Wann darf ich die Lichthupe benutzen?

2.1.2019

Die Lichthupe kommt auf deutschen Straßen häufig zum Einsatz. Dabei gibt es nur zwei Situationen, in denen sie erlaubt ist. Wir erklären, welche das sind.

Lichthupe im Rückspiegel
Will der Hintermann außerorts überholen, darf er die Lichthupe betätigen.

Lichthupe bei Gefahr und beim Überholen

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) regelt in § 16 zum Thema Warnzeichen, wann Sie die Lichthupe benutzen dürfen. Das sind genau zwei Situationen:

  • Wenn Sie sich oder andere gefährdet sehen
  • Wenn Sie außerhalb geschlossener Ortschaften überholen (auch § 5 Absatz 5)

Die gängige Praxis, jemandem per Lichthupe Vorrang zu gewähren, ist also eigentlich verboten. Genauso, wie beispielsweise die Fahrer entgegenkommender Fahrzeuge mittels Lichthupe auf eine Radarfalle aufmerksam zu machen.

Sie dürfen die Lichthupe jedoch betätigen, wenn der Fahrer eines auf der linken Spur fahrenden Fahrzeugs Ihre Überholabsicht nicht erkennt, obwohl Sie links blinken. Allerdings dürfen Sie sie nur kurz geben, also stoßweise und wenige Sekunden lang. Wenn Sie dabei den erforderlichen Sicherheitsabstand zum Vordermann einhalten (geregelt in § 4 StVO, halber Tachowert), begehen Sie weder eine Ordnungswidrigkeit noch eine Nötigung.

Lichthupe – wann ist es Nötigung?

Beträgt der Abstand zwischen zwei Fahrzeugen nur wenige Meter und wird der Fahrer des vorausfahrenden Fahrzeugs unter Betätigung der Lichthupe über eine längere Strecke dazu gezwungen, die linke Spur zu räumen oder schneller zu fahren, kann gegen den Drängler strafrechtlich ermittelt werden. Ihm drohen neben einer hohen Geldstrafe ein Fahrverbot oder die Entziehung der Fahrerlaubnis.

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