Audi Q8: Testfahrt im SUV Coupé

29.6.2018

Mit dem neuen Q8 wollen die Ingolstädter endlich im Segment der SUV-Coupés mitmischen. Anders als BMW X6 und Mercedes GLE, tritt der Audi zum Preis von 76.000 Euro aber nicht mit der typischen Dachschräge auf. Dazu: Technische Daten

Erst belächelt, dann kopiert: Der Start der SUV-Coupés war holprig, und BMW wurde ordentlich gescholten, als sie 2008 den wuchtigen X6 auf den Markt brachten. Dann folgte der BMW X4, Mercedes kam mit GLC und GLE Coupé. Und jetzt auch noch Audi. Im Herbst 2018 soll der neue Q8 das Segment aufmischen – für zunächst mindestens 76.000 Euro und mit einem deutlichen Unterschied zu seinen Mitbewerbern.

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Der neue Audi Q8
Kraft & Komfort: 286 PS, Allradlenkung, Luftfederung

Während die Designer in München und Stuttgart den Begriff Coupé recht ernst genommen haben, und das Dach ihrer SUVs flach nach hinten auslaufen lassen, gönnt Audis Chef-Kreativer Marc Lichte auch den Fond-Gästen ein großzügiges Platzangebot: Die Dachlinie des knapp fünf Meter langen Q8 läuft bis hinter die Rückbank gerade, geht erst dann in eine schräg stehende Heckscheibe über.

Das sorgt für ordentliche Kopffreiheit in der zweiten Reihe und sieht von außen stimmiger aus. Das Gepäckvolumen schrumpft gegenüber dem Q7 etwas, fällt mit 605 bis 1755 Litern aber sehr üppig aus. Schade, dass die Lehnen der verschiebbaren Rücksitzbank nicht vom Kofferraum aus umgeklappt werden können.

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LED-Licht, Scheiben ohne Rahmen, drei Displays

Punkten kann der Q8 mit anderen Finessen: Den rahmenlosen Türen zum Beispiel, die dem Audi etwas Coupé-Charme verpassen. Oder den neu gestalteten Scheinwerfern mit serienmäßiger LED-Technik, die dank eines kleinen Tricks recht flach ausfallen: Sichtbar sind nur Abblend- und Tagfahrlicht, das Fernlicht versteckt sich hinter dem unteren, abgedunkelten Teil.

Dass der Q8 das durchgehende Leuchtenband am Heck bekommt, das man von Audi A8 und A7 kennt, versteht sich von selbst – es soll "zukünftig alle Top-of-the-Line-Modelle kennzeichnen", so Marc Lichte.

Und dass er sich von den Oberklasse-Modellen das neue Cockpit gemopst hat, ist Ehrensache: Statt vieler Tasten wie noch im Q7, dominieren zwei große Touchscreens die Mittelkonsole, und natürlich gibt's keine klassischen Rundinstrumente mehr, sondern hinterm Volant ein hochauflösendes Display.

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Die Alternativen zum Audi Q8

Fahrspaß mit Leichtigkeit und Präzision

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Der neue Audi Q8
Schön & schlau: Der Q8 hat bis zu 39 Assistenzsysteme an Bord

Gegenüber seinem Technik-Spender Q7 ist der Achter ein bisschen geschrumpft, misst 6,6 Zentimeter weniger und kommt auf eine Länge von 4,99 Meter. Dafür ist er knapp drei Zentimeter breiter, was zusammen mit dem tieferen Dach für einen satteren Stand und deutlich dynamischeren Auftritt sorgt.

Den setzt er auch auf der Straße um: Mit Leichtigkeit und Präzision, die selbst der SQ7 nicht an den Tag legt, zieht der Q8 um die Kurve und wedelt geschwungene Landstraßen entlang, obwohl er leer bereits 2145 Kilogramm auf die Waage bringt.

Verantwortlich für die Agilität sind neben dem mit viel Geschick abgestimmten und auf Wunsch luftgefederten Unterbau der serienmäßige Vierradantrieb und die feinfühlige Allradlenkung. Unbeirrt dreht der Audi seine Runden, schwankt nicht nach links oder rechts und knickt auch beim scharfen Anbremsen vor der Kurve kaum ein.

Ein Sportwagen wird aus dem SUV dennoch nicht. In etwas zu flott angegangenen Biegungen drängt die Masse mit Nachdruck nach außen. Physik lässt sich eben nicht überlisten.

Erstmal nur mit Diesel und als Mild-Hybrid

Mit 286 PS und 600 Newtonmetern Drehmoment ist das einzige zum Marktstart verfügbare Triebwerk zwar alles andere als schwach auf der Brust. Doch beim Tritt aufs Gas nimmt sich der Dreiliter-V6-Diesel mit 8-Gang-Automatik reichlich Zeit, bis er loslegt.

Bei anderer Gelegenheit schaltet der Wandler dagegen wiederum ruppig durch alle Gänge und wirkt vor allem im Sportmodus ein bisschen planlos. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, schließlich bringt der Selbstzünder den Q8 50 TDI am Ende doch in 6,3 Sekunden auf Tempo 100, und mit bis zu 245 km/h läuft das SUV-Coupé mehr als ausreichend schnell.

Was der Diesel verbraucht, ist offen, die neuen WLTP-Messungen sind noch nicht abgeschlossen. Das serienmäßige Mild-Hybrid-System mit 48-Volt-Netz und Riemen-Startergenerator soll mit bis zu zwölf Kilowatt Rekuperationsleistung zumindest beim Sparen helfen.

Den Fahrer unterstützen sollen stolze 39 Assistenten: Wie schon der A8, lenkt und denkt der Q8 (im gesetzlich erlaubten Rahmen) allein, gibt Gas und bremst, verhindert wann immer möglich Auffahrunfälle und neuerdings auch Rempler im Parkhaus oder Schrammen an den mindestens 19 Zoll großen Rädern.

Plug-in-Hybrid und 600-PS-Sportler?

Wem der Q8 50 TDI zu teuer ist oder wer trotz Euro-6D-Temp-Abgas-Zertifikat lieber einen Benziner will, muss sich noch gedulden: Audi hat eine kleinere Ausbaustufe des Diesels mit 231 PS (Q8 45 TDI) bereits angekündigt, die den Einstiegspreis auf unter 70.000 Euro drücken wird. Auf Otto-Seite ist der bekannte V6 mit 340 PS (55 TFSI) in der Pipeline.

Außerdem dürfte Audi mit Hochdruck an einem Plug-in-Modell und an einer Sportversion arbeiten – oder besser gesagt, an zwei Sportlern: Zwar sind die Top-Modelle noch nicht offiziell bestätigt, doch wurden bereits Erlkönige des wahrscheinlich 435 PS starken SQ8-Diesels und des RS Q8 mit voraussichtlich rund 600-Benzin-PS gesichtet.

Daten & Fakten (Herstellerangaben) Audi Q8 50 TDI
Motor 6-Zylinder-Turbo-Diesel, 210 kW / 286 PS, 2967 cm3, 600 Nm bei 2250–3250 U / min
Fahrleistungen 6,3 s von 0 auf 100 km / h, Spitze 245 km / h
Verbrauch noch keine Angabe
Maße L 4,99 / B 2,00 / H 1,71 m
Kofferraumvolumen 605 - 1755 l
Preis ca. 76.000 €, Baureihe ab ca. 76.000 €
Text: Michael Gebhardt. Fotos: PR.

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