ADAC Umfrage: Jeder dritte Bayer verzichtet auf Sommerurlaub

Von Redaktion Südbayern

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Blick auf die blaue Lagune der Kvarner-Bucht und das Dorf Veli Lošinj in Kroatien.
Europa, zum Beispiel Kroatien, ist für Urlauber aus Bayern diesen Sommer das Reiseziel Nummer eins. © Adobe Stock / Leonid Tit

Ein Drittel der Menschen in Bayern plant in diesem Jahr keinen Sommerurlaub. Gründe dafür sind vor allem weltweite Krisen und gestiegene Energiepreise. Dennoch bleibt die Mehrheit reisefreudig – mit klarem Fokus auf Ziele in Europa.

Weltweite Krisen und gestiegene Energiepreise wirken sich spürbar auf das Reiseverhalten der Menschen in Bayern aus. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage des ADAC Südbayern unter 1000 Befragten. Demnach plant etwa ein Drittel der Bayern in diesem Jahr keinen Sommerurlaub. Rund jeder Fünfte (19,5 %) berichtet zudem von konkreten Auswirkungen der aktuellen Weltlage auf die eigene Reiseplanung. 14,7 % haben ihre Reise erst gar nicht gebucht, 3,2 % haben ihre Pläne geändert und 1,6 % haben komplett storniert.

Europa bleibt das bevorzugte Reiseziel

Trotz der angespannten Lage bleiben auch viele Menschen reisefreudig. Rund 45 Prozent sehen ihre Urlaubspläne nicht beeinträchtigt, während knapp 29 Prozent ohnehin keine Reise geplant hatten. So plant die Mehrheit (45 %) zwischen Anfang Juli und Ende September zu verreisen. Besonders gefragt sind dabei Reiseziele innerhalb Europas (30 %). Auch Urlaub im eigenen Land liegt im Trend: 11,9 % bleiben in Bayern, 6,8 % reisen in ein anderes Bundesland. Fernreisen außerhalb Europas spielen dagegen mit 5,2 % nur eine geringe Rolle.

Bei der Wahl des Urlaubslandes verändert die aktuelle Weltlage die Prioritäten. Kosten (48,2 %), Wetter und Klima (46,5 %), Sicherheit (36,1 %) sowie Erholung und Wellness (26,2 %) sind unter den Befragten allgemein die wichtigsten Kriterien bei der Urlaubswahl. Angesichts von Kriegen, Krisen sowie Sprit- und Kerosinpreisen gewinnen Sicherheit und günstige Preise zunehmend an Gewicht. 37 % legen in diesem Jahr besonders Wert auf Sicherheit im Reiseland. Für 33,8 % sind günstige Preise entscheidend und 19,5 % finden gute Stornierungsoptionen wichtig.

Die Ergebnisse decken sich mit den Erfahrungen in den ADAC Reisebüros: „Im Sommer spielen Fernziele bei unseren Kunden grundsätzlich eine geringere Rolle. Gleichzeitig beobachten wir, dass Sicherheit und Preisbewusstsein stärker in den Fokus rücken“, so Maria Köller, Reisekoordinatorin beim ADAC Südbayern. „Viele wollen nicht auf ihren Urlaub verzichten und sind eher bereit, bei Ziel und Aufenthaltsdauer Kompromisse einzugehen. Flexible Stornierungsoptionen und eine gute Absicherung gewinnen in unsicheren Zeiten zusätzlich an Bedeutung – darauf weisen wir unsere Kunden gezielt hin.“

Kaum Veränderungen bei der Wahl des Reiseverkehrsmittels

Daneben hat der ADAC in seiner Umfrage ermittelt, inwiefern sich die aktuelle Weltlage sich auf die Wahl des Reiseverkehrsmittels auswirkt. Rund 71 % der Befragten geben an, dass sich ihre Präferenzen trotz Kriegen, Krisen oder gestiegener Energiepreise nicht verändert haben. Häufige Gründe sind Gewohnheit und Bequemlichkeit, die Flexibilität, die das Reisen mit dem Auto mit sich bringt, sowie das Fehlen attraktiver Alternativen, beispielsweise aufgrund der Unzuverlässigkeit der Bahn. Nur 3,5 % der Befragten wollen aufgrund von Kraftstoffpreisen und Nachhaltigkeitsaspekten vermehrt den ÖPNV oder das Fahrrad nutzen. 1,9 % verzichten aus unterschiedlichen Gründen, wie gestiegenen Kosten, Sicherheitsbedenken, der aktuellen Krisenlage und Umweltschutz, auf das Fliegen. Damit bleibt das Auto auch im Reisesommer 2026 das Verkehrsmittel Nummer eins.*

Zur Umfrage:

Der ADAC Südbayern ließ 1000 Personen in Bayern ab 18 Jahren im Zeitraum vom 05.06. bis 10.06.2026 online befragen. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 6,3 bis 7,4 Prozentpunkten je nach Fragestellung. Die Durchführung der Umfrage erfolgte durch Civey.


* Laut ADAC Mobilitätsumfrage Bayern 2023 ist das Auto mit Abstand das wichtigste Reiseverkehrsmittel im Haupturlaub. Die entsprechenden Werte haben sich bis heute kaum verändert.