AdBlue: Dieselzusatz ist teurer geworden

Ein Auto tankt an der Tankstelle AdBlue
Der Preis für saubere Abgase: Steigende Kosten für AdBlue© imago images/Sven Simon

AdBlue ist in Deutschland vielerorts teurer geworden. Dies betrifft zahlreiche Dieselfahrerinnen und -fahrer, die den Harnstoffzusatz für ihr Auto benötigen. Was ADAC Fachleute empfehlen.

  • Hohe Gaspreise beeinflussen AdBlue-Produktion

  • ADAC: Das ist beim Lagern von AdBlue zu beachten

Besitzer von neueren Dieselfahrzeugen müssen neben Kraftstoff regelmäßig AdBlue tanken, denn ohne das Abgasreinigungsmittel bleiben die Autos stehen. Der Zusatz, den man an Tankstellen zapft oder in Baumärkten bzw. Werkstätten im Kanister kauft, ist vielerorts teurer geworden.

Davon betroffen sind zahlreiche Fahrerinnen und Fahrer neuerer Diesel-Pkw (überwiegend mit Euro-6-Norm, vereinzelt mit Euro-5-Norm), deutschlandweit etwa zehn Prozent aller Fahrzeuge. Auch Lkw sind betroffen: Die Erfüllung der strengen Abgasnormen wäre
spätestens seit der Schadstoffklasse Euro V ohne die SCR-Technologie kaum
möglich gewesen.

Eine flächendeckende Versorgungslücke gibt es nicht, allerdings eine deutliche Preissteigerung um das 4,5- bis 5-Fache.

AdBlue: Die Gründe für die Verteuerung

Schuld daran, dass AdBlue in Deutschland teurer und vereinzelt sogar vergriffen ist, sind die hohen Gaspreise. Da Gas für die Herstellung von Ammoniak, dem Grundstoff für AdBlue, benötigt wird, haben erste Chemiewerke wie etwa der Branchenriese BASF die Produktion gedrosselt.

Der Mineralölwirtschaftsverband e.V. (MWV) beobachtet die Situation mit erhöhter Aufmerksamkeit, sagt aber: "Von einer Knappheit an unseren Tankstellen kann nicht gesprochen werden, da deren Versorgung absolute Priorität hat. Allerdings ist durch die angestiegene Nachfrage die Logistik für die Versorgung der Tankstellen voll ausgelastet. Dies kann vereinzelt zu Leerständen führen. Wie sich die Situation bezüglich Preisen und Versorgung weiterentwickelt, ist schwierig abzuschätzen", so ein MWV-Sprecher.

Seitens großer AdBlue-Hersteller in Deutschland gib es unterschiedliche Aussagen. So ist einerseits zu hören, es handle sich tatsächlich nur um ein logistisches Problem aufgrund bereits getätigter Hamsterkäufe. Ein anderer Hersteller wiederum bekennt, aufgrund der hohen Nachfrage keine Neukunden mehr bedienen zu können.

Bevor eine flächendeckende Verknappung tatsächlich eintritt und viele Dieselfahrer ohne AdBlue nicht mehr mit ihren Fahrzeugen fahren können, muss nach Ansicht des ADAC die Industrie auch bei hohen Gaspreisen eine Versorgung mit AdBlue sicherstellen.

AdBlue: Das können Autofahrende tun

Dieselfahrerinnen und Dieselfahrer, die auf den Harnstoff-Zusatz angewiesen sind, sollten folgende Tipps der ADAC Fachleute beachten:

  • Regelmäßig in der Cockpit-Anzeige oder Bordcomputer prüfen, wie hoch der AdBlue-Vorrat bzw. die Reichweite noch ist. Autofahrende erhalten bereits 2000 Kilometer im Voraus eine Warnung, dass der AdBlue-Tank nachzufüllen ist.

  • Falls AdBlue an Tankstellen verfügbar ist, vor dem Kauf Preise vergleichen. Derzeit reicht die Spanne von rund 80 Cent bis 4 Euro je Liter. Der Preis an Pkw-Zapfsäulen scheint wesentlich günstiger als bei abgefüllten Kanistern.

  • Bei Verfügbarkeit AdBlue-Tank so gut wie möglich auffüllen. So kann man einem längeren Engpass in diesem Winter aus dem Weg gehen.

  • Hamsterkäufe sind aufgrund der zum Teil extrem hohen Preise für Kanister-Angebote nicht ratsam, eine kleine Reserve zu Hause ist aber auf jeden Fall sinnvoll.

AdBlue lagern: Das sollten Dieselbesitzer beachten

Will man AdBlue in kleineren Mengen zu Hause lagern, ist Folgendes zu beachten:

  • Der Zusatz ist unbedingt vor direkter Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 30 Grad zu schützen und sollte an einem gut belüfteten Platz gelagert werden.

  • Gut sind Lagertemperaturen zwischen minus 5 und plus 20 Grad.

  • Ab minus 11,5 Grad gefriert AdBlue, kann aber nach dem Auftauen ohne Qualitätsverlust wieder verwendet werden.

  • AdBlue zersetzt sich im Lauf der Zeit auf natürliche Weise zu Ammoniak. Der Prozess ist von der Lagertemperatur abhängig. Bei Lagertemperaturen unter plus 25 Grad beträgt die Haltbarkeit mindestens 18 Monate, bei Temperaturen bis plus 30 Grad mindestens 12 Monate.

  • AdBlue sollte nicht mit anderen Substanzen in Kontakt kommen. Bereits geringste Verunreinigungen können das AdBlue unbrauchbar machen bzw. das SCR-System schädigen. Deshalb zum Umfüllen von AdBlue in Tanks niemals alte Diesel- oder Ölkanister verwenden.