Kundgebung auf dem Brenner: Stau-Chaos zu Pfingsten vorprogrammiert

Von Redaktion Südbayern

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Die Luegbrücke, Teil der Brennerautobahn A 13; im Hintergrund ein hoher, bewaldeter Felsen
Gegner des Neubaus der Luegbrücke lösen mit einer Versammlung auf der Brennerautobahn eine Vollsperrung aus.© gettyimages/Joachim Kietzmann

Am Samstag, den 30. Mai, legt eine Demonstration den Verkehr auf der Brennerautobahn A 13 komplett lahm. Mit drastischen Folgen für Anwohner und Reisende. Der ADAC erklärt, warum die Nord-Süd-Route über den Brenner gesperrt wird und was Urlauber jetzt tun können, um große Staus zu vermeiden.

Es klingt wie ein verkehrspolitisches Schreckensszenario, wird Ende Mai aber Realität: Die Brennerautobahn A 13 wird am Samstag, den 30. Mai, von 11 bis 19 Uhr nicht befahrbar sein. Zwischen der Mautstelle Schönberg und Brenner ist die wohl wichtigste Route über die Alpen in beide Richtungen gesperrt. Und das mitten in den Pfingstferien. Grund für die Sperrung ist nicht etwa eine unausweichliche Sanierungsmaßnahme, sondern eine Demonstration. Bereits im letzten Jahr haben Gegner des Neubaus der Luegbrücke versucht, ihren Unmut in Form von Demonstrationen Ausdruck zu verleihen. Damals scheiterten sie mit ihrem Vorhaben am Land Tirol. In der Zwischenzeit hat das zuständige Landesverwaltungsgericht aber entschieden, dass Demonstrationen auf der A13 möglich seien.

Extreme Staus erwartet: Brenner in den Pfingstferien gesperrt

Der für diese Demonstration gewählte Tag dürfte für jede Menge Chaos sorgen. Denn der Samstag liegt mitten in den bayerischen Pfingstferien, auch in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt sind Schulferien. Damit trifft die Vollsperrung vor allem Urlaubsreisende. Der Autobahnbetreiber ASFINAG schätzt, dass an diesem Tag mehr als 32.000 Fahrzeuge den Brenner passieren würden. Da an diesem Tag bereits ein Lkw-Verbot in Kraft ist, wird der Schwerlastverkehr nicht beeinträchtigt.

Das große Problem an der geplanten Sperrung der Brennerpassage: Weder die ASFINAG noch das Land Tirol können eine Alternativroute anbieten. Auch Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern, sieht keine sinnvollen Alternativen: „Da der Reiseverkehr regelmäßig auch die Tauernautobahn A 10 an ihre Grenzen bringt, ist es utopisch zu denken, dass der komplette Verkehr vom Brenner auf die Tauernautobahn umgelenkt werden kann.“ Auch die Routen über den Reschenpass, das Timmelsjoch oder die Felbertauernstraße sind nicht dafür geeignet, die zusätzliche Verkehrslast zu tragen.

Hohes Verkehrsaufkommen und Durchfahrtsverbote in Tirol: Umfahrungen kaum möglich

Ebenso sind regionale Umleitungen nahezu ausgeschlossen. Das nachgeordnete Straßennetz ist chronisch überlastet und musste zuletzt mit verschärften Durchfahrtsverboten entlang der Autobahn geschützt werden. Hinzu kommt, dass zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit am 30. Mai von 11 bis 19 Uhr auch eine Totalsperre der Brennerstraße (B182) sowie der Ellbögener Straße (L3) eingerichtet wird. Reisenden bleibt damit nur eine Chance, nämlich den betroffenen Samstag als Reisetag zu vermeiden. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen wird auch an den Tagen vor und nach dem 30. Mai zu einer deutlichen Mehrbelastung führen.

Die ASFINAG rechnet mit einem Verkehrschaos und appelliert in einem offenen Brief an die zuständige Behörde, die Veranstaltung in dieser Form nicht zu genehmigen. Die Totalsperre einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas würde zu massiven Belastungen für die Bevölkerung führen. Auch der ADAC Südbayern blickt kritisch auf die Folgen der Demonstration auf der Brennerautobahn. Schließlich werden die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss dramatisch sein und auch zahlreiche Urlauber aus Bayern treffen.

Reisende, die genau am 30. Mai über den Brenner müssen, haben also ein großes Problem. „Wer noch spontan umbuchen und damit den Reisetag verschieben kann, sollte dies dringend tun“, rät Alexander Kreipl. „Generell raten wir entschieden davon ab, am 30. Mai in der betroffenen Region unterwegs zu sein. Die Vollsperrung wird sicherlich zu zahlreichen Staus und enormen Zeitverlusten führen.“

Vollsperrung Brenner: Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Wann tritt die Vollsperrung auf der Brennerautobahn in Kraft?

Der Brenner-Abschnitt wird am Samstag, den 30. Mai 2026, zwischen 11 und 19 Uhr komplett gesperrt.

Wie kann ich die Vollsperrung am Brenner sinnvoll umfahren?

Der ADAC Südbayern schätzt alternative Routen, wie die Tauernautobahn, den Reschenpass oder andere, als ungeeignet ein, den zusätzlichen Verkehr auffangen zu können. Eine Umfahrung ist somit kaum möglich.

Wie soll ich die Brenner Vollsperrung in meiner Reiseplanung berücksichtigen?

Es werden auch an den Tagen vor und nach dem 30. Mai 2026 mit massiven Verkehrsbehinderungen gerechnet. Wer kann, sollte Reisen mit dem Auto durch die betroffene Region vor allem am 30. Mai 2026 komplett vermeiden.