Gefahren der Zeitumstellung: Hier passieren in Baden-Württemberg besonders viele Wildunfälle

Am 25. Oktober 2026 werden die Uhren wieder eine Stunde zurückgestellt. Damit verlagert sich der Berufsverkehr stärker in die Dämmerung, genau dann, wenn viele Wildtiere auf Nahrungssuche sind. Für Autofahrer steigt damit das Risiko, mit Wildtieren zusammenzutreffen. 2025 wurden in Baden-Württemberg 20.597 Wildunfälle polizeilich registriert.
Hier passieren die meisten Wildunfälle
Mit 1.380 registrierten Wildunfällen lag der Landkreis Ravensburg 2025 landesweit an der Spitze. Dahinter folgten der Landkreis Karlsruhe mit 1.180 und der Landkreis Sigmaringen mit 1.047 Wildunfällen.
Auch beim Blick auf die vergangenen Jahre zeigen sich regionale Schwerpunkte: Die Landkreise Ravensburg, Karlsruhe und Sigmaringen gehören laut FVA-Wildtierinstitut regelmäßig zu den Regionen mit den höchsten Wildunfallzahlen in Baden-Württemberg. Eine einzelne Ursache gibt es dafür nicht. Hier spielen unter anderem die Landschaft, Wald- und Landwirtschaftsflächen, die Straßeninfrastruktur und das Verkehrsaufkommen eine Rolle. Besonders dort, wo Straßen Lebensräume von Wildtieren durchqueren, kann die Unfallgefahr steigen.
20.597 Wildunfälle wurden 2025 in Baden-Württemberg registriert.
Landkreis Ravensburg: 1.380 Wildunfälle – landesweit die meisten.
Landkreis Karlsruhe: 1.180 Wildunfälle.
Landkreis Sigmaringen: 1.047 Wildunfälle.
Ostalbkreis: 996 Wildunfälle.
Rhein-Neckar-Kreis: 929 Wildunfälle.
Besonders häufig auf Landes- und Kreisstraßen
Wo Wald und Felder an Straßen grenzen, ist die Gefahr besonders groß:
Landesstraßen: 7.803 Wildunfälle
Kreisstraßen: 6.751
Bundesstraßen: 3.588
Sonstige Straßen: 1.693
Bundesautobahnen: 762
Zeitumstellung verschiebt den Berufsverkehr
„Gerade in der Dämmerung kommt es darauf an, vorausschauend zu fahren und die Geschwindigkeit anzupassen. Taucht plötzlich ein Wildtier auf, bleibt oft nur ein kurzer Moment zum Reagieren. Deshalb gilt: Fuß vom Gas, bremsbereit sein und bei einem Tier auf der Fahrbahn kontrolliert und kräftig bremsen. Riskante Ausweichmanöver sollten dagegen unbedingt vermieden werden.““
Martin Sasse, Fahrsicherheitstrainer beim ADAC Württemberg©B8/Pavo Ruch
Durch die Umstellung auf Winterzeit wird es am Abend eine Stunde früher dunkel. Der Berufsverkehr fällt damit wieder häufiger in die Dämmerung. Gerade auf Strecken durch Wald- und Feldgebiete sollten Autofahrer deshalb besonders aufmerksam sein. Die Zeitumstellung selbst verursacht dabei nicht den Wildwechsel – sie verändert aber die zeitliche Überschneidung zwischen Berufsverkehr und den Aktivitätszeiten der Tiere.
Richtiges Verhalten nach einem Wildunfall
Die Unfallstelle muss unverzüglich gesichert werden
Warnblinkanlage einschalten
Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen
Sind Personen verletzt, die 112 wählen und Erste Hilfe leisten
Immer die Polizei verständigen
Das angefahrene Wild nicht vom Unfallort entfernen
