Zukunft der Verkehrspolitik: Das sind die Pläne der Parteien zur Landtagswahl 2026

Am 8. März 2026 findet die Landtagswahl in Baden-Württemberg statt. Mit ihr wird festgelegt, welche politischen Kräfte in den kommenden vier Jahren die Mehrheiten im Landtag bilden und welche inhaltliche Richtung das Bundesland einschlägt. Die Wahlentscheidung hat dabei weitreichende Auswirkungen – auch auf die zukünftige Verkehrs- und Tourismuspolitik des Landes, die sowohl für den Alltag der Bevölkerung als auch für die wirtschaftliche Entwicklung von großer Bedeutung ist.
Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick auf die Positionen der Parteien, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Landtag von Baden-Württemberg einziehen werden. Im Parteiencheck werden ihre Konzepte zur Zukunft der Mobilität vorgestellt. Vorab liefert der ADAC Mobilitätsindex 2025 eine Einordnung der aktuellen Situation der Mobilität im Land und zeigt zentrale Herausforderungen auf.
ADAC Mobilitätsindex 2025: BW ein Wirtschaftsmotor mit hoher Umwelt- und Infrastrukturbelastung

Der ADAC Mobilitätsindex liefert transparente, wissenschaftlich fundierte Daten, mit denen sich einschätzen lässt, wie nachhaltig Mobilität in Deutschland und den jeweiligen Bundesländern wirklich ist. Der Index zeigt auf, in welchen Bereichen Mobilität gut läuft und wo Nachbesserungen nötig sind.
Baden-Württemberg ist eines der wirtschaftlich stärksten Bundesländer Deutschlands. Eine wichtige Grundlage dieser Wirtschaftskraft ist, dass viele große und wirtschaftlich bedeutende Städte – zum Beispiel Stuttgart, Mannheim, Freiburg und Karlsruhe – über das ganze Land verteilt sind. Diese größeren Zentren stärken gemeinsam die Wirtschaft. Auch das Schienennetz und zahlreiche Nahverkehrsverbindungen sind, entgegen ihrem Ruf, gut ausgebaut und erschließen auch das ländliche Umland. Auch der Anteil der reinen E-Fahrzeuge liegt über dem Durchschnitt und sichert Baden-Württemberg im Deutschland-Ranking den zweiten Platz mit Bayern.

Quellen: BMV, BASt, Destatis, KBA, VIZ u. a., eigene Berechnungen© ADAC
Weniger positiv fällt Baden-Württemberg im ADAC Mobilitätsindex 2025 durch die hohe Motorisierungsquote und das daraus resultierende Staugeschehen auf: Wenn man alle Staus in Baden-Württemberg in Kilometer misst und zusammenzählt, dann ist diese Gesamtlänge 98,6-mal so groß wie die Länge aller Autobahnen im Bundesland. Und so ist im Vergleich zum Vorjahr die Zuverlässigkeit die einzige Bewertungsdimension mit negativer Entwicklung, bedingt durch die steigende Verkehrsleistung auf der Straße und den Investitionsstau auf der Schiene.
Parteien-Check: Das sind die Pläne der Parteien für die Zukunft der Mobilität in BW
Trotz vieler positiver Tendenzen gibt es für die kommende Landesregierung viel zu tun. Der ADAC fragt und die Parteien antworten, welche Konzepte sie für die zukünftige Mobilität in Baden-Württemberg haben.
1. Wie wollen Sie die Mobilität in Baden-Württemberg gestalten, dass sie bezahlbar, zugänglich und barrierefrei für alle Verkehrsteilnehmenden wird – im öffentlichen Raum ebenso wie bei digitalen Mobilitätsangeboten?
"Mit Deutschlandticket und D-Ticket Jugend BW ist Mobilität für alle so einfach und bezahlbar wie nie zuvor. Wir setzen uns dafür ein, dass die Ticketpreise stabil bleiben. Den ÖPNV wollen wir bis zu einer Mobilitätsgarantie ausbauen. Die günstigste Mobilität ist zu Fuß oder auf dem Rad. Wir wollen die Fuß- und Radwege weiter stärken. Die Antriebswende im Pkw-Verkehr muss bezahlbar bleiben. Wir setzen uns für günstigen Ladestrom, eine gute Ladeinfrastruktur und für emissionsfreie Autos ein."
"Wir wollen Mobilität ermöglichen, nicht einschränken. Dafür braucht es bezahlbare Angebote für alle Menschen – unabhängig vom Wohnort oder Einkommen. Wir setzen auf Wahlfreiheit statt Verbote: Wer Bus und Bahn nutzt, muss sich das leisten können. Wer auf das Auto angewiesen ist, darf nicht bestraft werden. Wir brauchen gut ausgebaute Straßen, barrierefreie Haltestellen, moderne Fahrzeuge, einfache digitale Ticketlösungen und flexible Sharing-Angebote. So sichern wir Freiheit und Lebensqualität."
"Mobilität bedeutet für uns immer auch Freiheit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Deshalb muss sie attraktiv, bezahlbar und klimafreundlich sein und barrierefrei werden. Deswegen stehen wir zum DeutschlandTicket und zu seiner nachhaltigen Finanzierung durch den Bund und die Länder. Einen besonderen Schwerpunkt setzen wir dabei auf den Ausbau der Barrierefreiheit im ÖPNV und insbesondere an Bahnhöfen."
"Zukunftsfähige Mobilitätspolitik muss ideologiefrei und technologieoffen gestaltet werden. Es ist ein Irrweg, alle Menschen zu sehr teuren E-Autos verpflichten zu wollen. Das Verbrennerverbot muss weg und die Flottengrenzwerte müssen weg. Nicht die Motoren sind das Problem, sondern der fossile Kraftstoff. Wir werben zudem für ein Miteinander aller Verkehrsträger und deren intelligenter digitaler Vernetzung. Schluss mit dem Gegeneinander Auto-Fahrrad/Zug/Bus."
"Der erste Schritt ist die Abschaffung des Verbrenneraus. Wir setzen auf die Freiheit des Individualverkehrs statt auf Bevormundung, Investitionen in Straßeninfrastruktur und in Barrierefreiheit im ÖPNV sowohl offline und online, niedrige Parkgebühren, neue Parkhäuser und die Abschaffung von Fahrverboten und Umweltzonen wie sie in Stuttgart bestehen. Die erodierende Sicherheit im öffentlichen Raum wollen wir wiederherstellen, um so allen eine sichere Verkehrsteilnahme zu ermöglichen."
"Wir fordern ein flächendeckendes 9 Euro Ticket. Für Studierende, Schüler*innen, Auszubildende, Rentner*innen und einkommensschwache Menschen wollen wir Mobilität zum Nulltarif – perspektivisch kostenfreien Nahverkehr für alle. Die Landesregierung soll dafür 400 Mio. € jährlich bereitstellen. Barrierefreiheit muss überall gewährleistet sein – mit Aufzügen, Rampen, Niederflurtechnik, Blindenleitsystemen und barrierefreien Infosystemen. Alle Informationen müssen über eine einzige App zugänglich sein."
2. Der ÖPNV ist ein zentraler Baustein der Verkehrswende. Wie wollen Sie dessen Ausbau in Baden-Württemberg vorantreiben, nachhaltig finanzieren und welche Rolle spielt dabei das Landesmobilitätsgesetz?
"Das Landesmobilitätsgesetz sorgt für eine nachhaltige Zukunft der Mobilität: effektiv, innovativ, klimafreundlich. Es schafft den Rahmen für moderne Mobilität im Land. Wir wollen einen landesweiten ÖPNV-Standard mit 30-Minuten-Takt von früh bis spät – überall. Zur Finanzierung braucht es einen Ruck von Bund, Ländern und Kommunen. Der Mobilitätspass unserer grün-geführten Landesregierung ermöglicht den Kommunen neue Einnahmen für mehr Bus- und Bahnverkehr."
"Ein leistungsfähiger ÖPNV ist zentral für Erreichbarkeit, Lebensqualität und eine nachhaltige Mobilität. Wir wollen Taktung und Kapazitäten bedarfsgerecht ausbauen und Angebote im ländlichen Raum verbessern. Die Finanzierung muss dabei dauerhaft gesichert werden – dies bleibt eine gemeinsame Aufgabe von Land, Bund und Kommunen."
"Wir stehen für den Ausbau des ÖPNV. Das Land muss seine eingegangenen finanziellen Verpflichtungen einhalten und Kommunen, Landkreise und Unternehmen bei ihren Bemühungen zum Ausbau unterstützen.Dabei sind alle Möglichkeiten der Finanzierung über das Landes-GVFG und dasBundes-GVFG auszuschöpfen.Das bestehende Landesmobilitätsgesetz muss geändert werden. Zum einen muss die Bürokratie abgebaut werden, und zum anderen sollen die Kommunen weitere Finanzierungsinstrumente wie eine Arbeitgeberabgabe erhalten."
"Der so genannte Mobilitätspass ist eine Mogelpackung, um Dritte für überambitionierte Ausbauziele des ÖPNV zahlen lassen zu wollen. Wir brauchen keine verordnete „Verkehrswende“. Wir brauchen eine Wende in der Landespolitik insgesamt. Bürgersinn in Freiheit statt Bevormundungen. Wir trauen es den Bürgerinnen und Bürger zu, dass sie die für sie richtigen Verkehrsmittel wählen. Mit intelligenter Vernetzung und digitalen Angeboten wollen wir die Attraktivität steigern."
"Wir lehnen die ideologisch herbeigeführte Verkehrswende strikt ab. Es mutet seltsam an, dass sich ein Automobilclub für die Verkehrswende einsetzt und sich somit im Kampf gegen das Auto positioniert. Das Landesmobilitätsgesetz, einem Bürokratiemonster, das den Menschen und Unternehmen tief ins Portemonnaie greift, lehnen wir ab und fordern die ersatzlose Streichung. Dieses Gesetz schadet dem ohnehin wankenden Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg beträchtlich und gehört eingestampft."
"Das Landesmobilitätsgesetz bietet eine Grundlage, die deutlich ausgebaut und verbindlich umgesetzt werden muss. Wir wollen die Regionalisierungsmittel verdoppeln und zusätzlich 500 Mio. € jährlich für kommunale Verkehrsgesellschaften bereitstellen. Damit sichern wir den landesweiten 30-Minuten-Takt, auch im ländlichen Raum, sowie Nachtverkehr an Wochenenden. Die Mobilitätsgarantie zwischen 5 und 24 Uhr soll endlich auch in kleinen Kommunen Realität werden."
3. Setzen Sie künftig stärker auf den Erhalt oder den Neubau der Verkehrsinfrastruktur? Und planen Sie, Bürgerinnen und Bürger an der Finanzierung über Abgaben oder Gebühren zu beteiligen?
"Sanieren statt schieben! Unser Schwerpunkt liegt auf dem Erhalt des Bestandsstraßennetzes. Das gilt insbesondere für die Brücken. Aus- und Neubau kann im Einzelfall sinnvoll sein, wenn die Verkehrsmenge es erfordert oder Menschen von Lärm- und Schadstoffen entlastet werden. Dabei müssen primär die bestehenden Achsen (z.B. A8 Albaufstieg) ausgebaut werden, damit keine neuen Schneisen ins Land gehauen werden. Das Sondervermögen des Bundes bietet die finanziellen Spielräume, wenn es tatsächlich zusätzlich in die Sanierung der Infrastruktur von Bund, Ländern und Kommunen fließt."
"Unser Fokus liegt klar auf dem Erhalt und der Modernisierung bestehender Verkehrswege. Aus- und Neubau erfolgt gezielt, wenn Engpässe beseitigt, Ortsdurchfahrten entlastet oder Regionen besser angebunden werden müssen. Zusätzliche Abgaben und Gebühren lehnen wir ab."
"Beim Straßenbau ist für uns die Priorität ganz klar: Sanierung geht vor Ausbau und vor Neubau. Schon allein aufgrund des Zustands unserer Straßeninfrastruktur gibt es dabei für uns keine andere Prioritätensetzung. Mobilität gehört zur Daseinsvorsorge, deshalb ist sie in erster Linie aus allgemeinen Steuermitteln zu finanzieren. Eine LKW-Maut auf Landes- und Kreisstraßen lehnen wir ab, weil sie die baden-württembergische Wirtschaft einseitig innerhalb Deutschlands belasten würde."
"Der Sanierungsstau in der Verkehrsinfrastruktur ist erheblich. Diesen wollen wir durch eine spürbare Erhöhung der Finanzmittel auflösen. Hierfür braucht es mutige Schwerpunktsetzungen im Landeshaushalt. Der Weg über zusätzliche Abgaben oder Gebühren wäre uns Liberalen viel zu bequem. Wir haben den Mut zu Entscheidungen über Prioritäten. Unser Wirtschaftsstandort muss dringend attraktiver werden. Weitere Belastungen wären geradezu pures Gift."
"Wir setzen auf Investitionen in die Infrastruktur beispielsweise beim Straßenbau. Als AfD stehen wir für eine starke Einbindung des Bürgers in Form von Bürgerbefragungen und Volksabstimmungen. Wir lehnen aber ganz klar eine weitere Belastung der Bürger ab. Die Mittel für die Verkehrsinfrastruktur wird aus Steuermitteln finanziert. Eine weitere Abgabe ist abzulehnen, solange der Staat Infastrukturprojekte im Ausland finanziert – Stichwort Fahrradwege in Peru."
"Wir setzen auf Elektrifizierung, Sanierung und Ausbau der Schieneninfrastruktur – Eingleisigkeit ist nicht länger tragbar! Bei Fernstraßen gilt ein Bau-Moratorium: Finanzielle und planerische Kapazitäten fließen vorrangig in Brücken, Straßenerhalt und Bahnausbau. In seiner derzeitigen Form ist der Mobilitätspass für Kommunen kaum umsetzbar – er muss deutlich vereinfacht werden. Zudem soll die Möglichkeit der Finanzierung durch Arbeitgeberbeiträge, wie ursprünglich vorgesehen, eingeführt werden."
4. Drei Mobilitätsprojekte, die Sie umsetzen wollen – welche stehen dabei ganz oben auf Ihrer Liste?
"ÖPNV – Den Weg zur Mobilitätsgarantie konsequent weiterverfolgen, eine Qualitätsoffensive für zuverlässige Bahnen und Busse, flächendeckende Regiobuslinien, Ausbau flexibler On-Demand-Verkehre und autonomer Shuttles sowie Sicherung des Deutschlandtickets und des D-Ticket Jugend BW.
Selbstaktive Mobilität – 8000 km Radnetz und 20 Radschnellverbindungen fertig stellen, lebendige Ortsmitten weiterentwickeln.
Infrastruktur – Sanierung und Modernisierung von Brücken und Straßen fortführen."
"Erheblich schnellere Instandsetzung der zahlreichen sanierungsbedürftigen Brücken in Baden-Württemberg
Umsetzung der Projekte des Bundesverkehrswegeplans (Straße und Schiene)
Weiterer bedarfsgerechter Ausbau des ÖPNV und SPNV"
"↠ Ein landesweites Sozialticket
↠ Umsetzung der Mobilitätsgarantie bis 2030 verbunden mit einer Pünktlichkeitsoffensive im SPNV
↠ Deutliche Reduzierung der Zahl der Verkehrsverbünde in Baden-Württemberg"
"Abschaffung des Verbrennerverbots auf EU-Ebene. E-Fuels voranbringen. Digitalisierung umsetzen. E-Fuels werden dringend gebraucht – nicht nur für den Flugverkehr und die Schifffahrt. Landwirtschaft, Katastrophenschutz und Verteidigung funktionieren nicht mit Batterie. Auch Sondermaschinen, Ferngüterverkehr und der Autoverkehr könnten von diesen innovativen Kraftstoffen profitieren. Selbstverständlich werden E-Autos ein ganz wesentlicher Teil der Mobilität der Zukunft sein – aber ohne Subventionen!"
"Sanierung und Ausbau von Straßen, um Unfälle, Staus und Schäden an den Autos deutlich zu reduzieren. Die Abschaffung der LKW-Maut in Baden-Württemberg, um die Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern. Drastische Steuersenkungen an der Tankstelle, um die Bürger zu entlasten und die Freiheit des Individualverkehrs zu stärken."
"Die oberirdischen Gleise am Stuttgarter Hauptbahnhof müssen erhalten und modernisiert werden. Besonders für die Anbindung der Gäubahntrasse und ihrer 1,5 Millionen Anrainerinnen sind sie unverzichtbar.
Mit einem flächendeckenden 9 Euro Ticket muss BaWü vorangehen und beweisen, dass bezahlbare Mobilität möglich ist.
Der ländliche Raum muss Taktzeiten von 30 Minuten erhalten und ein breiteres Angebot an On-Demand Angeboten. Nur so kann der Umstieg vom Auto gelingen."
5. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie die individuelle Mobilität in Baden-Württemberg klima-freundlich weiterentwickeln und gleichzeitig zur Dekarbonisierung des Verkehrs bis 2040 beitragen?
"Neben dem Umstieg auf Verkehrsmittel des Umweltverbundes (Fuß, Rad, Busse und Bahnen) kommt der Antriebswende im Pkw- und Lkw-Verkehr die zentrale Rolle bei der Erreichung der Klimaschutzziele im Sektor Verkehr zu. Die Zukunft ist elektrisch mit erneuerbarem Strom! E-Mobilität im Pkw-Bereich ist längst eine komfortable Realität. Den weiteren Hochlauf werden wir durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur stützen. Für E-Lkw wollen wir ein Ladenetz entlang von Bundes- und Landesstraßen etablieren."
"Wir setzen auf Technologieoffenheit: Elektromobilität, Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe sollen den Weg zur klimaneutralen Mobilität ebnen. Lade- und Tankinfrastruktur bauen wir konsequent aus. Der Radverkehr wird gestärkt, um kurze Wege klimafreundlich zu gestalten. Ziel ist eine Mobilität, die flexibel bleibt und trotzdem zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors beiträgt."
"Wir wollen die Mittel des Bundes aus dem Infrastruktur-Sondervermögen für die Sanierung von Brücken und Tunnels an Landesstrassen verwenden und auch den Kommunen einen erheblichen Anteil daran zukommen lassen. Das Land muss sich mehr beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität engagieren, insbesondere beim Aufbau einer leistungsfähigen Schnellladeinfra-struktur. Diese Aufgabe kann nicht nur allein den Kommunen und privaten Anbietern überlassen werden, wenn wir es mit der Antriebswende ernst meinen."
"Wir brauchen eine Defossiliserierung aber gerade keine Dekarbonisierung. Das Problem sind die fossilen Kraftstoffe auf Erdölbasis – nicht die Motoren. E-Fuels können dort klimaneutral genutzt werden, wenn der Kohlenstoff für diese Kraftstoffe aus der Atmosphäre entnommen werden. Mit unserer E-Fuels-Strategie sorgen wir für gelingenden Klimaschutz. Insbesondere in Bestandsfahrzeugen, für die die E-Auto-Debatte nämlich rein gar nichts bringt."
"Auf keine Maßnahmen, da alle Klimamaßnahmen nur den Geldbeutel der Bürger belasten, aber es keine Auswirkungen auf das Klima hat. Wir setzen auf Kernkraft und auf Aufforstung. Damit haben wir zugleich das naturfreundlichste, das klimafreundlichste, das kundenfreundlichste und das steuerzahlerfreundlichste Programm. Wir setzen auf Technikfreiheit und Technikoffenheit. Wir setzen auf stetige Verbesserungen durch Marktfreiheit und Fortschritt. Im Endeffekt entscheidet der Autofahrer selber."
"Wir fördern städtebauliche Maßnahmen, durch die Wege des täglichen Bedarfs bequem zu Fuß erledigt werden können. Fahrradwege werden zügig und flächendeckend ausgebaut, insbesondere erhöhen wir das Tempo beim Bau von Radschnellwegen. Wo das Auto nötig bleibt, setzen wir auf E-Mobilität, Carsharing und Fahrgemeinschaften. Mobilitätsstationen mit Umstiegs-, Leih- und Abstellmöglichkeiten sowie ein landesweites Netz von On-Demand-Bussen verknüpfen alle Angebote über eine gemeinsame Schnittstelle."
6. Welche Maßnahmen planen Sie, um die Verkehrssicherheit auf Straßen sowie Rad- und Fußwegen zu erhöhen – und welche Bereiche werden Sie dabei priorisieren?
"Unser Ziel ist klar: Vision Zero! Was in Helsinki geht, sollte auch in baden-württembergischen Städten und Gemeinden gehen: Null Verkehrstote dank geringerer Geschwindigkeit, sicherer Überwege, fußgängerfreundlicher Ampelschaltungen.
Außerorts braucht es sichere, attraktive Radwege. Innerorts Tempo 30 und verkehrsberuhigte Bereiche. Wir ermutigen Kommunen, gegen gefährdendes Falschparken vorzugehen. Durch Schulstraßen und Schulzonen sollen die Kleinsten mehr Bewegungs- und Schutzraum bekommen.
Ein generelles Tempolimit auf Landes- und Bundesstraßen rettet viele Menschenleben, liegt aber in der Gesetzgebungskompetenz des Bundes."
"Verkehrssicherheit hat oberste Priorität. Wir modernisieren Straßen, Rad- und Fußwege, beseitigen Unfallschwerpunkte und gestalten Kreuzungen sicherer. Schulwege und viel genutzte Alltagsrouten stehen im Fokus. Ergänzend setzen wir auf Prävention, Verkehrserziehung und gezielte Kontrollen. Unser Ziel: Weniger Unfälle und mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer."
"Wir setzen uns für eine Helmpflicht im Radverkehr ein. Wir wollen ein besonderes Programm zum Schließen von bestehen Lücken im Radwegenetz starten, besonders wenn es dabei um Lücken geht, die Gefahren- und Unfallschwerpunkte darstellen. Wir wollen Kommunen ermuntern, die Spielräume, die Ihnen der Bundesgesetzgeber gegeben hat, die Geschwindigkeit innerorts, insbesondere vor Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen zu reduzieren, auch auszunutzen."
"Der technische Fortschritt hat zu einer Vielzahl von Assistenzsystemen gesorgt, bis hin zur Verhütung von Auffahrunfällen. Die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind hingegen Fußgänger und Radfahrer. Neben sicheren Radwegen gehört auch die Befähigung zur sicheren Verkehrsteilnahme dazu. Insbesondere die Nutzung von Pedelecs kann Fahrsicherheitskurse sinnvoll machen. Die Nutzung von Radhelmen sollte zum Standard werden. Die Verkehrserziehung muss schon im jüngsten Alter hohe Priorität genießen."
"Auf den Straßen setzen wir auf mehr Sicherheit durch ein effizienteres Baustellenmanagement, die Sanierung und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zu Stauvermeidung und durch ein starkes Vorgehen gegen Verkehrsverstöße wie bei Hochzeitskorsos. Durch neue Technologien wird die Sicherheit im Straßenverkehr stetig verbessert. Auch ein effizienter Verkehrsfluss durch Digitalisierung trägt dazu bei."
"Gefährliche Kreuzungen und Strecken werden umgebaut, sichere und breitere Rad- und Gehwege ausgebaut und Unfallschwerpunkte entschärft. Dabei streben wir eine räumliche Trennung der Strecken für unterschiedliche Verkehrsmittel an. Wir fördern kommunale Projekte zu Schulwegsicherheit, Beleuchtung und Radverkehr. Wo immer möglich, setzen wir uns für Tempolimits ein oder schaffen rechtliche Spielräume dafür. Um diese auch durchzusetzen, weiten wir Geschwindigkeitskontrollen aus."
7. Wie können Digitalisierung und KI aus Ihrer Sicht den Verkehrsfluss optimieren? Welche konkreten Maßnahmen braucht es dafür – und wo sollen diese umgesetzt werden?
"Die Digitalisierung des Verkehrssektors ist in den letzten Jahren weit fortgeschritten. Sie schafft Möglichkeiten, Verkehrs- und Mobilitätsprobleme mit Hilfe von Software zu lösen. Die vorhandene Infrastruktur kann intelligenter genutzt werden. Wir wollen die Datenplattform MobiDataBW weiter ausbauen. Unser Ziel ist eine effiziente und intelligente Verkehrsplanung und -steuerung. Die offene Plattform soll neue Mobilitätsinformationen und Dienstleistungen für nachhaltige Mobilität ermöglichen."
"Digitale Lösungen und KI bieten enorme Chancen. Intelligente Ampelschaltungen, vernetzte Parkleitsysteme und Verkehrsflussanalyse sollen Staus vermeiden, Emissionen senken und Kapazitäten besser nutzen. Pilotprojekte in Städten schaffen Erfahrungen für landesweite Anwendungen. So steigern wir Effizienz, sparen Energie und entlasten Straßen und Menschen."
"Digitalisierung kann nicht nur etwas für den Verkehrsfluss tun, sondern auch Vorgänge rund ums Auto effizierter und vor allem kundenfreundlicher machen. Durch intelligente Verkehrssteuerung und -lenkung können die Straßen besser ausgenutzt und so die Kapazitäten erhöht werden, ohne dass ein teurer Ausbau nötig wird. Bestehende Pilotprojekte wollen wir fortführen und ausbauen."
"Eine umfassende und gelingende Digitalisierung baut auf die Kommunikation aller Fahrzeuge mit der Infrastruktur. Dann können Verkehrsströme dynamisch gelenkt, Ampeln passgenau geschaltet und Parkplätze schon bei Fahrtbeginn gebucht werden. Das ist das Zukunftsbild. Schon heute wäre viel gewonnen, wenn alle Ampeln nach Bedarf geschaltet würden. Verlässliche Informationen über Zugausfälle und Verspätungen sind Voraussetzung für intermodale Reiseketten, die nicht reißen."
"KI kann helfen, Verkehrsflüsse zu entzerren und die Infrastruktur besser zu nutzen. Ampelschaltungen müssen mit Sensoren und optischen Kameras aufgerüstet werden, um unnötige Stillstandzeiten an roten Ampeln zu eliminieren. Wir setzen auf verlässliche marktorientierte Systeme für Ampelschaltungen, ÖPNV-Taktung und Verkehrsleitstellen.
Weniger Bürokratie und Regulierung dafür mehr Unternehmergeist mit Marktwirtschaft und Freiheit."
"Digitalisierung macht Mobilität vernetzter, barrierefreier und effizienter. Mit Mobidata BW bündeln wir Echtzeitinformationen aus Bus, Bahn, Carsharing und Leihradsystemen und ermöglichen inklusive, barrierefreie Routenplanung. Künstliche Intelligenz kann Verkehrsflüsse optimieren, Ampeln dynamisch steuern und so Staus reduzieren. Zudem digitalisieren wir Planungs- und Genehmigungsverfahren, um Infrastrukturprojekte schneller, transparenter und rechtssicher umzusetzen."
8. Welche Maßnahmen planen Sie, um den Tourismus- und Freizeitverkehr in Baden-Württemberg nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten?
"Ein konsequenter Ausbau des ÖPNV sowie der Radinfrastruktur und ein saniertes Straßennetz helfen nicht nur im Alltags- und Berufsverkehr, sondern ermöglichen auch Freizeitverkehr und attraktive Tourismusangebote.
Unsere Aufgabe sehen wir darin, überregional bedeutende Angebote vor allem in der Entstehungsphase zu fördern wie - beispielsweise beim Nationalpark Schwarzwald. Unser Ziel ist es, auch durch Öffentlichkeitsarbeit die Verknüpfung von Bus und Bahn mit Freizeitaktivitäten zu verstärken."
"Nachhaltiger Tourismus braucht gute Alternativen zum Auto. Wir setzen auf einen Mix aus leistungsfähigem ÖPNV, Sharing-Angeboten und Ladeinfrastruktur für E-Mobilität. Rad- und Wanderwegenetze sollen attraktive Freizeitangebote schaffen. Digitale Lösungen verknüpfen Verkehrsmittel effizient."
"Wir werden die Reaktivierung und Elektrifizierung von Bahnstrecken, gerade im ländlichen Raum, weiter vorantreiben und unterstützen. So können auch neue Potentiale für den Freizeitverkehr erschlossen werden."
"Mit E-Fuels, Wasserstoff und E-Mobilität wird klimaneutrale Mobilität Realität. Ein funktionierender und pünktlicher Schienenverkehr sowie ein attraktiver ÖPNV erleichtern die Wahl dieser Verkehrsmittel. Das sind Punkte, für die wir eintreten. Verbote und flächendeckendes Tempo 30 innerorts lehnen wir ab."
"Wir müssen den Tourismus ankurbeln und stärken, da dies ein großer Wirtschaftszweig mit tausenden Arbeitsplätzen ist. Ein Zwang zur nachhatligen und klimafreundlichen Verkehrs lehnen wir ab. Da dies sowieso nur ein Ettikettenschwindel ist. Wir setzen auf die Unterstützung regionaler Produkte und Anbieter. Wettbewerb und private Investitionen schaffen Angebotsauswahl, Qualität und ein faires Preisleistungsverhältnis."
"Tourismus muss auch ohne Auto bequem möglich sein. Wir fördern dichte Bahn- und Busverbindungen, reaktivieren stillgelegte Strecken und stärken grenzüberschreitende Verbindungen. Rad- und Wanderwege werden an Bahnhöfe und Mobilitätsstationen angebunden, sodass Ausflüge, Aktivurlaub und Kulturreisen flexibel, nachhaltig und bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln kombiniert werden können. Diese Maßnahmen kommen allen zugute - günstigere Angebote nur für Tourist:innen lehnen wir hingegen ab."
Im Parteiencheck wurden alle Parteien berücksichtigt, die zum Redaktionsschluss Ende Oktober 2025 in den öffentlichen Umfragen über der Fünf-Prozent-Hürde lagen und somit mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Landtag einziehen werden. Bei allen Aussagen handelt es sich um den unveränderten Abdruck der an uns übermittelten Antworten. Diese geben nicht die Position des ADAC wieder. Für den Inhalt dieser Positionen sind ausschließlich die jeweiligen Parteien verantwortlich und haftbar. Von etwaigen illegalen, persönlichkeitsverletzenden, moralisch oder ethisch anstößigen Inhalten distanzieren wir uns in aller Deutlichkeit.