BMW C 400 X: Spaß-Scooter für die Stadt

1.8.2018

Nach dem Großroller C 650 legt BMW jetzt einen Mittelklasse-Scooter nach. Dem C 400 X reichen 34 PS, um zwei Menschen flott durchs Großstadtgewühl zu bringen. Die ADAC Testfahrten zeigen: Vernetzung wird großgeschrieben. Dazu: Daten und Preise

Wieselflink und komfortabel von A nach B, das ist die Stärke von Mittelklasse-Motorrollern mit rund 400 cm3 Hubraum. Viele nutzen sie täglich für den Weg zur Arbeit oder Ausbildung – soweit es das Wetter erlaubt. Vertretern dieser Klasse wie dem Yamaha XMAX 400 droht jetzt frische Konkurrenz: BMW bringt den C 400 X auf den Markt. Bei ADAC Testfahrten durch und rund um Mailand entpuppte sich der neue Midsize-Scooter als überzeugendes urbanes Spaßmobil.

6800 Euro, 3,1 Sekunden auf 50 km/h

Zoom-In
BMW C400-X 2018
Leichtfüßig, quirlig: Der neue Midsize-Scooter BMW C 400 X 

Der C 400 X ist ab 6800 Euro zu haben; er liegt damit stattliche 5000 Euro unter dem Preisniveau Großrollers BMW C 650. Dass der Mittelklässler streng genommen eine Mogelpackung ist, muss man nicht allzu ernst nehmen. Denn der Einzylinder hat zwar keine 400, sondern nur 350 cm3 Hubraum.

Aber 34 PS und 35 Nm Drehmoment müssen lediglich mit 204 kg Leergewicht fertig werden – genug, um den Scooter in nur 3,1 s aus dem Stand auf 50 km/h zu beschleunigen. Damit ist man im Stadtverkehr und auch außerhalb der City so flink unterwegs, wie man es von einem solchen Gefährt erwartet.

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"Stabiler Markt"

BMW-Produktmanager Peter Meier über die Chancen des X 400: "Jährlich  werden ungefähr 35.000 Midsize-Scooter verkauft. Dieser Markt ist nicht groß, aber stabil. Man muss auch mal klein denken, um neue Zielgruppen zu erreichen."

Der daraus resultierende Fahrspaß wird vorn von einer Telegabel unterstützt, die dem Roller-Piloten eine klare Rückmeldung vom Vorderrad gibt. Das kennt man sonst nur von Motorrädern. Sehr fahraktiv auch die leicht nach vorn orientierte Sitzposition. Im Gewirr des Mailänder Berufsverkehrs fiel uns auf: Der C 400 X folgt präzise jedem Lenkimpuls, das Fahrwerk bügelt souverän Schlaglöcher oder auch längere Buckel weg.

Der spritzige Einzylinder (gebaut vom chinesischen BMW-Partner Loncin) bewährt sich nicht nur durch Kraft und Laufkultur, sondern auch durch Sparsamkeit: 3,5 l/100 km entsprechen exakt dem Normverbrauch – und das bei durchaus flotter Fahrweise. Zusammen mit knapp 13 Litern Spritvorrat kommt man auf mehr als 360 km Reichweite.

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Gute Connectivity dank Navi & Bluetooth

Zum nahezu perfekten urbanen Mobil wird der C 400 X, wenn man sich für 600 Euro Aufpreis das Connectivity-System gönnt. Dazu gehört vor allem ein von BMW-Motorrädern her bekannter TFT-Bildschirm. Er ist stolze 6,5 Zoll groß und zeigt neben klassischen Informationen an, was man alles während der Fahrt machen kann: Navigieren, Telefonieren und sogar die Lieblingsmusik hören.

Als Quelle dient jeweils das eigene Smartphone, das im rechten Staufach des Scooters sicher aufbewahrt ist und dort über USB-Anschluss geladen wird. Mit einem Bluetooth-fähigen Helm herrscht vollendete (und legale) Vernetzung zwischen dem Kopfschutz, dem Roller und dem Smartphone.

All diese Funktionen kann der Rollerfahrer absolut sicher bedienen: Über ein Drehrad und Druckknöpfe am linken Handgriff. Dabei bleiben die Hand am Lenker und der Blick nach vorne gerichtet, denn der Monitor zeigt auch bei starker Sonneneinstrahlung alles deutlich an. In Fahrt erscheinen Navi-Anweisungen nur in Pfeilform, um auch hierbei den Piloten möglichst wenig abzulenken. Unsere Testfahrt blieb drei Stunden lang ohne jegliche Irreführung.

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BMW C 400 X und seine Mittelklasse-Rivalen

Modell Leistung Gewicht Preis
BMW C 400 X 34 PS
204 kg 
6800 €
Yamaha XMAX 400 33,3 PS
210 kg  6695 €
Kymco XCITING 400i 36 PS
209 kg 5999 €

 

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BMW C400-X 2018
Bei ADAC Testfahrten machte der neue Mittelklasse-Roller BMW C 400 X eine überzeugende Figur 

Im Vergleich zur Konkurrenz schlägt sich der neue BMW-Scooter richtig gut: Rivale Yamaha XMAX 400 leistet 33,3 PS bei 210 kg Gewicht. Der Kymco XCITING 400i hat zwar 2 PS mehr Leistung, wiegt aber auch 5 kg mehr als der BMW.

Sogar preislich hält der C 400 X dem Vergleich mit den Rivalen Stand: Mit 6800 Euro kostet er kaum mehr als der japanische Yamaha (6695) und ist nicht extrem teurer als der taiwanesische Kymco (5999). Nur ein wesentliches Manko ist dem BMW anzulasten: Ihm fehlt die praktische Feststellbremse, die einen Roller bei ausgeklapptem Ständer fixiert. Yamaha und Kymco schlagen sich hier besser.

Fazit: Die neue Mittelklasse von BMW legt einen vielversprechenden Auftritt hin. Motorleistung und Fahrverhalten sind ebenso beeindruckend wie das Thema Connectivity. Einfach und sicher auf dem Roller navigieren, nebenbei Musik hören: Da verliert das schlimmste Verkehrschaos seinen Schrecken.

Daten und Fakten (Herstellerangaben) BMW C 400 X
Motor Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Einzylinder, Leistung 25 kW/34 PS bei 7500 U/min, max. Drehmoment 35 Nm bei 6.000 U/min, Stufenloses CVT-Riemengetriebe
Fahrleistungen 3,1 s von 0-50 km/h, 9,5 s von 0-100 km/h, Spitze 139 km/h
Fahrwerk Stahlbrückenrahmen, vorn Teleskop-Gabel (ø 35 mm), hinten Aluminium-Zweiarmschwinge, Doppelfederbein, Federvorspannung einstellbar
Bremsen vorn Doppelscheibe (ø 265 mm), hinten Einscheibenbremse (ø 265 mm), ABS
Reifen vorn 120/70 ZR15, hinten 150/70 ZR14
Maße / Gewichte Radstand 1559 mm, Tankinhalt 12,8 Liter, Sitzhöhe 775 mm /  Leergewicht 204 kg, zul. Gesamtgewicht 405 kg
Verbrauch 3,5 l/100 km (WMTC) kombiniert
Preis 6800 €

 

Text: ADAC/Ralf Schütze. Fotos: ADAC/Daniel Kraus. (acfo)

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