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– Keine Gefahr für die Batterie –

Ruhestrom bei modernen Autos sehr gering

Aktuelle Autos verbrauchen nach dem Zusperren nur sehr wenig Strom und belasten die Starterbatterie kaum. Wenn jedoch vergessen wird, den Kofferraum zu schließen, kann es ganz anders aussehen – dann droht der Wagen nach wenigen Tagen Standzeit nicht mehr anzuspringen. Und bei eingeschaltetem Standlicht kann dies schon nach zwölf bis 24 Stunden der Fall sein. Dies haben Ruhestrom-Messungen des ADAC an 25 aktuellen Autos ergeben.

Ausgangspunkt für die Untersuchungen waren Mitglieder-Beschwerden, wonach ihr Fahrzeug nach längerer Standzeit nicht gestartet werden konnte. Dies nahm der ADAC zum Anlass, den Ruhestromverbrauch von 25 aktuellen Fahrzeugen – vom Transporter bis zur Luxuslimousine – zu messen. Alle untersuchten Autos zeigten eine sehr gute Abschaltlogik. Etwa 25 Minuten nach dem Zusperren der Fahrzeuge waren alle Steuergeräte so herunter gefahren, dass der Ruhestromverbrauch sein Minimum erreichte. 
Die Untersuchungen wurden an jedem Fahrzeug in drei verschiedenen Zuständen durchgeführt:
 
  • alle Türen geschlossen und Zentralverriegelung zugesperrt
  • alle Türen geschlossen, aber Zentralverriegelung nicht zugesperrt
  • Kofferraum geöffnet, Zentralverriegelung nicht zugesperrt
1. Ruhestrom bei geschlossenen Türen und zugesperrter Zentralverriegelung

Dieses Szenario deckt den wohl gängigsten Fall eines abgestellten Fahrzeuges ab.
In Diagramm eins sind zur Übersicht sowohl der kleinste, der größte sowie der gemittelte Stromfluss in Ampere dargestellt, der für 25 Fahrzeuge gemessen wurde. Es ist zu erkennen, dass etwa 25 Minuten nach Zusperren der Zentralverriegelung alle Fahrzeuge ihre Verbraucher soweit ausgeschaltet haben, dass lediglich wenige Milli-Ampere Strom fließen; konkret wurden zwischen fünf und 40 Milli-Ampere gemessen. Bei diesem Verbrauch ergeben sich mit einer gesunden Batterie mögliche Standzeiten von etwa zwei bis zwölf Monaten, nach welchen noch immer gestartet werden kann. Die Unterschiede zwischen dem besten und schlechtesten, also dem Fahrzeug mit dem niedrigsten und höchsten Verbrauch, sind zwar enorm; tatsächlich dürfte dieser Unterschied aber nur für sehr wenige Pannen relevant sein.

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Diagramm 1: Maximaler, minimaler sowie mittlerer Verbrauch von 25 Fahrzeugen mit geschlossenen Türen und zugesperrter Zentralverriegelung

2. Ruhestrom bei geschlossenen Türen, aber Zentralverriegelung nicht zugesperrt

Das zweite Szenario, das durchaus häufig in abgesperrten Garagen zu finden ist, stellt ein zwar geschlossenes, aber nicht abgesperrtes Fahrzeug dar. 
Tatsächlich schalten auch in dieser Situation alle Fahrzeuge ihre elektrischen Verbraucher nach relativ kurzer Zeit ab, wie in Diagramm zwei zu erkennen ist. Lediglich der mittlere Verbrauch bis zum Abschaltzeitpunkt ist insgesamt auf einem etwas höheren Niveau als beim vorher beschriebenen Szenario. Die möglichen Standzeiten sind hier nahezu identisch wie beim abgeschlossenen Fahrzeug. Standzeiten von mehreren Monaten dürften für die untersuchten Fahrzeuge kein Problem darstellen.

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Diagramm 2: Maximaler, minimaler sowie mittlerer Verbrauch von 25 Fahrzeugen mit geschlossenen Türen, aber nicht zugesperrter Zentralverriegelung

3. Ruhestrom bei offenem Kofferraum, Zentralverriegelung nicht zugesperrt

Der Einfluss eines geöffneten Kofferraums bei nicht zugesperrtem Fahrzeug wurde ebenfalls untersucht; eine Situation, die nach dem Ausladen in Garagen vorkommen kann. Der in diesem Szenario gemessene Ruhestrom unterscheidet sich, wie in Diagramm drei dargestellt, zum Teil erheblich von den beiden bisher untersuchten. So schalten die meisten Verbraucher zwar auch hier nach etwa 20 Minuten zu einem großen Teil ab, jedoch kommen einige Fahrzeuge nicht vollständig zur Ruhe, wie aus dem Maximalwert in Diagramm drei zu entnehmen ist. 
Sechs von 25 Fahrzeuge zeigen in diesem Szenario auch nach zwei Stunden noch erhöhte Werte, die zu elektrischen Strömen von bis zu 0,45 Ampere führten. In einem solchen Fall ist beim betreffenden Fahrzeug (intakte Batterie vorausgesetzt) schon nach fünf Tagen Standzeit ein Startvorgang nicht mehr sicher gewährleistet. 

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Diagramm 3: Maximaler, minimaler sowie mittlerer Verbrauch von 25 Fahrzeugen mit offenem Kofferraum bei nicht zugesperrter Zentralverriegelung

Einfluss des Standlichtes

Neben den Einflüssen der elektrischen Verbraucher bei einem ruhenden Fahrzeug wurde an drei Autos auch der Stromverbrauch des Standlichtes untersucht. Dieser bewegte sich in Bereichen von 2,5 bis drei Ampere, was eine erhebliche Belastung der Starterbatterie darstellt. Schon nach zwölf bis 24 Stunden ist die Starterbatterie dadurch so entladen, dass ein Fahrzeugstart nicht mehr aus eigener Kraft möglich ist. 
Werden LED-Leuchtmittel als Alternative eingesetzt, lässt sich eine zwei- bis vierfache Standzeit erreichen. Ist es im Fahrzeug zudem möglich, statt einem Standlicht ein Parklicht (lediglich eine Fahrzeugseite beleuchtet) zu aktivieren, sinkt der Verbrauch dementsprechend weiter. 
Die sichere Beleuchtung des Fahrzeugs im abgestellten Zustand hat wohlgemerkt immer Vorrang, weshalb auf diese nie aus Gründen des Energiehaushaltes der Batterie verzichtet werden darf.
 
Leistung [W]Mögl. Standdauer [h]
Standlicht (beidseitig)
konventionell3423
LED-Rücklichter1843
Parklicht (einseitig)
konventionell1746
LED-Rücklichter1172




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