Krank im Urlaub: Was man zum Rücktransport wissen muss

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Krank im Ausland – das wünscht man keinem Urlauber. Dennoch passiert es jeden Tag. Eine Auslandskrankenversicherung, eine ADAC Plus- oder Premium-Mitgliedschaft kann bei einem Krankenrücktransport vor hohen finanziellen Belastungen schützen. So hilft der ADAC.

  • Alle Informationen zum medizinischen Notfall bereit

  • Arzt vor Ort erklärt Transportfähigkeit

  • Bett zu Bett Service

So erreichen Sie uns bei einem medizinischem Notfall und/oder einer Transportanfrage

Krankenrücktransport: Wie läuft die Organisation ab?

  1. Einen medizinischen Notfall oder eine Transportanfrage können Sie beim ADAC Ambulanz-Service telefonisch, per Mail oder online melden. Ob der versicherte Patient selbst oder sein Ehepartner, Kind, sonstiger Verwandter, Freund oder die Reisebegleiter Kontakt mit dem ADAC aufnehmen, spielt keine Rolle.

  2. Wichtig: Das Telefonat sollte gut vorbereitet sein, um die Hilfe schnell in Gang setzen zu können. Wir brauchen genaue Angaben. Eine Checkliste zum Download mit den benötigten Informationen hat der ADAC Ambulanz-Service zusammengestellt:

    Checkliste: Meldung medizinischer Notfall
    PDF, 44,6 KB
    PDF ansehen
  3. Wenn alle Angaben vorliegen, beginnt das Team des ADAC Ambulanz-Services sofort mit der Koordination und meldet sich so schnell wie möglich telefonisch bei Ihnen. Auch wenn sich für die Betroffenen selbst vordergründig zunächst einmal nichts zu bewegen scheint, die Maschinerie läuft im Hintergrund. Nicht immer kann beispielsweise sofort mit den verantwortlichen Medizinern im Ausland Kontakt aufgenommen werden, weil diese stundenlang im OP stehen oder erst noch Untersuchungsergebnisse abgewartet werden müssen. Das behandelnde Team am Urlaubsort hat die Therapiehoheit, ohne dessen Freigabe ist ein Rücktransport nach Deutschland nicht möglich.

  4. Wenn die Patientin oder der Patient nach Deutschland zurückgeholt werden soll, wird das ADAC Ärzteteam eingeschaltet, das mit den behandelnden Medizinern vor Ort die nächsten Schritte abklärt, also zum Beispiel, wann und auf welchem Weg ein Transport der Patienten möglich ist.

    Die Flugdisposition in der ADAC Zentrale© ADAC Versicherung AG
  5. In jedem Fall aber hält der Ambulanz-Service zeitnah Kontakt, sobald konkrete Aussagen möglich sind. Das Koordinationsteam ist sieben Tage in der Woche rund um die Uhr im Einsatz. Sie rufen also auch abends, nachts oder am Wochenende zurück. Ebenfalls beruhigend: Der Ambulanz-Service übernimmt die komplette medizinische und logistische Organisation, den sogenannten Bett-zu-Bett-Service. Also zum Beispiel die Suche eines freien Bettes im heimatnahen Krankenhaus sowie den lückenlosen Transport des Patienten vom Krankenhaus im Urlaubsort zum Krankenhaus in der Heimat auf dem Boden oder in der Luft.

  6. Ist der Patient transportfähig und sind alle medizinischen Aspekte geklärt und die Unterlagen vollständig, landet der Fall in der Disposition. Hier wird der Transport gemanagt. Die Organisation eines solchen Transports, insbesondere eines Fluges, ist sehr aufwändig und Stornierungen müssen möglichst vermieden werden, weil sich das auf die anderen Patienten auswirkt. Deshalb muss man mit einer Wartezeit von fünf bis sieben Tagen rechnen, bei weit entfernten Zielen auch länger.

Angespannte Bettensituation in deutschen Krankenhäusern

Um eine lückenlose Betreuung zu sichern, organisiert der ADAC Ambulanz-Service die Aufnahme in einem geeigneten Krankenhaus in Deutschland, möglichst heimatnah.

Aufgrund der durch die Medien bekannten angespannten Bettensituation in deutschen Krankenhäusern können wir leider nicht immer gewährleisten, dass wir zeitnah zu einem Krankenrücktransport (ab Transportfähigkeit) ein geeignetes Bett in einem heimatnahen deutschen Krankenhaus bekommen.

Wenn eine Aufnahme im deutschen Krankenhaus aufgrund der Erkrankung oder Verletzung notwendig ist, kann sich der Transport verzögern, solange keine konkrete Zusage über ein Aufnahmebett vorliegt. Besonders schwierig gestaltet sich die Suche nach einem Bett für einen Intensivpatienten.

In der Regel werden Intensivpatienten in deutschen Krankenhäusern aufgrund einer möglichen Keimbelastung isoliert. Eine Isolierung bedeutet einen deutlich erhöhten Pflegeaufwand, der aufgrund des Pflegepersonalmangels derzeit eine Herausforderung darstellt.  

Diese allgemeine Situation in Deutschland ist durch den ADAC nicht beeinflussbar. Wir bemühen uns selbstverständlich mit Nachdruck um einen Krankenrücktransport.

Patient in Not: Wer erhält Auskunft?

Die Mitarbeiter des ADAC Ambulanz-Service dürfen aus rechtlichen Gründen grundsätzlich keine Auskünfte über medizinische Sachverhalte und andere persönliche Informationen an Dritte weitergeben, also auch nicht an den Ehepartner oder Kinder des Patienten oder an Eltern volljähriger Kinder.

Es muss immer eine Schweigepflicht-Entbindungserklärung für Auskunft gegenüber der ADAC Versicherung AG abgegeben werden, damit der ADAC medizinische und personenbezogene Daten in Bezug auf die Bearbeitung des akuten Falles erhalten kann. Hier kann anstelle des Patienten auch eine andere Person benannt werden. Wer für den Ernstfall vorsorgen möchte, sollte eine Vorsorgevollmacht zugunsten seines Vertrauten formulieren und dabei - am besten in digitaler Form - dabeihaben.

Nicht vergessen: Eine Kreditkarte ist unverzichtbar für die Reise

Mit der ADAC Kreditkarte "Paket Reisen" profitiert man von Sonderleistungen wie einem Auslandskrankenschutz, einer Reiserücktritts- und Reiseabbruch-Versicherung, einer Zusatz-Haftpflichtversicherung für Mietwagen im Ausland, einer Reise-Rechtsschutzversicherung für Mietfahrzeuge weltweit, einer Reise-Vertrags-Rechtsschutzversicherung weltweit und einer Verkehrsmittel-Unfallversicherung weltweit, die bares Geld wert sein können.

Schutz vor Abzocke – schon vor dem Rücktransport

Wer ins Ausland reist, sollte sich möglichst schon vor Beginn der Reise über die medizinische Versorgung in der Ferienregion informieren. Dies gilt vor allem für Familien mit Kindern, denn in vielen Urlaubsregionen mangelt es an geeigneten Kinderarztpraxen, Kinderkliniken oder Fachpraxen. Im Notfall dauert es oft zu lange, bis der richtige Arzt oder das optimale Krankenhaus gefunden ist. Die Tipps von Hotelangestellten oder Ferienhausvermietenden sind in vielen Fällen keine gute Lösung. Da sich mit ausländischen Patienten gutes Geld verdienen lässt, werden erkrankte Touristen in manchen Urlaubsregionen nur zu ganz bestimmten Arztpraxen oder Kliniken gebracht.

Rücktransport mit dem ADAC: fünf spannende Fakten

  1. Zwei Maschinen des Dornier Fairchild 328 - 300 Jets sind für den ADAC Ambulanz-Service als fliegende Intensiv-Stationen im Einsatz. Maximal 10 Patienten, Pilot und Co-Pilot sowie die medizinische Crew, die mindestens aus einem Arzt und einem Sanitäter besteht, haben in der DO 328 Platz. Die Höhe der Kabine ermöglicht es dem Personal, im Stehen zu arbeiten. 

  2. Die DO 328 hat eine Reichweite von 3.700 Kilometern, kann bis zu 750 km/h Reisegeschwindigkeit aufnehmen und eine maximale Flughöhe von 10.700 Metern erreichen. Sie ist zertifiziert für den RVSM-Luftraum und kann so fast alle Ziele weltweit erreichen, vorausgesetzt es gibt am Zielort eine Start-und Landebahn mit einer Mindestlänge von 1310 Metern.

    So sieht der ADAC Ambulaz-Jet von innen aus
    Ein Ambulanz-Jet des ADAC mit seiner Intensiv-Station.© Aero-Dienst
  3. Genauso wie ein Rettungswagen auf der Straße hat der ADAC Ambulanzjet „Vorfahrt“ vor den anderen Maschinen, wenn sich ein Patient in einem medizinisch kritischen Zustand befindet. Dieses wird bei der Flugplankoordination durch die ATC (Air Traffic Control) entsprechend berücksichtigt.

  4. Hauptursachen für die Krankenrücktransporte waren in knapp 60 Prozent der Fälle Verletzungen, 16 Prozent gingen auf Herz-Kreislauf Erkrankungen und acht Prozent auf Schlaganfälle zurück. Die restlichen Diagnosen teilen sich auf in Bandscheibenprobleme, Lungenerkrankungen, Infektionen, urologische und gynäkologische oder neurologische Erkrankungen.

  5. 1975 wurde der erste Krankenrücktransport per Ambulanzflug mit einem gecharterten Learjet 24, damals noch ab München-Riem, durchgeführt. Ein 60-jähriger Mann, der einen Herzinfarkt in Athen erlitten hatte, wurde in eine Klinik nach Hannover geflogen.