Panne im europäischen Ausland? Jedes Jahr werden knapp 200.000 Mal die Urlaubsfahrten deutscher Autotouristen unfreiwillig unterbrochen oder gar gestoppt. Reise-Hochsaison: Herausforderungen bei Pannenhilfe, Mietwagen- und Hotelvermittlung Notfallmaßnahmen: Unfall- oder Pannenstelle absichern, Rettungsweste anziehen, Notruf 112 wählen. Unterstützung durch den ADAC: Hilfe bei Pannen und Fahrzeugrücktransport. Der ADAC sorgt mit umfassenden Auslandsschutzbrief-Leistungen und einem Netzwerk von Partnerclubs in ganz Europa dafür, dass Urlauber auch in Notfällen gut betreut sind. Von der Pannenhilfe über die Organisation von Mietwagen bis hin zum Fahrzeugrücktransport – der ADAC bietet Unterstützung in nahezu jeder Situation. Panne? So bekommt man schnell Hilfe In der Reise-Hochsaison müssen sich Liegengebliebene an besonders stark frequentierten Tagen oder bestimmten Regionen manchmal in Geduld üben. Da kann es durchaus vorkommen, dass die Notrufnummer länger belegt ist, die Pannenhilfe sich vor Ort verzögert, Mietwagen schwer zu vermitteln und Flüge teilweise überbucht sind. Wenn es zu einem Unfall kommt oder der Wagen den Geist aufgibt, gelten überall die gleichen Regeln: Rettungsweste anziehen, Unfall- oder Pannenstelle absichern, eventuell Verletzten helfen, sich selbst in Sicherheit bringen und den Notruf 112 wählen. Ist die akute Gefahr gebannt, stellen sich gleich viele Fragen: Wer schleppt den Wagen ab? Wo ist die nächste Werkstatt? Wer übernimmt sonstige Kosten? Die mehr als 250 Deutsch sprechenden Mitarbeiter in den ADAC Auslandsnotrufstationen sowie die deutschen Hilfezentralen sind aber nicht nur bei Fahrzeugpannen und Verkehrsunfällen für die Mitglieder da, sondern auch bei Verlusten von Dokumenten und Geld sowie beim Ersatzteilversand und Fahrzeugrücktransporten. Dank der in die ADAC Plus- und Premium-Mitgliedschaft integrierten Auslandsschutzbrief-Leistungen und der Kontakte zu Pannen- und Abschleppdiensten, Hotels und Mietwagenfirmen lassen sich Probleme der Urlauber in den allermeisten Fällen lösen. Unterwegs mit dem Gelben Engel vom Gardasee ADAC schickt Gelbe Engel nach Frankreich und Italien Panne im Ausland? Der ADAC verstärkt in der Ferienzeit erneut seine Hilfe für deutsche Urlauber: Im Juli und August sind elf Gelbe Engel in beliebten Touristenregionen Frankreichs im Einsatz – südwestlich von Bordeaux sowie rund um Narbonne, Nimes, Grasse, Toulon, Frejus und Salon-de-Provence. Sie sorgen dafür, dass Reisende auch fern der Heimat schnell wieder mobil sind. Beim Einsatz 2025 konnten rund 70 Prozent der Fahrzeuge direkt vor Ort wieder flott gemacht werden und die Urlauber ihre Ferien fortsetzen. Zu den zwei Gelben Engeln, die das ganze Jahr über fest in Südtirol und am Gardasee stationiert sind, unterstützen in der Hauptsaison weitere sechs Pannenhelfer deutsche Havaristen rund um Mailand, Genua und in der Toskana. Notrufnummer belegt? ADAC Partnerclubs helfen vor Ort Bei einer Panne im Ausland erreichen Urlauber den ADAC unter der 00 49 89 22 22 22. Der ADAC nimmt den Schaden auf und leitet den Fall an seinen Partnerclub im jeweiligen Land weiter. Dies ist auch über die ADAC Pannenhilfe App oder die Pannenhilfe Online möglich. Hier wird die Panne direkt ins System gespeist und man bekommt regelmäßige Status-Meldungen. Pannenhelfer hat Ihre Daten Der Partnerclub vermittelt einen Pannenhelfer oder einen Abschleppdienst vor Ort. Dieser kennt die Mitgliedsdaten des Liegengebliebenen, verlangt keine Bezahlung und schleppt das Plus- oder Premium-Mitglied, wenn die Panne sich nicht vor Ort beheben lässt, in die nächste geeignete Werkstatt. Der Partnerclub informiert den ADAC in Deutschland über das Ergebnis und gegebenenfalls die Werkstattadresse. Kosten Für die Pannenhilfe vor Ort und das Abschleppen in eine Werkstatt (bis maximal 300 Euro) wird keine Bezahlung verlangt. Kosten können in folgenden Fällen anfallen: Muss das Fahrzeug repariert werden, wird der Vertrag zwischen dem Plus- oder Premium-Mitglied und der Werkstatt geschlossen – hier muss also das Mitglied die Kosten übernehmen. Standards Die Infrastruktur in vielen Ländern unterscheidet sich oft gravierend von der in Deutschland. So können die Kosten für Werkstattleistungen - besonders in Ost- und Südosteuropa - manchmal deutlich höher ausfallen als in Deutschland. Häufig müssen Ersatzteile erst kostenintensiv beschafft werden, z.B. aus der Hauptstadt oder sogar einem anderen Land. In Nicht-EU-Ländern wird zudem meist eine Einfuhrsteuer erhoben. Diese macht die Ersatzteile und oft auch Ersatzreifen dann teurer als bei uns in Deutschland bei der Werkstatt vom Spezialisten. Mietwagen und Hotel Bei Bedarf wird der Partnerclub auf Anweisung des ADAC nach Möglichkeit und Verfügbarkeit helfen, einen Mietwagen zu organisieren. Der ADAC versucht auch bei der Vermittlung eines Hotels zu unterstützen, was sich in der Hochsaison als schwierig erweisen kann. Die Kostenübernahme durch den ADAC innerhalb Europas für bis zu drei Nächte beträgt maximal 85 Euro pro Person und Nacht. Fahrzeugrücktransport Kann das Fahrzeug nicht innerhalb von drei Werktagen technisch fahrbereit gemacht werden und es besteht kein wirtschaftlicher Totalschaden, übernimmt der ADAC den Fahrzeugrücktransport zu einer Werkstatt am Wohnsitz des Mitglieds. Es handelt sich hierbei um Sammeltransporte, die besonders in der Hauptreisesaison einen gewissen organisatorischen Vorlauf in Anspruch nehmen. Wer sein Fahrzeug unmittelbar wieder zu Hause braucht , kann auch selbst einen Rücktransport nach Rücksprache mit dem ADAC organisieren. Man muss sich aber bewusst sein, dass man hier selbst für etwaige auf dem Rücktransport entstandene Schäden haften muss. Die Rechnung für den Rücktransport kann man zur Kostenerstattung einreichen und es werden die Kosten bis zu der Höhe übernommen, die der ADAC für den Rücktransport hätte aufwenden müssen Das Einreichen der Rechnung geht ganz einfach und digital mit der Online-Schadenmeldung. Direkte Heimreise Die direkte Heimreise besteht als Option bereits ab dem Tag nach der Panne, sofern der Schaden nicht behoben werden kann. Auch hier kann man in dieser außergewöhnlichen Situation, wenn man möchte, die Rückreise selbst organisieren und die Rechnung zur Kostenerstattung einreichen. Dazu gehören die Kostenübernahme eines Mietwagens für die direkte Heimreise (bis 500 Euro), einer Bahnfahrt 1. Klasse oder von Flugkosten ab einer Entfernung von 1200 km vom Wohnsitz bis zu den vereinbarten Leistungsgrenzen. Übrigens: Der Versicherungsschutz der ADAC Plus- und Premium-Mitgliedschaft gilt für sämtliche Reisen mit Verkehrsmitteln – egal, ob Reisende mit dem Auto, Wohnmobil, der Bahn, mit Flugzeug, Fahrrad, Mietwagen oder Kreuzfahrtschiff unterwegs sind. Alle Informationen dazu sind hier zu finden. Kostenerstattung am besten online beantragen Mitarbeiter in Auslandsnotrufstationen sprechen Deutsch Die erste Auslands-Notrufstation hat der ADAC übrigens 1974 in Athen eingerichtet. Die größten Hilfezentralen im Ausland befinden sich heute in Barcelona, Lyon und Monza. Zusätzlich gibt es auch Hilfezentralen in Deutschland, die bei Kfz-Schadenfällen und medizinischen Notfällen weiterhelfen. Neben Deutsch sprechen die Mitarbeiter auch die jeweilige Landessprache. Alle Stationen sind das ganze Jahr über besetzt. Die ADAC Auslands-Notrufstationen sind zentral aus den jeweiligen Urlaubsländern erreichbar unter der Telefonnummer +49 89 22 22 22. Warnung vor falschen Pannenhelfern Der ADAC warnt: In Ost- und Südosteuropa sind Betrüger als falsche Pannenhelfer unterwegs. Sie geben sich als Gelbe Engel aus und knöpfen Reisenden viel Geld für Abschlepp- und teils unnötige Werkstattleistungen ab. Außer in Ungarn und Serbien sind die Betrüger jetzt auch vermehrt in Bulgarien, Kroatien und Slowenien aktiv. Dazu sind die Slowakei, Litauen und Polen betroffen. Um die Urlauber in die Falle zu locken, nutzen die Betrüger Fahrzeuge in der farblichen Gestaltung der Pannenhilfe-Autos, mit dem Logo des Clubs oder der Aufschrift „Im Auftrag des ADAC“. Auch das Personal tritt im Gewand der ADAC Straßenwachtfahrer auf. Aber: Im Ausland betreibt der ADAC keine eigene Straßenwacht-Flotte und die dortigen Vertragspartner dürfen weder auf ihren Fahrzeugen noch an Werkstätten ADAC Logos verwenden. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen: In Norditalien ist ein Gelber Engel als Pannenhelfer für die ADAC Notrufstation dauerhaft tätig und bekommt in der Hochsaison Unterstützung von drei weiteren Kollegen aus Deutschland und in Frankreich sind im Juli und August neun Pannenhelfer unterwegs, um deutschen Urlaubern zu helfen. Falsche Pannenhelfer warten bereits an der Autobahn Besonders offensichtlich ist die Taktik vieler Betrüger, bereits an der Autobahn zu warten und direkt nach einer Panne aufzutauchen, um dem Hilfesuchenden ihre Dienste anzubieten. Anrufversuche der ADAC Plus-Mitglieder beim Auslandsnotruf können fehlschlagen, da die Kriminellen Störsender in ihren Fahrzeugen installiert haben, die das Telefonnetz unterbrechen und eine Mobilfunkverbindung unmöglich machen. In so einer Situation sollten Autofahrer ihr Fahrzeug abschließen, sich einige Meter entfernen und von dort den ADAC Auslandsnotruf kontaktieren. Juristische Schritte gegen falsche Pannenhelfer Betrugsanzeige kann nur das ADAC Mitglied als Geschädigter erstatten, beispielsweise wenn das Auto beschädigt oder Geld an den falschen Pannenhelfer bezahlt wurde. Wenn die ADAC Versicherung AG die Betrüger, beispielsweise mittels Foto vom Nummernschild, identifizieren kann, wird mit Unterstützung des lokalen Partnerclubs immer gegen die falschen Pannenhelfer juristisch vorgegangen, z.B. mit einer Abmahnung.