Autonomes Fahren: Unternehmen testen Robotaxis in München

Von Redaktion Südbayern

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Eine Familie steigt in ein weißes Robotaxi ein. Der Kofferraum ist noch geöffnet.
In einigen US-amerikanischen Städten gehören autonome Robotaxis (hier vom Anbieter Waymo) bereits zum Alltag.© Waymo

Auf den Straßen der bayerischen Landeshauptstadt sollen künftig autonom fahrende Taxis Fahrgäste an ihr Ziel bringen. Nun testen Uber, Nvidia und das israelische Start-up Autobrains den Einsatz im Alltag.

Für die einen ist es eine erstrebenswerte Mobilitäts-Vision, für die anderen der Gipfel einer negativen Entwicklung: autonom fahrende Pkw. Vor allem Tesla machte in den letzten Jahren in den USA immer wieder den Versuch, seine Modelle komplett autonom ans Ziel zu bringen. Der Fahrer sitzt in diesem Szenario nur aus rechtlichen Gründen hinter dem Steuer. In Deutschland gibt es hohe gesetzliche Auflagen, rein theoretisch ist autonomes Fahren im Straßenverkehr mit einer Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamtes aber möglich. Voraussetzung hierfür ist aber ein vorher festgelegter und genehmigter Betriebsbereich, was den Einsatz de facto nur auf Firmengeländen oder auf bestimmten Shuttle-Routen ermöglicht.

Autonome Robotaxis im Feldversuch

Der aktuelle Test, der in München durchgeführt wird, soll es künftig ermöglichen, den Fahrdienst Uber ohne Fahrer zu nutzen. Konkret geht es um eine Software des KI-Unternehmens Autobrains, die autonomes Fahren unabhängig von einer speziellen Automarke ermöglichen soll. Ob es möglich ist, autonomes Fahren via Softwareupdate freizuschalten, bezweifeln viele Experten. Um das Projekt skalierbar zu machen, setzt Autobrains, anders als Konkurrenzunternehmen, bei der Umgebungsbeobachtung ausschließlich auf Kameras in Kombination mit Künstlicher Intelligenz. Radarsysteme kommen nicht zum Einsatz. Die KI beobachtet über die Kameras das Verkehrsgeschehen und entscheidet, was das Fahrzeug als nächstes machen soll. Zumindest in der Anfangszeit sitzt noch ein sogenannter Sicherheitsfahrer auf dem Fahrersitz, der bei Problemen oder in gefährlichen Situationen eingreifen kann.

Grenzen des autonomen Fahrens

Nicht nur bei einem so ambitionierten Projekt wie nun in München werden Zweifel an der Machbarkeit des autonomen Fahrens laut. Teilautomatisierte Systeme sind bei neueren Fahrzeugen bereits jetzt integriert und können den Alltag im Fahrzeug erleichtern. Aber sie haben klare Grenzen, die meist mit der Sicht zu tun hat. Je nach Hersteller und eingesetzter Hard- wie Software reicht bereits dichter Regen oder Nebel aus, um den Ausfall der Assistenzsysteme auszulösen. Spätestens bei starkem Schneetreiben oder Schneematsch am Fahrzeug (der dann Sensoren zusetzt) ist heutzutage einfach Schluss. Dementsprechend müssen Uber, Nvidia und Autobrains zeigen, dass ein Betrieb vollautonomer Robotaxis nicht nur im sonnigen Kalifornien machbar ist, sondern auch in München. Schließlich ist in der bayerischen Landeshauptstadt nicht immer Biergartenwetter.