Junge Fahrer: Mehr Fahrpraxis als Schlüssel zu mehr Sicherheit
Von Redaktion Südbayern

Junge Fahrer verunfallten in Bayern in den ersten fünf Monaten dieses Jahres häufiger als im Vorjahreszeitraum. Für den ADAC Südbayern ist klar: Mehr Fahrpraxis hinter dem Steuer ist der Schlüssel zu mehr Sicherheit. Mit zusätzlichen Übungsfahrten und Fahrsicherheitstrainings sollen Fahranfänger besser auf brenzlige Situationen im Straßenverkehr vorbereitet werden.
Von Januar bis Mai dieses Jahres registrierte die Polizei 9248 Unfälle mit Pkw-Lenkern zwischen 18 und 24 Jahren. Das entspricht einem Anstieg von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Junge Fahrer zählen damit nach wie vor zu den Verkehrsteilnehmern mit einem besonders hohen Unfallrisiko. Der ADAC Südbayern appelliert daher an Fahranfänger, ihre Fahrpraxis gezielt auszubauen und freiwillig an Fahrsicherheitstrainings teilzunehmen. „Frisch nach der Führerscheinprüfung verfügen junge Menschen über vergleichsweise wenig Fahrpraxis. Wer kritische Situationen wie plötzliches Ausweichen oder Bremsen unter professioneller Anleitung trainiert, gewinnt Sicherheit und kann im Ernstfall schneller und richtig reagieren“, sagt Fahrsicherheitstrainer David Dodaro vom ADAC Südbayern.
Fahrsicherheitstraining für Fahranfänger unter realistischen Bedingungen
Im speziell für Fahranfänger konzipierten Programm „Young Drivers only“ lernen die Teilnehmer unter realistischen Bedingungen den Umgang mit Gefahrensituationen. Auf dem Trainingsplan stehen unter anderem Vollbremsungen, Ausweichmanöver und Kurvenfahrten. Darüber hinaus werden typische Risikofaktoren wie Ablenkung, unangepasste Geschwindigkeit, Gruppendruck oder die richtige Einschätzung moderner Fahrerassistenzsysteme behandelt.
Das ADAC Pkw-Training Young Drivers only wird an den Standorten Augsburg, Kempten, Regensburg, Ingolstadt, Landshut und Burgkirchen/ Simbach (Österreich) angeboten. Weitere Informationen unter ADAC Pkw-Training Young Drivers only | ADAC Fahrsicherheitszentrum Augsburg GmbH & Co. KG
Führerscheinreform als Chance für mehr Verkehrssicherheit
Der ADAC sieht in der aktuellen Führerscheinreform die Chance, die Verkehrssicherheit weiter zu stärken. Positiv bewertet der Mobilitätsclub vor allem zusätzliche Übungsfahrten mit qualifizierten Begleitpersonen bereits während der Ausbildung. „Mehr Fahrpraxis senkt das Unfallrisiko und kann die Erfolgsquote bei der praktischen Prüfung erhöhen“, sagt Alexander Kreipl, Verkehrsexperte beim ADAC Südbayern. Erfahrungen aus Österreich und der Schweiz bestätigen diesen Effekt. In Österreich, wo ein Fahrsicherheitstraining Teil der Mehrphasenausbildung ist, sank die Zahl der Unfälle junger Fahrer bis 2016 um rund 40 Prozent gegenüber der Zeit vor der Reform 2003.