-Zahlung.

Auch in Werkstätten oder Waschanlagen sind Abstandsregeln und Hygienevorschriften einzuhalten. Das Tragen eines Mundschutzes wird empfohlen.

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ADAC Pannenhilfe wie gewohnt unterwegs

Der ADAC leistet trotz der Einschränkungen durch Covid-19 wie gewohnt Pannenhilfe für havarierte Mitglieder. Alle Fahrer des ADAC sind informiert und angehalten, sich an die vom Robert Koch-Institut empfohlenen Hygienevorschriften zu halten.

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Quarantäne oder Home-Office: So parkt das Auto richtig

Quarantäne, Arbeit im Home-Office oder Kurzarbeit – viele Autofahrer nutzen ihren Wagen derzeit weniger. Wenn das Auto auf der Straße im öffentlichen Raum geparkt ist, sollten Sie Folgendes beachten: Man darf prinzipiell unbegrenzt draußen parken.

Allerdings sind temporäre Halteverbote zu beachten. Daher ist es ratsam, regelmäßig nach dem Wagen zu sehen. Wird ein temporäres Parkverbotsschild aufgestellt, darf das Auto frühestens nach 72 Stunden abgeschleppt werden.

Hier finden Sie weitere Infos rund um mobile Halteverbote