Baustellen in München: Wo Autofahrer jetzt besonders viel Geduld brauchen

Von Redaktion Südbayern

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Kartenausschnitt von München mit unzähligen Baustellen und Verkehrseinschränkungen.
Kartenausschnitt der städtischen Baustellenkarte mit ausgewählten Baustellen und Verkehrseinschränkungen in München.© Landeshauptstadt München

München Baustellen 2026: Die bayerische Landeshauptstadt erlebt aktuell einen der schwierigsten Baustellen-Sommer der vergangenen Jahre. Neben den unzähligen kleineren Straßen- und Bauarbeiten sorgen die zeitgleich laufenden Großbaustellen auf dem Mittleren Ring, auf der Fürstenrieder Straße sowie auf der A995 München-Giesing und München-Süd für erhebliche Behinderungen im Verkehr. Der ADAC Südbayern informiert über die wichtigsten Baustellen und Engpässe im Verkehr in und um München.

Besonders betroffen von der hohen Zahl an Baustellen sind nicht nur die Münchner selbst, sondern auch Pendler, die sich auf längere Fahrzeiten und Ausweichrouten einstellen müssen. Aus Sicht des ADAC Südbayern sind die Einschränkungen für alle Verkehrsteilnehmer zwar belastend, aber letztlich unvermeidbar. „Viele Bauwerke stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren und müssen dringend saniert werden. Hinzu kommen Großprojekte wie die Tram-Westtangente, die langfristig die Leistungsfähigkeit des Münchner Verkehrsnetzes verbessern sollen“, erklärt Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern. Kritisch sieht er jedoch die zeitliche Koordinierung einzelner Maßnahmen: „Fraglich ist, inwieweit die Baumaßnahmen des Staatlichen Bauamtes Freising am Föhringer Ring und die Arbeiten der Landeshauptstadt München verkehrlich und zeitlich aufeinander abgestimmt wurden. Die parallelen Einschränkungen erhöhen die Belastungen für Pendler und Anwohner erheblich.“ Gleichzeitig verweist Kreipl darauf, dass sich nicht alle Projekte beliebig verschieben lassen: „Bestimmte Arbeiten, etwa an Beton oder Asphalt, sind stark von den Witterungsbedingungen abhängig.“

Landshuter Allee: Rückstaus auf dem Mittleren Ring 

Ebenfalls betroffen ist die Landshuter Allee auf Höhe der Dachauer Straße. Dort wird die Straßenbrücke über die Dachauer Straße erneuert und modernisiert. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis Ende 2026 andauern, bis 24. Oktober steht nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Da die Landshuter Allee zu den meistbefahrenen Straßen Münchens gehört, sind die Auswirkungen besonders spürbar. Für Pendler bedeutet dies regelmäßige Rückstaus auf dem Mittleren Ring und darüber hinaus, insbesondere während des Berufsverkehrs. Zusätzlich werden zwischen Dachauer Straße und Moosacher Straße die Fahrbahnen sowie mehrere Auf- und Abfahrtsrampen saniert. Die Arbeiten finden vor allem nachts und an verlängerten Wochenenden statt. Zeitweise kommt es dabei zu Sperrungen einzelner Fahrtrichtungen und Rampen sowie zu großräumigen Umleitungen. Autofahrer müssen in diesem Abschnitt mit weiteren Verzögerungen rechnen und sollten mehr Fahrzeit einplanen. Der Rad- und Fußverkehr ist von den Maßnahmen nicht betroffen.

Fürstenrieder Straße bleibt Dauerbaustelle 

Auf der Fürstenrieder Straße laufen parallel mehrere Großprojekte. Hauptgrund für die Einschränkungen ist der Bau der Tram-Westtangente. Gleichzeitig werden Leitungen verlegt, die Hauptwasserleitung erneuert und Brückenbauarbeiten im Bereich der A96 durchgeführt. Die Folge: Nach Angaben der MVG (Münchner Verkehrsgesellschaft) hat sich die Leistungsfähigkeit der Fürstenrieder Straße um rund 70 Prozent reduziert. Auf weiten Strecken steht pro Richtung nur eine Fahrspur zur Verfügung. Davon betroffen sind auch wichtige Knotenpunkte wie die Agnes-Bernauer-Straße, die Gotthardstraße und die Anschlussstelle Laim an der A96. Eine spürbare Entlastung ist kurzfristig nicht zu erwarten, da die Arbeiten an der Tram-Westtangente und der A96-Brücke voraussichtlich noch bis 2028 andauern.  

Durch den Ersatzneubau der Kreuzhofbrücken an der A95-Anschlussstelle Kreuzhof im Münchner Südwesten gibt es zusätzliche Beeinträchtigungen. Die Bauarbeiten sollen noch bis zum zweiten Quartal 2027 dauern. Zwar wird überwiegend unter laufendem Verkehr gebaut, dennoch kommt es immer wieder zu Behinderungen und temporären Sperrungen. Für Pendler bedeutet dies weitere Einschränkungen auf einer ohnehin stark beanspruchten Verkehrsachse rund um die Fürstenrieder Straße.

Baustelle auf A995: Engpass für Pendler aus dem Münchner Süden 

Nicht nur im Stadtgebiet selbst, sondern auch auf einer der wichtigsten Pendlerachsen südlich von München wird in diesem Sommer gebaut. Auf der A995 zwischen München-Giesing und dem Autobahnkreuz München-Süd wird der Fahrbahnbelag auf einer Länge von rund 10,5 Kilometern erneuert. Die eigentlichen Hauptarbeiten sollen bis Anfang Oktober abgeschlossen werden. Besonders gravierend sind die Auswirkungen zwischen dem 27. Juli und dem 6. September: In diesem Zeitraum steht zwischen der Anschlussstelle Taufkirchen-West und dem Autobahnkreuz München-Süd in beiden Richtungen jeweils nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Pendler müssen daher mit deutlich längeren Reisezeiten rechnen. Zeitweise werden zudem die Anschlussstellen Taufkirchen-West, Oberhaching und Sauerlach gesperrt. Der Fernverkehr wird während der Bauarbeiten großräumig über die A8 umgeleitet.

Die wichtigsten Baustellen im Überblick

BaustelleZeitraumMaßnahmeEinschränkungen

Brudermühltunnel

Mehrere Nachtsperrungen (insgesamt 72 Nächte in 2026)

Sicherheitstechnische Wartungsarbeiten

Nächtliche Vollsperrungen zwischen 22 und 5 Uhr 

Landshuter Allee/Dachauer Straße

Bis Ende 2026

Sanierung der Brücke über die Dachauer Straße, sowie Fahrbahnen und Rampen zwischen Dachauer Straße und Moosacher Straße

Bis 24. Oktober nur ein Fahrstreifen

Fürstenrieder Straße

Bis Ende 2028

Bau der Tram-Westtangente und Leitungsverlegungen

Rund 70 Prozent weniger Leistungsfähigkeit

Kreuzhofbrücken (A95/Fürstenrieder Straße)

Bis voraussichtlich 2. Quartal 2027

Ersatzneubau der beiden Kreuzhofbrücken

Wiederkehrende Verkehrsbehinderungen und zeitweise Sperrungen im Bereich Fürstenrieder Straße/Boschetsrieder Straße

A995 zwischen München-Giesing und Autobahnkreuz München-Süd

Bis Anfang Oktober 2026

Erneuerung des Fahrbahnbelags auf rund 10,5 Kilometern

Zwischen Ende Juli und Anfang September je Fahrtrichtung nur ein Fahrstreifen, zeitweise Sperrungen mehrerer Anschlussstellen

ADAC Südbayern-Tipp: Fahrten flexibel planen 

Aus Sicht des ADAC Südbayern ist bei aller verständlichen Verärgerung über Staus und Umleitungen vor allem eines wichtig: Geduld. Denn derzeit wird nicht nur auf Münchens Straßen gebaut, sondern auch auf zahlreichen Bahnstrecken. Bauarbeiten im Regional- und Fernverkehr – etwa im Raum Regensburg und auf weiteren wichtigen Strecken in Bayern – führen ebenfalls zu Einschränkungen, Fahrplanänderungen und teilweise Schienenersatzverkehr. Damit fehlen vielen Pendlern oft unkomplizierte Ausweichmöglichkeiten. Der ADAC Südbayern empfiehlt deshalb, stark belastete Strecken möglichst zu meiden, Fahrten außerhalb der Hauptverkehrszeiten zu planen und aktuelle Verkehrsinformationen zu nutzen. Auch Fahrgemeinschaften oder Homeoffice können helfen, die Verkehrsspitzen zu entzerren.

Die aktuellen Einschränkungen sind die notwendige Folge dringend erforderlicher Modernisierungsmaßnahmen. Auch wenn dies kurzfristig zu Belastungen führt, profitieren Verkehrsteilnehmer langfristig von einer leistungsfähigeren und sichereren Infrastruktur. Denn marode Straßen, Brücken und Tunnel würden auf Dauer deutlich größere Probleme verursachen.

Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern©ADAC Südbayern

Ausblick

Wer hofft, dass bald wieder dauerhaft freie Fahrt herrscht, dürfte laut ADAC Südbayern enttäuscht werden. Der große Sanierungsbedarf bei Straßen, Brücken und Schienenwegen sowie zahlreiche geplante Ausbauprojekte sprechen dafür, dass München noch viele Jahre eine Großbaustelle bleibt. Hinzu kommen bedeutende Infrastrukturmaßnahmen im Umland, wie die Fahrbahnsanierung auf der A995, die verdeutlichen, dass die Modernisierung des Verkehrsnetzes weit über die Stadtgrenzen hinausreicht. Kreipls Appell an die Verantwortlichen: „Baumaßnahmen sollten verkehrsträger- und zuständigkeitsübergreifend möglichst eng koordiniert werden, um die Belastungen für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten.“