Jaguar XE: Erste Testfahrt in der Mittelklasse-Limousine

24.6.2019

Der Jaguar XE ist seinem Premiumanspruch bislang nicht gerecht geworden. Nun soll ein umfangreiches Facelift die Absatzzahlen der Mittelklasse-Limousine steigern. Erster Fahrbericht, Details, Infos zu Motoren, technischen Daten, Bilder, Preis.

Seitenansicht des des Jaguar XE fahrend
Jaguar hat den XE geliftet
  • Der neue XE ist eine Alternative zu BMW 3er, C-Klasse und Audi A4. 
  • Hochwertigere Innenausstattung, neue Motoren-Palette
  • Die Preise der Mittelklasse-Limousine starten bei 43.690 Euro

 

Mit dem XE haben die Briten eine maßgeschneiderte Alternative zur heimischen Mittelklasse – A4, C-Klasse, 3er BMW – im Angebot, doch mit gerade mal 1100 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2018 rangiert der Jaguar unter ferner liefen. Dass Jaguar keinen Kombi anbietet, ist ein Grund dafür; dass der XE bislang nicht wirklich auf Premium-Niveau fuhr, der andere. Letzteres soll sich jetzt ändern: Mit einem umfangreichen Facelift wird der ab 43.690 Euro erhältliche XE zum "richtigen Jag" und soll in der Kundengunst nach oben klettern.

Das Facelift ist zurückhaltend ausgefallen

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Heckansicht des des Jaguar XE fahrend
Unter anderem sind die Rückleuchten am Heck schmaler geworden

Neben der üblichen Facelift-Kosmetik an Front und Heck – auffällig sind insbesondere die schmaleren LED-Scheinwerfer und Rückleuchten –, haben sich die Designer rund um Ian Callum vor allem um den reichlich eng geschnittenen Innenraum gekümmert.

Die wichtigsten Maßnahmen: Hartplastik gibt es nicht mehr und Stoffsitze auch nicht. Hinzu kommen insgesamt bessere Materialien, eine neugestaltete Türtafel mit größeren Ablagefächern und vor allem neue Hightech-Anzeigen.

Auf Wunsch und für vertretbare 400 Euro Aufpreis ist das Touch-Pro-Duo-Infotainmentsystem aus dem Elektro-SUV I-Pace erhältlich, dass die Mittelkonsole nicht nur mit dem serienmäßigen, breiten 10-Zoll-Touchscreen vereinnahmt, sondern darunter noch ein zweites, halb so großes Display mitbringt. Das reagiert ebenfalls auf Fingerdruck und steuert unter anderem die Klimaanlage. 

Die Innenausstattung ist viel hochwertiger

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Cockpit des Jaguar XE
Cockpit: Volldigitale Anzeigen kosten Aufpreis

Bei den Instrumenten hinter dem ebenfalls erneuerten Lenkrad hat der Kunde ebenfalls die Wahl: Standard sind halb analoge, halb digitale Anzeigen, für 700 Euro extra gibt es ein volldigitales 12,3-Zoll-Instrumentenpanel.

Nochmal zweihundert Euro mehr werden für die dritte Anzeige fällig, das Head-up-Display. Und wer noch ein bisschen mehr drauflegt, bekommt einen digitalen Rückspiegel, der den Blick nach hinten durch ein Kamerabild darstellt und so das Sichtfenster deutlich vergrößert. 

Der runde, aus dem Mitteltunnel ausfahrende Drehknauf ist Geschichte, stattdessen gibt's einen klassischen Wählhebel. Der steuert immer eine Acht-Gang-Wandlerautomatik. Der handgeschaltete Einstiegsdiesel ist mit dem Facelift ebenso aus dem Programm geflogen wie der Basis-Benziner.

Übrig blieb ein Zweiliter-Selbstzünder mit 180 PS/132 kW, der mit 430 Newtonmeter reichlich Kraft zur Verfügung stellt, um den XE zügig zu bewegen. Dabei soll er nur rund fünf Liter schlucken. Allerdings muss man recht kräftig aufs Gaspedal treten, um den laufruhigen Diesel aufzuwecken. 

Jaguars Elektro-SUV im Test

400 PS, 4,8 Sekunden auf 100 km/h, große Reichweite, Allradantrieb: Der Jaguar I-Pace muss im ADAC Test und EuroNCAP-Crashtest beweisen, wie gut der Elektro-SUV ist.

Jaguar I-Pace im Test
   

Jaguar XE: Neuer Benzin- und Diesel-Motor

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Seitenansicht des des Jaguar XE fahrend
Das Angebot an Motoren für den jaguar XE wurde gestrafft

Deutlich spontaner reagiert der ebenfalls zwei Liter große Benziner (ab 44.390 Euro), der mit 250 PS/184 kW den Einsteiger gibt. Er stellt seine maximale Kraft von 365 Newtonmetern schon bei 1300 Touren bereit, zieht schwungvoll durch und schnurrt seidenweich. Darüber rangiert das 300 PS/221 kW starke Top-Modell, für das Jaguar gut 50.000 Euro aufruft. Beide sollen zwischen sieben und acht Liter verbrauchen.

Während Diesel-Kunden die Wahl zwischen Hinter- und Allradantrieb haben, müssen sich Benziner-Käufer nur bei der Leistung entscheiden: Der P250 fährt immer heckgetrieben vor, der 300er startet mit allen vier Rädern durch. So oder so gehört der XE zu den dynamischsten Vertretern seiner Klasse und braucht sich bei flotter Kurvenfahrt kaum hinter einem 3er BMW zu verstecken.

Wer sich für die adaptiven Dämpfer entscheidet, kann den Jaguar noch ein bisschen straffen, ansonsten beeinflusst der Dynamik-Modus nur Lenkung und Gasannahme. Die Unterschiede zum Komfort-Betrieb sind eher gering – er federt Unebenheiten sauber weg und gleitet geschmeidig dahin. Ganz so, wie sich das für einen echten Jag gehört.

Technische Daten

Kofferraum Maße Leergewicht
  410–549 Liter L 4,68 / B 2,08 / H 1,42 m ab 1611 kg

 


D180
(in Klammern mit Allradantrieb)
 P250 P300 AWD 
Motor/Antrieb

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel
132 kW/180 PS
max. Drehm. 430 Nm bei 1740–2500 U/min

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner
184 kW/250 PS
max. Drehm. 365 Nm bei 1300–4500 U/min

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner
221 kW/300 PS
max. Drehm. 400 Nm bei 1500–4500 U/min 
Fahrleistung 8,1 (8,4) s auf 100 km/h
228 (222) km/h Spitze 
6,5 s auf 100 km/h
250 km/h Spitze 
5,7 s auf 100 km/h
250 km/h Spitze 
Verbrauch

5,0–4,9 (5,4–5,2) l/100 km
CO2-Ausstoß: 132–130 (142–138) g/km

7,0 l/100 km
CO2-Ausstoß: 160–159 g/km

7,5–7,3 l/100 km
CO2-Ausstoß: 170–167 g/km
Preis ab 43.690 (45.940) Euro ab 44.390 Euro 50.140 Euro 

 

  • Das hat uns gefallen: Hochwertiges Interieur, individueller Auftritt, gute Fahreigenschaften.
  • Das hat uns nicht gefallen: Keine Sechszylinder und keine elektrifizierten Antriebe im Angebot,

 

Text: Michael Gebhardt/SP-X. Fotos: Jaguar Land Rover.

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