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Der ADAC

Mundschutz im Auto: Wo die Maske Pflicht ist

Mann und Frau mit Mundschutzmaske im Auto blicken nach hinten zur Rücksitzbank zum Betrachter
Kein gemeinsamer Haushalt? In Sachsen müssen Fahrer und Beifahrer dann Maske tragen ∙ © iStock.com/shironosov

Das Tragen eines Mundschutzes ist deutschlandweit in Bus, Bahn und Geschäften Pflicht. Immer mehr Bundesländer führen jetzt auch eine Maskenpflicht im Auto ein, sofern man nicht allein unterwegs ist.

  • Update: Wo Gesichtsmasken im Privat-Pkw verpflichtend sind

  • Sind die Gesichtszüge durch Mundschutz nicht erkennbar, droht Bußgeld

  • Brillenträger: Beschlagene Gläser gefährden Sicht und Sicherheit

In ganz Deutschland müssen die Menschen einen Mund- und Nasen-Schutz (medizinische oder FFP2-Maske) tragen, wenn sie Geschäfte, öffentliche Verkehrsmittel oder öffentliche Gebäude betreten.

Im privaten Auto sind Gesichtsmasken nicht landesweit vorgeschrieben, auch dann nicht, wenn Personen unterschiedlicher Haushalte gemeinsam unterwegs sind. Es ist allerdings dringend ratsam, in diesem Fall Mund und Nase zu bedecken. Im Fahrschulunterricht oder bei Fahrprüfungen ist es sogar Pflicht.

Berlin, Saarland, Sachsen: Maskenpflicht im Auto

Berlin, das Saarland und Sachsen schreiben als erste Bundesländer eine Maskenpflicht im Auto vor. Erforderlich ist ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz.

Für Berlin und das Saarland gilt: Ausgenommen sind der Fahrer und bei Fahrten im privaten Pkw die Mitglieder des eigenen Haushalts.

Für Sachsen gilt: Auch der Fahrer muss eine Gesichtsmaske tragen, wenn Personen unterschiedlicher Haushalte in einem Wagen gemeinsam unterwegs sind.

Kommt bald die Mitführpflicht von Masken?

Das Verkehrsministerium prüft eine Änderungsverordnung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Demnach müssten dann zwei Mund-Nasen-Bedeckungen - ähnlich wie die Warnwesten - im Auto verpflichtend dabei sein. Verstöße gegen eine solche "Mitführpflicht" könnten mit einem Bußgeld von 15 Euro geahndet werden.

Der ADAC sieht eine "Mitführpflicht" von Mund-Nasen-Bedeckungen auch für die Zeit nach der Corona-Pandemie eher kritisch. Während jetzt die Maske notwendiger Weise von den Menschen mitgeführt wird, weil sie diese beim Tanken oder beim Einkaufen benötigen, erschließt sich der Sinn dagegen nach Bewältigung der Pandemie kaum.

ADAC: Gesicht muss trotz Maske erkennbar bleiben

ADAC Juristen weisen darauf hin: Wer sich mit einem Mundschutz hinter das Lenkrad eines Kraftfahrzeugs begibt, muss darauf achten, dass die ausschlaggebenden Gesichtszüge im Wesentlichen weiterhin auszumachen sind.

Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes verdeckt zwar Nasen- und Mundpartie, lässt aber die Augen noch erkennen. Dies dürfte in der Regel ausreichend sein, um die Identität feststellen zu können. Bei einem Mundschutz aus Gesundheitsgründen soll vorübergehend aus Opportunitätsgründen von einer Ahndung abgesehen werden. Das ist jedoch alles eine Einzelfallentscheidung und steht letztendlich im Ermessen des Polizeibeamten.

Wenn im Fahrzeug keine Ansteckungsgefahr droht, darf kein Mundschutz getragen werden.
Wird mit einem Mundschutz eine Ordnungswidrigkeit begangen, läuft das normale Bußgeldverfahren durch.

Kann der Fahrer nicht ermittelt werden, droht dem Halter eine Fahrtenbuchauflage. Die Regelung des Gesetzes kann nicht einfach aufgehoben werden. Die Bußgeldbehörden handhaben das zur Zeit jedoch großzügiger, wodurch von der einen oder anderen Ahndung abgesehen wird, insbesondere bei gewerblichen Fahrten (Taxis).

Brille und Alltagsmaske: Das muss man beachten

Darüber hinaus sollten Brillenträger beachten, dass je nach Beschaffenheit des Mundschutzes beim Tragen die Brillengläser beschlagen können. Die Masken dürfen auf keinen Fall die Sicht beeinträchtigen.

Mundschutz nicht am Rückspiegel aufhängen

Viele Autofahrer wollen ihren Mund-Nasen-Schutz griffbereit haben und hängen ihn während der Fahrt an den Rückspiegel. Das ist allerdings kein guter Ort, da die Gesichtsmaske dort die Sicht beeinträchtigt. Außerdem gewöhnt sich das Gehirn an das Dauerpendeln im Sichtfeld, der Fahrer kann weniger schnell auf Fußgänger oder Radfahrer reagieren. Besser ist es, die Maske in einer mitgebrachten Plastikschale abzulegen, die zu Hause gespült werden kann.

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