Umfrage: Urlaub mit dem E-Auto

Elektroautos werden immer beliebter – bereits im Mai 2026 waren 25 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland reine E-Fahrzeuge. Größere Reichweiten, bessere Ladezeiten und ein Ausbau der Ladeinfrastruktur machen E-Autos auch immer attraktiver für die Urlaubsreise. Studierende des dualen Studiengangs Tourismusmanagement der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) haben sich deshalb in Zusammenarbeit mit dem ADAC Hessen-Thüringen mit der Frage beschäftigt: „Mit dem E-Auto in den Urlaub – kompliziert oder kein Problem?“.
Online-Umfrage zum Reiseverhalten mit E-Autos
Für die Online-Umfrage wurden 1.900 Autofahrerinnen und Autofahrer aus Hessen und Thüringen zu ihrem Reiseverhalten befragt. Kern der Umfrage war die Wahrnehmung von Elektromobilität mit Blick auf Urlaubsfahrten sowie mögliche Nachteile diesbezüglich.
Reichweitenangst besteht nach wie vor
Deutliche Unterschiede zeigen sich in den Ergebnissen zwischen den Besitzern von Verbrenner-Fahrzeugen und Elektroautos. Ein zentraler Kritikpunkt für Verbrenner-Fahrer bleibt nach wie vor das Thema Reichweite: 71 Prozent gaben an, dass sie eine hohe bis sehr hohe Angst davor haben, dass die Reichweite eines E-Autos nicht für die Urlaubsfahrt ausreicht. Nur 5 Prozent der tatsächlichen E-Autofahrer teilen diese sogenannte Reichweitenangst.
Für diejenigen, die bereits Erfahrung mit Elektroautos gemacht haben, spielt die Reichweite bei der Planung einer Urlaubsfahrt nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich 36 Prozent der befragten E-Auto-Fahrer gaben an, ihre Urlaubsroute bei einer Länge von über 300 Kilometern bereits aufgrund von Lademöglichkeiten angepasst zu haben. Für die Mehrheit der E-Auto-Fahrer (63 Prozent) hatte die Reichweite jedoch keinen direkten Einfluss auf die Routenplanung.


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Ausbau der Infrastruktur
Ein zentrales Thema für Fahrer von E-Autos spielt hingegen der infrastrukturelle Ausbau von Ladepunkten auf dem Weg in den Urlaub sowie eine einheitliche Tarifstruktur. Laut Umfrage sind unübersichtliche (42%) oder teure (27%) Ladetarife, defekte (31%) oder besetzte (28 %) Ladesäulen oder zu wenig Ladepunkte am Zielort (21%) die größten Probleme bei der Urlaubsfahrt mit dem E-Auto dar.
Aus Sicht der Verbrenner-Fahrer ist neben der, als zu gering wahrgenommenen Reichweite zudem die mögliche Suche nach Ladepunkten (36 %) ein zentraler Nachteil bei der Urlaubsfahrt mit dem Elektroauto. Für erfahrene E-Auto-Nutzer spielt dieser Punkt lediglich eine untergeordnete Rolle (15 %).
Zukunftsfähigkeit der Elektromobilität
Mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit von Elektroautos zeigen sich starke Unterschiede zwischen den beiden Nutzer-Gruppen. Während erfahrene E-Auto-Nutzer die Zukunftsfähigkeit der Technologie mit großer Mehrheit bejahen (94 %), bestehen bei vielen Verbrenner-Fahrern überwiegend Zweifel – nur 37 Prozent bewerten die Elektromobilität als Zukunftstechnologie. Fast genauso viele sehen darin eher eine Übergangstechnologie (35%). Lediglich etwas über ein Viertel der Verbrenner-Nutzer könnte sich zudem ein E-Auto als nächstes Fahrzeug vorstellen.
Empfehlungen für touristische Destinationen
Die Studienergebnisse zeigen, dass der Umstieg auf E-Autos für Unerfahrene nach wie vor durch die Sorge, um die im Vergleich zum Verbrenner geringeren Reichweiten geprägt ist. Für E-Auto-Nutzer sind hingegen die infrastrukturellen Aspekte, wie funktionierende Ladesäulen und günstige Ladepreise ausschlaggebend. Damit der Urlaub mit dem E-Auto attraktiver wird, empfiehlt der ADAC den Urlaubsorten und touristischen Betrieben, sichtbare Ladeinfrastruktur aufzubauen und zielgerichtet für diese zu werben. Mit der Installation eigener Lademöglichkeiten haben kleine touristische Betriebe die Chance, weitere Kundengruppen zu erschließen und ihre Sichtbarkeit auf Buchungsplattformen zu erhöhen.
Die Umfrage wurde über die Kommunikationskanäle des ADAC Hessen-Thüringen verbreitet. Insgesamt nahmen 1.900 Personen teil. Über 40 Prozent der Teilnehmenden ist 65 Jahre oder älter, männlich (75 %) und fährt einen Verbrenner (68%). Die Befragung wurde von Studierenden des Studiengangs Tourismusmanagement unter Leitung von Prof. Dr. Kerstin Wegener konzipiert und ausgewertet. Sie ist nicht repräsentativ, bietet jedoch wertvolle Einblicke in die Wahrnehmung der Elektromobilität in Bezug auf Urlaubsreisen.