Anwohnerparken in Köln: Das müssen Sie wissen

Der rote Punkt mit dem Kürzel "GRI" zeigt in Köln das Viertel zum Anwohnerparken
Der rote Punkt mit dem Kürzel "GRI" zeigt in Köln das Viertel zum Anwohnerparken© Christopher Köster

Das Anwohnerparken in Köln soll nach den Plänen der Stadtspitze deutlich teurer werden. Was Sie zum künftigen Bewohnerparken in Köln wissen müssen, was der ADAC dazu sagt und was sie nun tun können, erfahren Sie hier.

Das ist das Anwohnerparken in Köln

Das Anwohnerparken in Köln gilt für alle Einwohner*innen Kölns, die hier ihren Hauptwohnsitz oder Nebenwohnsitz haben und über keinen eigenen Stellplatz verfügen. Sie können bei der Stadt Köln (in den Kfz-Zulassungsstelle oder online*) einen Bewohnerparkausweis für ihr jeweiliges Bewohnerparkgebiet/Stadtviertel* für zwölf, 18 oder 24 Monate beantragen – für Auto oder Motorrad. Dieser Anwohnerparkausweis kostet derzeit – je nach Laufzeit – 30, 45 bzw. 60 Euro. Derzeit nutzen rund 50.000 Menschen in Köln das Bewohnerparken.

Darum wird das Anwohnerparken in Köln teurer

Das künftige Ratsbündnis aus Grünen, CDU und Volt plant, die Gebühr der Bewohnerparkausweise auf „das Niveau europäischer Metropolen“ anheben zu wollen. In Stockholm sind es beispielsweise 827 Euro, in Amsterdam 535 Euro und in Kopenhagen 158 Euro. Der neue Betrag steht zwar noch nicht fest, aber ein mittlerer dreistelliger Betrag dürfte es werden.

Auf lange Sicht möchte das Bündnis das Anwohnerparken in Köln abschaffen. Es soll sogar schon ein Stichtag festgelegt werden, von dem an neu hinzugezogene Anwohner Kölns keinen Ausweis mehr beantragen dürfen. Wer umzieht oder seinen Bewohnerparkausweis auslaufen lässt, erhält auch keinen neuen mehr.

Die Pläne rühren auch daher, dass in vielen Stadtvierteln Kölns die Nachfrage größer ist als das Angebot. Im Severinsviertel beispielsweise gibt es laut Kölnischer Rundschau* 2230 ausgegebene Anwohnerparkausweise – aber nur 1480 nutzbare Stellplätze. Außerdem soll der motorisierte Verkehr in der Innenstadt verringert und so zusätzlicher Platz für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden.

Das sagt der ADAC zum neuen Anwohnerparken in Köln

„Dass Städte wie Köln knappen Parkraum effektiver bewirtschaften und die sehr niedrigen Gebühren für Anwohnerparkausweise anheben wollen, ist nachvollziehbar. Die Möglichkeit, in der Innenstadt zu leben und in angemessener Nähe zum Wohnort zu parken, darf aber keine soziale Frage werden, so dass sich nur noch Menschen mit eigenem Stellplatz oder ausreichend Budget ein Auto erlauben können.

Wir fordern die Stadt deshalb auf, die Gebühren sozialverträglich zu gestalten und für die Anwohner zumutbare Höchstsätze für die Bewohnerparkausweise festzulegen. Es muss auch weiterhin möglich bleiben, in Innenstadtgebieten zu leben und wohnortnah zu parken. Viele, gerade auch ältere Menschen sowie Familien sind auf das Auto und kurze Wege vom Pkw zur Wohnung angewiesen.

Wir erwarten von der Stadt Köln daher ein Gesamtkonzept, das über die Gebührengestaltung hinausgeht und den Anwohnern Alternativen aufzeigt, bevor die Daumenschrauben angezogen werden. Dazu zählen zum Beispiel Quartiersgaragen, ein günstiger und zuverlässiger ÖPNV mit dichtem Takt und Radwege, die ihren Namen auch verdienen. " (Prof. Dr. Roman Suthold, Mobilitätsexperte des ADAC Nordrhein)

Das können Autofahrer tun, wenn Sie in Köln von den teureren Bewohnerparkausweisen betroffen sind

Lösungen für Autofahrer gibt es derzeit leider nicht, wenn sie auf Stellplätze in ihrem Stadtviertel angewiesen sind und die Stadt Köln die Gebühren für das Bewohnerparken deutlich erhöhen sollte. Eine Möglichkeit wäre, nach festen Stellplätzen oder Tiefgaragenplätzen in der Nachbarschaft Ausschau zu halten und diese ggf. zu mieten. Diese sind aufs Jahr hochgerechnet höchstwahrscheinlich teurer als die neuen Preise fürs Anwohnerparken, dafür haben Mieter einen garantierten Parkplatz und ersparen sich viel Zeit und Sprit für die lästige Parkplatzsuche.

Ansonsten bleibt die Hoffnung, dass die Preise fürs Anwohnerparken in Köln nicht allzu hoch werden und dadurch auch das städtische Wohnen mit Auto neue preisliche Dimensionen erreicht.

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