Kombilösung - Das neue Verkehrsnetz

Der Großteil des Verkehrs auf der Kaiserstraße soll ab Frühjahr 2022 in einen Tunnel verlegt werden.
Der Großteil des Verkehrs auf der Kaiserstraße soll ab Frühjahr 2022 in einen Tunnel verlegt werden.© KASIG

Ende März soll der Autotunnel in der Kriegsstraße in Karlsruhe eröffnet werden. Damit ist die Kombilösung dann komplett.

  • Eröffnung des Autotunnels Ende März 2022

  • Oberirdischer Individualverkehr eingeschränkt

  • Tunnel im sicheren Zweiröhrensystem

Der Ausbau des Autotunnels wird derzeit mit Hochdruck vorangetrieben, Ende März wird – so die aktuellen Planungen - das letzte Teilprojekt der Kombilösung für den Verkehr freigegeben werden. Dann soll der Verkehr auf der vielbefahrenen Ost-West-Achse endlich wieder fließen.

Karlsruhe und Stau - Jahrelang ein gewohntes Bild

Ein- und Ausfahrt des Autotunnels über die Rampe westlich des Karlstors. © KASIG

Rund ein Jahrzehnt voller Baustellen, Umleitungen und Staus haben den Autofahrern in Karlsruhe viel abverlangt. Der eigentliche Spatenstich für den Autotunnel erfolgte 2017. Verzögerte Materiallieferungen sorgten am Ende dafür, dass der Autotunnel nicht gleichzeitig mit der Eröffnung der Stadtbahntunnel in Kaiser- und Ettlinger Straße sowie der Inbetriebnahme der neuen oberirdischen Gleisstrecke der Kriegsstraße fertig wurde.

Verkehr wird in den Tunnel verlegt

Was ändert sich ab Ende März 2022 für Autofahrer? Der überwiegende Individualverkehr durchquert die Stadt auf der B10 in Ost-West-Richtung künftig nicht mehr oberirdisch auf der Kriegsstraße, sondern im 1,6 Kilometer langen Tunnel. Damit wurde oberirdisch Platz für eine neue Gleistrasse geschaffen, auf der zwei die Tramlinien 4 und 5 unterwegs sein werden. Insgesamt schafft die Kombilösung mit dem neuen Liniennetzplan die Voraussetzung dafür, dass der ÖPNV leistungsfähiger wird.

Parkhaus Ettlinger Tor direkt angeschlossen

Die unterirdische Zufahrt zum Parkhaus des Einkaufszentrums am Ettlinger Tor. © KASIG

Über die Rampen westlich des Karlstors und auf Höhe der Ostendstraße in der Ludwig-Erhard-Allee gelangt der Durchgangsverkehr nach unten, wo er ohne kreuzende Straßenbahnen und ohne Ampeln schneller vorankommen wird. Autofahrer, die direkt in die Innenstadt möchten, können den Autotunnel über die Verbindungsrampen Ritterstraße und Lammstraße verlassen. Das Parkhaus des Einkaufscenters Ettlinger Tor wird eine eigene Ein- und Ausfahrt für den Tunnel erhalten. Hier kreuzt der Autotunnel den neuen Straßenbahntunnel samt Haltestelle im rechten Winkel - eine Herausforderung während der Bauphase.

Unten zügig voran – aber wie läuft es oben?

Jede Fahrtrichtung wird in einer eigenen Röhre mit einem Fahrstreifen und einem durchgängigen Standstreifen untergebracht. Dies entspricht einer Halbierung der früheren Straßenkapazität. Planer rechnen allerdings damit, dass 50 bis 60 Prozent des Verkehrs den Tunnel nutzen wird, um die Stadt zügig zu durchqueren. Für den Anwohner-, Taxi- und oder Lieferverkehr steht oberirdisch entlang der Gleise eine Fahrspur je Richtung zur Verfügung.

Kriegsstraße als innerstädtische Allee

Auch für Radfahrer wird es auf den breiten Radwegen der Kriegsstraße künftig schneller und sicherer vorangehen. © KASIG

Die Kriegsstraße soll sich zu einer innerstädtischen Allee mit mehr Aufenthaltsqualität entwickeln. Dazu wurden 343 Bäume gepflanzt, die Straßenbahngleisen begrünt, breite Radwege sowie Gehwege angelegt. Gesicherte Fußgängerübergänge gibt es auf Höhe der Ritter-, Lamm- Kreuz- und Adlerstraße. Entlang der neuen Gleistrasse sorgen die Haltestellen Karlstor Ost, Ettlinger Tor und Mendelssohnplatz Ost dafür, dass die südlichen Stadtgebiete eine bessere ÖPNV-Anbiendung in die City bekommen.

Einige Fragen bleiben offen

Ob das Konzept aber auch geeignet ist, um die Mobilität älterer oder mobilitätseingeschränkter Bewohnerinnen und Bewohner der Kriegsstraße zu erleichtern, muss sich zeigen. Wo parken Besucher von Arztpraxen, wo halten Taxis oder Handwerker? An welchen Stellen kann man trotz voraussichtlich stark frequentiertem Radweg kurz um Be- und Entladen anhalten? Diese Fragen stellt man sich nicht nur beim ADAC Nordbaden.

Mögliche Probleme sehen wir oberirdisch beispielsweise beim Lieferverkehr oder den knappen Stellflächen für Anwohner. Ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen dürften es damit noch schwerer haben.

Mögliche Probleme sehen wir oberirdisch beispielsweise beim Lieferverkehr oder den knappen Stellflächen für Anwohner. Ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen dürften es damit noch schwerer haben.

Karin Birthelmer, Stellvertretende Vorsitzende und Verkehrsreferentin des ADAC Nordbaden e.V.©Foto Fabry

Klar ist, dass sich die Verkehrsströme und Gewohnheiten nicht von heute auf morgen ändern und dass gegenseitige Rücksichtnahme nötig ist, um ein sicheres und entspanntes Miteinander auf der Kriegsstraße entstehen zu lassen. Das Konzept der Kombilösung wird jedenfalls für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer Änderungen mit sich bringen und bedeutet einen großen Schritt für die zukünftige Stadtentwicklung.

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